30.6.09

Rom - Das Paulusgrab

Nun ist es also offiziell: Der Heilige Paulus liegt tatsächlich in seinem Grab. Oder nicht? Ist es überhaupt so wichtig, dass er es "leibhaftig" ist. Keiner kann es beweisen, haben wir doch keinen DNA-Vergleich.

Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich hoch. Warum? Die Begräbnisstätte liegt "vor den Mauern". Im alten Rom, eben zu der Zeit als Paulus lebte, war auch Rom wesentlich kleiner, wenngleich es damals schon eine Weltstadt war. Diejenigen, die etwas auf sich hielten, auch nach dem Tode, ließen sich an den großen Ausfallstraßen Roms beerdigen. Bekannt dafür ist ja auch die Via Appia. Im Falle des Paulus ist es die Straße nach Ostia und die Begräbnisstätte lag tatsächlich vor den Mauern Roms.

Der Sinn der Begräbnisstätten an der Straße war, dass "man gesehen" wurde. Zwar nur das Grab, aber immerhin. Man blieb im Gedächtnis der Leute und die, die aus fernen Gegenden vorbeikamen, fragten natürlich, wer da wohl begraben liegt.


So gesehen könnten sich die Christen damals gesagt haben, wenn Paulus an der Straße beerdigt ist, dann bleibt er nicht nur allen im Gedächtnis, auch diejenigen, die Paulus nicht kannten, erfahren nun vom ihm und von seiner christlichen Botschaft. Also, eine gute Beerdigungsstätte und eine Art von Marketing zugleich.


Der Ort wurde von Anfang an verehrt und Kaiser Konstantin errichtete eine Gedächtniskapelle über dem Grab. Die Kaiser Valentinianus, Theodosius und Arcadius stifteten 386 eine Basilika: San Paolo fuori le Mura. Es muss eine sehr schöne Kirche gewesen sein, denn sie war bis zum Bau der Peterskirche die größte und schönste in Rom. Im Juli 1823 ist sie abgebrannt und dann wurde die gebaut, die wir kennen. Eine der sieben Hauptkirchen Roms.

Ich halte es nicht für sinnvoll im Grab des Paulus herum zu graben und am Ende noch die Fundamente zu beschädigen. Denn im Untergrund befinden sich nach wie vor die Reste der alten Kirchen. Wenn festgestellt wurde, dass die Knochenreste fast 2000 Jahre alt sind, was will man dann noch mehr? Lassen wir doch den Paulus ruhen in Frieden, sein Rätsel, ob er es nun ist oder nicht, behalten. Paulus wird verehrt, so oder so, und er bleibt für immer derjenige, der aus einer Provinzreligion eine Weltreligion machte.


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22.6.09

Paris - Die Farben vom Place du Tertre

Jeder kennt die Bilder die auf dem Place du Tertre gemalt werden. Motive, als ob es in Paris immer bzw. oft regnet. Schlanke Damen mit Schirm sieht man auf den Boulevards und alles spiegelt sich auf der Straße und an den Fassaden; aber es gibt auch noch andere Bilder. Den Malern so über die Schulter zu schauen, oder sich selbst malen lassen, das macht schon Spaß und man kann herrlich die Zeit vertrödeln, unglaublich.

Der Place du Tertre ist ein ehemaliger Gemeindeplatz auf dem Montmartre und hat überhaupt nichts großstädtisches. Für Touristen sieht es aus wie in einem französischen Dorf. vielleicht macht aber gerade das den Reiz des Platzes und des Viertels aus.


Auch wenn es morgens noch ziemlich ruhig ist, kommen mit den ersten Malern auch die Touristen und dann wird es wirklich lebendig. Wer da alles was malt, man kann stundenlang zusehen. Und wenn der Hunger kommt, dann warten schon viele kleine Restaurants auf Sie. So kann man dann auch vor dem Restaurant mit dem Blick auf den Platz das ganze Ambiente genießen. Hier kann man einen großen Teil des Tages verbringen und merkt nicht, wie die Zeit vergeht.


