29.9.09

Wahl Nachlese

Zwei Tage nach der Wahl sind wieder so ziemlich alle auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist schon interessant, dass die Zeit nach der Wahl viel interessanter ist als vor der Wahl.

Vor der Wahl: Man kann die Sprüche auf Plakaten und in den Medien fast nicht mehr aushalten.
Auch wenn dieses mal der Gegner nicht so aufs Korn genommen wurde, immer die selben Sprüche und gebetsmühlenartigen Versprechungen. Jeder ist froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Nach der Wahl: Jetzt wird es Ernst und die lächelnden Gesichtsfassaden fallen - besonders bei denen, die verloren oder nicht viel dazu gewonnen haben. Die Messer werden gewetzt und der Wähler schaut verwundert zu, dass die sich noch vor einem Tag umarmenden "Brüder" am liebsten sich gegenseitig umbringen würden - aha sagt dann der eine oder andere, so sieht es mit der Geschlossenheit der Partei aus.


Lese ich doch heute von einem Parteimitglied der SPD über Müntefering: "Er steht für die organisierte Unterdrückung des demokratischen Meinungsaustausches in der SPD zu zentralen Fragen". Wow, das ist ja ein Ding. Und Münte hat man extra wegen der Wahl zurückgeholt. Dem ist dann das wohl so in den Kopf gestiegen und vermutlich war er zum Schluss so von sich eingenommen, dass er sich als Patriarch der Partei vorkam.


Verwundert war ich auch, dass die "Grünen" ihren Spitzenkandidaten Özdemir einfach haben durchfallen lassen und ihn noch nicht einmal einen sicheren Platz auf der Landesliste gaben. Das ist ja ein tolles Vertrauen der "Grünen Wähler" zu ihrer Parteispitze. Und solch in sich zerrissene Parteien soll man wählen?


Die "Linken" sind die eigentlichen Gewinner des Wahltages und gleichzeitig ist es eine Blamage für viele Deutschen. Da werden ein paar populistische Themen ausgestreut und die Leute laufen hinterher wie die Kinder beim Rattenfänger von Hameln. Zeigt nicht gerade ein Niveau von klarem Denken und vor allem ein Nachdenken über die Machbarkeit der Parolen.

Dass allerdings in Brandenburg diese Partei viel Zuspruch erhielt ist nicht verwunderlich, sitzen doch heute noch viele "Genossen" von früher, jetzt allerdings "reingewaschen", auf den gleichen Stühlen von früher. Und diese können natürlich in einer Demokratie, in wirklich geheimer Wahl, ihrer wahre Gesinnung Ausdruck verleihen, dass sie im Grunde genommen immer noch dem DDR-Regime anhängen.


So zeigt sich nach der Wahl doch noch die Wirklichkeit hinter den strahlenden Gesichtern der Politiker und vielleicht denkt sich so mancher: Gut, dass ich den einen gewählt und den anderen nicht gewählt habe.


Und die Gewinner, die CDU und FDP, die diesmal um das Hauen und Stechen drum herum gekommen sind, müssen die nächsten vier Jahre beweisen, dass sie es besser machen und die Parteien zusammen stehen, sonst liegen die nach der nächsten Bundestagswahl in der Schusslinie. Aber zuerst sollen sie einmal eine Chance bekommen - so ist das nun einmal in deiner Demokratie.

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21.9.09

Atomenergie oder Ökoenergie

Die Grünen tun sich besonders hervor, wenn es gegen die Atomkraft geht bzw. Autos weitgehend alternativ angetrieben werden sollen. So auch kürzlich im Fernsehen, als der Vorsitzende der Grünen sich für Elektroautos weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Die Frage, die sich jeder Bundesbürger stellt, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll, wird bei diesen Forderungen schlicht und einfach ignoriert. Man strahlt bei der Aussage zu Elektroautos in die Kamera als hätte man gerade das Ei des Kolumbus entdeckt und verkündet, gleichzeitig wettert man aber gegen Atomkraft und Kohlekraftwerke. Mich ärgern solche einfältigen Einwürfe sehr, da ich von solchen Leuten wohl für dumm verkauft werden soll.


Ich bin auch nicht für Atomstrom und auch nicht für den Bau neuer Anlagen, weder bei uns noch im Ausland. Tatsache ist aber, wenn wir nicht im Dunkeln sitzen wollen, brauchen wir sie leider noch eine ganze Weile; den Atomstrom und auch den Strom von Kohlekraftwerken.

Angesichts der Tatsache, dass bei einem Bundes-Verbrauch von rund 640 Milliarden kW im Jahre 2008 aus Photovoltaik, Biomasse, Wind, Müll und Wasser zusammen gerechnet gerade mal 104 Milliarden kW beigesteuert werden, die Kernenergie aber mit 149 und die Kohle mit 279 Milliarden kW den Strom herbringen, damit es bei uns volkswirtschaftlich weiter geht, kann ich nur sagen, dass es sich bei diesem Thema immer nur um eine polemische Diskussion handeln kann.


