18.11.09

Donausschwaben

Wenn man wissen möchte, was hinter dem Begriff "Donauschwaben" steckt, dann muss man ins Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm gehen. Das ist nicht irgend ein langweiliges Museum, hier trifft sich deutsche und europäische Geschichte zugleich. Hier spürt man dem Leben von Generationen nach, deren Kultur und Politik, verbunden mit harter Arbeit, der Tragik und Freude des Alltags bis hin zur Vertreibung und dem Leid vieler vieler Menschen.

Der Begriff "Donauschwaben" oder auch "Donaudeutsche", ist ein Sammelbegriff für die im 17. Jahrhundert ins pannonische Becken ausgewanderten Deutschen. Das pannonische Becken liegt im Herzen des Balkan und unterstand damals der kaiserlichen Krone Österreichs.

Die Türken waren aus dem Land gedrängt worden und die ganze Gegend war beinahe menschenleer. Die ersten Siedler, die Maria Theresia anwarb, kamen an die militärischen Grenzen zum Osmanischen Reich und dieses Land, aber auch das Banat, blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts kaiserliches Kronland.

Maria Theresia brauchte Bauern zum Bestellen dieses Landes. Man versprach den Einwanderern Land, Häuser und vieles mehr. Dass so viele Menschen dann auch kamen, dazu verhalfen auch die Hungersnöte in Europa. Es kamen nicht nur Schwaben bzw. Deutsche, auch aus vielen anderen Nationen strömten sie dorthin und zwar in mehreren Auswanderungswellen. Es glich bald einer Völkerwanderung.

Nach dem Zerfall des Kaiserreiches wurden die Siedlungsgebiete der Deutschen geteilt. Ungarn wurde ein eigener Staat und ein Teil kam dorthin, ein weiterer Teil kam zu Rumänien und der dritte Teil ging an das neu gegründete Jugoslawien.

Während der Hitlerzeit versuchten natürlich auch diese Machthaber unter den Donaudeutschen Einfluss zu gewinnen, was sich während des zweiten Weltkrieges insofern änderte, dass die Donauschwaben in national verschiedenen Militärverbänden kämpften. Ein unglückselige Zeit für diese Menschen. Und letztlich kam es mit dem Anrücken der russischen Roten Armee zu Evakuierungen. So kamen viele Nachfahren der Donauschwaben wieder zurück in die Heimat ihrer Väter.

Hier noch mehr über die Donauschwaben zu schreiben wäre vermessen und würde den Rahmen sprengen. Sehen Sie sich das kleine Video an und, bei nächster Gelegenheit, das Museum. Sie werden beeindruckt sein.

Sie finden auch weiter Informationen unter :
www.dzm-museum.de

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29.10.09

Frauen an die Macht

Ulm hat nicht nur den höchsten Kirchturm der Welt, Ulm ist in diesen Tagen für die evangelischen Christen in Deutschland auch "der Nabel der Welt".

Wenn Religionsgemeinschaften eine Frau an ihre Spitze wählen, dann ist das auch bei den evangelischen Christen ein Novum. Margot Käßmann hat als Frau bereits das hohe Amt einer Bischöfin inne, dass sie nun in Ulm aber auch EKD-Chefin wurde und damit dem angesehenen Wolfgang Huber in diesem Amt folgt, ist schon bemerkenswert. Gerade in den Religionen, in denen Männer dominieren, und das sind ja alle großen Religionen der Welt, ein Zeichen dafür, dass die Person zählt und nicht das Geschlecht. So kann man nicht nur Frau Käßmann, sondern auch der evangelischen Kirche gratulieren.

Dass die evangelische Kirche nun mit Katrin Göring-Eckardt als Vorsitzende des Kirchenparlaments sogar eine weibliche Doppelspitze hat, ist sicherlich richtungsweisend und könnte auch anderen Religionen zum Nachdenken in Sachen "Frau und Kirche" bewegen.

