5.11.09

Opel - Ausstieg vom Einstieg

Eigentlich könnten die Opel-Mitarbeiter stolz darauf sein zu hören, wie wichtig sie dem GM Konzern sind. Man will sie nicht gehen lassen. Dass man das "Tafelsilber" Opel überhaupt verkaufen wollte, verstanden sowieso viele nicht.

Die Art und Weise, nicht nur wie man mit den Mitarbeitern umgegangen ist, sondern wie überhaupt die ganzen Verhandlungen seitens GM geführt wurden ist menschenunwürdig und verstößt für uns gegen alle guten Sitten. Wir können uns aber aufregen wie wir wollen, das ist der amerikanische Stil, der hier von uns nicht verstanden wird. Auf der anderen Seite des Teiches tickt man anders.

Blauäugig waren neben unseren Politikern auch viele aus der europäischen Konzernzentrale, die die Wahrheit nicht sagen wollten, vielleicht auch nicht sehen wollten oder absichtlich unterdrückten. Zwischendurch kam ja immer wieder einmal durch, dass die Konzernspitze in Detroit eine völlig andere Denke an den Tag legt als wie wir es gewohnt sind und viele Streithähne sich erst zusammenraufen müssen. Abgesehen davon, dass die US Regierung jetzt auch noch mitredet.

Natürlich lässt sich der amerikanische Arbeitnehmer auch nicht alles gefallen, das ist von Bundesstaat zu Bundesstaat aber sehr verschieden. Die Bundesstaaten im Nordosten sind viel stärker gewerkschaftlich durchsetzt als z. B. die in den Südstaaten. Im Nordosten wird mehr für den Arbeiter erkämpft als in den anderen Staaten, dennoch bitte nicht mit Deutschland oder dem Verhältnis zwischen Gewerkschaft, Staat oder Industrie vergleichen.

Z. B. die Südstaaten: Wenig Industrie-Arbeitsplätze, Verdienst gering teilweise herrscht Armut - was man in diesem Land von außen gesehen gar nicht zu vermuten würde. Ansiedlungen der Industrie werden mit großen Zugeständnissen von Seiten der Bundesstaaten gefördert. Und das sieht so aus, und ich habe selbst mit den Leuten gesprochen, dass bei guter Auftragslage rund um die Uhr gearbeitet wird, 7 Tage die Woche. Wird die Auftragslage schlecht, bekommen die Arbeiter plötzlich zu hören: Nächste Woche brauchen sie nur noch 2 Tage die Woche kommen. Das heißt aber auch, sofort nur noch für 2 Tage Geld in der Tasche, keine soziale Abfederung usw. In Deutschland wäre bei solch einem Gebaren die Hölle los. Dort ist das ganz normal.

In den USA herrscht Kapitalismus pur und keine soziale Marktwirtschaft. Das rechtfertigt in unseren Augen natürlich in keinster Weise das Vorgehen von GM, für die Manager ist aber Geschäft Geschäft egal wer da auf der Strecke bleibt. Wer mit den US-Konzernen Geschäfte machen will, der muss das vorher bedenken. Die davor gewarnt haben, wie unser Ex-Wirtschaftsminister, haben zwar recht behalten, aber hören wollte sie keiner, weil diese Stimmen weder in unsere vermeintlich heile Welt noch den Politikern in den Wahlkampf passten.

So können wir alle nur hoffen, dass das böse Spiel für Opel ein für viele Mitarbeiter tragfähiges Ende nimmt, es weder in eine Sackgasse führt noch viele zu Schaden kommen.

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3.11.09

Gedankensplitter zum Mauerfall

Bei Jubiläumsveranstaltungen wie zum Mauerfall, zur Wiedervereinigung, zum Tag der Einheit usw. gibt es nicht nur viele Großveranstaltungen, Feiern und ständig beeindruckende Bilder in allen Medien, oft sind es aber gerade die Kleinigkeiten, die viel mehr und viel persönlicher an diese Zeit erinnern.

20 Jahre ist es her und die damals in dieser Zeit geboren wurden wissen nichts von diesen Tagen. Wenn man diese jungen Erwachsenen sieht wird man immer wieder daran erinnert, wie viel Zeit seit dem schon vergangen ist und man zur eigenen Verwunderung merkt, wie viele lebendige Bilder noch im Kopf sind, als sei alles erst gestern gewesen.


Ich weiß noch recht gut und viele können sich daran erinnern, dass man immer auf die Nachrichten, besonders die im Fernsehen gewartet hat, um zu erfahren, was es neues am Tage gegeben hat. Es war immer eine Spannung da und in der Regel gab es auch tatsächlich immer wieder etwas Neues. Internet gab es noch nicht, über das man sich hätte ständig informieren können.

Die Flucht über Ungarn. Jeder dachte sich dabei, wie werden wohl bloß die DDR-Machthaber reagieren. Wird die DDR dicht gemacht und keiner kommt mehr raus. Dann die Flüchtlinge, die von Prag mit dem Zug in den Westen durften aber über DDR-Gebiet fahren mussten; was keiner so richtig begriffen hat. Man hat vor dem Fernseher mit gebangt und sich mit gefreut, wenn man die traurigen bzw. freudigen Gesichter sah. Als die Leute auf der Mauer rumtanzten und auch davor, dahinter und überall, es sah beinahe wie einen Science Fiction-Film aus. Gibt es heute noch aufregende Ereignisse?


Ein Interview ist mir im Kopf geblieben: Gleich beim Mauerfall hat ein Reporter in Berlin eine Familie aus den Niederlanden angesprochen, was sie denn über den Mauerfall denken. Der Mann sagte, als sie das in den Nachrichten erfahren haben, hätten sie sich alle sofort ins Auto gesetzt und sind an einem Stück nach Berlin gefahren. Bei solch einer historischen Stunde in der Weltgeschichte muss man dabei gewesen sein. Alle Achtung, das sagt ein Ausländer und die meisten Deutschen sind zu Hause geblieben. Also, Hut ab.


Eine Kleinigkeit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und zwar die Wetterkarte in den Fernsehnachrichten. Bis dahin gab es eigentlich nur "Westwetter", gelegentlich mal "Ostwetter". Das Wetter hörte quasi an der Elbe auf.


Plötzlich war auf der Wetterkarte Deutschland größer und nichts war mehr mit "West- oder Ostwetter". Es gab nur noch "Wetter". Und Deutschland war auf einmal auch beim Wetter wiedervereint. Lange habe ich fasziniert diese kleine Karte angesehen und mich dabei über die vielen kleinen Dinge gefreut, bei denen wir plötzlich auch "wiedervereint" waren, die aber untergingen in den großen Nachrichten zur Weltgeschichte.

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29.10.09

Frauen an die Macht

Ulm hat nicht nur den höchsten Kirchturm der Welt, Ulm ist in diesen Tagen für die evangelischen Christen in Deutschland auch "der Nabel der Welt".

Wenn Religionsgemeinschaften eine Frau an ihre Spitze wählen, dann ist das auch bei den evangelischen Christen ein Novum. Margot Käßmann hat als Frau bereits das hohe Amt einer Bischöfin inne, dass sie nun in Ulm aber auch EKD-Chefin wurde und damit dem angesehenen Wolfgang Huber in diesem Amt folgt, ist schon bemerkenswert. Gerade in den Religionen, in denen Männer dominieren, und das sind ja alle großen Religionen der Welt, ein Zeichen dafür, dass die Person zählt und nicht das Geschlecht. So kann man nicht nur Frau Käßmann, sondern auch der evangelischen Kirche gratulieren.

Dass die evangelische Kirche nun mit Katrin Göring-Eckardt als Vorsitzende des Kirchenparlaments sogar eine weibliche Doppelspitze hat, ist sicherlich richtungsweisend und könnte auch anderen Religionen zum Nachdenken in Sachen "Frau und Kirche" bewegen.

Dann wurde auch unsere bisherige Kanzlerin erneut Kanzlerin und bleibt, so wie es in den Nachrichten hieß, mächtigste Frau der Welt. Ein hoher Anspruch, aber sei´s drum, das Tagesgeschehen holt jeden ganz schnell wieder auf den Boden zurück.
Dass sie nicht ganz einstimmig gewählt wurde, was soll´s. Neider gibt es überall, auch in den eigenen Reihen. Zudem sieht man, wir leben in einer Demokratie, wo auch mit solchen Wahlergebnissen offen umgegangen wird.

Frauen in höchsten Ämtern der Bundesrepublik. Wer hätte sich das noch vor Jahren vorstellen können? Gratulation den beiden und wir können nur hoffen, dass mit diesen Wahlen auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht nur in der Kirche, sondern auch im Staat weiter vorankommt.

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28.10.09

Der Papst und die Kondome

War das ein Aufschrei in der Welt als der Papst mach Afrika flog und die Presse als "wichtigstes" berichtete, dass Aids nicht mit Kondome bekämpft werden konnte. Nun ist es ja bei Interviews immer so, dass der Leser nicht weiß, was wirklich gesagt wurde und auch nicht, was der Reporter beim Schreiben daraus macht.

Jeder wusste natürlich, dass der Papst meinte, dass Kondome "auch, aber nicht nur" helfen, das andere Dinge genau so wichtig sind. Interessant war dabei auch, wer sich bei uns zum Interview wieder nach von gedrängelt - die Damen, die nach ihrer Meinung so etwas wie ein Schattendasein in der Politik fristen - Schmidt, Wieczorek-Zeul, Künast .... Endlich mal wieder etwas sagen, von dem sie ja sooooviel verstehen.

Es ist noch nicht lange her, hörte ich unserem Ort eine Ordensschwester zu diesem Problem sprechen. Sie hat in Afrika an einer Schule ihr Leben verbracht hat und kann dadurch aus eigener Erfahrung sagen, was Aids für sorgen mit sich bringt und warum man die Krankheit so schlecht in den Griff bekommt. In ihrem Umfeld fehlt mittlerweile ein Generation und zwar die der Eltern ihrer Schüler. Die Kinder leben meist bei Großeltern oder werden ins Schulinternat aufgenommen. Das führt natürlich zu Problemen, da die Anzahl ständig wächst. Und nicht nur das, die Kinder selbst haben oft Aids und können dadurch u. a. selbst dem Unterricht nicht mehr folgen.

Sieht man genauer hin, entdeckt man, und das ist kein rassistisches Vorurteil, dass die Treue der Ehepartner traditionell nicht so funktioniert wie wir uns das vorstellen. Dass es sogar Gegenden gibt, in denen auch mal der gute Freund, der zu Besuch ist, mit der eigenen Frau schlafen darf. Kondome, was das ist, wissen zwar viele, aber woher das Geld nehmen und wo gibt es die überhaupt. Das Land ist weit und groß und die Infrastruktur oft sehr bescheiden.

Und genau das ist was der Papst meinte, die eheliche Treue, die nachweislich hilft, Aids mit einzudämmen und eine der wichtigsten Säulen bei der Bekämpfung ist. Der Harvard-Mediziner und Aidsforscher Edward Green sagt, der Papst hat recht: Der Papst hat die Wahrheit gesagt, als er hervorgehoben habe, dass auf dem Kontinent vor allem ein grundlegender Wandel des Sexualverhaltens erforderlich ist, um die Ausbreitung des Virus wirksam zu bekämpfen.

Als Beleg dafür, dass es geht, verwies er in seinem Interview auf Uganda. Dort hat die Regierung eine umfangreiche Kampagne für eheliche Treue geführt, mit dem Erfolg, dass Uganda heute das einzige Land in Afrika ist, in dem die Zahl der Aids-Infizierten in einem nennenswerten Ausmaß zurück gegangen ist.

Vielleicht sollten sich unsere politischen Schreihälse vorher überlegen, welche Aussagen zu diesem traurigen Thema hilfreich sind und nicht nur populistische Selbstdarstellungen inszenieren die vermeintlich ihrer Profilneurose dienlich sind.

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26.10.09

Merkels Mannschaft

Nun steht sie ja fest, die Regierungsriege unserer Kanzlerin. Ob nun jeder damit glücklich ist, bleibt abzuwarten, sowohl beim Wahlvolk als auch bei den neuen Ministern.

Hat es Sie nicht auch etwas verwundert, im Grunde genommen eigentlich jedes mal wenn eine neue Regierung gebildet wird, wie fix die Minister ausgetauscht werden? Sind unsere Minister Tausendsassas, die alles können oder könnte man dort jeden hinstellen, denn die Arbeit wird doch im Hintergrund von anderen gemacht?

Gezeigt hat sich ja in letzter Zeit immer wieder, kommt ein Minister aus der Branche die er nun vertritt, kommen seine Aussagen glaubwürdig rüber. Dennoch, ungeachtet dessen wird hin und her geschoben, eben zur Verwunderung von uns Bürgern.

Einen Vorteil hat jedenfalls dieses, auf Neudeutsch "Jobrotation". Man kann plötzlich die Politik verändern ohne dass der Gesichtsverlust zu groß wird. Würde man z. B. jetzt aus Afghanistan rausgehen, könnte der Neue sagen, der Alte hätte z. B. die Tragweite des Geschehens nicht überblickt, hätte zuviel persönliches Engagement eingebracht uoder hätte den Blick für´s Große verloren usw. Und überhaupt, damals gab es ja noch die "Große Koalition". Zack, und die Suppe wäre gegessen.

Für mich sehr interessant waren am Samstag die Fernsehnachrichten im Zweiten. Das sonst so hochgelobte Wirtschaftsministerium mit zu Guttenberg, gab es plötzlich nicht mehr, also es wurde jedenfalls keine Silbe darüber verloren. Nun kann man sich darauf auch seinen Reim machen. Wenn der Herr Brüderle von der FDP dieses Ministerium bekommt, versinkt es sowieso wieder ins Unbedeutende. Rückblickend kann man feststellen, sobald die FDP das Wirtschaftsministerium inne hatte, kam von da nichts mehr um das mal ganz höflich auszudrücken. Vielleicht hat das ZDF das auch so gesehen, und hat den Herrn Brüderle erst gar nicht erwähnt, warum auch, der taucht die nächste vier Jahre sowie so nicht mehr auf.

Ok, unterm Strich wollen wir mal nicht zu voreilig und unfair sein, eine neue Chance hat jeder verdient, das wollten wir auch, wären wir an ihrer Stelle.

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29.9.09

Wahl Nachlese

Zwei Tage nach der Wahl sind wieder so ziemlich alle auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist schon interessant, dass die Zeit nach der Wahl viel interessanter ist als vor der Wahl.

Vor der Wahl: Man kann die Sprüche auf Plakaten und in den Medien fast nicht mehr aushalten.
Auch wenn dieses mal der Gegner nicht so aufs Korn genommen wurde, immer die selben Sprüche und gebetsmühlenartigen Versprechungen. Jeder ist froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Nach der Wahl: Jetzt wird es Ernst und die lächelnden Gesichtsfassaden fallen - besonders bei denen, die verloren oder nicht viel dazu gewonnen haben. Die Messer werden gewetzt und der Wähler schaut verwundert zu, dass die sich noch vor einem Tag umarmenden "Brüder" am liebsten sich gegenseitig umbringen würden - aha sagt dann der eine oder andere, so sieht es mit der Geschlossenheit der Partei aus.