Nehmen wir mal den Wind. In den nördlich Staaten Europas laufen weit mehr Windanlagen als bei uns, obwohl wir ja schon meinen, bei uns ist alles vollgepflastert. Zwar haben wir inzwischen die weitaus meisten Genehmigungen für diese Parks auf den Weg gebracht, aber bis dahin wollen wir ja auch noch Strom aus der Steckdose.

Ich frage mich sowieso, was diese Kämpfe vor der Wahl überhaupt sollen. Wenn man nicht weiß, für was die einzelnen Parteien stehen, dann ist es jetzt sowieso zu spät. Solche Aussagen - wie oben erwähnt - helfen doch nicht zur Entscheidungsfindung, sie sind lediglich dazu geeignet, unsachliche Diskussionen anzuheizen und zu polarisieren.


Da lob ich mir Baden-Württemberg, auch wenn es ein wenig nach Eigenlob riecht, da ich in diesem Land wohne. Ab 1. Januar 2010 tritt ein neues "Wärme-Gesetz" in Kraft, das beim Austausch von Heizungsanlagen in Wohngebäuden vorschreibt, dass 10 % der Wärme aus erneuerbaren Energien gedeckt werden müssen. Der eine oder andere wird darüber vielleicht nicht begeistert sein, ein richtiger Schritt für die Zukunft ist es allemal - handeln statt nur Sprüche klopfen.

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14.9.09

Merkel - Steinmeier

Einen Vorteil hatte das Fernsehduell gestern Abend, man konnte während die Sendung lief, Getränke und Naschsachen holen, auf Toilette gehen usw. ohne dass man etwas verpasst hätte. Wer gedacht hatte, es läuft so wie in den vergangenen Jahren, was sowie so ein Traumtänzer. Die beiden können sich schon von ihrer Art her nicht beharken.

Es war ein sachliches, nüchternes Gespräch, streckenweise mit bekannten Themen und Aussagen und letztlich nicht viel Neuem. Steinmeier hat sich besser gemacht als gedacht, schwitzte nicht und sprach gegenüber sonstigen Wahlveranstaltungen ganz normal. Profilieren wollten sich, so hatte man manchmal den Eindruck, die Moderatoren, die den Politikern auch ständig ins Wort fielen und mit dümmlichen Bemerkungen, wie die von der Frau Illner mit der Tigerenten-Koalition, obendrein noch witzig sein wollten, was eher peinlich ist in solch einem Fall.

Man bemängelte nach der Diskussion, dass die Politiker viele Themen ausließen, was aber nicht ihre Schuld war, sondern die der Frager. Kein Mensch beantwortet Fragen die nicht gestellt werden.

Eines war mir dann aber doch sehr wichtig: Keiner der beiden schafft es mit seiner Partei allein zu regieren - aber dann mit wem? Das muss ich Angela Merkel lassen, auch wenn für viele Schwarz-Gelb unpopulär ist, hat sie sich klar dazu bekannt, mit wem sie regieren will. Die Wähler wissen nun, was Sache ist.
Entgegengesetzt dazu Walter Steinmeier, der nur Schwarz-Gelb verhindern will - ebenfalls die Frage, aber mit wem? Die SPD kann nur mit Grün und ganz Rot zusammen gehen. Hatte er Angst das zu sagen? Wenn jemand sagt, dass es ab 2013 durchaus möglich ist, mit der Linken zusammen zu arbeiten, warum dann nicht auch jetzt, wenn die Chance dazu besteht.

Die Linken sind der Knackpunkt. Eine Partei, die zumindest in den neuen Bundesländern gut 10 % Stasimitarbeiter hat, die auch noch in Amt und Würden kommen wollen, dann ist die Partei nicht wählbar. Diese Leute, die heute Vertrauenspersonen der Wähler sein wollen, haben früher alle verraten, wenn es sein musste. In Focus konnte man lesen, dass einer im Interview ohne Bedenken zugab, seine eigene Frau als IM verraten zu haben.

Herr Steinmeier, ich hätte mir eine klare Distanzierung von dieser Partei gewünscht, muss nun aber nach der gestrigen Diskussion feststellen, dass sie auch mit dieser zusammen gehen würden. Eine Zusammenarbeit mit Verrätern kann weder Bundes- noch Landespolitik sein und deshalb Herr Steinmeier, sind sie für mich nicht wählbar.

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6.9.09

Soll unsere Bundeswehr in Afghanistan bleiben

Bisher war ich auch dafür, dass unsere Bundeswehr in Afghanistan hilft, gleich in welcher Form. Inzwischen muss ich aber sagen, wenn sie nun auch unter moralischen Beschuss kommt und das auch noch von den Verbündeten, dann kommt mir das Verständnis für den Einsatz so langsam abhanden.

Die Unterdrückung durch die Taliban, besonders für Frauen, ist unerträglich. Keine Bildung, kein Arztbesuch, kein Krankenhaus im Notfall, im Grunde genommen rein gar nichts, außer Haus und Kinder. Es weiß jeder, dass diese Form von Sklavenhaltung auch nicht im Koran steht obwohl gerade die Taliban auf diese Religion pochen.