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3.6.09

Die Schwäbische Alb - Schatzkammer der Welt

Auch die Unesco weiß was die Schwäbische Alb wert ist: Kürzlich, bei einer Sitzung auf der koreanischen Insel Jeju, wurde das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in den Kreis der weltweit bedeutenden Kulturlandschaften aufgenommen. Eine Auszeichnung, die man auf den ersten Blick nicht erwartet hätte, als Laie, aber auf die man sehr stolz sein kann.

Beim Stichwort "Schwäbische Alb" geht es aber nicht nur um Landschaft. Sehr großes Aufsehen und das auch weltweit, haben die Kunstwerke gemacht, die auf der Alb ausgegraben wurden. Der neueste Fund, ausgegraben im "Hohlen Fels" bei Schelklingen (Nähe Blaubeuren/Ulm) ist die älteste Menschenfigur der Welt mit rund 40.000 Jahren. "Eiszeit-Venus" wurde sie in der Zeitung genannt.

Etwas weiter entfernt, aber immer noch Schwäbische Alb, wurde der sog. "Löwenmensch" gefunden. Der "Hohlenstein" als Fundort barg auch noch Knochen eines Neandertalers. Der Löwenmensch ist eine auch für Laien sehr beeindruckende Figur aus Elfenbein. 32.000 Jahre alt und ca. 30 cm groß. Also keineswegs nur eine kleine Figur, in der man mehr hinein interpretieren müsste als man sieht.

Das wichtigste aber ist, dass ja viele meinen, die Menschen in der Steinzeit seien stupide gewesen mit fehlendem Feingefühl für Kunst. Alle gefundenen Figuren zeigen genau das Gegenteil. Bedenkt man zudem die Möglichkeiten der Bearbeitung die die Menschen damals hatten, stehen diese Kunstwerke auf einer noch weit höheren Stufe als man gemeinhin annimmt.

Die genannten Funde sind nicht die einzigen Zeugnisse vergangener Tage. Interessanterweise hat die Schwäbische Alb gegenüber anderen Landstrichen Europas doch eine beachtenswerte Anzahl von Funden freigegeben und wird es sicherlich auch noch in Zukunft tun. Warum gerade hier? Waren hier die Lebensumstände besonders gut für unsere Vorfahren? Anzunehmen. Denn wenn man ständig nur um das nackte Überleben kämpft, hat man keine Zeit sich mit Kunst oder spirituellen Dingen zu befassen. Auch wenn diese Figuren einen sicherlich religiösen Hintergrund haben, zeigen sie doch die hohe geistige Kulturstufe, die die Menschen damals schon hatten.

Die Höhle, in denen man den Löwenmenschen gefunden hat, ist im Lonetal unweit des Ortes Langenau, nordöstlich von Ulm. Von den Wanderparkplätzen leicht zu erreichen und wirklich eine "Reise" wert. Zumal die Wege gut zu laufen sind und die Strecke für einen Spaziergang bestens geeignet ist.

Weiterer Artikel:
Der Löwenmensch von Ulm

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20.4.09

Der Eiffelturm - Schönheit bei Nacht

Sie steigen am späten Abend am U-Bahnhof "Trocadéro" aus und gehen die Treppen nach oben. Sie treten ins Freie uns was Sie sehen ist normale Stadt. Dann gehen Sie etwas weiter und linker Hand - wow - der beleuchtete Eiffelturm gegen den schwarzen Nachthimmel. Viele, die ihn noch nie so gesehen haben bleiben erst einmal wie angewurzelt stehen.

Das Bild ist absolut beeindruckend. Wuchtig und zierlich in seiner Konstruktion zugleich fasziniert er sofort den Betrachter. Wie magisch angezogen lenkt man seine Schritte am Palais de Chaillot entlang - und das sieht übrigens beleuchtet auch super aus - und bleibt an der Brüstung stehen. Eiffelturm, die Seine, die Wasserspiele - da bleibt einem die Sprache weg.


