17.2.09

Kopf oder Computer

Liebe Senioren, die gute Nachricht vorweg: So alt können Sie gar nicht werden, dass Sie nicht den Computer schlagen könnten. Fallen Sie nicht vor jedem Computer gleich in Ehrfurcht. Computer sind doof und können nur das was man ihnen sagt und das auch nicht immer.

Unser Gehirn hat so 200 Milliarden Nervenzellen, die unsere ganzen Lebensprozesse organisieren (durch die Finanzkrise kennen wir uns ja in Milliarden aus, es sind also wirklich viele). Damit aber alles im Kopf funktioniert ist alles untereinander verbunden, mit sogenannten Synapsen. Davon haben wir 100 Billionen - toll was? Aber das Beste ist, dass jede Nervenzelle mit 10.000 anderen in Verbindung treten kann und das nur über 4 Schritte.

So, und was kann der Computer? Der kann pro Sekunde 1 Billion Rechenoperationen abwickeln, bei einem Strombedarf von mindestens 50.000 Watt. Vielleicht denken Sie jetzt: Alle Achtung, wie schnell das geht. Aber keine Sorge, Computer sind Langweiler, bis die in Gänge kommen sind wir schon längst fertig. Unser Gehirn wickelt 10 Billiarden (aufpassen, Billiarden, das sind zwei Zehnerpotenzen mehr als Milliarden) Rechenoperationen pro Sekunde ab und das bei maximal 15 Watt. Na, immer noch beeindruckt vom Computer?

Übrigens habe ich mich auch schon immer geärgert, dass mein guter Fotoapparat die Bilder nie so richtig darstellt wie ich das Bild in Erinnerung habe. Wenn ich aber weiß, dass mein Auge 10 Millionen Informationen pro Sekunde aufnehmen kann, wundert das mich nun auch nicht mehr.

Man könnte noch einiges aufzählen, aber das allein schon genügt, um über das Wunderwerk Gehirn zu staunen. Und dann lese ich, dass der Mensch dabei ist sich selbst zu entschlüsseln und sich am Ende noch selbst "nachbauen" will. In deren Köpfen sind wohl doch einige Synapsen falsch "verdrahtet" bzw. diese Leute begeben sich auf das niedrige Niveau des Computers.

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12.1.09

Fortschritt um jeden Preis

"Baby ohne Brustkrebs-Gen". Geht es Ihnen sowie mir, wenn Sie solche Schlagzeilen lesen, dass Sie sich fragen, was denn noch? Nicht dass man fortschrittsfeindlich wäre oder etwas gegen die moderne Technik hätte. Nein, ohne sie würde es uns in vielen Bereichen nicht so gut gehen, allein schon wenn man die Medizin betrachtet.

Dennoch beschleicht einem manchmal ein komisches Gefühl besonders dann, wenn die Medizin sich auf Gebiete begibt, die einem doch weitgehend unantastbar, ja vielleicht ein Stück weit "heilig" sind. Irgendwo in Inneren spüren wir, dass der Mensch meint, er könne sich enträtseln und selbst am Wohl und Wehe der Menschheit Hand anlegen. Dass wir noch Lichtjahre davon entfernt sind glauben diese Leute nicht und da beginnt der Größenwahn.

Größenwahn haben wir in unserer Geschichte genug erlebt. Meine Generation, die zwar im "Braunen Zeitalter" geboren wurde, zum Glück davon aber nichts weiß, dennoch aber genug von den Eltern mitbekommen hat, ist noch ganz "normal" auf die Welt gekommen. Wäre damals schon die Gen-Technik soweit gewesen - nicht auszudenken.

Ist das Mädchen, dass eine bestimmte Form des Brustkrebses nicht mehr bekommt, nun besser dran als alle anderen? Vielleicht! Vielleicht ist das nun nicht mehr vorhandene Gen wirklich das Gen, das später einmal die Krankheit ausgelöst hätte. Man fragt sich nun aber doch, was soll zukünftig in den Köpfen der Eltern vorgehen bei der Frage: Wie schütze ich mein Kind vor allen möglichen Krankheiten am besten ?

Natürlich will jeder gesunde Kinder, anders wäre es auch wohl nicht normal. Dennoch entscheiden sich die allermeisten für ein Kind, so wie es ist, ja, wie Gott es ihnen schenken wird, auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. Auch wenn die Lebenserwartung nicht so hoch ist oder es mit einer Krankheit behaftet ist. Es gibt kein unwertes Leben, wie es in unserer braunen Vergangenheit apostrophiert worden ist.