Unsere Bundeswehr ist nun schon seit Jahren dort. Hilft beim Aufbau des Landes, bildet Polizei aus, beschützt die einfachen Leute und kommt nun nicht nur von den Taliban unter Beschuss, zunehmend auch von der Bevölkerung.


Was hätten denn der Oberst bei der letzten Entführung der zwei Tanklastzüge machen sollen? Hätte er nur zugesehen, hätte man ihn verurteilt, ruft er Hilfe herbei wird er auch verurteilt. Jeder, die Taliban, die Bevölkerung und auch unsere Verbündeten wissen genau, dass man im Krieg nicht die Guten von den Bösen unterscheiden kann, was ja die Taktik der Taliban ist und genau denen wird nun auch noch geholfen; gegen uns. Damit haben die Taliban genau das erreicht, was sie auch erreichen wollen: Unfrieden zwischen den Helfenden stiften.

Wäre es bei den Amerikanern passiert, hätte nach zwei Tagen schon kein Hahn danach gekräht, wohl aber bei den Deutschen.

Auch frage ich mich, warum bekommt die afghanische Regierung nach all den Jahren keine schlagkräftige Truppe im Kampf gegen die Taliban auf die Beine? Vielleicht will die Karsai-Regierung das überhaupt nicht. Sie will vielleicht bloß ihre Macht und die Pfründe behalten, gestützt durch die Amerikaner. Und solange neben anderen die Deutschen die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holen, warum dann gegen die eigenen Leute die Finger schmutzig machen - das wäre am Ende ja noch ein Bruderkrieg und es wären nicht mehr die bösen Ausländer die das Volk angreifen.

Unser Verteidigungsminister sollte es sich wirklich gut überlegen wenn er von einem noch jahrelangen Einsatz spricht. Die deutsche Bevölkerung bringt bald kein Verständnis mehr für seine Argumente auf.
Unsere Soldaten haben so eine Behandlung nicht verdient.

Weiterer Artikel: Unser Soldaten in Afghanistan

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31.8.09

Wahlverlierer Demokratie

Das Wort "Demokratie" kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie "Volksherrschaft". Also eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht bzw. getragen und direkt oder indirekt von ihm ausgeübt wird. Das haben wohl viele bei den Landtagswahlen am gestrigen Sonntag vergessen.

Natürlich, das Spektrum der Parteien ist breiter geworden und auch das ist ein Zeichen der Demokratie. Das wichtigste bei Wahlen ist aber das Volk. Und wenn das Volk keine Lust mehr hat, dass die Staatsgewalt von ihm ausgeht, dann sind das bedenkliche Anzeichen.
Wenn wir uns die Wahlbeteiligung in Sachsen einmal als Beispiel ansehen, dann muss einen das doch sehr wundern. Dieses Land, einst überwiegend Kaiser-treu, Nazi-treu und dann Kommunisten-treu, sehnte sich nach Freiheit und die Parole "Wir sind ein Volk" kommt nicht zuletzt aus diesem Land. Die bekannte Parole wurde auch mit solchen wie "freie Wahlen" unterstützt und man demonstrierte unter Gefahren für sie.

So, nun haben sie die Freiheit, die Demokratie und nun weiß man nicht, was man damit anfangen soll. Die Ausrede, dass es an den Parteien, den Wahlprogrammen oder sonst was liegt gilt nicht. Hier die Hälfte der Bürger, und im Rest der Republik oft nicht viel mehr haben "keinen Bock" mehr auf Demokratie. Im Gegenteil, sie finden es auch noch schick zum Wahlprotest aufzurufen, dann muss ich für mich feststellen, dass wir langsam in eine satte Gesellschaft abfallen, in der Werte wie Demokratie, Gemeinwohl, Anstand etc. ihren Niedergang finden.


Die Menschen in Afghanistan, die unter Todesdrohungen dennoch zur Wahl gingen müssen sich von vielen Völkern, so auch dem unseren, verhöhnt vorkommen. Diese Leute dort, ähnlich den Sachsen vor der Wende, wollten einfach ihre Menschenrechte ausüben und haben dafür ihr Leben auf´s Spiel gesetzt. Und was haben wir daraus gemacht?


Hoffentlich besinnen sich bei der Bundestagswahl im September einige mehr darauf, was es heißt, nicht nur in einer Demokratie zu leben, sondern auch Freiheit und Menschenrechte zu genießen.

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2.7.09

Die Gesundheitsreform

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, wenn sie unsere Gesundheitsministerin im Interview sehen. Mit süffisantem Lächeln, einen dozierenden, arroganten Ton auf den Lippen und einem herablassenden Gefühl für ihr Gegenüber, redet sie aus einer Traumwelt heraus, dass einem das Messer in der Tasche aufgeht.