Eiffel war schon lange bevor er den Turm baute begeistert, denn er sagte einmal: Frankreich wird die einzige Nation sein, deren Banner einen Schaft von 300 m haben wird. Und ein weiterer Satz wird ihm zugesprochen: Ich bin überzeugt, dass der Turm eine ihm eigene Schönheit besitzt. Nur weil wir Ingenieure sind, geht man davon aus, dass uns die Schönheit unserer Werke nicht interessiert, dass wir nur an der Solidität und Funktionalität und nicht die Eleganz im Sinn haben. Doch entsprechen die physikalischen Gesetze nicht auch in gewisser Weise den der Harmonie inhärenten Prinzipien?


Wenn man bedenkt, dass 1909 der Turm hätte wieder abgerissen werden sollen und nur die Idee, man könnte ihn ja als Rundfunksendemast benutzen gerettet hat, dann kann man über diese Idee nur froh sein. Man stellte also Funkversuche an und erste drahtlose Verbindungen mit Festungen in Ostfrankreich, später mit Kriegsschiffen auf hoher See und letztlich transozeanische Funkverbindungen. 1957 wurde auch eine Fernsehantenne montiert.


Ja, lieber Herr Eiffel, dass hättest du dir vor 120 Jahren auch nicht gedacht, wie der Turm die Gemüter der Welt bewegt. Wenn Sie den Turm bei Nacht einmal genießen wollen, brauchen Sie nicht auf der Stelle nach Paris zu fahren, sehen Sie sich einfach erst einmal das Video an und holen Sie sich Appetit zu einer Fahrt dorthin.



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14.4.09

Paris sagt heute Glückwunsch Monsieur Eiffel

Das war beileibe nicht immer so. Als Gustave Eiffel und Architekt Stephen Sauvestre ihr Turmbau-Projekt angehen wollten hagelte es erst einmal Spott und Hohn von der Pariser Bevölkerung, die zudem gegen diesen "Schandfleck" heftigst protestierte. Sogar Fabrikschornstein wurde er genannt.

Heute wissen natürlich nicht nur die Pariser, dass sie mächtig Glück hatten, dass Eiffel sich nicht von seinem Turm hat abbringen lassen. Allerdings begriffen das die Pariser überraschend schnell. Schon rund um die Weltausstellung 1889, als er gebaut wurde, und übrigens auch zum Jubiläum der französischen Revolution, wurde der Turm zum Publikumsmagnet. Fast 2 Millionen Menschen stiegen auf und ließen die Kassen klingen. Man konnte feststellen, bereits nach der Einweihung waren dreiviertel der Kosten eingefahren.


Spätestens dann, wenn die Kassen klingen wussten es natürlich alle, dass so ein Bauwerk schon immer her musste. Und dann kam auch Stolz, denn von 1889 bis 1930 war der Eiffelturm der höchste Turm der Welt. Erst dann wurde er in der Höhe vom Chrysler Building in New York abgelöst.


Uns allen ist es aber ziemlich egal, welche Höhen-Rangstellung der Eiffelturm in der Welt einnimmt. Der Eiffelturm ist für viele einfach Paris und Paris ohne Eiffelturm, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.


Da die Ferientage über Ostern oft zu Städtereisen genutzt werden ist Paris natürlich eine Adresse die ganz vorne angesiedelt ist. Vor allen Dingen an seinem 120. Geburtstag.

Na dann: Herzlichen Glückwunsch Paris, und Glückwunsch Monsieur Eiffel.