Es gibt nur Leben. Und das zu erhalten ist nicht nur die Aufgabe der Eltern, sondern der Gesellschaft - wenn sie menschlich bleiben will.
Gerade bei der Gen-Technik sollten die Menschen sich nicht versteigen "den lieben Gott" zu spielen, denn dann bekommen wir Probleme, die wir selbst unseren schlimmstem Feind nie wünschen würden.

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4.9.08

Tod oder doch noch nicht tot

Eines der meist diskutierten Themen ist der Tod bzw. wann ist man eigentlich tot. Das ist nicht verwunderlich, geht es doch auch um unser eigenes Leben und wenn das mal weg ist, sind wir hier auf Erden auch unwiederbringlich weg.
Sicher melden sich da gleich einige, na, das mit dem Tod ist doch definiert: Hirntod gleich tot.

Als ich las, dass die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" das 40 Jahre alte Hirntod-Kriterium in Frage stellte, kam ich ins Grübeln. Jetzt werden vielleicht einige sagen, die Kirche hat, wenn es um Leben und Tod geht, bei anderen immer etwas herum zu kritteln. So einfach ist das aber nun auch wieder nicht und für mich wäre diese Argumentation sehr vordergründig.

Ich stelle mir vor, ein Familienmitglied liegt im Krankenhaus und wartet auf ein Spenderorgan. Der Zustand wird schlechter und schlechter und plötzlich heißt es, hurra, wir haben das passende Organ. Die Frage von wem und wie es dazu kam, dass jetzt plötzlich eins da ist, steht erstmal überhaupt nicht zur Diskussion.

Wenn alles gut gegangen ist und wir wieder "normal" denken können, kommt einem: Ja, wie kamen wir denn zu dem Organ? In der Regel ist es ein Unfalltod und ein Arzt hat festgestellt, der oder diejenige ist tot und die Organe können entnommen werden. War er nun wirklich tot, obwohl der Arzt nach bestem Gewissen entschieden hat oder haben wir den beinahe Toten quasi noch ein Stück weit umgebracht?

Wer kann denn wirklich entscheiden wann einer tot ist? Ich bin ehrlich, ich könnte es in solchen Fällen nicht, trotzdem würde ich mich freuen, wenn das Familienmitglied weiter leben kann.

Die einzige Konsequenz daraus ist: Wenn man sich einen Organspender-Ausweis ausstellen lässt, und das halte ich immer noch für eine gute Sache, muss diese letzte Konsequenz aber eindeutig bejaht werden, zum Wohle eines anderen ... und trotzdem sinniere ich über dieses Thema immer wieder nach.

www.heute.de

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13.5.08

Rosen statt Opium

Wer hat früher schon Afghanistan gekannt? Das lag weit weg irgendwo im Osten, in Asien. Mit dem Einsatz unserer Bundeswehr ist das schlagartig anders geworden. Nicht nur, dass man meint, das Land liegt nun viel dichter an Deutschland, durch die Soldaten hat man auch mehr einen persönlichen Bezug.

Im Laufe der Zeit wurde dann auch noch dem Letzten bewusst, dass sich unsere Soldaten in einem Land aufhalten, das zu den Spitzenproduzenten von Mohn bzw. Rohopium zählt. Erste Reaktion: Das muss unterbunden werden und man denkt dabei auch an die vielen Drogenabhängigen bei uns.

Wie wir aber auch wissen, werden in Afghanistan auf einigen, wenn auch gegenüber dem Mohnanbau kleinen Flächen Rosen angebaut. Der schwäbische Naturkosmetiker von Wala hatte nach den Anschlägen vom 11. September die Idee, hochwertiges, organisch angebautes Rosenöl von dort in die eigene Produktion aufzunehmen um wenigstens einen kleinen teil der Opiumgewinnung einzudämmen. Nun werden in der Gegend um Dschalalabad Rosen angebaut.

Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Afghanistan im letzten Jahr mit seiner Rohopiumproduktion Weltmarktführer ist und zwar mit 93 %. Das heißt mit anderen Worten, die Kassen des Staates werden mit diesem Geld gefüllt und mit nichts anderem. Und wer denkt, irgendjemand auf der Welt könnte Afghanistan zwingen den Mohnanbau aufzugeben, ist ein Traumtänzer - auch unsere Soldaten nicht.

Dennoch darf man nicht aufgeben und die Idee dort Rosen anzubauen finde ich einfach super. Viele Firmen, die sich oft gern ein soziales Image geben, besonders dann, wenn es nicht viel kostet, könnten hier und in andere Projekte einsteigen um die Lage in Afghanistan zu verbessern.
Letztlich helfen wir uns selbst und auch denjenigen, die von den Drogen abhängig sind.

www.welthungerhilfe.de

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