Sie macht dem Lehrerstand, aus dem sie entstammt, wirklich keine Ehre. Nicht nur ihre Besserwisserei bis hin zu "die dummen Bürger begreifen einfach nicht meine geistigen Höhenflüge" hat sie und ihr Ministerium mangels Unwissenheit bei den Rechenkünsten nun den Vogel abgeschossen. Statt 1,4 Milliarden kostet nun die Gesundheitskarte mit allem drum herum wohl 14 Milliarden.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, vierzehn Milliarden. Quelle war schon glücklich als sie nur 50 Millionen bekamen. Die Ärzte bekommen inzwischen auch nicht mehr viel für die Behandlung ihrer Patienten und uns wird immer mehr an vorbeugenden Maßnahmen gestrichen bzw. sie werden erst gar nicht eingeführt. Und nun werden für die Einführung dieser Chipkarte 14 Milliarden veranschlagt. Jede Firma wäre bei solch einem Management weg vom Fenster. Unsere Gesundheitsministerin nicht. Welchen Blödsinn muss sie denn noch anstellen, dass sie gefeuert wird?

Abgesehen davon, dass bis jetzt keiner einen wirklichen Vorteil in dieser Karte sieht, erhöht diese "E-Karte" auch noch den bürokratischen Aufwand. Nennt so etwas die SPD verantwortungsvolles Handeln, wenn sie solche Politiker wie die Gesundheitsministerin in ihrem Treiben unterstützt? Ja,das Ganze wird auch noch von der CDU toleriert. Und die Politiker wundern sich dann noch über Misstrauen und Ablehnung mancher Minister in der Regierung?

Wenn wir nun schon bis zur Bundestagswahl warten müssen bis sich die Streu vom Weizen trennt, dann wissen wir natürlich auch nicht, was danach kommt. "Meist kommt nichts besseres nach", sagen wir häufig. Aber noch schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Oder?

Mein Gott, was könnte man mit diesen 14 Milliarden nicht alles tun, um die zu unterstützen die es wirklich notwendig haben: Krankenschwestern, Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen, Hartz 4-Empfänger, Alleinerziehende und und und ....

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20.6.09

Ich kann Kanzler

Haben sie gestern Abend die Sendung auch gesehen? Ich habe sie zwar nur stückweise gesehen aber auch den Schluss und ich musste erstaunt feststellen, wie die letzten drei Kandidaten/in bereits den repräsentativen Querschnitt unser Politiker darstellen. Fand ich frappierend.

Ursprünglich dachte ich: Oh Gott, wieder so eine Dieter Bohlen- oder Heidi Klum-bla-bla-bla-Schau. Man merkte aber bald, dass da junge pfiffige Leute stehen und die auch noch was drauf haben. Mit dem Ergebnis bin ich zwar zufrieden, den zweiten Platz hätte ich mir besser belegt vorstellen können.

Der junge Mann aus Brandenburg/Havel (der "neue" Kanzler) machte manchmal zwar den Eindruck, dass ihn die Kameras etwas irritierten, aber nur solange, bis er den Mund aufmachte. Dann merkte man, hoppla, der hat nicht nur etwas drauf, der hat eine Meinung und vertritt sie auch. Kam nicht nur gut an, überzeugte auch.


Die junge Frau überzeugte durch ihr Engagement und ihren Willen. Solche Leute brauchen wir, die sich für eine Sache begeistern können und dahinter stehen und denen keine Arbeit dafür zu schade ist. Die Kameras waren ihr ziemlich egal. Bei der Kanzler-Wahl zwischen dem jungen Mann aus Brandenburg und der jungen Frau hätte ich Probleme bekommen.

Der dritte junge Mann sonnte sich bereits in den Kameras ohne dass er etwas gesagt hätte. Nichts sagen wäre auch besser gewesen. Denn was er sagte war populistisch, ohne Tiefgang und bar jeder eigenen Überzeugung. Wichtiger war ihm: Sitzt mein Schal auch richtig, wie wirke ich auf Frauen usw. So selbstverliebt, dass er manchmal fast den Faden verlor.


Wie der zweite junge Mann in die Endrunde kam war mir ein Rätsel. Betrachtete man aber das Studio-Publikum, wurde schnell klar, auch hier sitzt der Durchschnitt der Wähler und so kam auch gutes Aussehen oft besser an als Köpfchen.


Als Resümee musste ich am Schluss der Sendung positiv feststellen, egal wie der eine oder andere sich gegeben hat, dass unsere jungen Leute nicht nur die schrägen und faulen Typen sind, wie oft dargestellt und die sich obendrein mehr damit hervor tun die Kriminalstatistik aufzupolieren anstatt einer Arbeit nachzugehen, wurde hier bewiesen.