Lese ich doch heute von einem Parteimitglied der SPD über Müntefering: "Er steht für die organisierte Unterdrückung des demokratischen Meinungsaustausches in der SPD zu zentralen Fragen". Wow, das ist ja ein Ding. Und Münte hat man extra wegen der Wahl zurückgeholt. Dem ist dann das wohl so in den Kopf gestiegen und vermutlich war er zum Schluss so von sich eingenommen, dass er sich als Patriarch der Partei vorkam.


Verwundert war ich auch, dass die "Grünen" ihren Spitzenkandidaten Özdemir einfach haben durchfallen lassen und ihn noch nicht einmal einen sicheren Platz auf der Landesliste gaben. Das ist ja ein tolles Vertrauen der "Grünen Wähler" zu ihrer Parteispitze. Und solch in sich zerrissene Parteien soll man wählen?


Die "Linken" sind die eigentlichen Gewinner des Wahltages und gleichzeitig ist es eine Blamage für viele Deutschen. Da werden ein paar populistische Themen ausgestreut und die Leute laufen hinterher wie die Kinder beim Rattenfänger von Hameln. Zeigt nicht gerade ein Niveau von klarem Denken und vor allem ein Nachdenken über die Machbarkeit der Parolen.

Dass allerdings in Brandenburg diese Partei viel Zuspruch erhielt ist nicht verwunderlich, sitzen doch heute noch viele "Genossen" von früher, jetzt allerdings "reingewaschen", auf den gleichen Stühlen von früher. Und diese können natürlich in einer Demokratie, in wirklich geheimer Wahl, ihrer wahre Gesinnung Ausdruck verleihen, dass sie im Grunde genommen immer noch dem DDR-Regime anhängen.


So zeigt sich nach der Wahl doch noch die Wirklichkeit hinter den strahlenden Gesichtern der Politiker und vielleicht denkt sich so mancher: Gut, dass ich den einen gewählt und den anderen nicht gewählt habe.


Und die Gewinner, die CDU und FDP, die diesmal um das Hauen und Stechen drum herum gekommen sind, müssen die nächsten vier Jahre beweisen, dass sie es besser machen und die Parteien zusammen stehen, sonst liegen die nach der nächsten Bundestagswahl in der Schusslinie. Aber zuerst sollen sie einmal eine Chance bekommen - so ist das nun einmal in deiner Demokratie.

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21.9.09

Atomenergie oder Ökoenergie

Die Grünen tun sich besonders hervor, wenn es gegen die Atomkraft geht bzw. Autos weitgehend alternativ angetrieben werden sollen. So auch kürzlich im Fernsehen, als der Vorsitzende der Grünen sich für Elektroautos weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Die Frage, die sich jeder Bundesbürger stellt, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll, wird bei diesen Forderungen schlicht und einfach ignoriert. Man strahlt bei der Aussage zu Elektroautos in die Kamera als hätte man gerade das Ei des Kolumbus entdeckt und verkündet, gleichzeitig wettert man aber gegen Atomkraft und Kohlekraftwerke. Mich ärgern solche einfältigen Einwürfe sehr, da ich von solchen Leuten wohl für dumm verkauft werden soll.


Ich bin auch nicht für Atomstrom und auch nicht für den Bau neuer Anlagen, weder bei uns noch im Ausland. Tatsache ist aber, wenn wir nicht im Dunkeln sitzen wollen, brauchen wir sie leider noch eine ganze Weile; den Atomstrom und auch den Strom von Kohlekraftwerken.

Angesichts der Tatsache, dass bei einem Bundes-Verbrauch von rund 640 Milliarden kW im Jahre 2008 aus Photovoltaik, Biomasse, Wind, Müll und Wasser zusammen gerechnet gerade mal 104 Milliarden kW beigesteuert werden, die Kernenergie aber mit 149 und die Kohle mit 279 Milliarden kW den Strom herbringen, damit es bei uns volkswirtschaftlich weiter geht, kann ich nur sagen, dass es sich bei diesem Thema immer nur um eine polemische Diskussion handeln kann.


Nehmen wir mal den Wind. In den nördlich Staaten Europas laufen weit mehr Windanlagen als bei uns, obwohl wir ja schon meinen, bei uns ist alles vollgepflastert. Zwar haben wir inzwischen die weitaus meisten Genehmigungen für diese Parks auf den Weg gebracht, aber bis dahin wollen wir ja auch noch Strom aus der Steckdose.

Ich frage mich sowieso, was diese Kämpfe vor der Wahl überhaupt sollen. Wenn man nicht weiß, für was die einzelnen Parteien stehen, dann ist es jetzt sowieso zu spät. Solche Aussagen - wie oben erwähnt - helfen doch nicht zur Entscheidungsfindung, sie sind lediglich dazu geeignet, unsachliche Diskussionen anzuheizen und zu polarisieren.


Da lob ich mir Baden-Württemberg, auch wenn es ein wenig nach Eigenlob riecht, da ich in diesem Land wohne. Ab 1. Januar 2010 tritt ein neues "Wärme-Gesetz" in Kraft, das beim Austausch von Heizungsanlagen in Wohngebäuden vorschreibt, dass 10 % der Wärme aus erneuerbaren Energien gedeckt werden müssen. Der eine oder andere wird darüber vielleicht nicht begeistert sein, ein richtiger Schritt für die Zukunft ist es allemal - handeln statt nur Sprüche klopfen.

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14.9.09

Merkel - Steinmeier

Einen Vorteil hatte das Fernsehduell gestern Abend, man konnte während die Sendung lief, Getränke und Naschsachen holen, auf Toilette gehen usw. ohne dass man etwas verpasst hätte. Wer gedacht hatte, es läuft so wie in den vergangenen Jahren, was sowie so ein Traumtänzer. Die beiden können sich schon von ihrer Art her nicht beharken.

Es war ein sachliches, nüchternes Gespräch, streckenweise mit bekannten Themen und Aussagen und letztlich nicht viel Neuem. Steinmeier hat sich besser gemacht als gedacht, schwitzte nicht und sprach gegenüber sonstigen Wahlveranstaltungen ganz normal. Profilieren wollten sich, so hatte man manchmal den Eindruck, die Moderatoren, die den Politikern auch ständig ins Wort fielen und mit dümmlichen Bemerkungen, wie die von der Frau Illner mit der Tigerenten-Koalition, obendrein noch witzig sein wollten, was eher peinlich ist in solch einem Fall.

Man bemängelte nach der Diskussion, dass die Politiker viele Themen ausließen, was aber nicht ihre Schuld war, sondern die der Frager. Kein Mensch beantwortet Fragen die nicht gestellt werden.

Eines war mir dann aber doch sehr wichtig: Keiner der beiden schafft es mit seiner Partei allein zu regieren - aber dann mit wem? Das muss ich Angela Merkel lassen, auch wenn für viele Schwarz-Gelb unpopulär ist, hat sie sich klar dazu bekannt, mit wem sie regieren will. Die Wähler wissen nun, was Sache ist.
Entgegengesetzt dazu Walter Steinmeier, der nur Schwarz-Gelb verhindern will - ebenfalls die Frage, aber mit wem? Die SPD kann nur mit Grün und ganz Rot zusammen gehen. Hatte er Angst das zu sagen? Wenn jemand sagt, dass es ab 2013 durchaus möglich ist, mit der Linken zusammen zu arbeiten, warum dann nicht auch jetzt, wenn die Chance dazu besteht.

Die Linken sind der Knackpunkt. Eine Partei, die zumindest in den neuen Bundesländern gut 10 % Stasimitarbeiter hat, die auch noch in Amt und Würden kommen wollen, dann ist die Partei nicht wählbar. Diese Leute, die heute Vertrauenspersonen der Wähler sein wollen, haben früher alle verraten, wenn es sein musste. In Focus konnte man lesen, dass einer im Interview ohne Bedenken zugab, seine eigene Frau als IM verraten zu haben.

Herr Steinmeier, ich hätte mir eine klare Distanzierung von dieser Partei gewünscht, muss nun aber nach der gestrigen Diskussion feststellen, dass sie auch mit dieser zusammen gehen würden. Eine Zusammenarbeit mit Verrätern kann weder Bundes- noch Landespolitik sein und deshalb Herr Steinmeier, sind sie für mich nicht wählbar.

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9.9.09

Die USA und die Ex-DDR

Was haben die USA und die Ex-DDR gemeinsam? Will man rein, muss man wie beim Zoo am Eingang eine Eintrittskarte kaufen. Aber Sie werden staunen, die USA ist auf dem besten Wege sich immer mehr in Richtung unseres ehemaligen zweiten Staates zu bewegen.

Manchmal frage ich mich, was meine alten amerikanischen Geschäftspartner denken, wenn sie die neuen Verordnungen ihrer Regierung lesen. Stand man ja auch in den 90-ern und danach mit der Regierung oft auf Kriegsfuß. Ich kann mich erinnern, wie peinlich vielen - gegenüber den Ausländern - die Clinton-Affäre war.

Ach ja, dann die Mauer. Die Amerikaner haben auch eine hohe und relativ gut gesicherte Mauer gegenüber Mexiko aufgebaut - woher sie wohl die Anregungen dazu hatten? Im Norden brauchen sie die allerdings nicht, keinem Kanadier würde es einfallen in die USA zu gehen und der Rest der Grenze ist ja sowieso Wasser. Für hier sind in erster Linie die Eintrittskarten bestimmt.

Dann das Anspruchsdenken; das ist/war zwischen beiden Staaten auch nicht so unterschiedlich. Jeder meinte, er ist im Besitze der allumfassenden Weisheit und nur so wie er es macht ist es auch richtig. Die USA haben allerdings die "Chance", auch dem Rest der Welt "mit Nachdruck" das kund zu tun, ob die das nun wollen oder nicht.

Das beste ist und bleibt aber immer noch der Geheimdienst. Beide Spitze! Auch wenn es oft daneben geht, gefoltert wird, unliebsame Demonstrationen unterdrückt werden oder es mit den Menschenrechten nicht so genau genommen wird. Alles wir registriert und festgehalten. So auch jedes Formular, das bei der Einreise ausgefüllt und wird gesichtet wird. Am liebsten hätte man von jedem auch noch die Kreditkartennummer, damit man den Reiseweg des Einzelnen nachvollziehen kann.

Und von der Freiheit und Unabhängigkeit des Einzelnen, die ja immer so hoch gehalten werden, bleibt dann bei so einer wirtschaftlichen Talfahrt wie derzeit auch nichts mehr übrig. Und dabei gab es auch schon vor der Krise so viele bitterarme Menschen in den USA, wie wir es uns gar nicht vorstellen können.

Und nun will man für den Tourismus Eintrittsgeld verlangen. Also jetzt mal ehrlich, so einem Land muss doch geholfen werden - oder? Da muss man doch Eintritt verlangen.

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6.9.09

Soll unsere Bundeswehr in Afghanistan bleiben

Bisher war ich auch dafür, dass unsere Bundeswehr in Afghanistan hilft, gleich in welcher Form. Inzwischen muss ich aber sagen, wenn sie nun auch unter moralischen Beschuss kommt und das auch noch von den Verbündeten, dann kommt mir das Verständnis für den Einsatz so langsam abhanden.

Die Unterdrückung durch die Taliban, besonders für Frauen, ist unerträglich. Keine Bildung, kein Arztbesuch, kein Krankenhaus im Notfall, im Grunde genommen rein gar nichts, außer Haus und Kinder. Es weiß jeder, dass diese Form von Sklavenhaltung auch nicht im Koran steht obwohl gerade die Taliban auf diese Religion pochen.


Unsere Bundeswehr ist nun schon seit Jahren dort. Hilft beim Aufbau des Landes, bildet Polizei aus, beschützt die einfachen Leute und kommt nun nicht nur von den Taliban unter Beschuss, zunehmend auch von der Bevölkerung.


Was hätten denn der Oberst bei der letzten Entführung der zwei Tanklastzüge machen sollen? Hätte er nur zugesehen, hätte man ihn verurteilt, ruft er Hilfe herbei wird er auch verurteilt. Jeder, die Taliban, die Bevölkerung und auch unsere Verbündeten wissen genau, dass man im Krieg nicht die Guten von den Bösen unterscheiden kann, was ja die Taktik der Taliban ist und genau denen wird nun auch noch geholfen; gegen uns. Damit haben die Taliban genau das erreicht, was sie auch erreichen wollen: Unfrieden zwischen den Helfenden stiften.

Wäre es bei den Amerikanern passiert, hätte nach zwei Tagen schon kein Hahn danach gekräht, wohl aber bei den Deutschen.

Auch frage ich mich, warum bekommt die afghanische Regierung nach all den Jahren keine schlagkräftige Truppe im Kampf gegen die Taliban auf die Beine? Vielleicht will die Karsai-Regierung das überhaupt nicht. Sie will vielleicht bloß ihre Macht und die Pfründe behalten, gestützt durch die Amerikaner. Und solange neben anderen die Deutschen die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holen, warum dann gegen die eigenen Leute die Finger schmutzig machen - das wäre am Ende ja noch ein Bruderkrieg und es wären nicht mehr die bösen Ausländer die das Volk angreifen.

Unser Verteidigungsminister sollte es sich wirklich gut überlegen wenn er von einem noch jahrelangen Einsatz spricht. Die deutsche Bevölkerung bringt bald kein Verständnis mehr für seine Argumente auf.
Unsere Soldaten haben so eine Behandlung nicht verdient.

Weiterer Artikel: Unser Soldaten in Afghanistan

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2.9.09

Vatikan - Der Deutsche Friedhof im Vatikan

Ein Deutscher Friedhof im Vatikan? Wie kommt denn das? Der Vatikan ist ja nun wirklich nicht groß und dann gibt es auch noch so etwas? Keine andere Nation hat einen Friedhof dort, nur die Deutschen.

Zwischen dem Petersdom und der neuen Audienzhalle liegt "Campo Santo Teutonico", die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. In der Antike befand sich hier der Zirkus des Nero, der Schauplatz vieler christlicher Martyrien. Um 799 wird erstmals von einer Schola Francorum berichtet. Daher ist an der Fassade des Hauptportals ein Maiolikbild angebracht, das Karl den Großen als Gründer zeigt.


Deutliche Konturen gewinnt der Platz jedoch erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, als das Heilige Jahr 1450 viele Pilger nach Rom führte. Damals wurde der Friedhof und seine verfallene Kirche wieder hergestellt und die deutschen Angehörigen der Kurie schlossen sich in einer "Armenseelen-Bruderschaft" zusammen, die noch heute in weiterentwickelter Gestalt fortbesteht und Träger der Stiftung ist.


1597 folgte die Erhebung des Rechtsträgers zur "Erzbruderschaft Unserer Lieben Frau auf dem Gottesacker bei Sankt Peter". Seit 1876 ist damit ein Priesterkolleg verbunden.


Der Friedhof ist wirklich ein Hof des Friedens, eine Oase bei dem ganzen Trubel und Lärm im und um den Petersdom herum. Besuchen Sie ihn bei ihrem nächsten Rom-Aufenthalt; Sie werden es nicht bereuen.


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31.8.09

Wahlverlierer Demokratie

Das Wort "Demokratie" kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie "Volksherrschaft". Also eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht bzw. getragen und direkt oder indirekt von ihm ausgeübt wird. Das haben wohl viele bei den Landtagswahlen am gestrigen Sonntag vergessen.