Dann wurde auch unsere bisherige Kanzlerin erneut Kanzlerin und bleibt, so wie es in den Nachrichten hieß, mächtigste Frau der Welt. Ein hoher Anspruch, aber sei´s drum, das Tagesgeschehen holt jeden ganz schnell wieder auf den Boden zurück.
Dass sie nicht ganz einstimmig gewählt wurde, was soll´s. Neider gibt es überall, auch in den eigenen Reihen. Zudem sieht man, wir leben in einer Demokratie, wo auch mit solchen Wahlergebnissen offen umgegangen wird.

Frauen in höchsten Ämtern der Bundesrepublik. Wer hätte sich das noch vor Jahren vorstellen können? Gratulation den beiden und wir können nur hoffen, dass mit diesen Wahlen auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht nur in der Kirche, sondern auch im Staat weiter vorankommt.

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24.5.09

Landesgartenschau

Ob Bundesgartenschau oder die einzelnen Landesgartenschauen, alle sind in vollem Gange und versuchen Aufmerksamkeit bei uns zu wecken. Jeder der eine solche Ausstellung einmal gesehen hat ist beeindruckt, ob der vielen Blumen, Pflanzen, Gartenanlagen, Tipps und Tricks für den Garten und vielem mehr.

Was bei keiner Schau zu kurz kommt ist neben der großen Blütenpracht: Was mache ich mit den Pflanzen, wenn ihre Pracht vorbei ist? Einfach in die Biotonne geben, auf den Recyclinghof ablegen oder, natürlich nur wenn möglich, kompostieren.
Wir sind inzwischen durch unsere Medien und Diskussionen rund um die Welt ja schon eingestimmt auf den biologischen Kreislauf und dessen Wichtigkeit in unserem Leben. Nicht mal schnell etwas wegwerfen, sondern erst den Kopf einschalten und überlegen, was mit "Abfall", der auch Wertstoff sein kann, gemacht werden kann.

Das gilt nicht nur für den Garten, überall sollten und müssen wir zukünftig mehr und mehr darüber nachdenken, wie wir unsere Resourcen schonen, denn nichts ist unendlich vorrätig. Auch die Industrie weiß das und so werden viele "Abfälle" wiederverwertet, dem Produktionsablauf also wieder zugeführt.


Einen etwas ungewöhnlichen, aber auch eindrucksvollen Weg sind dabei junge Auszubildende des 1. Ausbildungsjahres von einem weltweit führenden Hersteller von Halbfabrikaten aus Kupfer und Kupferlegierungen in Ulm zusammen mit dem Künstler Hermann Geyer gegangen. Abfälle aus der Produktion wurden "künstlerisch" verarbeitet, ja man könnte auch sagen, zu einem neuen Leben erweckt. Einem Leben, das im letzten Jahr viele Besucher der Landesgartenschau Bayern in Neu-Ulm begeisterte.


Bei dieser Arbeit ergaben kreative junge Menschen, tolle Ideen und vermeintlicher Abfall eine Symbiose, zu der man nur sagen kann: Hut ab, alle Achtung!


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7.12.08

Das Fenster im Fluss

Wenn Sie mit ihren Kindern oder Enkeln über Weihnachten etwas unternehmen wollen, dann schlage ich einen Besuch im Aquarium vor. Hier ist es warm und trocken und Fische begeistern jung und alt. Und wenn die Kinder auch noch die Fische aus dem Film "Findet Nemo" sehen, dann sind sie total begeistert.

Eine andere Art von einer "Wasserlandschaft mit Fischen" kann man im Ulmer Tiergarten sehen. Hier läuft man quasi durch das Aquarium durch und die Fische schwimmen auch über einem drüber weg. Das ist ein ganz phantastisches Gefühl und man kann dazu die Fische auch noch von unten sehen. Die Besonderheit dieses Aquariums ist, dass hier nur heimische Fische zu sehen sind.


Ich kann Ihnen sagen, die allermeisten Leute wissen überhaupt nicht, was wir für schöne Fische in unseren Gewässern haben. Zum Beispiel, den Sterlet, ein ganz eleganter Schwimmer, oder der Flusswels, der macht den Eindruck, dass er ständig etwas zum Fressen sucht. Der Stör sieht von unten aus wie ein kleiner Hai - also so sehe ich das. Oder den langsamen Karpfen neben Schleie, Barben und Zander. Ach ja, den Hecht nicht zu vergessen, auch so ein ganz Eleganter. Ja, so könnte man gerade weiter erzählen.