Bei den jungen Leuten, die bei dieser Sendung mitgemacht haben, ist mir für die Zukunft Deutschlands nicht bange. Und besonders gut fand ich, wie sich Jugendliche mit ursprünglich ausländischer Herkunft bei uns engagieren. Mit den allen ist Deutschland auf einem guten Weg
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16.6.09

Der ökologische Fußabdruck

Sie leben nicht nur gesund sondern schauen auch woher die Lebensmittel kommen? Sie fliegen mit dem Flugzeug nicht Tausende Kilometer in den Urlaub und fahren auch sonst nicht unnütz mit dem Auto umher? Sie achten im Winter auf nicht überheizte Zimmer und verwenden Energiesparlampen usw. usw. Nicht nur sehr gut, auch sehr vorbildlich.

Allerdings habe ich auch gedacht, dass ich vieles richtig mache und musste schlussendlich feststellen, bei meinem Lebensstil, bezogen auf alle Menschen der Welt, würde eine Erde als Ressource nicht ausreichen. Das war dann schon ernüchternd.

Es gibt unendlich viele Beispiele aufzuzählen, was man richtig und besser machen kann - klar, wer kann das nicht. Es hat sich aber bei uns schon soviel "Normalität" ins Leben eingeschlichen, dass es uns nicht mehr bewusst ist, dass vieles von dem Obst und Gemüse, vielleicht auch Fleisch und anderes, weiter gereist ist um bei uns auf dem Teller zu landen als manch einer in seinem ganzen Leben umher gekommen ist.


Bananen, Kiwis, Tomaten etc. rund ums Jahr, das braucht schon einen Menge Energie. Wir jammern über die vielen Flieger am Himmel und wollen aber trotzdem die Kiwis aus Neuseeland und den Apfel aus Brasilien. Leider ist unsere EU auch nicht besser. Die schickt die Milch mit Tanklaster nach Griechenland und holt von dort das Jogurt her. Verrückter geht´s wirklich nicht mehr. Wenn Nordseekrabben in Marokko gepult und wieder zurückgeflogen werden, sichert das dort vielleicht Arbeitsplätze aber durch die Umweltverschmutzung beim Transport werden wir dann aber bald gar keine Arbeitsplätze mehr haben.


Nun kommt die große Frage: Ja, und was kann ich denn besser machen? Das habe ich mir auch mal überlegt und bin erstaunlicher Weise ganz schnell auf Dinge gekommen die man ändern kann und man merkt gar keine Einbußen. Versuchen sie es einmal mit einheimischer Ware und fahren Sie zum einkaufen mit dem Fahrrad. Soll übrigens auch noch gesund sein. Und nach getaner Arbeit am Abend muss es nicht unbedingt ein Wein aus Kalifornien sein. Wir haben auch gute.


Das wichtigste ist aber, testen Sie ihre Lebensgewohnheiten und lassen Sie sich zeigen, wie viele Erden Sie brauchen um so weiter zu leben wie Sie es jetzt tun. Sie werden genau so überrascht sein wie ich.


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Wie lange ernährt uns die Erde noch

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9.6.09

Schuster bleib bei deinen Leisten

Das hat die SPD nun auch wieder nicht verdient. Das muss ich schon sagen, obwohl ich kein Parteimitglied bin. Im Tal der Tränen und gleichauf mit anderen Parteien, die man doch immer als die "keinen" bezeichnet hat.

Die Doppelspitze der Partei hat sich das auch ganz anders vorgestellt. Vielleicht liegt es aber allein an diesen beiden und nicht am "Rest". Der Außenminister gefiel mir solange gut, bis er Kanzlerkandidat wurde (dabei dachte ich damals noch, ein echt guter Gegenkandidat zu Merkel). Aber er veränderte sich recht bald und nicht zum Positiven. Vermutlich hat er schlechte Imageberater, denn seine Auftritte werden immer mehr ich-bezogen und mit Blick auf die Wahl im September tut er Dinge, von denen er nichts versteht und ihm früher wohl nicht in den Sinn gekommen wären.

Ich schätze ihn als Außenminister, aber als Pseudo-Wirtschaftsminister taugt er nichts. In letzter Zeit hatte man den Eindruck, er hat das Ressort gewechselt. Buhlt um jede Opel- oder Arcandor-Mitarbeiterstimme bar jeglichem wirtschaftlichen Verstand und vergisst dabei seine eigentliche Arbeit. Das kommt nicht gut an auch wenn die Bilder im Fernsehen vermeintlich gut rüberkommen - meint die SPD.

Mit noch weniger Sachverstand in Sachen Wirtschaft zeichnet sich derzeit der Parteivorsitzende der SPD aus. Auch ein Mann, den ich bisher sehr schätzte, der sich in meinen Augen aber völlig verändert hat. Als sein Vorgänger aus dem Amt geschossen wurde glaubten damals wohl beide Herren, jetzt geht´s erst richtig los, wir zeigen dem Rest der Partei wie es geht - wir zwei alten Hasen.

Die Europawahl zeigte, der Schuss ging nach hinten los. Populismus und das unter den Teppich kehren von Problemen ist nicht die Lösung. Bürgernah zu sein ist sehr gut, wenn das aber in Anbiederung hinausläuft, merkt das auch das Wahlvolk sehr schnell und zwar schneller als die Politiker es meinen. Das ist es auch was mich wundert und mir stinkt, dass wir Bürger immer für so dumm gehalten werden.

