31.5.09

Vatikan - Die Peterskirche

Die Geschichte der Peterskirche, der größten Kirche der Christenheit, ist umfangreich, gar nicht auf Anhieb zu beschreiben aber durch die verschiedensten politischen Ereignisse im Vatikan und Rom, den wechselvollen Begebenheiten am Bau selbst, höchst interessant.

Die erste Peterskirche gab es schon um 320. In den weiteren Jahrhunderten diente diese Kirche in erster Linie den römisch-fränkischen und römisch-deutschen Kaisern als Krönungskirche. Zudem sah diese Kirche auch völlig anders aus als heute. Denn den Kirchenbau, den wir kennen, veranlasste erst Papst Nikolaus V. etwa 1447 und bis wirklich die Kirche im Jahre 1626 durch Papst Urban VIII. eingeweiht wurde (aber deshalb noch lange nicht fertig war), passierte viel und der Baumeister gab es auch viele. Klangvolle Namen wie Michelangelo (von ihm stammt der Entwurf der leicht ovalen Kuppel) und Raffael sind dabei.


Betritt man die Kirche erfasst man im ersten Moment die Größe nicht so richtig. So ging es jedenfalls mir. Erst wenn man auf dem Fußboden die Maße anderer Kirchen der Welt, z. B. vom Kölner Dom, eingezeichnet sieht, begreift man erst wo man steht. Der zweite Eindruck ist, man weiß nicht wo man zuerst hinschauen soll. Kunst allent halben und das noch von wirklich großen Meistern. Mich haben die "Gemälde" aus Mosaiken sehr beeindruckt. Die Vielfalt der Farbnuancen (allein von gelb gibt es weit über Tausend Abstufungen) ist unglaublich. Dann die Pieta, die Heilige Pforte, der Hochaltar mit dem Grab des Petrus darunter, das Grab von Johannes XXIII. usw. usw. Es schwirrt einem der Kopf und die Geräuschkulisse erschlägt einen beinahe.

Etwas innere Ruhe und Andacht findet man erst weit vorn, hinter dem Hochaltar, in der Apsis, angesichts der Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes. Hier kann man geistig etwas ausspannen und zu klaren Gedanken kommen. Eine Hilfe dabei ist, dass es hier fast so aussieht wie in einer ganz normalen Kirche und das ist wichtig. Kirche ist nicht nur groß und wuchtig, auch klein und scheinbar unbedeutend.
Beim Anblick der Taube in der hinteren Kirchenwand erfasst man dann, dass es ohne den Heiligen Geist das alles gar nicht gäbe, ohne ihn weder Peterskirche noch eine andere Kirche aus Stein, noch die lebendige Kirche, nämlich uns.


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28.5.09

Pfingsten

Für viele ist Pfingsten ein Feiertag wie jeder andere im Jahreskreis und das wichtigste wie oft, am Montag ist auch noch arbeitsfrei. Das Pfingsten quasi der Geburtstag der Kirche ist, wissen viele nicht, vielleicht noch, dass es etwas mit "Geist" zu tun hat, da der Heilige Geist auf die Apostel der Urkirche herabgekommen ist.

Dabei hätten wir alle und vielleicht besonders die, die vom Heiligen Geist nichts halten, ihn bitter nötig. Denn ohne einen guten Geist geht in vielen Lagen unseres Lebens nichts und zwischenmenschlich schon gar nichts. Zwischenmenschlich bedeutet nicht nur innerhalb der Familie oder des Freundeskreises, zwischenmenschlich bedeutet zwischen allen Menschen auf der Erde.

Wenn die weiße Bevölkerung denkt, der Rest der Welt kann uns nicht mal das Wasser reichen und die Afrikaner oder Asiaten meinen, wir sind eh nur ein verlottertes Volk ohne Moral, dann merken wir ganz schnell, hier fehlt der "gute Geist", der Spirit, der uns zeigt, dass wir alle wirklich in
einem Boot sitzen. Unsere Welt im Gleichgewicht zu halten, ob politisch, religiös oder wirtschaftlich wird in Zukunft die Aufgabe aller sein.

"Macht Euch die Erde untertan" heißt nicht, Öl, Kohle, Holz, Wasser, Nahrung usw. so zu verbrauchen, dass unsere Kinder und Enkel nichts mehr haben. Vielleicht sollten wir wieder so denken, wie wir zu Urzeiten gedacht haben bzw. die Urvölker der Erde heute immer noch denken: Nicht "Was kann ich noch haben", sondern "Was sollte ich sein und was kann ich für die Gemeinschaft tun?".


Heere Worte denken Sie? Mag sein. Wenn wir aber auf Dauer nicht begreifen, dass z. B. der Anbau von Viehfutter in den südlichen Ländern der Erde, für die Steaks die wir essen, wichtiger ist als die Ernährung der Menschen dort, solange gibt es noch keine guten Geist, keine gute Gemeinschaft. Eine gute Gemeinschaft ist wie eine grüne Wiese: Jeder Grashalm ist nötig.

Pfingsten ist ja eigentlich ein Geburtstag, an dem man mit anderen feiert - auf Augenhöhe. Vielleicht denken wir an diesem Tag tatsächlich mal an den Rest der Welt - auf Augenhöhe. Immerhin haben wir am Montag auch noch Zeit dazu.

Weitere Artikel:
Wie lange ernährt uns die Erde noch?
Power - Heiliger Geist

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9.5.08

Power – Heiliger Geist

Der Geist macht den Menschen aus. Sagen wir nicht manchmal: Wessen Geistes Kind ist er? Allein damit geben wir zu, dass in den allermeisten Fällen nicht Körper, Aussehen oder andere Äußerlichkeiten für die Beurteilung eines Menschen wichtig sind, sondern sein Geist.



Im Deutschen gibt es für mich (leider) kein Wort, das wie das englische Wort „Power“ den Heiligen Geist so beschreibt. Power ist umfassender im Gegensatz zu, Kraft, Fülle, Energie etc. Von diesem Heiligen Geist sollte, wenigstens ein Stück weit, jeder von uns durchweht sein. Wären wir eine Wohnung für diesen Heiligen bzw. guten Geist, was könnten wir nicht alles bewirken – zum Guten.

So merken wir dann ganz schnell, dass dieser Geist vielen Menschen, aber auch Religionen und Regierungen abhanden gekommen ist. Egoismus, Intoleranz, Habgier, Neid, Machthunger und so könnten wir gerade weiter aufzählen sind in der Welt dominant. Angesichts dieser Tatsache wird man oft kleinmütig und glaubt bald auch nicht mehr daran, dass die wenigen mit einem guten Geist noch etwas bewirken können. Dennoch, jeder von uns muss immer wieder versuchen, jeden Tag von neuem, einen guten Geist zu verbreiten, sonst wären wir und die Welt bald verloren. Pfingsten ist dafür ein guter Tag um uns das wieder einmal bewusst werden zu lassen.

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