Die Fische werden zudem noch auf Tafeln gezeigt und so können Sie den Kindern die Fische und die richtigen Namen dazu sagen.
Sie werden sehen, der Besuch lohnt sich und macht Spaß.
Ach, übrigens, bei so vielen Fischen - es gibt auch noch andere Tiere zu sehen. Der Nachmittag ist wieder gerettet.


www.tiergarten.ulm.de

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1.12.08

Der Ulmer Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte haben Tradition, manche sind sogar ein paar Jahrhunderte alt. So alt ist der Ulmer Weihnachtsmarkt zwar nicht, ein Weg dorthin lohnt sich aber auf jeden Fall.
Bekanntlich hat der Ulmer Münster den höchsten Kirchturm der Welt und genau vor dieser erhabenen Höhe befindet sich der Weihnachtsmarkt, eingerahmt von Spitzgiebelhäusern die ebenso beleuchtet sind wie die Bäume die den Platz einsäumen und natürlich die Verkaufsbuden selbst.

Eine Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt zu essen hat bei mir auch Tradition. Dabei geht es mir, wenn ich ehrlich sein soll, gar nicht so um die Wurst. Eigentlich vielmehr um das ganze drum herum und die Wurst gehört einfach dazu, wie bei vielen der Glühwein, die gebrannten Mandeln oder andere Schleckerein, die man eigentlich nur hier isst.


Und was das Schöne an diesen Märkten ist, trotz großem Andrang und manchmal etwas schriller Weihnachtsmusik, herrscht immer gut Stimmung und man trifft Leute, die man seit letztem Jahr nicht mehr gesehen hat. Alte und neue Handwerke sind zu sehen und wenn man sieht, wie z. B. ein Baumkuchen gemacht wird oder Weihnachtskugeln aus flüssigem Glas geformt werden, dann hat das fast schon etwas Romantisches.


Schauen sie sich den Ulmer Weihnachtsmarkt einmal auf dem Video an. Vielleicht haben Sie Lust ihn zu besuchen, auch wenn Sie schon lange auf keinem Weihnachtmarkt mehr waren.


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13.10.08

Der Löwenmensch von Ulm

Viele kennen den "Schneider von Ulm", aber einen Löwenmenschen von Ulm? Ja, in der letzten Zeit machte sich in Ulm ein Wesen breit, das nicht zu übersehen war - eine Nachbildung des "Löwenmenschen" von der Schwäbischen Alb. Und mit diesem "Menschen" sind wir schon wieder bei der modernen Kunst, wie schon vor ein paar Tagen.

Zuerst sei gesagt, dass dieser Löwenmensch, also das Original, so rund 32.000 Jahre alt ist und somit wohl das älteste eiszeitliche Kunstwerk ist, das wir kennen. Von der kleinen Plastik, knapp 30 cm groß - halb Mensch, halb Tier - geht eine unheimliche Faszination aus. Der Schöpfer dieser Plastik war ein Künstler auf höchstem Niveau. Aus welchen Gründen er diese Plastik schuf ist unbekannt, wenngleich es immer Ansätze zu Spekulationen gibt.


Heute wäre dieser Künstler von damals ein "Moderner Künstler" und damit sind wir bereits bei dem eigentlichen Problem das die moderne Kunst mit uns hat beziehungsweise umgekehrt. Ist, wie in diesem Fall, die Skulptur Tausende von Jahre alt, gibt es keine Diskussion darüber ob modern oder nicht, muss man beim Betrachten viel denken (bzw. was hat sich vielleicht der Künstler gedacht) oder spricht das Kunstwerk für sich selbst. Das heißt also, wir nehmen das Kunstwerk an, so wie es ist und hinterfragen es nicht lange.