Da gefallen mir unser Wirtschafts- und Finanzminister doch besser. Die sagen auch unerfreuliches und reden nicht jedem nach dem Mund. Und die beiden verstehen etwas von ihrem Fach, da Fachleute und keine "Möchtegern-Wirtschafts-Finanz-Minister".

Schuster bleib bei deinen Leisten; das vergessen die Politiker leider immer wieder zu oft.

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27.5.09

Windenergieanlagen oder Solarenergie

Fährt man hinaus in die freie Natur, so sieht man besonders in bergigen Gegenden oder an der See die Windmühlen der Neuzeit - Windenergieanlagen. Aus technischer Sicht imposante Bauwerke, aus dem Blickwinkel der Landschaft eher störend und lästig.

Aus der Sicht der Energiegewinnung muss man feststellen, dass bei unserem Energiebedarf es doch ein ganz bescheidender Anteil ist, der zur Energiegewinnung beiträgt. So beschleicht einem manchmal ein etwas mulmiges Gefühl, wenn man daran denkt, wie viel Windanlagen denn noch gebaut werden müssen, um die Energiebilanz zu verbessern. Dabei habe ich jetzt schon das Gefühl, wenn ich über unsere Schwäbisch Alb fahre, dass überall diese Mühlen stehen. "Stehen" - oft dreht sich da überhaupt nichts und böse Zungen behaupten, dass die, die sich noch drehen, mit Strom angetrieben werden, damit es nicht so aussieht, dass sie dort umsonst stehen.


Solarstrom auf dem Dach zu gewinnen halte ich da schon für lukrativer. Die Anlagen sehen zwar auch nicht schön aus, das ist aber untergeordnet. Zudem stören die Solaranlagen auf freiem Feld bei weitem nicht so wie die Windenergieanlagen. Und diese Solaranlagen, egal wo, sieht man in Baden-Württemberg an allen Ecken und Enden auf den Dächern und das ist gut so.

Energie aus Ressourcen zu gewinnen, die nie versiegen und keine weiter Verschmutzung verursachen, dass mus das Ziel für die Zukunft sein. Das wäre ein Schritt auf die zu, die nicht so privilegiert sind wie wir, die nicht aus dem Fundus einer vermeintlichen Unerschöpflichkeit das nehmen, was Ihnen gerade passt, ohne nachzudenken. Und damit sind wir beim ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen von uns.

Noch nie etwas davon gehört? Wenn ja, prima, dann wissen sie ja was Sie zu tun haben. Wenn nicht, zeige ich Ihnen demnächst was damit gemeint ist.

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Am Ökosprit scheiden sich die Geister

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15.5.09

Unsere Bundesrepublik Deutschland

Sind sie stolz auf Deutschland? Oder stolz darauf gerade in diesem Land zu leben? Na, da gibt es sicherlich eine vielfältige Anzahl von Antworten. Bei 60 Jahren Bundesrepublik spielen auch vom Alter her die verschiedensten persönlichen Erfahrungen eine Rolle.

Wir älteren, die vor oder im Krieg geboren wurden sehen unsere Republik mit anderen Augen als unsere Kinder und Enkel. Wir schätzen uns glücklich in dieser Zeit aufgewachsen zu sein, ohne Krieg im eigenen Land oder anderen Repressalien. Anders bereits schon die , die im Osten aufwuchsen. Seine Meinung dort zu äußern war manchmal schon lebensgefährlich. Und wenn die immer mehr werden, die sagen, in der DDR war auch nicht alles schlecht, leiden viele für mich an zunehmendem Gedächtnisschwund oder gehörten den Privilegierten an, die oft auch nicht die linientreue Meinung hatten, aber den da oben nach dem Mund redeten.


Diejenigen, die schon immer in der Bundesrepublik Deutschland lebten, können stolz auf das Erreichte sein; trotz gelegentlichen Missstimmungen und Tiefen und der jetzigen Wirtschaftskrise, die wir auch gut bewältigen werden. Zwischendurch wollten die einen oder anderen einen anderen Staat und saßen später dann sogar mit in der Regierung dieses Staates. Auch die werden jetzt froh sein, dass er so ist wie er ist.

Gerade mit denen, die Ende der 60er Jahre meinten sie müssten alles ändern, oder die, die die RAF für den Segen Gottes hielten bzw. heute noch halten, haben die Demokratie nicht klein bekommen. Und das ermutigt mich immer wieder zu sagen: Die Demokratie ist nun mal die beste Staatsform, trotz mancher Unbill und Zumutungen für den Einzelnen sowie auch trotz den Jammerlappen die nicht zu den Wahlen gehen, die das auch noch für schick halten und dann doch an allem nur etwas auszusetzen haben.


Mal ehrlich, nach 60 Jahre Bundesrepublik können wir mit Recht stolz, dass wir in einem solchen Staat leben. Und wenn wir uns in Zukunft wieder mit irgendwelchen Weltverbesserern herumschlagen müssen, dann lieber mit denen, als mit denen in einem Staat, in dem wir wirklich wegen unserer Meinung geschlagen werden.