Natürlich, das Spektrum der Parteien ist breiter geworden und auch das ist ein Zeichen der Demokratie. Das wichtigste bei Wahlen ist aber das Volk. Und wenn das Volk keine Lust mehr hat, dass die Staatsgewalt von ihm ausgeht, dann sind das bedenkliche Anzeichen.
Wenn wir uns die Wahlbeteiligung in Sachsen einmal als Beispiel ansehen, dann muss einen das doch sehr wundern. Dieses Land, einst überwiegend Kaiser-treu, Nazi-treu und dann Kommunisten-treu, sehnte sich nach Freiheit und die Parole "Wir sind ein Volk" kommt nicht zuletzt aus diesem Land. Die bekannte Parole wurde auch mit solchen wie "freie Wahlen" unterstützt und man demonstrierte unter Gefahren für sie.

So, nun haben sie die Freiheit, die Demokratie und nun weiß man nicht, was man damit anfangen soll. Die Ausrede, dass es an den Parteien, den Wahlprogrammen oder sonst was liegt gilt nicht. Hier die Hälfte der Bürger, und im Rest der Republik oft nicht viel mehr haben "keinen Bock" mehr auf Demokratie. Im Gegenteil, sie finden es auch noch schick zum Wahlprotest aufzurufen, dann muss ich für mich feststellen, dass wir langsam in eine satte Gesellschaft abfallen, in der Werte wie Demokratie, Gemeinwohl, Anstand etc. ihren Niedergang finden.


Die Menschen in Afghanistan, die unter Todesdrohungen dennoch zur Wahl gingen müssen sich von vielen Völkern, so auch dem unseren, verhöhnt vorkommen. Diese Leute dort, ähnlich den Sachsen vor der Wende, wollten einfach ihre Menschenrechte ausüben und haben dafür ihr Leben auf´s Spiel gesetzt. Und was haben wir daraus gemacht?


Hoffentlich besinnen sich bei der Bundestagswahl im September einige mehr darauf, was es heißt, nicht nur in einer Demokratie zu leben, sondern auch Freiheit und Menschenrechte zu genießen.

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26.8.09

Der kleine Angeber

Sie wissen es sicherlich von ihren Kindern oder Enkeln wie das so ist, mit Kindergartenkindern. Hat man etwas ausgefressen, war es keiner aber wenn etwas gut ging oder man hat etwas zu Wege gebracht, war man es ganz allein und strahlt und prahlt damit herum. Das liegt nun mal in der Natur des Menschen, aber diese Kindergartenmentalität verliert sich im Laufe der Jahre.

Allerdings muss man immer wieder feststellen, dass dem doch nicht so ganz ist, und das macht nicht Halt vor großen Köpfen. Unser Chef der Deutschen Bank, unbestritten eine großer Kopf auf seinem Gebiet lässt immer wieder einmal durchblicken, dass er noch gern an den Kindergarten zurück denkt. Denken wir nur an das "V"-Zeichen, das er machte nach dem Vodafon-Prozeß.


Nun streichelte unsere Kanzlerin ihm letztes Jahr über den Kopf und sagte: Josef, zu deinem (Kinder-) Geburtstag darfst du dir ein paar Kumpels einladen und feiern tun wir bei mir, ich bringe auch noch ein paar mit. So jedenfalls kann man sich die Einladung vorstellen, nach dem strahlenden Gesicht im Interview im Fernsehen.


Jetzt aber mal wieder ernst: Dass diese Geburtstagsrunde jetzt kurz vor dem Wahlkampf hochgezogen wird zeigt, dass die Gegner von unserer Bundeskanzlerin nicht gerade viel im Köcher haben. Wenn sich ein SPD-Mann und sogar Frau Künast sich "aufmandeln" und ihr "entsetzen" zeigen, dann merkt man gleich, die sind beleidigt, weil sie noch nie eingeladen waren.


Wie sagte der gute Mann gestern im Fernsehinterview, dass er schon bei über 20 solcher Einladungen war und nicht nur bei Angela Merkel, auch beim Vorgänger Gerhard Schröder. Schmunzelnd fügte er dazu, bei dem ging das alles aber ein bisschen länger (nicht nur zweieinhalb Stunden) und es gab auch mehr Alkohol und vor allem Zigarren. Frau Künast war damals mit an der Regierung, warum hat sie sich nicht damals darüber mokiert, dass sogar noch die dicken Zigarren der Steuerzahler zahlen muss?


Was können wir nun aus dieser ganzen (auch etwas lustigen) Geschichte lernen?

Sind wir nicht alle ein bisschen Ackermann? (also, wenn wir mal ehrlich zu uns selber sind!)

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16.8.09

Vertrauen

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, sagen wir manchmal. Mit der Kontrolle ist das aber so eine Sache. Begibt man sich in die Hände eines Chirurgen und somit natürlich in sein Vertrauen und man ist hinterher tot, ist es mit der Kontrolle auch nicht mehr weit. Da haben es unsere Politiker schon schwerer; wird gelogen, merkt man das bald und man braucht sie das nächste Mal nicht mehr wählen.

Zum Glück ist nicht alles gleich so dramatisch wie beim Chirurgen. Dennoch, sieht man sich Umfragen an, wem die Leute in Europa vertrauen, dann kann man doch immer wieder staunen. Dass Feuerwehrleute und Piloten ganz oben in der Vertrauensskala liegen ist normal und überrascht nicht. Interessant ist schon mal, dass die Krankenschwestern vor den Ärzten liegen. Aber deshalb sollten auch sie nicht operieren.

Was mich aber am meisten überraschte war, dass die Meteorologen noch vor Priestern bzw. Geistlichen stehen und das bei den Wettervorhersagen. Die Geistlichen, quasi letzte Instanz vor Gott, liegen im Vertrauen der Europäer bei knapp über 50 %. Der Geistliche war doch immer der Hort des Vertrauens schlechthin und der Beichtstuhl ein Synonym dafür. Ich glaube, dass dieser Stand auch noch etwas aufzuarbeiten hat.


Dann folgen Richter, Rechtsanwälte Gewerkschaftler, Journalisten und die beiden letzten sind die Autohändler und Politiker. Das überrascht nun auch wieder nicht. Dass man aber den Autohändlern immer noch doppelt soviel vertraut als einem Politiker, überrascht allerdings dann doch wieder, angesichts der Rostlauben, die früher für gutes Geld verkauft wurden.


Nun kann man sich fragen, ist es derzeit einfach "schick" auf Politiker zu schimpfen und ihnen zu misstrauen? Sicherlich gibt es hier viel Ungerechtigkeit und man stülpt vielen den Hut der Bestechlichkeit über die es nicht verdient haben. Angesichts eines Berlusconis aber, der ständig auf der Flucht vor den Richtern ist, englischen Abgeordneten, die sogar Klopapier auf Staatskosten kaufen, eines französischen Präsidenten, dessen erster Akt im neuen Amte die Scheidung von seiner Frau ist, da wird man doch schon nachdenklich und fragt sich: Mache ich etwas falsch?


Ob unsere Politiker auch Klopapier auf Staatskosten kaufen weiß ich nicht, aber so ein Amt verführt, macht abgehoben und zum Schluss kommt man sich noch wirklich wichtig vor, obwohl jeder von ihnen ganz schnell ersetzt werden kann. Haben wir nicht aber auch etwas Schuld an der ganzen Situation? Wollen wir nicht manchmal angelogen werden, weil es sich doch so schön anhört und Träume weckt? Wehe wenn einer die Wahrheit vor der Wahl sagt, den sieht man nicht wieder, der wird vom Volk sofort abgestraft.

Also nur 7 % aller Europäer vertrauen den Politikern! Haben sie die schlechte Zahl tatsächlich verdient oder brauchen wir einfach Buh-Männer und -Frauen? Wie steht es denn eigentlich mit dem Vertrauen, das andere in uns haben?

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28.7.09

Vom fehlenden Menschenverstand und Feingefühl

Mit dem gesunden Menschenverstand ist das so eine Sache. Ebenso mit dem Feingefühl für die momentane Situation. Der eine hat´s, der andere nicht. Unsere Gesundheitsministerin hatte vermutlich beides mal in jungen Jahren. So ein Ministeramt bzw. überhaupt höher angesiedelte Ämter verderben aber oft den Charakter oder im Laufe der Zeit neigt man zur Selbstüberschätzung.

Unsere Ministerin weiß sicherlich, dass ihr Verfallsdatum bereits überschritten ist und das in zwei Monaten der Dienstwagen auch ohne Diebstahl abhanden gekommen wäre. Was also tun? Nochmal so richtig Gas geben, nach dem Motto: Haste was, dann biste was. Die Ärmste konnte natürlich nicht wissen, dass das gleich so schief geht. Ihre Kabinettskollegen waren da pfiffiger, die haben gleich ihre Privatautos für den Urlaub genommen. Und unsere Ursula blieb dann noch als einzige Ministerin übrig, die den Dienstwagen nahm um mal auch im Ausland groß anzugeben.

Übrigens arme SPD. Durch sie ist sie groß geworden und nun leistet sie ihren eigenen Leuten so einen Bärendienst vor der Bundestagswahl. Ja, mit dem Feingefühl ist das eben so eine Sache.

Glücklicherweise ist sie nicht allein. Noch so einer ist der WTO-Chef Pascal Lamy. Das Mitgefühl, das er den Ärmsten der Welt entgegen bringt rührt zu Tränen. Aufgrund der derzeitigen Krise sagte er "Die Schwächsten unter uns tragen die volle Last." Und das Schlimmste bei dieser Krise kommt ja noch, fügte er hinzu. Das nennt man doch vollen Einsatz gegen das Elend auf dieser Welt.

Dumm gelaufen, dass einige Journalisten spitz bekommen haben, dass er nicht nur jährlich fast eine halbe Million Schweizer Franken Gehalt einschiebt, nein er will eine 30-prozentige Erhöhung seiner Bezüge. Wenn es um sich selbst geht, klotzen, nicht kleckern.

Ja, das mit dem Feingefühl ist eben nicht jedermanns Sache. Wie sagte mal einer so schön, jeder im Leben ist zu etwas nutze, auch wenn es nur als schlechtes Beispiel ist.

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14.7.09

Beispiel Obama

Obama war in dem Kontinent seiner Ahnen. So oder ähnlich konnte es man in der Presse lesen. Man erfuhr aber auch, dass er nur nach Ghana geht und nicht in Staaten mit totalitären Machthabern. Ghana hat auch eine unrühmliche Vergangenheit und hat Mitte des 19. Jahrhunderts gut am Sklavenhandel verdient - mit Menschen, die nach Amerika verschifft wurden. Doch sie schafften es dann doch, trotz dieser Vergangenheit und vieler Kämpfe demokratische Verhältnisse zu etablieren.

Klar, der Weg ist lang. Und hätte es damals keinen Sklavenhandel gegeben, vielleicht gäbe es heute keinen Obama als Präsidenten. Soll nun am Ende Obama noch dankbar sein, dass man die Schwarzen aus Afrika geholt hat? Nein mit Sicherheit nicht. Aber muss immer soviel Gewalt vorausgehen, wenn Veränderungen notwendig sind?

Ich glaube, die Menschheit lernt nichts dazu und das ich doch verwunderlich. Alle wurden geboren als "liebe, kleine Kinder". Macht uns Geld verleitet uns zum Schlechten. Anders kann man nicht schlussfolgern. Sind wir nun genetisch als "gut" oder als "schlecht" angelegt? Leider wohl mehr letzteres, denn würden wir aus der Geschichte lernen, lebten wir heute schon im Paradies.


Am Beispiel des Sklavenhandels aus Ghana sehen wir, ohne die schwarzen Helfer und Sympathisanten in Afrika, die am Handel mitverdient haben, wäre das Ganze in diesem großen Stil nicht abgelaufen. Und so können wir bedauerlicherweise immer wieder feststellen, zur Unterdrückung, Beherrschung anderer oder ausüben von Gewalt gehören immer zwei Parteien: Die, die Beherrschen und die, die denen zu Diensten sind.


Und so ist das heute noch. Das sehen wir nicht nur in verschiedenen afrikanischen oder asiatischen Ländern, auch bei uns wollen die rechten und linken Gruppe nicht nur den anderen ihren Willen aufzwingen, sie haben ebenfalls ihre Sympathisanten in allen Schichten. Aus dem Grund ist dann aber jeder von uns aufgerufen, dass es nicht mehr so weit kommt, Sklaven der Gewalt oder eines Regimes zu werden; was wir aus unserer Geschichte ja bestens kennen.


So gesehen, gibt Obama, man mag zu ihm stehen wie man will, doch ein gutes Beispiel ab wie man mit Diktatoren und Radikalen umzugehen hat. Das ist gut so und man kann nur hoffen, dass wir alle, egal in welcher Position, diesen Mut auch mal öfters aufbringen.

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2.7.09

Die Gesundheitsreform

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, wenn sie unsere Gesundheitsministerin im Interview sehen. Mit süffisantem Lächeln, einen dozierenden, arroganten Ton auf den Lippen und einem herablassenden Gefühl für ihr Gegenüber, redet sie aus einer Traumwelt heraus, dass einem das Messer in der Tasche aufgeht.

Sie macht dem Lehrerstand, aus dem sie entstammt, wirklich keine Ehre. Nicht nur ihre Besserwisserei bis hin zu "die dummen Bürger begreifen einfach nicht meine geistigen Höhenflüge" hat sie und ihr Ministerium mangels Unwissenheit bei den Rechenkünsten nun den Vogel abgeschossen. Statt 1,4 Milliarden kostet nun die Gesundheitskarte mit allem drum herum wohl 14 Milliarden.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, vierzehn Milliarden. Quelle war schon glücklich als sie nur 50 Millionen bekamen. Die Ärzte bekommen inzwischen auch nicht mehr viel für die Behandlung ihrer Patienten und uns wird immer mehr an vorbeugenden Maßnahmen gestrichen bzw. sie werden erst gar nicht eingeführt. Und nun werden für die Einführung dieser Chipkarte 14 Milliarden veranschlagt. Jede Firma wäre bei solch einem Management weg vom Fenster. Unsere Gesundheitsministerin nicht. Welchen Blödsinn muss sie denn noch anstellen, dass sie gefeuert wird?

Abgesehen davon, dass bis jetzt keiner einen wirklichen Vorteil in dieser Karte sieht, erhöht diese "E-Karte" auch noch den bürokratischen Aufwand. Nennt so etwas die SPD verantwortungsvolles Handeln, wenn sie solche Politiker wie die Gesundheitsministerin in ihrem Treiben unterstützt? Ja,das Ganze wird auch noch von der CDU toleriert. Und die Politiker wundern sich dann noch über Misstrauen und Ablehnung mancher Minister in der Regierung?

Wenn wir nun schon bis zur Bundestagswahl warten müssen bis sich die Streu vom Weizen trennt, dann wissen wir natürlich auch nicht, was danach kommt. "Meist kommt nichts besseres nach", sagen wir häufig. Aber noch schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Oder?

Mein Gott, was könnte man mit diesen 14 Milliarden nicht alles tun, um die zu unterstützen die es wirklich notwendig haben: Krankenschwestern, Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen, Hartz 4-Empfänger, Alleinerziehende und und und ....