Hier können Sie noch einige alte Fotos ansehen. Sehr empfehlenswert. www.stern.de

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5.6.08

Papierfoto oder CD

Wenn ich Schwarzweiß-Fotos von meiner Kindheit ansehe staune ich immer wieder, wie gut die erhalten sind. So als wären sie gestern erst abgezogen worden. Wenn ich allerdings meine ersten Farbfotos aus den 60er Jahren ansehe, dann habe ich das Gefühl, ich sehe die Fotos meiner Ahnen an. Kurz und gut, in jedem Fall sind die Fotos noch zum ansehen und die Filme sind auch noch da.

Dann kam die CD und manche glaubten, die halten tausend Jahre. Dass das nicht nur nicht stimmt, sondern die Lebensdauer der Scheiben gegenüber den alten Fotos relativ kurz sein kann, ist bekannt und stimmt traurig. Supermoderne Technik und kann mit Papierfotos bzw. mit den alten schwarzen Schallplatten nicht mithalten.

Wenn Sie mal wieder das Neueste in Sachen Speicherung auf CD´s lesen wollen, heute.de hat einen Artikel im Internet.
www.heute.de

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15.5.08

Kimono

Sich gut anziehen ist ein Stück Lebenskultur. In früheren Zeiten, als die Kleidung noch zeigte, wo man herkommt bzw. wer man ist, war sie Identifikation und Standeszeichen. Bei der modernen Kleidung von heute trauert man immer wieder einmal den alten Kleidungstücken etwas nach, nennt sie Trachten und bedenkt sie mit Wehmut an die alte Zeit bzw. man belächelt sie.

Eins ist aber gewiss, einen gewissen Zauber üben sie dennoch aus, ob man will oder nicht. So ist es auch bei der alten japansichen Kleidung, dem Kimono. Wenn man sie einmal gesehen hat, so ging es jedenfalls mir, ist man verzaubert.


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30.3.08

Mauritius, Perle im Indischen Ozean

Mauritius ist der Inbegriff eines Urlaubsparadieses. Schöne Sandstrände im Norden, wilde Küste im Süden. Hervorragende Hotels bis hin zu den Weltbesten. Wenn sie mal wissen wollen, was Urlaub wirklich bedeutet, dann nichts wie hin.



Mauritius ist zusammen mit der Insel Rodrigues ein eigener Staat mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern. Beide Inseln liegen im Indischen Ozean etwa 800 km östlich von Madagaskar.

Mauritius ist 64 km lang und 47 km breit und somit für europäische Begriffe recht übersichtlich. Dennoch, um alles zu sehen braucht man schon ein paar Wochen und es gibt wirklich viel zu sehen. Nicht nur die vielen Zuckerrohrfelder, den Hauptwirtschaftszweig des Landes. Hohe Berge, schöne Küsten und eine farbige Kultur von überwiegend Hindus, Christen und Muslimen werden Sie beeindrucken.

Mauritius ist eine Vulkaninsel und hat keine Ureinwohner wie man vielleicht vermutet. Die Holländer nahmen sie 1598 als erste in Besitz - obwohl die Portugiesen sie als erste Europäer entdeckten - und gaben der Insel den Namen nach König Moritz von Oranien. 1715 ging die Insel in französische Hand über und 1810 in englische. Somit ist die Amtssprache auch Englisch, wenngleich die Einheimischen unter sich alle Kreol sprechen, Englisch wir überwiegend für den Umgang mit dem Tourismus benutzt.

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20.3.08

Himmelsbegräbnis

Es ist die Zeit Ende der 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Chinesen marschieren in Tibet ein und besetzen das Land. Seitdem führen sie dort das Regiment, wie unschwer aus vielen Medienberichten dieser Tage zu hören und sehen ist.

