22.6.09

Paris - Die Farben vom Place du Tertre

Jeder kennt die Bilder die auf dem Place du Tertre gemalt werden. Motive, als ob es in Paris immer bzw. oft regnet. Schlanke Damen mit Schirm sieht man auf den Boulevards und alles spiegelt sich auf der Straße und an den Fassaden; aber es gibt auch noch andere Bilder. Den Malern so über die Schulter zu schauen, oder sich selbst malen lassen, das macht schon Spaß und man kann herrlich die Zeit vertrödeln, unglaublich.

Der Place du Tertre ist ein ehemaliger Gemeindeplatz auf dem Montmartre und hat überhaupt nichts großstädtisches. Für Touristen sieht es aus wie in einem französischen Dorf. vielleicht macht aber gerade das den Reiz des Platzes und des Viertels aus.


Auch wenn es morgens noch ziemlich ruhig ist, kommen mit den ersten Malern auch die Touristen und dann wird es wirklich lebendig. Wer da alles was malt, man kann stundenlang zusehen. Und wenn der Hunger kommt, dann warten schon viele kleine Restaurants auf Sie. So kann man dann auch vor dem Restaurant mit dem Blick auf den Platz das ganze Ambiente genießen. Hier kann man einen großen Teil des Tages verbringen und merkt nicht, wie die Zeit vergeht.


Labels: , ,

11.3.09

Oh, wie schön

"Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters", sagt man oft leicht dahin. Das stimmt zwar, aber jeder einzelne von uns unterliegt einer Denkstruktur, die von Anbeginn des menschlichen Daseins geformt wurde.

Halten wir deshalb doch alle immer das selbe für "schön" oder eben "nicht schön"? Ja, irgendwie schon, obwohl der einzelne meint, er hätte seine eigene Meinung und richte sich nicht nach den anderen. Ein Schlüsselwort für Schönheit ist Symmetrie. Pauschal kann man sagen, dass in den meisten Fällen Dinge für schön empfunden werden, die symmetrisch sind. Beispiele gibt es hierzu genug: Das geht beim eigenen Auto los und hört vielleicht bei den alten Pyramiden auf. Schmetterlinge sind symmetrisch, Säulengänge, Vögel und Flugzeuge, das Yin- und Yang-Symbol, das Kleeblatt, die Schneeflocke usw. usw. und macht auch vor dem Menschen nicht halt.


Menschen mit einem schönen Gesicht weisen einen hohen Grad an Symmetrie auf. Das heißt nun nicht, dass diejenigen, die kein so symmetrisches Gesicht haben hässlich sind, aber wenn wir ehrlich sind, sind diese Gesichter "interessant" nicht unbedingt schön.


Wenn aber alles in der Welt seine starre Symmetrie hätte wäre es allerdings nicht nur langweilig, vielleicht auch festgefahren. Dann heißt es: Bruch der Symmetrie. Wenn an einer gleichberechtigten Kreuzung vier Autos stehen und sich jeder Fahrer an die Regeln hält kommt keiner weiter. Der, der die Regel bricht, bringt die Sache wieder in Bewegung. Deshalb liegt der Bruch der Symmetrie und die Symmetrie selbst bei der Einschätzung um das Schöne so eng beieinander.


Beobachten Sie sich einmal selbst und überlegen Sie, warum Sie das eine für schön und das andere für weniger schön halten. Vielleicht sind Sie auch überrascht darüber, in welchem Maße Sie sich von der Symmetrie beeinflussen lassen.

Labels: ,

14.11.08

Künstlerin Natur

Dass die Natur in Kreativität und Einfallsreichtum unschlagbar ist, merken wir nicht erst im Herbst, wenn alles in den schönsten Farben leuchtet. Auch Kleinigkeiten und Details sind oft von so einer Schönheit, dass man sie einfach bewundern muss. Vor allem, wenn man alt bekannte Dinge, an denen man oft vorbei läuft, sich richtig ansieht. Egal ob man sich im Frühjahr die feinen Pollen in einer Blüte ansieht oder im Winter die Schneekristalle.

Aber auch die Tiere zeigen uns, dass die Natur nicht mit Einfallsreichtum spart. Ob man nun zuhause ein Katze oder Hund mit einem schöne Fell hat oder in einem Aquarium die bunten Fische bestaunt. Kleine Wunder also überall.


"Wunder der Welt" nennt ein Fotograf sein neues Buch, in dem er eine Vielzahl von wunderschönen Fotos gesammelt und veröffentlicht hat. Ein paar von diesen Bildern können Sie sich schon mal ansehen, wenn sie die Seite anklicken.
Viel Spaß dabei.
www.zeit.de

Labels: , , ,

13.10.08

Der Löwenmensch von Ulm

Viele kennen den "Schneider von Ulm", aber einen Löwenmenschen von Ulm? Ja, in der letzten Zeit machte sich in Ulm ein Wesen breit, das nicht zu übersehen war - eine Nachbildung des "Löwenmenschen" von der Schwäbischen Alb. Und mit diesem "Menschen" sind wir schon wieder bei der modernen Kunst, wie schon vor ein paar Tagen.