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25.6.09

Sonnenenergie ohne Ende

Heute ist mal wieder ein Tag an dem die Sonne vom Himmel brennt und da fällt einem natürlich gleich wieder die Erzeugung von Sonnenenergie in Nordafrika ein. Ein Projekt, über das Sie sicherlich auch schon einmal nachgedacht haben. Energie die nie versiegt und wenn sie einmal versiegt, auch egal, dann ist keiner mehr da der sie brauchen würde.

Platz gibt es in Nordafrika und speziell in der Sahara genug. Bisher, so dachte ich auch, scheitert das alles an der Herleitung des Stromes nach Nordeuropa. Ist wohl nicht mehr so und wenn die bisherigen Probleme wirklich gelöst sind, warum nicht gleich loslegen?

Aus Erfahrung sollte man lernen, haben einige gedacht und melden gleich mal Bedenken an, dass die Länder, durch die die Leitungen gehen, den "Stromhahn" zudrehen könnten, wie auch die Länder schon vorgemacht haben, durch die unser Erdöl in Osteuropa geleitet wird. Dennoch sollte man sich bei einem derartigen Energie-Projekt nicht von solchen Dingen abhalten lassen. Denn dieses Projekt und diese Energie ist einfach mehr als nur Strom aus der Sahara.

Nun, man kann ja sicherlich auch träumen:
Wenn dort unten soviel Energie für Europa erzeugt wird, warum nicht dann auch die die ganzen afrikanischen Länder? Die
benötigen ebenfalls viel Energie, aber haben oft das Geld nicht (oder wollen es nicht haben, weil ein paar Reiche drauf sitzen) ein solches Projekt hochzuziehen. Man könnte z. B. das viele Wasser, das unter der Sahara liegt, hochpumpen und zur Landwirtschaft nutzen. Es würde dadurch eine Infrastruktur mit weiteren Betrieben entstehen die den Menschen Arbeit und Nahrung gibt. Vielleicht müssten dann auch keine Menschen mehr übers Meer nach Europa flüchten um hier zu überleben.

Davon hätten beide Kontinente etwas und es wäre der Beginn einer guten und friedlichen Koexistenz. Alle würden profitieren und unter diesem Gesichtspunkt könnte man davon ausgehen, dass alle europäischen Länder an einem Strang ziehen und nicht nur auf den eigenen Gewinn sehen. Denn der Gewinn, den Afrika daraus zieht, ist letztlich auch unser aller Gewinn. Vom Strom für unseren Kühlschrank bis hin zur Verbesserung der Ernährung aller Menschen auf der Welt, insbesondere natürlich der Menschen in Afrika.

Na ja, wie gesagt, vielleicht nur ein Traum, aber träumen darf man ja wohl noch. Aber trotzdem mit dem kleinen Funken Hoffnung, dass der Traum doch einmal war wird, auch wenn ich ihn nicht mehr erlebe.

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20.6.09

Ich kann Kanzler

Haben sie gestern Abend die Sendung auch gesehen? Ich habe sie zwar nur stückweise gesehen aber auch den Schluss und ich musste erstaunt feststellen, wie die letzten drei Kandidaten/in bereits den repräsentativen Querschnitt unser Politiker darstellen. Fand ich frappierend.

Ursprünglich dachte ich: Oh Gott, wieder so eine Dieter Bohlen- oder Heidi Klum-bla-bla-bla-Schau. Man merkte aber bald, dass da junge pfiffige Leute stehen und die auch noch was drauf haben. Mit dem Ergebnis bin ich zwar zufrieden, den zweiten Platz hätte ich mir besser belegt vorstellen können.

Der junge Mann aus Brandenburg/Havel (der "neue" Kanzler) machte manchmal zwar den Eindruck, dass ihn die Kameras etwas irritierten, aber nur solange, bis er den Mund aufmachte. Dann merkte man, hoppla, der hat nicht nur etwas drauf, der hat eine Meinung und vertritt sie auch. Kam nicht nur gut an, überzeugte auch.


Die junge Frau überzeugte durch ihr Engagement und ihren Willen. Solche Leute brauchen wir, die sich für eine Sache begeistern können und dahinter stehen und denen keine Arbeit dafür zu schade ist. Die Kameras waren ihr ziemlich egal. Bei der Kanzler-Wahl zwischen dem jungen Mann aus Brandenburg und der jungen Frau hätte ich Probleme bekommen.

Der dritte junge Mann sonnte sich bereits in den Kameras ohne dass er etwas gesagt hätte. Nichts sagen wäre auch besser gewesen. Denn was er sagte war populistisch, ohne Tiefgang und bar jeder eigenen Überzeugung. Wichtiger war ihm: Sitzt mein Schal auch richtig, wie wirke ich auf Frauen usw. So selbstverliebt, dass er manchmal fast den Faden verlor.


Wie der zweite junge Mann in die Endrunde kam war mir ein Rätsel. Betrachtete man aber das Studio-Publikum, wurde schnell klar, auch hier sitzt der Durchschnitt der Wähler und so kam auch gutes Aussehen oft besser an als Köpfchen.


Als Resümee musste ich am Schluss der Sendung positiv feststellen, egal wie der eine oder andere sich gegeben hat, dass unsere jungen Leute nicht nur die schrägen und faulen Typen sind, wie oft dargestellt und die sich obendrein mehr damit hervor tun die Kriminalstatistik aufzupolieren anstatt einer Arbeit nachzugehen, wurde hier bewiesen.


Bei den jungen Leuten, die bei dieser Sendung mitgemacht haben, ist mir für die Zukunft Deutschlands nicht bange. Und besonders gut fand ich, wie sich Jugendliche mit ursprünglich ausländischer Herkunft bei uns engagieren. Mit den allen ist Deutschland auf einem guten Weg
.

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9.6.09

Schuster bleib bei deinen Leisten

Das hat die SPD nun auch wieder nicht verdient. Das muss ich schon sagen, obwohl ich kein Parteimitglied bin. Im Tal der Tränen und gleichauf mit anderen Parteien, die man doch immer als die "keinen" bezeichnet hat.

Die Doppelspitze der Partei hat sich das auch ganz anders vorgestellt. Vielleicht liegt es aber allein an diesen beiden und nicht am "Rest". Der Außenminister gefiel mir solange gut, bis er Kanzlerkandidat wurde (dabei dachte ich damals noch, ein echt guter Gegenkandidat zu Merkel). Aber er veränderte sich recht bald und nicht zum Positiven. Vermutlich hat er schlechte Imageberater, denn seine Auftritte werden immer mehr ich-bezogen und mit Blick auf die Wahl im September tut er Dinge, von denen er nichts versteht und ihm früher wohl nicht in den Sinn gekommen wären.

Ich schätze ihn als Außenminister, aber als Pseudo-Wirtschaftsminister taugt er nichts. In letzter Zeit hatte man den Eindruck, er hat das Ressort gewechselt. Buhlt um jede Opel- oder Arcandor-Mitarbeiterstimme bar jeglichem wirtschaftlichen Verstand und vergisst dabei seine eigentliche Arbeit. Das kommt nicht gut an auch wenn die Bilder im Fernsehen vermeintlich gut rüberkommen - meint die SPD.

Mit noch weniger Sachverstand in Sachen Wirtschaft zeichnet sich derzeit der Parteivorsitzende der SPD aus. Auch ein Mann, den ich bisher sehr schätzte, der sich in meinen Augen aber völlig verändert hat. Als sein Vorgänger aus dem Amt geschossen wurde glaubten damals wohl beide Herren, jetzt geht´s erst richtig los, wir zeigen dem Rest der Partei wie es geht - wir zwei alten Hasen.

Die Europawahl zeigte, der Schuss ging nach hinten los. Populismus und das unter den Teppich kehren von Problemen ist nicht die Lösung. Bürgernah zu sein ist sehr gut, wenn das aber in Anbiederung hinausläuft, merkt das auch das Wahlvolk sehr schnell und zwar schneller als die Politiker es meinen. Das ist es auch was mich wundert und mir stinkt, dass wir Bürger immer für so dumm gehalten werden.

Da gefallen mir unser Wirtschafts- und Finanzminister doch besser. Die sagen auch unerfreuliches und reden nicht jedem nach dem Mund. Und die beiden verstehen etwas von ihrem Fach, da Fachleute und keine "Möchtegern-Wirtschafts-Finanz-Minister".

Schuster bleib bei deinen Leisten; das vergessen die Politiker leider immer wieder zu oft.

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4.6.09

Europawahl - Testen Sie, welche Partei für Sie die richtige ist

Stell dir vor, es ist Wahltag und kaum jemand geht hin. So hieß es vor ein paar Tagen in den Nachrichten. So wird es wohl auch sein, leider. Und leider gehören so viele Meckerer zur Partei der Nichtwähler, die sich weder informieren noch die Mühe machen einmal nachzudenken, wie wichtig Wahlen für eine Demokratie sind.

Man könnte genug Länder der Welt aufzählen, die sich freuen würden, wenn sie eine wirkliche Demokratie hätten und auch wählen gehen könnten. Aber so ist es nun einmal, die die fast alles haben sind auch mit fast allem unzufrieden.

Dennoch, es ist manchmal schon schwierig, die richtige Partei zu wählen, besonders wenn man etwas weiter weg ist vom Geschehen. Und Brüssel und Straßburg sind manchmal ganz weit weg.

Vielleicht ist es dann eine Hilfe wenn man durch eine Frageliste die Partei herausfiltern kann, die die persönliche Einstellung zum Leben am besten umsetzt. Machen Sie mal den Test und vielleicht landen sie bei einer ganz anderen Partei als gedacht. Klicken Sie auf unten stehenden Link, der Sie zu einem Wahl-O-Mat führt.

Wahl-O-Mat für die Europawahl

Also, jetzt gibt es keine Ausrede mehr, nicht zur Wahl zu gehen!

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27.5.09

Windenergieanlagen oder Solarenergie

Fährt man hinaus in die freie Natur, so sieht man besonders in bergigen Gegenden oder an der See die Windmühlen der Neuzeit - Windenergieanlagen. Aus technischer Sicht imposante Bauwerke, aus dem Blickwinkel der Landschaft eher störend und lästig.

Aus der Sicht der Energiegewinnung muss man feststellen, dass bei unserem Energiebedarf es doch ein ganz bescheidender Anteil ist, der zur Energiegewinnung beiträgt. So beschleicht einem manchmal ein etwas mulmiges Gefühl, wenn man daran denkt, wie viel Windanlagen denn noch gebaut werden müssen, um die Energiebilanz zu verbessern. Dabei habe ich jetzt schon das Gefühl, wenn ich über unsere Schwäbisch Alb fahre, dass überall diese Mühlen stehen. "Stehen" - oft dreht sich da überhaupt nichts und böse Zungen behaupten, dass die, die sich noch drehen, mit Strom angetrieben werden, damit es nicht so aussieht, dass sie dort umsonst stehen.


Solarstrom auf dem Dach zu gewinnen halte ich da schon für lukrativer. Die Anlagen sehen zwar auch nicht schön aus, das ist aber untergeordnet. Zudem stören die Solaranlagen auf freiem Feld bei weitem nicht so wie die Windenergieanlagen. Und diese Solaranlagen, egal wo, sieht man in Baden-Württemberg an allen Ecken und Enden auf den Dächern und das ist gut so.

Energie aus Ressourcen zu gewinnen, die nie versiegen und keine weiter Verschmutzung verursachen, dass mus das Ziel für die Zukunft sein. Das wäre ein Schritt auf die zu, die nicht so privilegiert sind wie wir, die nicht aus dem Fundus einer vermeintlichen Unerschöpflichkeit das nehmen, was Ihnen gerade passt, ohne nachzudenken. Und damit sind wir beim ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen von uns.

Noch nie etwas davon gehört? Wenn ja, prima, dann wissen sie ja was Sie zu tun haben. Wenn nicht, zeige ich Ihnen demnächst was damit gemeint ist.

Weitere Artikel:
Umwelschutz paradox
Am Ökosprit scheiden sich die Geister

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20.5.09

Bundespräsidentenwahl

Wenn ich so an die Wahl des Bundespräsidenten denke, die Ende der Woche über die Bühne geht, frage ich mich, was wählen wir in unserer Republik überhaupt? Bei der Bundestagswahl wählen wir zwar eine Partei und einen Namen, der für diese Partei steht, dieser Name taucht dann aber vielleicht nie im Bundestag auf.

Gut, es können nicht alle gewählt werden. Und wenn wir Glück haben, kommt tatsächlich der von uns gewählte in den Bundestag. Aber was hat der dort zu sagen? Macht der wirklich Politik für den kleinen Mann oder die kleine Frau?

Der Bundeskanzler/Kanzlerin, der/die wirklich was zu sagen hat, auf den hat kein Bürger Einfluss. Oft ist dann noch jemand an der Spitze, den man überhaupt nicht wollte bzw. manchmal ist es etwas undurchsichtig, wie die Spitze des Bundestages zusammen kam. Nun, so sind nun mal die Gesetze und der Lauf der Dinge, aber deshalb lasse ich mich vom Wählen auch nicht abbringen.

Den Bundespräsidenten, den sollte aber das Volk bestimmen können. Dieses Parteiengerangel um dessen Wahl ist oft unwürdig. Besser wäre, jede Partei stellt einen Kandidaten auf und wir wählen. Dann wäre natürlich vielleicht auch einer/eine dran, die ich nicht mag, aber die Mehrheit hat jedenfalls bestimmt.

Das Wahlgremium, die Bundesversammlung, bei der auch "Personen aus der Gesellschaft" mitwählen dürfen, ist für mich mehr als dubios. Das klingt so nach Mauschelei, Bestechung und mehr. Kein Mensch blickt da durch, wie das Auswahlverfahren zu den Personen aus der Gesellschaft ist.
Hat das ein/e Bundespräsident/in nötig?

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15.5.09

Unsere Bundesrepublik Deutschland

Sind sie stolz auf Deutschland? Oder stolz darauf gerade in diesem Land zu leben? Na, da gibt es sicherlich eine vielfältige Anzahl von Antworten. Bei 60 Jahren Bundesrepublik spielen auch vom Alter her die verschiedensten persönlichen Erfahrungen eine Rolle.

Wir älteren, die vor oder im Krieg geboren wurden sehen unsere Republik mit anderen Augen als unsere Kinder und Enkel. Wir schätzen uns glücklich in dieser Zeit aufgewachsen zu sein, ohne Krieg im eigenen Land oder anderen Repressalien. Anders bereits schon die , die im Osten aufwuchsen. Seine Meinung dort zu äußern war manchmal schon lebensgefährlich. Und wenn die immer mehr werden, die sagen, in der DDR war auch nicht alles schlecht, leiden viele für mich an zunehmendem Gedächtnisschwund oder gehörten den Privilegierten an, die oft auch nicht die linientreue Meinung hatten, aber den da oben nach dem Mund redeten.


Diejenigen, die schon immer in der Bundesrepublik Deutschland lebten, können stolz auf das Erreichte sein; trotz gelegentlichen Missstimmungen und Tiefen und der jetzigen Wirtschaftskrise, die wir auch gut bewältigen werden. Zwischendurch wollten die einen oder anderen einen anderen Staat und saßen später dann sogar mit in der Regierung dieses Staates. Auch die werden jetzt froh sein, dass er so ist wie er ist.

