24.8.09

Der Main-Radweg (3) - Von Sommerach nach Würzburg

Der sechste Tag begann mit keinem guten Wetter, denn schon kurz nach unserem Start in Sommerach nieselte es. Bei leichtem Nieselregen erreichten wir Münster-Schwarzach, mit seiner bekannten Benediktinerabtei. Da gerade keine Führung war, nutzten wir die Gelegenheit in einem Vorführraum das Leben und Wirken der Benediktiner - im In- und Ausland - in einem sehr informativen Film anzusehen. Es ist schon großartig, was die Mönche leisten.

Nach der Besichtigung der großen 4-türmigen 1935 - 38 erbauten Abteikirche, besorgten wir uns in der eigenen Klosterbäckerei und Metzgerei unseren Proviant für den Tag. Wir fuhren weiter über Kitzingen nach Marktbreit, wo wir am Main dann die wohlverdiente Mittagspause verbrachten. Das ist das schöne bei Radtouren, man hält an den schönsten Stellen an und genießt die Natur.

Nach Ochsenfurt mit seiner großartigen Fachwerkhauszeile, die wir uns anzuschauen nicht entgehen ließen, erreichten wir am späten Nachmittag unser Ziel Würzburg.

Nun wurden wir schon bei der Einfahrt zur Stadt von der hochgelegenen Festung Marienberg und der Wallfahrtskirche Käppele begrüßt. Nachdem wir unser Quartier, ein "Babel-fish-Hostel" gegenüber dem Hauptbahnhof bezogen hatten, unternahmen wir noch einen Abendspaziergang durch die schöne interessante Innenstadt. Den Abend ließen wir an der Juliuspromenade bei einem guten Frankenwein ausklingen.

Das besondere Highlight an unserem letzten Urlaubstag war für uns die "Residenz", ein UNESCO-Weltkulturerbe. Sie gilt als eines der bedeutendsten Schlösser Europas und Hauptwerk des süddeutschen Barocks von Balthasar Neumann. Wir nahmen natürlich an einer Führung teil und waren überwältigt von der prächtigen Ausstattung des Schlosses; teilweise ganz frisch renoviert.

Auch besuchten wir den Dom mit seinem 7-armigen Leuchter am Eingang, sowie die Basilika "Neu-Münster" mit Kiliansgruft. Sehenswert fanden wir auch das Falkenhaus mit seinen üppigen Stuckdekorationen und die restaurierte Marienkirche - eine spätromanische Hallenkirche - mit dem Grabmahl von Tilman Riemenschneider und der Grabstätte von Balthasar Neumann. Auch die Grabstätte des berühmten Minnesängers aus dem Mittelalter Walther von der Vogelweide sollte noch genannt werden (unweit der Residenz). An seinem Grab werden heute noch Blumen niedergelegt.

Nachdem wir uns einen Kaffee mit Kuchen in einem netten Stadtcafé gegönnt hatten, wurde es höchste Zeit unsere 7-Sachen zu packen und mit den Rädern zum Hauptbahnhof zu fahren. Mit der Bahn ging es nun von Würzburg zurück nach Bayreuth um von dort mit dem Auto wieder zurück nach Ulm zu fahren.

Noch zur Information: Der gut ausgebaute und hervorragend beschilderte Main-Radweg verläuft ohne nennenswerte Steigungen. Die Wege führen hauptsächlich über ruhige, wenig befahrene Landstraßen und sind somit auch gut für Familien mit Kindern oder für wenig trainierte Radler geeignet. Wir fuhren täglich zwischen 50 und 70 Kilometer.

Zum Schluss blieben uns die 298 Kilometer Main-Radweg in 7 Tagen mit 6 Übernachtungen in sehr guter Erinnerung.

Renate und Paul für "dersenior"



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19.8.09

Der Main-Radweg (2) - Von Ebensfeld nach Sommerach

Als wir am Morgen des vierten Tages unserer Radtour in Ebensfeld starten, bald darauf den Main überqueren, stellen wir fest, dass er nun ein ganzes Stück breiter geworden ist und sich so durch die Hügellandschaft Bierfrankens windet. Die Wege sind gut zum Fahren und wir kommen somit auch gut voran.