Zuerst sei gesagt, dass dieser Löwenmensch, also das Original, so rund 32.000 Jahre alt ist und somit wohl das älteste eiszeitliche Kunstwerk ist, das wir kennen. Von der kleinen Plastik, knapp 30 cm groß - halb Mensch, halb Tier - geht eine unheimliche Faszination aus. Der Schöpfer dieser Plastik war ein Künstler auf höchstem Niveau. Aus welchen Gründen er diese Plastik schuf ist unbekannt, wenngleich es immer Ansätze zu Spekulationen gibt.


Heute wäre dieser Künstler von damals ein "Moderner Künstler" und damit sind wir bereits bei dem eigentlichen Problem das die moderne Kunst mit uns hat beziehungsweise umgekehrt. Ist, wie in diesem Fall, die Skulptur Tausende von Jahre alt, gibt es keine Diskussion darüber ob modern oder nicht, muss man beim Betrachten viel denken (bzw. was hat sich vielleicht der Künstler gedacht) oder spricht das Kunstwerk für sich selbst. Das heißt also, wir nehmen das Kunstwerk an, so wie es ist und hinterfragen es nicht lange.


Inzwischen wird moderne Kunst ständig hinterfragt, ständig muss man sie erklären, sie buhlt ständig um Verständnis bei den Unverständigen. Warum eigentlich dieser Zwiespalt in der Kunst, der so alt ist wie die Kunst selbst?
Nun, ich muss ehrlich sagen, dass ich auch einer von denen bin, die häufig im Clinch mit der modernen Kunst liegt. Aber irgendwie macht das auch Spaß und, das ist ja das Beste daran, man setzt sich mit ihr auseinander. Oder haben Sie schon mal so heftig über einen alten Meister diskutiert wie über moderne Kunst?


Nun aber noch zum "Löwenmenschen von Ulm". Die Nachbildungen, etwa zwei Meter groß, standen (jetzt am Wochenende wurden viele versteigert) und stehen noch an vielen Stellen der Stadt, bunt bemalt und sind ein echter Hingucker. Natürlich sind auch diese Plastiken in der Diskussion, aber dadurch wusste man wenigstens, wo sie überall stehen - alles hat sein Gutes.

Mir gefallen die Plastiken jedenfalls sehr gut, damit bekommt die Stadt immer wieder einmal einen besonderen Pfiff, wie die Spatzen vor einigen Jahren.


Und wenn sie das Original des "Löwenmenschen " sehen wollen, im Ulmer Museum steht es. www.loewenmensch.de
Siehe auch mein Post vom 9. 10. 08 (Moderne Kunst - Weishaupt-Museum Ulm)

Labels: , , , ,

9.10.08

Moderne Kunst

Mit der modernen Kunst ist das so eine Sache. Mal ehrlich, denken Sie manchmal auch: "Das soll Kunst sein, das kann ich auch". Also mir ist das schon öfters so ergangen und letztlich stößt man dann doch auf die Frage, warum hat der Maler so und nur so gemalt und warum wird das Bild in einem Museum auch noch aufgehängt?

Ulm hat ein ganz tolles neues Museum mit moderner Kunst. Sagen Sie jetzt nicht: Für so etwas wirft die Kommune auch noch Geld raus. Im Gegensatz zu vielen gut betuchten Leuten, denen nicht besseres einfällt als ihr Geld nach Liechtenstein bringen, hat Max Weishaupt, der von den Ölbrennern, den Ulmern ein Museum geschenkt - Haus und Inhalt. Finde ich super!

Nun war ich mit einer Gruppe in diesem Museum und ich muss gestehen, ich bin halt mitgegangen, denn von moderner Kunst halte ich auch nicht soviel - bisher. Als ich wieder heraus kam war ich zwar noch kein begeisterter Anhänger dieser Kunstrichtung, aber ich habe nun verstanden, wie man mit dieser Kunst umgeht. Vielleicht lag es auch an dem, der uns die Kunst erklärte, denn der machte seine Sache sehr gut.


Zum Beispiel "Das letzte Abendmahl". Nicht das vom Leonardo, nein, das von Andy Warhol. Abgemalt, die erste Reaktion. Stimmt, hörte ich, das ist aber ok, denn wir machen in unserem Leben das meiste nach, bewusst oder unbewusst. Und etwas abmahlen ist keine Schande im Gegenteil, es wird tatsächlich neu interpretiert.
Sieht man sich das Abendmahl von Leonardo an ist man nicht nur beeindruckt, man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll. Und so fährt das Auge erst einmal wirr übers Bild. Warhol beschränkt sich auf Jesus und zwei Jünger, allerdings in doppelter Ausführung. Das linke noch nicht gut ausgemalt, das recht schon etwas mehr.

Nach länger Betrachtung gefiel mir das Bild immer besser. Nicht die eigentliche Malkunst, sondern die Aussage des Bildes. Kurz gesagt: Nach links zu immer mehr Auflösung - eins werden mit Gott - nach rechts immer konkreter - hin zu den Menschen, zur Realität. Das Bild schafft also die Verbindung "zwischen Gott und dem Menschen". Somit stimmte mich das Bild nachdenklich und die moderne Kunst - "das kann ich auch" - schwand doch dahin mit einem guten Schuss Achtung vor Warhol; so habe ich ihn noch gar nicht gesehen.

Es lohnt sich also doch auch mal moderne Kunst anzusehen.

Labels: ,