Gerade mit denen, die Ende der 60er Jahre meinten sie müssten alles ändern, oder die, die die RAF für den Segen Gottes hielten bzw. heute noch halten, haben die Demokratie nicht klein bekommen. Und das ermutigt mich immer wieder zu sagen: Die Demokratie ist nun mal die beste Staatsform, trotz mancher Unbill und Zumutungen für den Einzelnen sowie auch trotz den Jammerlappen die nicht zu den Wahlen gehen, die das auch noch für schick halten und dann doch an allem nur etwas auszusetzen haben.


Mal ehrlich, nach 60 Jahre Bundesrepublik können wir mit Recht stolz, dass wir in einem solchen Staat leben. Und wenn wir uns in Zukunft wieder mit irgendwelchen Weltverbesserern herumschlagen müssen, dann lieber mit denen, als mit denen in einem Staat, in dem wir wirklich wegen unserer Meinung geschlagen werden.

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12.5.09

Gewalt kann man sich anerziehen

Das Gehirn ändert sich mit seiner Benutzung, so der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer. Das trifft für jung und alt zu. Somit eine gute Nachricht für uns Ältere, die ja meinen, im Alter kann man nichts mehr dazu lernen.

Das sich ständig neuen Situationen oder Denkoperationen anpassende Gehirn ist faszinierend. Wenn wir Älteren uns mit einer Sache beschäftigen die uns anfangs zwar Mühe macht, so kann man doch nach einer gewissen Zeit feststellen, dass sie bald besser von der Hand läuft, der Geist wacher wird usw. Das Gehirn wird, wenn man so will, neu "verknotet", es bilden sich weitere Synapsen bzw. diese prägen sich stärker aus. Das ist bewiesen und steht außer Frage.

Wenn das nun schon bei uns Älteren funktioniert, dann doch noch viel besser bei jungen Menschen. Und dem ist auch so. Will man im Beruf, Sport oder anderswo fit und gut sein beschäftigt man sich automatisch intensiv mit der jeweiligen Sache. Man wird dann ein Profi auf seinem Gebiet und anerkannt.

Jeder wird das bestätigen, dass es so ist. Kaum sind wir aber auf dem Feld der aggressiven Computerspiele wird diese Tatsache vehement verneint. Computerspiele, so heißt es, beeinflussen nicht das Gehirn. Das Gehirn kann immer noch zwischen Spiel und Realität unterscheiden. Wirklich? Auch wenn die Synapsen im Gehirn auf Aggressivität getrimmt sind?

Ich bin für ein Verbot solcher Spiele und frage mich, wann die Politiker sich davon überzeugen lassen. Will man etwa mit der persönlichen Freiheit argumentieren, dem uneingeschränkten Tun und Lassen je nach Lust und Laune. In einem Rechtsstaat ist die persönliche Freiheit ein hohes Gut. Wenn aber einige nicht wissen, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit des anderen beginnt, müssen Grenzen gesetzt werden und das hat mit Freiheitsberaubung, Polizeistaat oder was weiß ich nichts zu tun.

Wenn eine 16-jährige, so mal Stand der Dinge im Moment, eine Schule abfackeln will, nimmt sie die Tötung anderer vorsätzlich in Kauf; wie jeder andere Amokläufer auch. Sicherlich ist bei den Kindern noch eine Portion Liebesentzug von Zuhause mit dabei und einige andere Aspekte, aber das Gewaltpotenzial, die Tat wirklich umzusetzen, haben sich die Kinder selbst beigebracht. Und da bietet die elektronische Unterhaltung eine Palette an, die wir Älteren uns gar nicht vorstellen können.

Sieh auch mein Post: Gewalt gebiert Gewalt

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8.5.09

Rentengarantie

Rentengarantie hört sich für jeden Rentner erst einmal gut an. Wenn man allerdings die Ankündigung dazu von unserem Minister Scholz hört, könnte man misstrauisch werden. Im Erzählerton, emotionslos, etwas müde (Achtung: Beim Sprechen nicht einschlafen) und überhaupt nicht freudig nach dem Motto: Hallo liebe Rentner, tolle Nachrichten für Euch....... .

Vielleicht weiß unser Minister schon heute, dass von der Rente sowieso nichts übrig bleibt und sagt sich, da würde ich mich auch nicht freuen. Die bisherigen Rentenerhöhungen, wenn man bei 0,5% oder 1% überhaupt von Erhöhung sprechen kann, waren für die Rentner eher eine Schreckensnachricht denn eine freudige. Bei meiner Rente war es so, dass ich nach der Erhöhung weniger hatte als vorher, da die Abzüge gleich mit hochgingen, aber mehr als die Rentenerhöhung ausmachten.


Seit dem schrecke ich immer auf und schlafe schlecht, wenn ich von Rentenerhöhung höre. Schließlich will ich meine jetzige Rente behalten und nicht schon wieder etwas abgeben. Auf diesem Hintergrund ist die Dreistigkeit, die manche Rentenerhöhungs-Interpreten vor der Kamera abgeben eine Frechheit.


Diese Leute sprechen von bisherigen Rentenerhöhungen als lägen sie im Bereich der von den Gewerkschaften für die Industrie erzielten Höhen und sagen so durch die Hintertür, Rentner seid froh, dass wir Euch in der jetzigen Krise die Renten nicht kürzen (obwohl wir vorher nie an den Lohnerhöhungen der Industrie etc. partizipiert haben). Und zukünftig bekommt ihr "garantiert" sowieso nicht mehr so viel.


Fazit: Bisher haben wir nichts bekommen, am liebsten würden man unsere Renten noch senken, da das aber vor der Wahl schlecht aussieht geht das nicht, aber glaubt bloß nicht, dass ihr zukünftig mehr als nichts bekommt.


Na ja, vielleicht sollte man doch nicht so schwarz sehen. Vielleicht reicht die Rentenerhöhung doch für eine weitere Butterbrezel im Monat.

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4.5.09

Opel ade

Über das Wohl und Wehe der Firma Opel wird ja schon so lange herumdiskutiert, dass einem die Mitarbeiter dort mehr als leid tun können. Entweder gibt es Hiobsbotschaften, das "Aus", ein Herauslösen vom Mutterkonzern, verkaufen an einen Investor und was genauso schlimm ist, ein Einstieg durch Fiat.

Wenn Fiat sagt, Opel passe ins Portfolio, dann haben sie durchaus recht, denn keiner ist für Fiat so aufgestellt wie gerade Opel. Und was allen Firmen passiert, wenn sie so genau dem Käufer passen, sie sind so schnell von der Bildfläche verschwunden, so schnell kann man gar nicht hinsehen. Für Fiat hat es dann "gepasst", dass es einen Konkurrenten weniger gibt.

Nach der Wende 1989 wurden viele ostdeutsche Unternehmen verkauft, die es dann schon nach kurzer Zeit nicht mehr gab. So wurde das Stahlwerk in Brandenburg an den italienischen Stahlkonzern Riva verkauft, der im eigenen Land bereits mit Überkapazitäten zu kämpfen hatte. Dennoch, ich glaube es war Frau Breuel, die es als eine gute Idee empfand, gerade an diese Firma das Brandenburger Werk mit ca. 10.000 Mitarbeitern zu verkaufen. Kurz danach wurde das Werk in Brandenburg dicht gemacht, platt gemacht, alles abgerissen.

Das Wissen darum sollte in den Köpfen unserer Regierungsleute eigentlich noch vorhanden sein. Auch damals wurden großartige Verträge gemacht. Was hilft es aber, wenn man Verträge zwar macht, sie aber nach Lust und Laune bricht.

Auch die Opelaner sollten aufpassen und mit aller Macht verhindern, dass sich bei ihnen Fiat breit macht. So Unrecht hat Herr Dudenhöfer nicht, wenn er sagt, dass Fiat die 3 Milliarden von der Bundesregierung kassieren will um seinen Einstieg bei Chrysler zu finanzieren. Bei Opel wird dieses Geld mit Sicherheit nicht investiert.

"Opel ade", das wäre wirklich schade.

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28.4.09

Gewalt gebiert Gewalt

Manfred Spitzer, der das Institut für Hirnforschung in Ulm leitet, ist nicht irgend ein Hirnforscher, er ist für mich der Hirnforscher schlechthin und weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Seine Untersuchungen und Aussagen zu Gewalt im Internet sind eindeutig: Gewalt gebiert Gewalt.

Nicht nur der Amoklauf in Winnenden zeigt es uns, auch die in den verschiedensten Schulen in der Welt, diese Wahnsinnstaten nehmen zu, auch in Familien, Altersheimen oder einfach auf der Straße. Kennen Sie das aus den 50er oder 60er Jahren? Sicher, es gab auch schon damals Verbrechen aber diese Häufigkeit und Brutalität war nicht bekannt. Ist es nicht merkwürdig, dass mit der Zunahme der Computerspiele überhaupt und deren Realität im Spielverlauf auch die Gewalt in der Gesellschaft zunimmt? Und das wird dann auch noch von offizieller Stelle dementiert.

Oft heißt es ja, Gewaltspiele fördern nicht die reale Gewalt der Kinder und Jugendlichen bzw. es gibt keine Untersuchungen dazu. Das ist falsch und wird auch bewusst für uns Bürger falsch dargestellt. Die Untersuchungen von Manfred Spitzer zeigen ganz eindeutig, dass es einen Zusammenhang zwischen Gewalt in Computerspielen und der eigenen realen Welt gibt. Die Vorgänge im Gehirn beweisen das.

Natürlich will auch unsere Regierung, bzw. einige Leute das nicht wahrhaben. Die Lobbyisten der Computerhersteller sind wie alle anderen Lobbyisten immer stark am Drücker und man weiß im Grunde genommen nicht, mit welchen Mittel diese Leute unsere "Offiziellen" beeinflussen.

Diese Computerspiele kosten in der Entwicklung Riesenbeträge. Ganze Branchen beschäftigen sich damit weiter in Verkauf und Werbung. Kinder und Jugendliche - aber auch die "Alten" - geben Milliarden weltweit dafür aus. Und dieses Geld soll einfach nicht mehr in die Kassen der Firmen fließen, bloß weil da "ein paar Leute umgebracht werden"? So fies wie das klingt, aber auch hier steht Umsatz und Gewinn vor Menschenleben.

Solange unsere Regierenden an den Orten des Schreckens nur Beileidsbezeugungen übrig haben und ein geknicktes Gesicht machen, in Wirklichkeit aber nichts dagegen tun, weil ja bei einem Verbot angeblich die Freiheit des Einzelnen eingeschränkt wird, werden wir leider mit einer weiteren Zunahme dieser Verbrechen rechnen müssen.

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24.4.09

Köhler for President

Ich kann nur hoffen, dass Horst Köhler wieder zum Präsidenten gewählt wird und nicht Gesine Schwan. Früher machte mir die Frau einen passablen Eindruck und schien mir für das Präsidentenamt geeignet. Dieser Eindruck ist mir bei ihr in letzter Zeit völlig abhanden gekommen.

Gut, sie ist links orientiert in der Gesinnung und den ganz Linken mehr als freundlich zugetan. Das ist ihre persönliche Einstellung die man zu akzeptieren hat und es ist auch gut so, wenn man weiß, welchen Kreisen man die Person zuordnen kann. Und das trifft für alle zu, unabhängig von der Person. Nur, ein Präsidentenamt ist nicht irgendein Job, der Präsident hat unabhängig von seiner persönlichen Einstellung ganz Deutschland und alle Deutschen zu repräsentieren und das vermisse ich zunehmend bei Frau Schwan. Parteinahme hat hier nichts zu suchen.

Anstatt Mut zu machen, in schwieriger Zeit wie heute, schlüpft sie unter den Mantel der Gewerkschaft und macht zusammen mit Herrn Sommer auf Miesepeter, malt das Gespenst von sozialen Unruhen an die Wand und der verdutzte Bundesbürger wähnt sich in Zeiten irgendwelcher Revolutionen bzw. Klassenkämpfen die wir meinten längst hinter uns zu haben versetzt.

Und wenn sie dann noch vor der Fernsehkamera ins Mikrofon sagt, sie will ja bloß warnen, dann muss ich sagen, liebe Frau, Warner und Wirtschaftsweise die ständig unzureichende bis falsche Prognosen in die Welt setzen haben wir genug. Wir brauchen starke Persönlichkeiten die mutig und vorbildlich voran gehen und keine Weicheier.

So wollen wir denn auf den Verstand derjenigen hoffen, die unseren Präsidenten wählen und dass sie zwischen Mut und Verzagtheit, Zivilcourage und Duckmäusertum und auch zwischen Sachverstand und bloßem Geplapper unterscheiden können.

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17.4.09

Die Finanzkrise und die Achse Berlin Bonn

Alle leiden unter der Finanzkrise, nur die Bundesregierung nicht. Sie leistet sich eine "Doppelausgabe" von sechs Ministerien - einmal in Berlin und einmal in Bonn. Bei jedem Unternehmen in der Wirtschaft würde man sich fragen, ob das Management noch bei Sinnen ist.

Da die Regierung von Steuergeldern lebt und sich, sind wir doch einmal ehrlich, nicht wirklich rechtfertigen muss wenn sie diese verschleudert, kann man sich solche Geldverschwendung leisten. Zwar gibt es ein "Bonn-Berlin-Gesetz" von 1994, das die Teilung der Regierungsaufgaben regelt, aber das haben ja auch die Betroffenen selbst beschlossen.

Wir Bundesbürger haben es leider schon vergessen oder verdrängt, dass es diese Regelung gibt, die jährlich dem Steuerzahler 23 Millionen kostet. Angesichts der Milliarden, die gerade ausgeben werden natürlich ein Klacks, werden manche sagen. Und mit den über 130.000 Flugticket unterstützt man die Fluggesellschaften und sichert Arbeitsplätze. Die rund 750 Tonnen Post, die durch die Teilung entstehen, bringen manchen Firmen auch noch Geld in die Kassen.

Und wie es im wirklichen Leben eben so ist, gibt es nach wie vor Befürworter und Gegner dieser Berlin-Bonn-Regelung. Schon deshalb wird man sich so schnell nicht einig werden, wo denn nun die Regierung unseres Staates wirklich sitzt.
In der Vergangenheit hat man doch in Bonn schon viele andere nationale und internationale Institute angesiedelt, zum Ausgleich für den Weggang nach Berlin. Dennoch sind es immer noch weit über 8000 Leute die in den voll funktionsfähigen Doppel-Ministerien in Bonn sitzen (in Berlin sind es noch mehr).

Aber vielleicht verstehen wir das alles nicht. Vielleicht sieht unsere Regierung das als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und soziale Einrichtung. Stellen wir uns einmal vor, die Leute werden alle arbeitslos. Was das an Arbeitslosengeld, Hartz 4 oder was weiß ich alles kostet.
So gesehen sollten wir doch noch viel mehr sinnlose Stellen schaffen. Und wenn das Geld dann für die Leute nicht reicht, machen wir es wie die Amerikaner: Wir drucken neues.

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28.1.09

Die dunkle Seite der Macht

Manchmal treffen merkwürdiger Weise Dinge zusammen, deren Ursprung völlig verschieden erscheint aber dennoch das gleiche Thema umfassen. Der Holocaust, ein anscheinend nie endendes Streitthema. Warum eigentlich? Weil das Ganze so fürchterlich war?