Am späten Vormittag erreichen wir Bamberg. Nach dem Überqueren des Main-Donaukanals (beeindruckendes Bauwerk) und der Regnitz, radeln wir durch die Altstadt bis auf den Domplatz. Hier wurde gerade das Heinrichs-Fest gefeiert.

Staunend standen wir vor dem großen Dom mit seinen 4 Türmen, von Kaiser Heinrich II im Jahre 1012 gegründet. Im Inneren des Doms ist der berühmte "Bamberger Reiter" zu sehen. Nach eingehender Besichtigung und einem letzten Blick von der oberen Brücke auf "Klein Venedig", verlassen wir die Stadt mit seinen sieben Hügeln, die auch als das "Fränkische Rom" bezeichnet wird.


Nach einer Mittagspause am Main fuhren wir gestärkt weiter und erreichten am Spätnachmittag Haßfurt, unseren Übernachtungsort. Von unserem Gasthof "Mainblick" hatten wir tatsächlich einen guten Blick auf den Main. Den Abend ließen wir daher am Mainufer ausklingen, wo wir den vorbeifahrenden Schiffen zuschauten.


Am nächsten Tag verließen wir Haßfurt, schön gelegen zwischen Haßbergen und Steierwald, und fuhren dem Main entlang über Schweinfurt bis Bergrheinfeld. Von da ging es weiter auf der anderen Mainseite, durch Orte wie Grafenrheinfeld, Röthlein und Heidenfels, alle mit sehenswerten Kirchen.


Es macht einfach Spaß durch die links und rechts des Mains ansteigenden Rebhänge zu radeln. Nun erblickten wir bald hoch oben in den Weinbergen die Wallfahrtskirche "St. Maria im Weingarten". Obwohl die Sonne auf uns nieder brannte und wir schon etwas müde waren, stellten wir die Räder am Fuße des Weinberges ab und gingen die steilen Steintreppen zum Marienberg hinauf.

Glücklich es geschafft zu haben, standen wir vor der Wallfahrtskirche mit dem prächtigen Südportal. Wir betraten den Innenraum und waren überwältigt von der Schönheit der Kunstwerke Tilman Riemenschneiders: Die "Rosenkranzmadonna" und die "Hl. Anna Selbdritt" - spätgotische Pieta. Nach einer kleinen Meditation verließen wir die Kirche und genossen noch den herrlichen Ausblick auf Volkach und das Maintal.


Gegen Abend erreichten wir unser Nachtquartier "Am Engelsberg" in Sommerach. Da hier gerade ein 3-tägiges Weinfest stattfand konnten wir am Abend noch einige Schoppen des wohlschmeckenden Frankenweins genießen. Es war ein sehr fröhliches Fest und wir kam sehr schnell mit anderen Besuchern ins Gespräch und hatten viel Spaß dabei. Eine schöne Abrundung des Tages.


Renate und Paul für "dersenior"

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13.8.09

Der Main-Radweg - Von Bayreuth nach Ebensfeld


Der Heckträger für die Räder ist am Auto montiert, die Radtaschen gepackt, nun kann es losgehen, von Ulm nach Bayreuth. Wir freuen uns das Frankenland näher kennen zu lernen. Am frühen Nachmittag haben wir unser erstes Übernachtungsquartier am Stadtrand von Bayreuth erreicht, wo wir auch das Auto für die nächsten sechs Tage abstellen können.
Die Wirtsleute waren so freundlich und erklärten uns, wie wir mit dem Bus in die Innenstadt fahren können. Durch den Richard-Wagner-Park spazierten wir bis zum Festspielhügel mit dem Festspielhaus. Es war schon ein tolles Gefühl dort zu stehen wo sich die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur trifft und von den Wagner-Enkeln begrüßt werden. Natürlich besichtigten wir das Markgräfliche Opernhaus, ein prächtiges Barocktheater, das von der Marktgräfin Wilhelmine in Auftrag gegeben wurde.
In einer Tonbildschau, die im Theater gezeigt wurde erfuhren wir viel Interessantes über das Haus. Nachdem wir in einem netten Café gemütlich Kaffee tranken und somit dem Platzregen ausweichen konnten, kehrten wir zu unserem Gasthof zurück, wo wir dann gut zu Abend essen konnten.