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8.5.09

Rentengarantie

Rentengarantie hört sich für jeden Rentner erst einmal gut an. Wenn man allerdings die Ankündigung dazu von unserem Minister Scholz hört, könnte man misstrauisch werden. Im Erzählerton, emotionslos, etwas müde (Achtung: Beim Sprechen nicht einschlafen) und überhaupt nicht freudig nach dem Motto: Hallo liebe Rentner, tolle Nachrichten für Euch....... .

Vielleicht weiß unser Minister schon heute, dass von der Rente sowieso nichts übrig bleibt und sagt sich, da würde ich mich auch nicht freuen. Die bisherigen Rentenerhöhungen, wenn man bei 0,5% oder 1% überhaupt von Erhöhung sprechen kann, waren für die Rentner eher eine Schreckensnachricht denn eine freudige. Bei meiner Rente war es so, dass ich nach der Erhöhung weniger hatte als vorher, da die Abzüge gleich mit hochgingen, aber mehr als die Rentenerhöhung ausmachten.


Seit dem schrecke ich immer auf und schlafe schlecht, wenn ich von Rentenerhöhung höre. Schließlich will ich meine jetzige Rente behalten und nicht schon wieder etwas abgeben. Auf diesem Hintergrund ist die Dreistigkeit, die manche Rentenerhöhungs-Interpreten vor der Kamera abgeben eine Frechheit.


Diese Leute sprechen von bisherigen Rentenerhöhungen als lägen sie im Bereich der von den Gewerkschaften für die Industrie erzielten Höhen und sagen so durch die Hintertür, Rentner seid froh, dass wir Euch in der jetzigen Krise die Renten nicht kürzen (obwohl wir vorher nie an den Lohnerhöhungen der Industrie etc. partizipiert haben). Und zukünftig bekommt ihr "garantiert" sowieso nicht mehr so viel.


Fazit: Bisher haben wir nichts bekommen, am liebsten würden man unsere Renten noch senken, da das aber vor der Wahl schlecht aussieht geht das nicht, aber glaubt bloß nicht, dass ihr zukünftig mehr als nichts bekommt.


Na ja, vielleicht sollte man doch nicht so schwarz sehen. Vielleicht reicht die Rentenerhöhung doch für eine weitere Butterbrezel im Monat.

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4.5.09

Opel ade

Über das Wohl und Wehe der Firma Opel wird ja schon so lange herumdiskutiert, dass einem die Mitarbeiter dort mehr als leid tun können. Entweder gibt es Hiobsbotschaften, das "Aus", ein Herauslösen vom Mutterkonzern, verkaufen an einen Investor und was genauso schlimm ist, ein Einstieg durch Fiat.

Wenn Fiat sagt, Opel passe ins Portfolio, dann haben sie durchaus recht, denn keiner ist für Fiat so aufgestellt wie gerade Opel. Und was allen Firmen passiert, wenn sie so genau dem Käufer passen, sie sind so schnell von der Bildfläche verschwunden, so schnell kann man gar nicht hinsehen. Für Fiat hat es dann "gepasst", dass es einen Konkurrenten weniger gibt.

Nach der Wende 1989 wurden viele ostdeutsche Unternehmen verkauft, die es dann schon nach kurzer Zeit nicht mehr gab. So wurde das Stahlwerk in Brandenburg an den italienischen Stahlkonzern Riva verkauft, der im eigenen Land bereits mit Überkapazitäten zu kämpfen hatte. Dennoch, ich glaube es war Frau Breuel, die es als eine gute Idee empfand, gerade an diese Firma das Brandenburger Werk mit ca. 10.000 Mitarbeitern zu verkaufen. Kurz danach wurde das Werk in Brandenburg dicht gemacht, platt gemacht, alles abgerissen.

Das Wissen darum sollte in den Köpfen unserer Regierungsleute eigentlich noch vorhanden sein. Auch damals wurden großartige Verträge gemacht. Was hilft es aber, wenn man Verträge zwar macht, sie aber nach Lust und Laune bricht.

Auch die Opelaner sollten aufpassen und mit aller Macht verhindern, dass sich bei ihnen Fiat breit macht. So Unrecht hat Herr Dudenhöfer nicht, wenn er sagt, dass Fiat die 3 Milliarden von der Bundesregierung kassieren will um seinen Einstieg bei Chrysler zu finanzieren. Bei Opel wird dieses Geld mit Sicherheit nicht investiert.

"Opel ade", das wäre wirklich schade.

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17.4.09

Die Finanzkrise und die Achse Berlin Bonn

Alle leiden unter der Finanzkrise, nur die Bundesregierung nicht. Sie leistet sich eine "Doppelausgabe" von sechs Ministerien - einmal in Berlin und einmal in Bonn. Bei jedem Unternehmen in der Wirtschaft würde man sich fragen, ob das Management noch bei Sinnen ist.