Der Papst will den Konservativen in der Kirche eine Chance geben, zurück zu kommen und schon im Ansatz ergeben sich Probleme. Besserwisser melden sich gleich zu Wort, dass das ja alles abzusehen war, mit diesen "Rechtsradikalen" der Kirche. Und jetzt kommt auch noch so ein Bischof daher und behauptet, das mit dem Holocaust sei eh nur eine Erfindung. Ein Mann in solch einer Position sollte ja Intelligenz und einen klaren Kopf besitzen. Wie abgedreht muss man denn für solche Unwahrheiten eigentlich sein.

Der Bundestag ehrt die Toten des Holocaust mit einer Feierstunde und der Vertretung der Juden in Deutschland ist diese Feier anscheinend nicht gut genug. Und überhaupt hätte man andere Termine bereits schon lange für diesem Tag geplant. Das glaube wer will.
Kann es vielleicht sein, dass der Schmusekurs, den unsere Bundesregierung mit Israel fährt zu wenig ist? Sollen wir einen Krieg bejahen, in dem Phosphorbomben eingesetzt wurden?

Keiner kann für sich in Anspruch nehmen, dass für ihn jedes Mittel recht ist.
Und so wollen wir der vielen Toten gedenken, die unter dem braunen Regime ums Leben kamen. Und jeder der einmal durch das Holocaust Mahnmal gelaufen ist konnte vielleicht etwas spüren von der Enge, der Gottverlassenheit und der Todesangst denen die Menschen damals in den KZ´s ausgesetzt waren.

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22.1.09

Die Bundeskanzlerin bei den Stasiakten

118 km Stasi-Akten! Können Sie sich das vorstellen? Von meinem Heimatort Ulm über Stuttgart hinaus auf der Autobahn eine Akte nach der anderen, aber nicht der Länge nach, hochkant.

Unsere Bundeskanzlerin Merkel besuchte letzte Woche in der Normannenstraße in Berlin die Ex-Stasi-Zentrale. Sie ist für ein weitere Aufarbeitung der Fälle, ganz im Gegensatz zu unserem Innenminister Schäuble, der bei der Wiedervereinigung nichts davon hielt, die Akten frei zugeben.

Nun darf man sich bei dieser Behörde es sich nicht so vorstellen, dass ein Papier nach dem anderen sauber abgeheftet ist, ja, das ist in den überwiegenden Fällen zwar schon so, aber da gibt es noch säckeweise Papierschnipsel von Reißwölfen, die elektronisch gesichtet und dann zum DIN A4-Format zurückverwandelt werden. Toll, oder!

Viele ehemalige Bürger der DDR werden sich natürlich immer wieder fragen, soll ich dort auch mal hingehen und in die Akten reinschauen? Am Ende bin ich entsetzt und es wäre besser es nicht getan zu haben.

Ich kenne solche Akten, nicht die meine, aber erschreckend war es auch für mich sie zu sehen. Mit welch riesigem Personalaufwand, mit welch großer Akribie zu den unmöglichsten Tageszeiten die Menschen beobachtet wurden, es ist nicht zu fassen. Beobachtungsorte wurden festgelegt, von denen Tag und Nacht die Zielpersonen ins Visier genommen wurden. Und nicht nur von einer Person, oft waren es mehrere Standorte, aus verschiedenen Richtungen, damit auch jedes Detail erfasst werden konnte. Alles wurde haarklein aufgeschrieben, oft in einer saumäßigen Grammatik.

Hinzu kam: Wer konnte wem trauen? Leute, die noch nie in einer solchen Situation gelebt haben können sich kein Bild davon machen. Die ständige Angst, wird man beobachtet, hat man an irgendeiner Stelle etwas falsches gesagt und es hat einer gehört, der es hätte nicht hören sollen? Wer waren eigentlich wirklich unsere Nachbarn auf dem Campingplatz oder neulich in der Bahn?

Viele sind froh nichts gefunden zu haben, was Freunde belastet. Manchen wurden aber die Augen geöffnet und man muss aufpassen, nicht so ungerecht zu werden, wie die, die einen damals bespitzelt haben. Ich habe gesehen, dass es weh tut und schmerzt, von Freunden verraten worden zu sein.
So kann man nur hoffen, dass beide irgendwann ihren Frieden finden - der Spitzel und der Bespitzelte.

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19.1.09

Unsere Soldaten in Afghanistan

Spione waren einmal hoch angesehene Leute - intelligent, schlau, verschwiegen, pfiffig .... Aber das war in biblischen Zeiten. Heute beschleicht einen ein ungutes Gefühl, hört man das Wort Geheimdienst. So ist wohl das Ansehen dieser Zunft ziemlich heruntergekommen, sonst würden wir nicht so reagieren. Heute verbinden wir mit diesem Wort zwar immer noch geheim, aber auch, Hinterlist, Brutalität, falsches Spiel, jedes Mittel ist Recht um irgendwelche Ziele zu erreichen, usw.

Der Geheimdienst ist oft ein Staat im Staate. Das heißt wiederum, er dient nicht mehr dem Staat bzw. dem Volke, sondern sich selber - eine Art Selbstbeschäftigung. Manche Staaten haben nicht nur einen Geheimdienst - und diese führen quasi noch eine Art Krieg gegeneinander.


Als ich übers Wochenende hörte, dass unsere Leute in Afghanistan wieder angegriffen wurden, fiel mir ein Interview im SWR ein, das ich Ende letzten Jahres beim Autofahren hörte. Der interviewte Reporter war u. a. in Afghanistan eingesetzt und konnte dort vor Ort sogar die Satellitenüberwachungsstation der Amerikaner besichtigen. Zudem verfügt er über gute Kenntnisse von Land und Leuten. Er sagte, dass er es erstaunlich finde, dass in den Medien immer über das unübersichtliche Grenzgelände zwischen Afghanistan und Pakistan gesprochen wird, wo doch die Satellitenbilder bereits Personengruppen von sieben Leuten sehr deutlich abbilden können. Das heißt also, einreisende Terroristen könnte man, so denn man auch wollte, gut erkennen und ergreifen. Das tut man aber ebenso wenig wie man Bin Laden ergreifen will. Es würde plötzlich das Feindbild abhanden kommen.


Was mich aber aufgeschreckt hat ist die Aussage, dass die Amerikaner nicht nur mit den zwei pakistanischen Geheimdiensten zusammen arbeiten, sondern dass einer von denen die Aktionen der Taliban in Afghanistan duldet. Das muss man sich mal im Klartext vorstellen: Der amerikanische Geheimdienst duldet somit auch, dass unsere Soldaten, unsere Kinder und Enkel, in Afghanistan angegriffen und getötet werden. Das sei ein offenes Geheimnis, so der Reporter.


Ich war ja bisher auch immer dafür, dass unsere Soldaten in solchen Ländern wie Afghanistan helfen sollen. Aber unser angeblich großer Verbündeter, die USA, die sich gerne als Weltpolizist aufspielen, greifen hier nicht ein. Für mich unglaublich. Insofern sind wir wieder am Anfang: Der Geheimdienst ist ziemlich heruntergekommen und arbeitet nur für seine eigenen Interesse, welche diese auch immer sind.

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14.1.09

Ist es nicht beschämend

Ja, es ist beschämend! Wenn der neue US-Präsident Obama Leute für seine Regierungsmannschaft sucht und feststellen muss, dass es zwar fachlich gute im Lande gibt aber letztendlich diese ein Amt nicht annehmen dürfen, könnten, wollen oder besser es sein lassen, weil sie in Korruption, Amtsmissbrauch oder andere kriminellen Machenschaften verstrickt sind, dann ist es doch für ein Land beschämend.

Ginge es um eine Bananenrepublik, würde keiner ein Wort verlieren, denn dort läuft ohne Korruption eh nichts. Aber bei unserem leuchtenden Vorbild, den USA, also so sieht es wenigstens der scheidende Präsident, sollte man doch andere Maßstäbe ansetzen können.

Na, ja jetzt sind wir mal nicht so. Wie sagt der Volksmund: "Wie der Herr, so s Gscherr". Das heißt, wenn dem Herrn die eigenen Interessen wichtiger sind als die des Volkes, dann wollen seine Mitarbeiter auch keine Vorkämpfer für Recht und Ordnung sein. Wenn ein noch Präsident, verantwortlich für Tausende von Toten in ungerechtfertigten Kriegen, bei seiner letzten Pressekonferenz sagt , daheim in Texas könne er auch zukünftig morgens in den Spiegel schauen und sagen, dass er alles gut gemacht hat, dann muss einem das doch zu denken geben.

Ja, der Obama hat es nicht leicht in der vorhandenen Suppe noch etwas herauszufischen, das halbwegs etwas taugt. Aber die ganze Welt hofft mit ihm, dass es ihm gelingt, dieses Land wieder nach vorne zu bringen. Er wird zwar vieles, aber nicht alles verändern können und auch vieles nicht schaffen in seiner Amtszeit, dafür sind die Strukturen viel zu verhärtet und eingefahren.

Aber Signale setzen kann er und muss er, damit wenigstens wieder etwas Glaube an die USA entstehen und diese selbst ihrer eigenen Unabhängigkeitserklärung gerecht werden kann, in der die Rede von "... Anstand und Achtung für die Meinung des menschlichen Geschlechts..." ist und es u. a. weiter heißt: " ..., dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit."

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27.12.08

Weihnachen gut verbracht

Wie ist es Ihnen denn Weihnachten so ergangen? Zufrieden? Große Geschenke, kleine Geschenke? Oder gar keine Geschenke. Gar keine Geschenke gibt es dann, wenn man entweder wirklich kein Geld für so etwas ausgeben kann oder man lässt es einfach und freut sich auch ohne Geschenke über Weihnachten. Ob reich oder arm, an Weihnachten spielt für viele das Geld oft keine so große Rolle.

Aber im wirklichen Leben schon. In einem Zeitungsbericht der Heiligabend-Ausgabe wurde festgestellt, dass laut Umfrage weit über 50 % der Deutschen meinen, in unserem Land gibt es nur Reiche und Arme. Dazwischen nichts mehr. Die oft zitierte "Mittelschicht" fehlt.


Wenn ich es mir recht überlege, ist diese Aussage eine ziemliche Arroganz gegenüber den wirklich Armen - 10% in Deutschland - und erst recht gegenüber denen in der Welt, die froh wären sie zählten zu der "herunter gekommenen Mittelschicht Deutschlands".
Auch Politiker suggerieren uns Wählern vor den Wahlen gern wie schlecht es uns derzeit geht und das es dann wieder besser wird, wenn sie gewählt werden. Die Leute glauben das oft auch noch.


Natürlich hat die Schicht der Armen in Deutschland zugenommen. Das ist in einem reichen Land wie dem unseren sowieso blamabel, besonders die Kinderarmut. Wenn ich aber im Fernsehen Leute sehe, die zusammen mit ihren Kindern vor der Kamera jammern, wie wenig sie Geld haben und gleichzeitig Markenklamotten tragen oder zum Besten geben welch teure Hobbies sie dennoch pflegen, dann ist das für mich Jammern auf sehr hohem Niveau. Meine Kinder haben, als sie noch jünger waren, auch keine Markenklamotten bekommen und haben es überlebt. Und gejammert hat bei uns keiner.


Vielleicht sollen wir mal in der Nachweihnachtszeit nachdenken, ob man sich nicht schon in manchen Dingen von der Wirklichkeit so abgelöst hat, dass das rechte Maß verloren gegangen ist. Unser Bundespräsident hatte schon recht, wenn er in seiner Weihnachtsansprache sagte: "Wir brauchen mehr Anstand, Bescheidenheit und Maß.
"

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5.12.08

Was wäre wenn

Was wäre daraus geworden wenn ich die oder den kennen gelernt hätte? Damals es geklappt hätte mit, was wäre ...? Hätte ich es gleich gemacht, dann wäre vielleicht... ? So oder ähnlich haben wir doch alle schon mal gedacht oder es ausgesprochen.

Natürlich wäre es interessant zu wissen, was dabei herausgekommen wäre. Manchmal ist es vielleicht gut es nicht zu wissen, vielleicht wäre es schlimmer gekommen. Aber es nagt doch oft wie ein Wurm im Kopf, vielleicht habe ich auch etwas versäumt?


Es gibt keine Lösung, das wissen wir. Auch nicht bei dem Buch, welches ich Ihnen zu Weihnachten vorstellen möchte: "Vaterland" von Robert Harris. Er versucht der Frage nachzugehen: Was wäre wenn Hitler den II. Weltkrieg gewonnen hätte?


Das Thema des Buches, das können Sie sich vorstellen, ist zwar nicht weihnachtlich, aber sehr spannend. Und wenn es so gekommen wäre, wie der Autor es beschreibt: Oh mein Gott! Danken wir Gott, dass wir den Krieg verloren haben.


Übrigens, es gibt auch einen Film mit gleichem Namen. Sehen Sie sich diesen Streifen nur nicht an. Der ist so frei nach dem Buch, dass beinahe nur noch der Titel vom Buch übrig bleibt.


Vaterland, Heyne Verlag, ISB N 3-453-07205-7

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27.11.08

Seniorenstaat Deutschland

Anfang der Woche wurde der europäische Demographie-Report vorgestellt. Es überrascht nicht, dass festgestellt wurde, dass Europa überaltert; das wird schon seit zig Jahren vermeldet. Überraschend ist allerdings, dass so wenige Länder nicht dagegen steuern, wenn das überhaupt geht.

Die Gründe, warum die Geburtenzahlen generell rückläufig sind, sind bekannt. Man heiratet später, bekommt später Kinder und viele bekommen keine mehr, weil es schon zu spät ist. Was sicherlich aber ein schwerwiegender Grund ist, so schön es auch sein mag, ist die Besserstellung der Frau hinsichtlich der Eigenversorgung und die besseren Berufschancen. Beides geht gemeinsam einher und es ist ja bekannt, dass keine Frau, wenn sie ein gutes Studium hingelegt hat, gleich heiraten und Kinder bekommen möchte. Man will schon auch noch zeigen, was man gelernt hat und was man kann. Ist auch richtig so, damit wird dem Staat auch etwas zurück gezahlt, was vorher investiert wurde.


Natürlich möchten auch diese Frauen gern ein Kind. Die Realisierung des Wunsches wird aber ständig hinausgeschoben. Waren es in Europa 1965 noch 7,6 Millionen Kinder die auf die Welt kamen, sind es heute nur noch 5,1 Millionen. Frankreich hält dabei die Spitzenposition mit 2 Kindern. Deutschland liegt abgeschlagen im untersten Drittel mit 1,3 Kindern. Allerdings muss man sagen, dass in der letzten Zeit zu bemerken ist, dass die Geburtenzahlen wieder etwas steigen, wenn auch auf niedrigem Niveau.


Und wir Alten sind dann wohl in einigen Jahren "unter uns". Das ist auch nicht gut. Ein gute Mischung ist immer das beste. Und wer "verdient" dann noch unsere Rente. Müssen wir dann noch mehr Arbeitskräfte von außen hereinholen? Das gibt auch sozialen Zündstoff.


Ich war anfangs auch nicht begeistert, was unsere Familienministerin so alles für Kinder und junge Familien durchgesetzt hat. Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass es notwendig war, ist, und verstärkt in der Zukunft erhalten bleiben muss wenn wir wirklich nicht zum Seniorenstaat werden wollen.