Das Buch "Himmelsbegräbnis" basiert auf einer wahren Geschichte zweier Menschen die beim Einmarsch der Chinesen in Tibet mit dabei waren. Jedoch aus einer völlig unerwarteten, anderen Perspektive. Einer Perspektive, die einen so berührt, von einer Liebe zwischen Frau und Mann die so unglaublich stark ist, dass man das Buch nicht mehr weglegt.
Wenn einer sich an den Tag der eigenen Hochzeit erinnert und vielleicht noch an den Lesungstext: ...die Liebe erträgt alles...., dann ist es für Braut und Bräutigam eine rührende Stelle aus dem Evangelium (Korinther,13) und vielleicht bricht einer sogar noch in Tränen aus - das war es dann aber auch.
Die raue, ja oft brutale Wirklichkeit, die die junge Frau in Tibet der Liebe willen erduldet, erträgt und übersteht ist fast von einer anderen Welt.

Beide sind Soldaten der "Roten Armee". Der Mann vorausgehend in der kämpfenden Truppe, sie trifft später in Tibet ein, verbringt aber bald nach ihrem Eintreffen dort ein gutes Stück ihres Lebens bei einer tibetischen Nomadenfamilie mit der Suche nach ihrem Gatten. Erst nach Jahren erfährt sie, dass sich ihr Mann aus Liebe zum tibetischen Volk und seinem Brauchtum für ein Himmelsbegräbnis geopfert hat. Das Himmelsbegräbnis, ein für einen Mitteleuropäer nicht nachvollziehbarer Akt der Liebe, wird wohl immer ein Geheimnis der asiatischen Bevölkerung zum Verständnis von Leben und Tod bleiben.

Das "Himmelsbegräbnis" nur als einen Liebesroman anzusehen, ist für mich nicht nur zu wenig, es wäre schon eine Kränkung des Buches. Es ist eine Liebes-Leidens-Lebensgeschichte die ihres gleichen sucht.

Ich kann das "Himmelbegräbnis" nur empfehlen. Allein wenn man es schon zur Hand nimmt - das Buch ist in Seide gebunden - spürt man, hier geht es um etwas ganz besonderes.

Xinran Xue, Droemer Verlag
ISBN 3-426-27360-8

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28.1.08

Haus der Brotkultur

Brot - kennen Sie ein anderes Wort, das eine solche Bedeutung hat, Emotionen bindet, Aufstände anzettelt, Religion und Kunst beeinflusst, schlicht mit dem menschlichen Leben derart verbunden ist?



Brot ist ein Synonym für Leben oder Tod, für sein oder nicht sein. Wir kennen oft den Wert des Brotes nicht mehr, da wir alles in jeder beliebigen Menge, wann immer wir wollen, kaufen können. Brot, auch wenn nicht in der uns bekannten Form gibt es schon seit 10.000 Jahren; seit diesem Zeitpunkt nämlich kennen die Menschen den Weizen. Die Körner dieses Getreides stellen die Grundnahrung des Menschen dar, seit sie sich als Sammler und Jäger aus der Geschichte verabschiedet haben.

Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, mit welchem Aufwand allein die Körner zu Mehl zermahlen wurden. Man schätzt, dass man mit dem Mahlstein, der über einen weiteren großen Stein gerollt wurde, etwa 7 bis 8 Stunden gebraucht hat um maximal 3 kg Mehl zu erhalten. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wie viele Frauen beim Bau der Pyramiden beschäftigt waren – täglich – um den Arbeitern das Mehl für das Brot zu liefern? Man schätzt, dass es zehntausend wenigstens waren.

Aus der Geschichte kennen wir die vielen Hungersnöte die auch unser Land heimsuchten sowie die kleinen und größeren Revolutionen (z. B. 1848/49), die die Menschen aus Hunger auf die Straße trieben. Sehen Sie sich mal die Wahlplakate aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an. Hier verspricht jede Partei dem Wahlvolk für Brot zu sorgen.

Und nicht zuletzt ist Brot in der jüdischen und christlichen Religion ein zentrales Thema. In der Bibel kann nachgelesen werden, dass Jesus sagt „Ich bin das Brot des Lebens“. Der christliche Jahresablauf ist auch im Brot zu sehen. Da gibt es Osterbrot, Palmbrezel, Christstollen usw.