Da die Regierung von Steuergeldern lebt und sich, sind wir doch einmal ehrlich, nicht wirklich rechtfertigen muss wenn sie diese verschleudert, kann man sich solche Geldverschwendung leisten. Zwar gibt es ein "Bonn-Berlin-Gesetz" von 1994, das die Teilung der Regierungsaufgaben regelt, aber das haben ja auch die Betroffenen selbst beschlossen.

Wir Bundesbürger haben es leider schon vergessen oder verdrängt, dass es diese Regelung gibt, die jährlich dem Steuerzahler 23 Millionen kostet. Angesichts der Milliarden, die gerade ausgeben werden natürlich ein Klacks, werden manche sagen. Und mit den über 130.000 Flugticket unterstützt man die Fluggesellschaften und sichert Arbeitsplätze. Die rund 750 Tonnen Post, die durch die Teilung entstehen, bringen manchen Firmen auch noch Geld in die Kassen.

Und wie es im wirklichen Leben eben so ist, gibt es nach wie vor Befürworter und Gegner dieser Berlin-Bonn-Regelung. Schon deshalb wird man sich so schnell nicht einig werden, wo denn nun die Regierung unseres Staates wirklich sitzt.
In der Vergangenheit hat man doch in Bonn schon viele andere nationale und internationale Institute angesiedelt, zum Ausgleich für den Weggang nach Berlin. Dennoch sind es immer noch weit über 8000 Leute die in den voll funktionsfähigen Doppel-Ministerien in Bonn sitzen (in Berlin sind es noch mehr).

Aber vielleicht verstehen wir das alles nicht. Vielleicht sieht unsere Regierung das als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und soziale Einrichtung. Stellen wir uns einmal vor, die Leute werden alle arbeitslos. Was das an Arbeitslosengeld, Hartz 4 oder was weiß ich alles kostet.
So gesehen sollten wir doch noch viel mehr sinnlose Stellen schaffen. Und wenn das Geld dann für die Leute nicht reicht, machen wir es wie die Amerikaner: Wir drucken neues.

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19.1.09

Unsere Soldaten in Afghanistan

Spione waren einmal hoch angesehene Leute - intelligent, schlau, verschwiegen, pfiffig .... Aber das war in biblischen Zeiten. Heute beschleicht einen ein ungutes Gefühl, hört man das Wort Geheimdienst. So ist wohl das Ansehen dieser Zunft ziemlich heruntergekommen, sonst würden wir nicht so reagieren. Heute verbinden wir mit diesem Wort zwar immer noch geheim, aber auch, Hinterlist, Brutalität, falsches Spiel, jedes Mittel ist Recht um irgendwelche Ziele zu erreichen, usw.

Der Geheimdienst ist oft ein Staat im Staate. Das heißt wiederum, er dient nicht mehr dem Staat bzw. dem Volke, sondern sich selber - eine Art Selbstbeschäftigung. Manche Staaten haben nicht nur einen Geheimdienst - und diese führen quasi noch eine Art Krieg gegeneinander.


Als ich übers Wochenende hörte, dass unsere Leute in Afghanistan wieder angegriffen wurden, fiel mir ein Interview im SWR ein, das ich Ende letzten Jahres beim Autofahren hörte. Der interviewte Reporter war u. a. in Afghanistan eingesetzt und konnte dort vor Ort sogar die Satellitenüberwachungsstation der Amerikaner besichtigen. Zudem verfügt er über gute Kenntnisse von Land und Leuten. Er sagte, dass er es erstaunlich finde, dass in den Medien immer über das unübersichtliche Grenzgelände zwischen Afghanistan und Pakistan gesprochen wird, wo doch die Satellitenbilder bereits Personengruppen von sieben Leuten sehr deutlich abbilden können. Das heißt also, einreisende Terroristen könnte man, so denn man auch wollte, gut erkennen und ergreifen. Das tut man aber ebenso wenig wie man Bin Laden ergreifen will. Es würde plötzlich das Feindbild abhanden kommen.


Was mich aber aufgeschreckt hat ist die Aussage, dass die Amerikaner nicht nur mit den zwei pakistanischen Geheimdiensten zusammen arbeiten, sondern dass einer von denen die Aktionen der Taliban in Afghanistan duldet. Das muss man sich mal im Klartext vorstellen: Der amerikanische Geheimdienst duldet somit auch, dass unsere Soldaten, unsere Kinder und Enkel, in Afghanistan angegriffen und getötet werden. Das sei ein offenes Geheimnis, so der Reporter.


Ich war ja bisher auch immer dafür, dass unsere Soldaten in solchen Ländern wie Afghanistan helfen sollen. Aber unser angeblich großer Verbündeter, die USA, die sich gerne als Weltpolizist aufspielen, greifen hier nicht ein. Für mich unglaublich. Insofern sind wir wieder am Anfang: Der Geheimdienst ist ziemlich heruntergekommen und arbeitet nur für seine eigenen Interesse, welche diese auch immer sind.

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