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25.11.08

Unser Traumpaar - Angela und Nicolas

Manchmal hat man den Eindruck, dass die beiden die EU verkörpern. Natürlich nicht, das wissen wir. Da gibt es noch einen aus England, der, entgegen seinem Vorgänger zum Lachen in den Keller geht. Dann noch einer aus Italien, der mit flotten Sprüchen auf sich aufmerksam machen will und noch ein paar andere, die man immer wieder einmal in den Medien sieht.

Aber kennen Sie alle Regierungschefs der EU? Ich habe sie auch nicht gekannt bis ich eine Fotostrecke mit diesen ungekrönten Häuptern fand. Ist doch mal recht interessant alle einmal zu sehen, die für die EU-Politik verantwortlich sind.

portal.gmx.nt

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18.11.08

Der Wald, das Klima und unsere Politiker

Im noch nicht veröffentlichten Gutachten zum "Waldzustandsbericht 2008", in der Zeitung aber schon mit einem großen Artikel bedacht, steht, dass sich der Wald, zumindest in Baden-Württemberg, in den letzten Jahren erholt hat. Das hört sich ja recht positiv an, denn der Wald ist für uns Deutsche nicht nur mental eine ganz wichtige Größe, auch aus Sicht der Umwelt und letztlich der Wirtschaft.

Der Zeitungsbericht weist jedoch einige Passagen auf, die des Überlegens wert sind. Vorweg aber mal die Frage: Sie erinnern sich schon noch, zumindest die älteren unter uns, dass es solange gar nicht her ist, als der "Saure Regen" täglich in den Medien behandelt wurde? Er war verantwortlich für den Niedergang des Waldes. Dazu kamen noch andere Umweltgifte, irgendwelche Käfer und vor allem das sich verändernde Klima. Es wird zu warm, das Grundwasser sinkt usw. usw. In ein paar Jahrzehnten gibt es gar keinen Wald mehr, das war für viele die logische Konsequenz.

Gesegnet sei das Kurzzeitgedächtnis vieler in der Politik verantwortlichen, denn davon spricht keiner mehr. Die politische Zeitrechnung geht erst von 2000 los und dass der heiße Sommer 2003 dem Wald, und nicht nur dem ziemlich zugesetzt hat, wissen wir. Der Wald hat sich inzwischen auch von diesem Schicksalsschlag erholt und das freut natürlich jeden.
Aber wissen Sie warum er sich erholt hat? Als Ursache dazu nennt der Bericht die günstigen Witterungsbedingungen mit dem feucht-warmen Wetter der vergangenen beiden Jahre, eine geringere Schädigung durch Insekten und eine bessere Nährstoffversorgung der Bäume.

Aber gerade in den beiden letzten Jahren hat man uns doch immer wieder gesagt, wie schlimm bei uns die Situation wegen des Temperaturanstiegs werden wird, es keinen richtigen Winter mehr gibt, nur noch "Nasse Monate" und vieles mehr. Dazu beklagte man die vielen "neuen" Insekten, die aus dem Süden auch noch eingewandert sind. Tut am Ende die "beängstigende" Klimaveränderung unserem Wald noch gut?

Nun frage ich mich, wer schwindelt da, macht jeder seine private Politik, wird nur daher geredet, so wie es grade passt? Oder wie Adenauer schon sagte: Was geht mich mein Gerede von gestern an.

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12.11.08

Gleiche Frage, 10 verschiedene Antworten

Sie kennen das: Sie haben eine Frage und bekommen x-verschiedene Antworten dazu. Jeder sieht die Sache aus einem anderen Blickwinkel und sehr persönlich. Wen wundert es, dass alle Welt auf die gleichen Fragen auch verschiedene Antworten hat.
Hört man die Deutschen zu Wirtschaftskrise, Umweltschutz und Hungersnöten, so unterscheidet sich die Beurteilung zu diesen Themen gegenüber den übrigen Ländern der Welt oft sehr.


Fragt man die Menschen in den Supernationen der Welt, nämlich den USA und Rußland, so sieht man, dort grassiert die Angst vor Terror am stärksten. Bei denjenigen, die militärisch auf der Welt sowieso nichts zu melden haben, wie z. B.Taiwan, Finnland oder Brasilien, wird bei der Bevölkerung die Terrorangst klein geschrieben, aber Umweltschutz ist ganz groß gefragt, größer als in Deutschland. Einige europäische Länder sorgen sich sehr um die Armut in der Welt, die ja ständig zunimmt und sehen das vor allem als die wichtigste Aufgabe der Weltgemeinschaft an, diese zu bekämpfen.


Während des Kalten Krieges hatten viele noch Angst, dass sich die großen Gegner mit Atombomben bekämpfen. Diese haben die Bomben zwar immer noch und einige andere Staaten sind noch dazu gekommen, die Weltbevölkerung interessiert sich aber kaum dafür. Ähnlich ist es mit dem Krieg im Irak, wobei naturgemäß sich die amerikanische Bevölkerung am meisten über diesen Krieg Sorgen macht.
Und würde man die Menschen in den Kriegsgebieten der Welt fragen was sie am meisten bewegt, sähen die Antworten nochmal ganz anders aus.

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Was sind die großen Probleme der Welt? Für jeden sind es andere. Vielleicht sollten wir dann aber etwas mehr Verständnis für diejenigen haben, die sich um viele Probleme der Welt kümmern, z. B. die UN, auch wenn bei denen nicht immer alles gleich so klappt wie wir es uns zuhause auf dem Sofa vorstellen.

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6.11.08

Nur noch einmal Mr. President Obama

Nicht dass ich etwas gegen Obama hätte wenn ich schreibe "Nur noch einmal Mr. President Obama", nein, ganz im Gegenteil. Aber zu lange und zu oft darf man ein Thema auch nicht durchkauen, sonst wird es fad. Dennoch der amerikanische Wahlkampf zog in den letzten Stunden doch mehr in den Bann als gedacht und viele interessierten sich dafür, die es vorher von sich selbst nicht geglaubt hätten.

Die Wahl eines amerikanischen Präsidenten ist für Nichtamerikaner so interessant dann auch wieder nicht. Dass aber ein Schwarzer (na ja, so schwarz ist Obama nun auch wieder nicht) in den Wahlkampf einsteigt und noch gewinnt, das ist auch für mich erstaunlich.


Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Schwarzen in den USA in der Regel zu der unteren Gesellschaftsschicht gehören. Viele wollen um keinen Preis etwas mit ihnen zu tun haben und die Bemerkungen über sie sind entsprechend.
Als ich in Alexandria war, das liegt am Fluss Potomac und auf der anderen Seite liegt Washington - wurde ich recht bald gefragt, ob ich wüsste, wo sich die längste Brücke der Erde befindet. Auflösung: Zwischen Alexandria und Washington - gemeint war, dass sich dort Afrika bzw. der Urwald befinde - die überwiegende Anzahl der Bürger in Washington ist schwarz. Die Auflösung wurde mit entsprechenden "Pointen gewürzt".


Es ließen sich noch andere Beispiele aufzählen, bei denen sich ein Europäer verwundert die Augen reibt und sich klamm heimlich fragt, ob man denn bei der Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß immer noch nicht angekommen ist. Bei vielem ist das tatsächlich so und ich hoffe nur: War so.
Aus dieser Sicht heraus ist auch für mich diese Wahl etwas besonderes und ich wünsche Obama, dass er wenigstens einen Teil seiner Versprechungen wahr machen kann zumindest sich darum bemüht. Die Realität wird ihn schneller einholen als im lieb ist. Aber nun sind wir mal optimistisch.

Wenn Sie mal lesen wollen, was andere rund um die Welt zu der Wahl gesagt haben, dann klicken sie hier. www.stern.de

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4.11.08

Wer waren die Präsidenten der USA

Letzte Runde im Wahlkampf in den USA, hoffentlich. Bei der ersten Wahl des jetzigen Präsidenten hat sich die USA nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zu dieser Zeit war ich geschäftlich gerade in Japan. Haben die dort gelacht wie es mit den Auszählungen der Stimmen in Florida lief. Die Zeitungen zeigten offene Häme über das Land, das sich so gern als Wegbereiter der Demokratie sieht.

Zum Glück verliefen die früheren Wahlen nicht so negativ spektakulär. Bei der Gelegenheit fragt man sich, wer war den schon alles Präsident. Wenn Sie das interessiert - von Washington angefangen - dann sehen sich die einzelnen Köpfe einmal an. Vielleicht kommt schon morgen ein neuer dazu.

www.zdf.de

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31.10.08

In den letzten Zügen

Ob man will oder nicht, die Präsidentenwahl in den USA beeinflusst die Welt. Nicht nur durch den 11. September leidet die Welt unter der Amtsführung von Bush, auch unter dem Irak-Krieg und vielen weiteren politischen Fehlentscheidungen. So kann man nicht sagen, egal wer dran kommt, interessiert mich nicht.
Natürlich können wir diese Wahl nicht beeinflussen, dennoch interessiert es die Welt, kommt eine Taube oder ein Falke an die Regierung. Unsere Regierungen können sich dann gleich darauf einstellen wie vermutlich die zukünftigen Verhandlungen laufen und wir Bürger ahnen, wie es bei dem einen oder anderen in Sachen Umwelt, Wirtschaft und Wohlergehen in der Welt laufen wird.

Die Wahl ist noch lange nicht entschieden, obwohl doch nur noch ein paar Tage hin sind. Aber das hat es schon immer und überall gegeben, so auch bei den Amerikanern. Allein die letzte Wahl zwischen Bush und Gore ging denkbar knapp aus und der Einstand des Herrn Bush war ja megapeinlich. Nun kann man darüber sinnieren, was wäre wenn bei diesem knappen Ausgang der Wahl der andere gewonnen hätte? Weniger Kriege, weniger Terror?

Wenn Sie mal sehen wollen wie die einzelnen Kandidaten der letzten Wahlen im Rennen waren, klicken Sie unten an.


www.sueddeutsche.de

Weiterer Post: Wie wird man in den USA Präsident

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29.10.08

Unsere Meinungsfreiheit

In Deutschland habe wir eine Demokratie und somit auch "Meinungsfreiheit" - ein hohes Gut in der Demokratie. Wir sehen auch manchmal etwas von oben herunter auf die, die diese Freiheit nicht haben. Wie z. B. bei dem Schüler aus Marokko, der nicht "Gott, Vaterland, König" sondern "Gott, Vaterland, Barca (FC Barcelona) " schrieb. Das war Königs-Beleidigung und so muss er 18 Monate ins Gefängnis.

Wir Deutschen haben aber auch ein etwas gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit. Zum Glück haben wir keinen König mehr aber auch bei uns gibt es Themen, bei denen man besser nicht alles sagt was man denkt. Das ging nach dem Krieg mit der Vergewaltigung der Frauen los über Aussagen verschiedener Politiker die anschließend ihre Hüte nehmen durften bis zum jüngsten Fall bei dem sich derjenige wieder entschuldigen musste, für das, was andere wohl anders ausgelegt haben als derjenige, der es sagte.


Ein bekannter französischer Journalist sagte es einmal in etwa so: Die Deutschen laufen ständig mit einem schlechten Gewissen herum und fühlen sich für alles schuldig. Und kommt dann jemand und weist auf eine vermeintliche Kränkung oder was auch immer für einen Umstand hin, zu Recht oder zu Unrecht, gehen wir gleich in Deckung und entschuldigen uns oft ohne nachzufragen.

Sagen wir z. B. etwas Kritisches über die Türken, sind wir ausländerfeindlich, sagen wir etwas über Israel, haben wir etwas gegen die Juden, sagen wir etwas über die Schwarzen, sind wir Rassisten usw. usw.
Oft können wir es keinem Recht machen. Andere europäische Länder sind ganz anders gestrickt. Die sagen es frei heraus und es wird von aller Welt akzeptiert, nicht so bei den Deutschen.

Und das ist unser Problem, wir sagen nicht mehr was wir denken, sondern was andere hören wollen und sind letztendlich stinksauer, nicht mehr unsere Meinung sagen zu können. Damit wird unsere Selbstachtung ständig untergraben und wir brauchen uns nicht mehr zu wundern, dass viele den Mund nicht mehr wirklich aufmachen. Zivilcourage ade?


Zum Schluss komme ich doch noch ins Grübeln. Habe ich jetzt meine Meinung geschrieben oder nur die, die ich schreiben darf?

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27.10.08

Mein Geld mein Glaube

"Sind Sie gläubig?" Eigentlich müssten wir dann mit "ja" antworten. Jeder glaubt an irgend etwas, könnte man sagen. Bei manchen steht der Glaube im Zusammenhang mit einer Religion, bei anderen mit dem Mammon. Beide Anhänger beten zu ihrem Gott und jeder bekommt seinen Lohn.

Letztere haben bereits jetzt schon den Lohn bekommen. Allerdings nicht in der Form wie gewünscht. Geld zu einem Gott zu machen war in der Menschheitsgeschichte noch nie erfolgreich. Komisch, dass die Leute das immer wieder vergessen. Dabei sind sie doch immer dicht bei ihrem Gott, lassen ihn nicht aus den Augen und tun alles für ihn, egal wie man ihn nennt.
In der Morgenstunde, wenn andere erst wach werden, sorgen sie sich um das Wohlergehen des Nikkei. Mittags und am Nachmittag verehren sie den Dax und am Abend wird dem Dow Jones gehuldigt. Irgendwie eifrige Gottesanbeter und doch lässt dieser Gott seine Kinder im Stich.

Da fragt sich mancher: Was habe ich falsch gemacht? Habe ich die Luftnummer falsch getarnt? Habe ich mich nach meinem Nachbarn gerichtet und die Papiere zu schnell verkauft? Habe ich ..... Die Leute tun einem fast schon Leid. Soviel Aufopferung für ihren Gott und jetzt am Boden zerstört. Das einzige was an diesen Leute zu bewundern ist, ist ihr starker Glaube. Ein Glaube, der an Selbstaufopferung grenzt, der vollen Einsatz fordert rund um die Uhr, der nicht mehr an das Wohlergehen von Familie und Freunden denken lässt - ein totalitärer Glaube.

Was man mit so einem Glauben alles anfangen könnte wenn er auf das Wohl der Menschen gerichtet wäre und das Geld nur Mittel zum Zweck? Dass es keinen Hunger mehr gäbe, keinen Krieg und keine Vertreibung. Das wäre nicht auszudenken.
Aber wenn es einem gut geht und manchen dabei zu gut, gäbe es sicherlich wieder einige Übermütige.... und die würden wieder die Börse erfinden.

So sind sie halt, die Menschen.

Weiterer Post: Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen

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23.10.08

Deutschland deine Bildung

Mit der Bildung entscheidet man über die Zukunft eines Landes. Das hört sich vielleicht etwas stark an, wenn aber Niveau und Leistung verfallen hilft auch keine Wirtschaftskraft mehr. Um so mehr verwundert es einen, wie in Deutschland über Bildung gestritten wird ohne zu wirklichen und einheitlichen Entschlüssen zu kommen.

Durch unseren Föderalismus haben wir für mich völlig unverständlich 16 verschiedene Wege zum Abitur und eben so viele verschiedene Abschlüsse. Und da wundern sich die Politiker, wie wir in Sachen Bildung dastehen. Bildung ist so wichtig, dass es zentral gesteuert werden muss und nicht zerrissen wird durch die Bundesländer. Die Selbstdarstellung der einzelnen Kultusminister ist oft derart peinlich, dass man meinen könnte im Kindergarten zu sein. Diese Ministerien sind so überflüssig wie ein Kropf. Der Bildungsgipfel, der gestern zu Ende gegangen ist, endete, wie nicht anders zu erwarten, quasi mit einem Desaster. Das konnte auch Frau Schavan in den Nachrichten nicht schön reden.