Man könnte unendlich viel über Brot erzählen. Wenn Sie am Brot interessiert sind, dann machen Sie es doch wie ich: Gehen Sie in Ulm ins „Museum der Brotkultur“. Bei den Ulmern heißt es einfach nur „Brotmuseum“ obwohl es eigentlich kaum Brot zu sehen gibt aber viel dazu, wie Brot entsteht und welche Bedeutung es hat. Soweit ich weiß das einzige in der Art in Deutschland. Ein Besuch lohnt sich immer, kommen doch sogar Besucher aus Australien hierher und das ist ja nun nicht gerade um die Ecke. In meinem Video habe ich versucht für Sie ein paar Momente aus einem Rundgang einzufangen.

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15.1.08

Die Abtei Montecassino

Montecassino, einmal bekannt als die Wirkungsstätte des heiligen Benedikt und dann als Eckpfeiler der Verteidigung im Zweiten Weltkrieg. „Die grünen Teufel von Montecassino“, die älteren unter uns kennen noch diesen Film.

Heute zeugen noch Soldatenfriedhöfe vom Leid der Soldaten und auch die Bevölkerung litt große Not . Die Bilder der zerstörten Abtei am Ende des Krieges zeigen eindringlich die absolute Sinnlosigkeit von Kriegen.

Der heilige Benedikt gründete 529 das Kloster Montecassino an der Stelle, an der früher eine römische Befestigungsanlage, das Municipium von Casinum, stand. Auf diesem Berg ging damals die Bevölkerung in einem Apolltempel und in einem „heiligen Wald“ heidnischen Kulthandlungen nach.

Durch das vorbildliche Leben des heiligen Benedikt und nicht zuletzt wegen seines Grabes gelangte das Kloster zur Berühmtheit und in jeder Hinsicht zur Blüte. Das Kloster erlebte immer wieder Zerstörung und Aufbau.

Der 15. Februar 1944 war die letzte, totale Zerstörung der Klosteranlage in der nur wenige Mönche in der Krypta überlebten. Am Ende des Krieges zog man zur Verteidigung der anrückenden Alliierten quer durch Italien eine Verteidigungslinie mit einem Hauptstützpunkt, der Montecassino hieß. Zwischen den Kriegsgegnern war ausgemacht, dass die deutschen Truppen das Kloster nicht betreten durften, sich also nur um den Berg herum festsetzen durften. Aufgrund der langen und heftigen Verteidigung der Deutschen, glaubten die Alliierten im Laufe der Zeit, dass sich die Truppen doch im Kloster befinden, denn sonst könnte man die Stellung nicht derart verteidigen. Somit entschieden sich die Alliierten zur Zerstörung des Klosters und machten es innerhalb von drei Stunden dem Erdboden gleich, einschließlich der Flüchtlinge im Kloster, der Kunstschätze und was sonst sich noch bewegte oder nicht bewegte.

Ein Überlebender war der Abt des Klosters. Dieser schwor später, dass wirklich kein Deutscher Soldat jemals zur Verteidigung der Anlage das Kloster betreten hatte. Fazit: Der gegenseitige Hass war so groß geworden, dass er sich wie eine Explosion über das Kloster ergoss. Als man die Sinnlosigkeit des Tuns erkannte, war es zu spät.

Der italienische Staat hat jahrelang den Aufbau des Klosters finanziert, unterstützt mit Geldern der ehemaligen Alliierten. Die Klosterkirche ist heute noch nicht fertig, präsentiert sich aber bereits in großer Schönheit. Die Krypta wurde ein Meisterwerk Beuroner Kunst (das Kloster Beuron im Donautal arbeitete bei der Wiederherstellung der Mosaiken mit).

Das Kloster strahlt wieder eine wohltuende Ruhe aus und der Blick über die Berge erfreut das Herz über Gottes schöne Schöpfung.

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