Der zweite Tag führte uns von Bayreuth nach Kulmbach.
nach einem guten Frühstück radelten wir guter Dinge los. Es war noch etwas kühl und regnerisch. Es ging durch kleine Dörfer über hügeliges Gelände, aber immer auf gepflasterten Straßen. Der Blick zum Himmel machte uns etwas Angst, dunkle Gewitterwolken brauten sich zusammen und wir überlegten uns schon, was wir wohl machen würden, so in freier Natur, wenn das Gewitter los ginge. Der starke Wind vertrieb jedoch die dunklen Wolken.

Als munteres Bächlein plätschert der Rote Main durch die Landschaft, bis er kurz hinter dem Dorf Mainleus, nahe Kulmbach, auf den Weißen Main trifft. Auf einer alten Bahntrasse führt der Weg dann zum Zusammenfluss der beiden. Wir waren gespannt, was uns dort erwartet. Es war ein neuer, schön gestalteter Rastplatz mit einer kleinen Holzbrücke und mehreren Informationstafeln. Natürlich machten wir Rast und genossen die Stille des Ortes.

Da wir noch kein Übernachtungsquartier hatten, traten wir kräftig in die Pedale um unser nächstes Ziel, Kulmbach, zu erreichen. Im Tourismusbüro wurde uns eine Unterkunft ca. 20 Minuten zu Fuß vom Ortskern entfernt reserviert. Nach dem Duschen, das nach so einem Radlertag die Lebensgeister wieder weckte, machten wir uns gleich auf den Weg in die Innenstadt.

Kulmbach hat eine sehr schöne Altstadt und ist auch bekannt durch seine Brauereien und dem deutschen Zinnfigurenmuseum, das sich in der Plassenburg befindet. Diese mächtige Burg, hoch über der Stadt, ist das Wahrzeichen von Kulmbach.
Müde vom Radeln und von den Besichtigungen konnten wir gut schlafen.

Beim Frühstück noch ein kurzes Gespräch mit dem Wirt über die Stadt Kulmbach und dann ging es wieder los. Leider regnete es schon und wir mussten den Regenschutz über die Packtaschen spannen. Wir zögerten nicht lange und fuhren trotzdem los.

Der Regen hielt nur eine knappe Stunde an. Dank guter Radlerbekleidung waren wir bald wieder trocken, der Himmel hellte sich bald auf, aber der Gegenwind blieb. Gegen Mittag erreichten wir dann Lichtenfels, die deutsche Korbmacherstadt.Hier legten wir auf dem Markplatz eine Pause ein. Gestärkt setzten wir uns wieder auf´s Rad, denn es ging nun bergauf.

Von weitem sahen wir ganz oben auf der Anhöhe die Wallfahrtskirche "Vierzehnheilige". Meine Frau ahnte, dass das für sie absteigen und schieben heißt. So kam es dann auch. Aber auch ich musste die letzten 200 Meter vom Rad absteigen.

Als wir vor der großartigen Barockkirche standen, waren die Anstrengungen vergessen und wir waren ganz glücklich, diese wunderschöne Kirche, erbaut von dem berühmten Baumeister Frankens, Balthasar Neumann, besuchen zu können.

Ergriffen waren wir, als wir eine Wallfahrergruppe, die bereits 40 km gepilgert war, in die Kirche einzog um Gottesdienst zu feiern und wir dabei bleiben durften. Nach der Weiterfahrt über Bad Staffelstein erreichten wir Ebensfeld, wo wir im Gasthof "Neuner" übernachteten.

Renate und Paul für "dersenior"

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