Und dann wird noch eine Bildungs-Studie in Auftrag gegeben, bei der jeder schon vorher weiß was rauskommt, nämlich: Besonders Kinder aus sozial schwachen Schichten können wegen den Studiengebühren nicht studieren und somit sind die Studentenzahlen rückläufig. Mal ehrlich, wenn Sie gefragt werden: Bist du in der Lage Studiengebühren zu zahlen, sagt doch jeder erst einmal nein.

Ich bin allerdings noch nicht ganz dahinter gekommen was hier für eine Politik getrieben wird und was durch solche Ergebnisse bezweckt werden soll. Wahlkampftaktik?
Studiengebühren halten im Grunde keinen vom Studium ab. Wer wirklich studieren will und weiß, was er studieren will, macht es möglich. Ok, es gibt sicherlich Härtefälle, aber dafür könnte man, wenn man will, Lösungen finden - wird im Ausland schon lange praktiziert. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Studierwilligen trotz Gebühr sogar gestiegen - also kein Argument gegen Studiengebühren.

Das Schlimme an unserer Bildungspolitik ist, dass alle wissen woran es wirklich krankt und aus lauter Kompetenzgerangel und Eitelkeiten der Länder passiert nichts. Der Bund soll zahlen aber nichts zu sagen haben. Und so sieht es aus, dass in den nächsten Jahren wieder viel geredet und wenig getan wird. Meine Enkel tun mir jetzt schon leid.

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21.10.08

Reich-Ranicki, Ackerman &Co

Zuerst dachte man, dass die Diskussionen über schlechte Fernsehprogramme, Finanzkrise usw. schnell von der Bildfläche verschwinden; ist aber nicht so. Mit einem alten Getränke-Webe-Slogan könnte man sagen: Sind wir nicht alle ein bisschen Reich-Ranicki? Sind wir nicht alle ein bisschen geltungssüchtig? Einige allerdings etwas mehr.

Zwar sollte Reich-Ranicki mit einem Preis ausgezeichnet werden, aber irgendwie muss er sich wohl nicht richtig herausgestellt gefühlt haben. In der letzte Zeit hat man auch nicht mehr soviel von ihm gehört.
Was macht sich da besser als über das schlechte Fernsehprogramm zu wettern in der Gewissheit, die Nation hinter sich zu haben, und, das ist wichtig, man steht wieder im Rampenlicht. Wir wissen zwar alle, dass das Fernsehprogramm streckenweise nichts taugt, aber mit was sollen denn die Sender auch 24 Stunden am Tag ständig aufwarten? Es gibt nicht andauernd den absoluten Knüller.

Und seien wir mal ehrlich, als Reich-Ranicki sein "Literarisches Quartett" hatte, profilierte er sich ständig als Besserwisser und ödete damit seine Zuschauer gehörig an. Man konnte ja kaum eine Sendung durchhalten. Und das Gespräch mit Gottschalk konnte man auch nur maximal 10 Minuten ansehen um dann wieder woanders hinzuschalten. Und so einer schimpft über das Programm von heute. Geltungssucht kann man da nur sagen.

Dass sich Frau Heidenreich gleich mit ins Kielwasser gehängt hat enttäuscht mich. Ihr hätte ich mehr Niveau zugetraut. Den Arbeitgeber öffentlich zu beleidigen, würde in einer Firma den Rausschmiss bedeuten. Auch sie vertrat und vertritt noch im Medienangebot wie viele andere auch nur ein "Produkt". Und es ist wie bei jeder Firma, wenn ein Produkt am Markt nicht mehr gewünscht wird, wird es zurück genommen. Wenn ihre Einschaltquoten zurück gehen, ist das eine Sache, die Frau Heidenreich vertreten muss, nicht der Sender. Auch Profilneurose.

Letztlich der Herr Ackermann. Unbestritten eine Kapazität auf seinem Fachgebiet aber immer gut für ein falsches Wort am falschen Platz. Diese Zwiespältigkeit der Person lässt einen wundern. Wenn er und seine Kollegen auf Bonus usw. verzichten wollen ist ja gut. Dann aber zusagen, wer Geld vom Staat nimmt ist quasi eine "taube Nuss" und unfähig eine Bank zu führen, ist eine Steilvorlage, die sich unsere Bundeskanzlerin und der Finanzminister nicht gefallen lassen müssen. Erst schreit man nach dem Staat um Hilfe in der Krise und dann haut man ihm eine hinten rein. Irgendwie auch wie Reich-Ranicki.

Wir haben "echt gute Vorbilder". Hoffentlich nehmen sich nicht zuviel an denen auch noch ein Beispiel.

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16.10.08

Sodann for President

Die Überraschung, dass sich Herr Sodann als Kandidat zum Bundespräsidenten hat aufstellen lassen, ist inzwischen bei mir abgeklungen und der Frust hat sich etwas gelegt. Ich frage mich, wen will er mit der Kandidatur schädigen: Den Bundespräsidenten, das Amt oder sich selbst? Mal ehrlich "Herr Ehrlicher", ist mit ihnen die Eitelkeit durchgegangen? Wir sind nicht in Amerika und alte Männer haben wir in Regierungskreisen weltweit gerade genug.

Nicht, dass man meint, ich sei Herrn Sodann nicht wohlgesonnen, im Gegenteil und deshalb wohl auch der Frust. Für mich ist er nicht nur ein sehr guter Schauspieler - möglichst keinen Tatort und keinen anderen Film mit ihm habe ich mir entgehen lassen - auch sein Auftreten sonst gefiel mir. Aber als Bundespräsident repräsentieren, Gesetze zu verabschieden, internationale Verbindungen knüpfen usw., das ist doch wohl doch eine Nummer zu groß. "Schuster bleib bei deinen Leisten"

Dass Herr Sodann der Linken wohlgesonnen ist, ist seine private Sache, die respektiert wird. Aber sich vor deren Karren spannen lassen und die eigene Reputation auf Spiel setzen ist für mich unverständlich. Die Linke wird ihn verkaufen wie Frau Ypsilanti die SPD verkauft hat. Spätestens nach dem zweiten Wahldurchgang wird er zugunsten der Frau Schwan verzichten und dann haben wir das nächste Problem am Hals. Auch sie lässt sich von jedem wählen, Hauptsache man kommt an die Macht.

Ja, ich bin bekennender Anhänger des jetzigen Bundespräsidenten. Als ehemaliger Chef der Weltbank hat er den notwendigen Weitblick, die politische Kompetenz, besitzt den Mut sich auch dort einzumischen, wo es anderen weh tut. Wir haben genug lahme Enten gehabt. Die älteren werden sich noch an Herrn Lübke erinnern oder an Herrn Scheel, na ja, der konnte wenigstens noch singen.

So kann ich nun nach ein paar Tagen der Nominierung nur sagen, dass meine Bewunderung für Herrn Sodan einen ganz schönen Knacks bekommen hat und ich unserem Bundespräsidenten wünsche, dass er noch eine ganze Weile Bundespräsident bleibt.

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6.10.08

Erntedank

Mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Bin ich auch dankbar oder erwarte ich nur Dank? Wie ist man eigentlich dankbar? Schlicht und einfach Danke sagen und denken, Mensch, prima, da freue ich mich mal echt darüber? Oder dem anderen "Honig um den Bart schmieren". Zum Schluss denkt man vielleicht noch, ich mache es doch nicht recht und so mache ich es wie ich es will.

Ob danken anerzogen ist oder der Mensch das genetisch mitbringt weiß ich nicht. Dankrituale gibt es solange die Menschen auf der Erde sind. Mal grausam - da wurden zum Dank Menschen geopfert - mal Tiere (nicht weniger grausam) - oder einfach Erntegaben. Anfang Oktober ist Erntedank und das bezieht sich nicht nur auf die Früchte von Feld oder Garten, sondern auch dafür, was wir mit unserer Hände Arbeit oder mit dem Kopf geschaffen haben.


Obwohl jedes Kind zum Danken erzogen wird, ist es manchen abhanden gekommen und verstehen unsere Gesellschaft bzw. Gemeinwohl als Selbstbedienungsladen und vergessen dabei auch noch zu Zahlen. "Das steht mir zu", hört man immer wieder, ohne dass diese nachdenken, wer ihnen die Möglichkeiten für das gute Leben ermöglicht hat. Oder: Die anderen nehmen sich auch davon, ich bin doch nicht so blöd und bediene mich dann nicht auch.


Wenn ich einmal soweit bin, schlägt die Dankbarkeit ganz schnell in Habgier um. Habgier ist für mich die Triebfeder, ob bewusst oder unbewusst, für alle spekulativen Geschäfte und insbesondere die Börse. Das schnelle Geld lockt nicht nur Kleinanleger, auch die großen und besonders diejenigen, die schon sowieso zuviel haben. Den Sinn für die Realität, gepaart mit Arroganz und Gewinnsucht haben die bereits verloren, von denen wir nicht nur gestern, sondern leider wohl auch in Zukunft immer wieder hören werden und das nicht nur von der bekannten Münchner Bank, die alle Sparer in Deutschland in Angst und Schrecken versetzte. Diese Leute brauchen keine Dankbarkeit erwarten, von keiner Seite.

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3.10.08

Einheit Deutschlands

Manchmal frage ich mich, wie einheitlich sind wir denn nun schon, nach doch so vielen Jahren? Generell betrachtet hat sich schon vieles zum Positiven entwickelt. Viele fahren in den Urlaub nach Rügen und man sagt nicht mehr, dass man in den Osten fährt. Betrachtet man aber bei dieser Gelegenheit die Löhne und Preise, so meint man, die Wiedervereinigung sei noch nicht so lange her.
Warum kann man hier nicht endlich mal "Einheit" schaffen.


Die Parteien haben es doch auch schon geschafft und man akzeptiert das. Dennoch, und das ist das Verrückte, geht bei jeder Landtagswahl der Aufschrei von neuem los: Die Linken sind da! Dass man nicht sagt: Die vom Osten sind da, fehlt gerade noch. So brauchen wir vermutlich noch lange, bis wir uns "aneinander gewöhnt haben".


Dass wir im "Westen" auch nicht alles richtig machen zeigt uns nicht nur die "Linke", auch die Wahlen in Bayern haben gezeigt, dass manchen Parteigrößen die Basis ziemlich Wurst ist und auch im Musterland ("Bayern ist schon da wo Deutschland noch hin will" - au weia) hatte man schon länger den Eindruck, dass das Königtum wieder eingeführt wurde, viele das aber nicht mitbekamen und jetzt erst aufgewacht sind.

So soll mal jeder vor seiner eigenen Haustür kehren und nicht nur die Probleme der anderen hervorheben. Aber trotzdem, irgendwie können wir doch stolz sein, dass wir das mit der Wiedervereinigung so hinbekommen haben auch wenn uns das viel Geld und Nerven kostet.

Und wenn ich mir so überlege, dass meine Generation, bei allen politischen Wirren, Problemen, Auseinandersetzungen usw. in Deutschland und im Umland mit keinem Krieg konfrontiert wurde muss ich sagen, wir können heute am 3. Oktober froh und glücklich sein. Man muss kein Berufsoptimist sein um zu sagen, das mit der "Einheit", das kriegen wir dann auch noch hin.

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2.9.08

Kein amerikanischer Traum

Ich fuhr einen amerikanischen Kunden zum Flughafen. Wir beide arbeiteten in der Automobilzuliefer-Industrie und dann ist das Thema natürlich das Auto und vor allem welcher Antrieb der wirtschaftlichste ist etc.

Mehr aus dem Wunschdenken heraus sagte ich meinem Fahrgast, dass ich der Meinung bin, dass es solange auch nicht mehr dauern wird, bis die Amerikaner mit Diesel fahren. Ich sah im Geiste schon die hohen Stückzahlen von Teilen die man nach den USA verkaufen konnte. Mein amerikanischer Gast dagegen meinte, dass er sich das überhaupt nicht vorstellen kann, denn das Benzin ist ja so billig (das stimmte damals: ca. 35 US Cent pro Gallone, das sind etwa 3,8 l). Und wenn, dauert das quasi "ewig".
Außerdem sei das ein soziales Problem, meinte er. Wenn die Leute, die oft zig Kilometer zur Arbeit fahren, zuviel für den Sprit zahlen müssen, muss an anderen Bedürfnissen gespart werden und dann gibt es Proteste. Das könne sich keine Regierung leisten.

Heute sieht das alles schon ganz anders aus. Schneller als ich es selbst glauben konnte und noch schneller für die Amerikaner. Die amerikanische Autoindustrie hat die Öl-Versorgungssituation völlig verkannt und der Amerikaner selbst war bisher auch nicht bereit zurück zu stecken.

Wenn man heute beim amerikanischen Wahlkampf richtig zuhört, erfährt man, dass vieles immer noch brach liegt, im sozialen Feld zu wenig getan wurde und es den Leuten schon lange nicht mehr gut geht.

Langsam wird nun offenbar, wie viel die USA wirklich an Öl verbraucht und Sie haben es sicherlich auch gelesen: Die Amerikaner stellen nur 4 % der Weltbevölkerung, verbrauchen aber 25 % des globalen Öls. Das ist ein echter Hammer, das kann auf Dauer nicht gut gehen, der "kleine Mann" wird die Rechnung zahlen müssen und das merkt er jetzt.

Nun frage ich mich, wie konnte es soweit kommen? Ich kenne dort viele die wirklich hart arbeiten
, die Frau muss mitarbeiten, viele haben mehrere Arbeitsstellen und trotzdem geht es nicht vorwärts.
Oder liegt es an der Regierung, die die Menschen eingelullt hat im Glauben "wir sind sowieso die Größten und Besten in der Welt, wir schaffen alles" und die Geldeinnahmen nicht für´s Volk sondern für Kriege (in eigener Sache) verwendet habt.

So richtig habe ich den Faden noch nicht zusammen bekommen, wie die USA tickt. Ich hoffe aber, dass die Menschen dort die Krise gut überwinden.
Eins kann man aber daraus lernen, auch bei uns wird das Leben härter und teurer.

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15.8.08

Wollen Sie Deutscher bzw. Deutsche werden

Ok, dass zu Weihnachten keine Eier gefärbt werden sondern der Christbaum geschmückt wird, wissen auch schon die kleinsten Kinder. Obwohl man manchmal in den Auslagen der Geschäfte nicht recht weiß, ob nun Ostern oder Weihnachten ist. Dass der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt wird, ist auch permanenten Nichtwählern geläufig.
Wie sieht es aber mit dem Komponisten unserer Nationalhymne aus? Wissen Sie was die "europäische Integration" ist? Und wenn man fragt: Wie viel Länder hat die Bundesrepublik, fängt oft die Antwort mit "..äähh" an. Bei manchen Leuten kann man dann ein paar noch weg nehmen bei anderen ein paar dazu zählen.

Wollen Sie mal sehen, mit welchen Fragen sich Einbürgerungswillige herumschlagen müssen? Testen Sie mal ob Sie eingebürgert werden würden!
www.zeit.de

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25.7.08

Obama time

Was sagen unsere Prominenten zur Obama-Rede?
www.spiegel.de

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