Inzwischen wird moderne Kunst ständig hinterfragt, ständig muss man sie erklären, sie buhlt ständig um Verständnis bei den Unverständigen. Warum eigentlich dieser Zwiespalt in der Kunst, der so alt ist wie die Kunst selbst?
Nun, ich muss ehrlich sagen, dass ich auch einer von denen bin, die häufig im Clinch mit der modernen Kunst liegt. Aber irgendwie macht das auch Spaß und, das ist ja das Beste daran, man setzt sich mit ihr auseinander. Oder haben Sie schon mal so heftig über einen alten Meister diskutiert wie über moderne Kunst?


Nun aber noch zum "Löwenmenschen von Ulm". Die Nachbildungen, etwa zwei Meter groß, standen (jetzt am Wochenende wurden viele versteigert) und stehen noch an vielen Stellen der Stadt, bunt bemalt und sind ein echter Hingucker. Natürlich sind auch diese Plastiken in der Diskussion, aber dadurch wusste man wenigstens, wo sie überall stehen - alles hat sein Gutes.

Mir gefallen die Plastiken jedenfalls sehr gut, damit bekommt die Stadt immer wieder einmal einen besonderen Pfiff, wie die Spatzen vor einigen Jahren.


Und wenn sie das Original des "Löwenmenschen " sehen wollen, im Ulmer Museum steht es. www.loewenmensch.de
Siehe auch mein Post vom 9. 10. 08 (Moderne Kunst - Weishaupt-Museum Ulm)

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28.1.08

Haus der Brotkultur

Brot - kennen Sie ein anderes Wort, das eine solche Bedeutung hat, Emotionen bindet, Aufstände anzettelt, Religion und Kunst beeinflusst, schlicht mit dem menschlichen Leben derart verbunden ist?



Brot ist ein Synonym für Leben oder Tod, für sein oder nicht sein. Wir kennen oft den Wert des Brotes nicht mehr, da wir alles in jeder beliebigen Menge, wann immer wir wollen, kaufen können. Brot, auch wenn nicht in der uns bekannten Form gibt es schon seit 10.000 Jahren; seit diesem Zeitpunkt nämlich kennen die Menschen den Weizen. Die Körner dieses Getreides stellen die Grundnahrung des Menschen dar, seit sie sich als Sammler und Jäger aus der Geschichte verabschiedet haben.

Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, mit welchem Aufwand allein die Körner zu Mehl zermahlen wurden. Man schätzt, dass man mit dem Mahlstein, der über einen weiteren großen Stein gerollt wurde, etwa 7 bis 8 Stunden gebraucht hat um maximal 3 kg Mehl zu erhalten. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wie viele Frauen beim Bau der Pyramiden beschäftigt waren – täglich – um den Arbeitern das Mehl für das Brot zu liefern? Man schätzt, dass es zehntausend wenigstens waren.

Aus der Geschichte kennen wir die vielen Hungersnöte die auch unser Land heimsuchten sowie die kleinen und größeren Revolutionen (z. B. 1848/49), die die Menschen aus Hunger auf die Straße trieben. Sehen Sie sich mal die Wahlplakate aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an. Hier verspricht jede Partei dem Wahlvolk für Brot zu sorgen.

Und nicht zuletzt ist Brot in der jüdischen und christlichen Religion ein zentrales Thema. In der Bibel kann nachgelesen werden, dass Jesus sagt „Ich bin das Brot des Lebens“. Der christliche Jahresablauf ist auch im Brot zu sehen. Da gibt es Osterbrot, Palmbrezel, Christstollen usw.

Man könnte unendlich viel über Brot erzählen. Wenn Sie am Brot interessiert sind, dann machen Sie es doch wie ich: Gehen Sie in Ulm ins „Museum der Brotkultur“. Bei den Ulmern heißt es einfach nur „Brotmuseum“ obwohl es eigentlich kaum Brot zu sehen gibt aber viel dazu, wie Brot entsteht und welche Bedeutung es hat. Soweit ich weiß das einzige in der Art in Deutschland. Ein Besuch lohnt sich immer, kommen doch sogar Besucher aus Australien hierher und das ist ja nun nicht gerade um die Ecke. In meinem Video habe ich versucht für Sie ein paar Momente aus einem Rundgang einzufangen.

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