22.7.09

Die Ritter - ehrbar und anständig

Neulich waren Familienmitglieder bei einer Ritter-Turnierveranstaltung im Bayrischen. Völlig begeistert kamen sie zurück. Dabei ging es nicht nur um das Turnier selbst, um das ganze Flair, das so eine Veranstaltung, wenn sie richtig aufgezogen ist, ausmacht. Was fasziniert uns eigentlich an den Rittern und am Mittelalter?

Das Rittertum und das Mittelalter haben schon immer fasziniert, außer wohl die Leute, die es selbst im Mittelalter erlebt haben. Viele Kriege, oft wenig zum Essen, Krankheiten und keine richtige Medizin, schlechte Wohnverhältnisse usw. Das alles steht in völligem Kontrast zu dem, was uns gern überliefert wird.

Würden wir z. B. Walther von der Vogelweide glauben, bekanntlich der große Lyriker des Mittelalters, wäre diese Zeit nur von eitlem Sonnenschein geprägt. War aber mit Sicherheit nicht so und letztlich haben wir auch keine Belege dafür, was in dieser langen Zeit zwischen ungefähr 500 bis 1500 so alles passierte. Einzelheiten, ja, und wenn, dann über die besser Gestellten, auf keinen Fall über die einfachen Leute.

Aus den Kriegern, die damals umherzogen und überwiegend plünderten entstand ein Rittertum mit den Idealen, die wir in ihnen gern sehen. Hier ist wohl der Ansatz zur Verklärtheit dieser Zeit und dem Rittertum. Das war aber auch bei den Rittern nur am Anfang so und wie es immer im wahren Leben ist, kommen den gut Gesinnten auch schlecht Gesinnte hinzu und das war das Raubrittertum.

Raubritter, den Begriff kennen wir heute noch gut und wenn wir an die Bankenkrise denken, sind wir vom Mittelalter nicht gerade weit entfernt. Vielleicht liegt es an unserer Ohnmacht, die wir gegenüber den Bankern verspüren, die gewissenlos und ohne Skrupel, nur den eigenen Profit vor Augen, anderer Leute Geld verjubeln. Und wenn man den neuesten Nachrichten Glauben schenken kann, haben sie auch nichts dazu gelernt. Sicherlich auch nichts lernen wollen, denn die Triebfeder dazu steckt tief - eben im Raubrittertum.

Sie meinen wir alle sollten etwas dazu gelernt haben? So in Richtung "ehrbar und anständig"? Nein, wie auch. Das Raubrittertum liegt nur ungefähr 15 Generationen zurück. Zu wenig im großen Zeitrahmen der Menschheit. Leider, und so müssen wir immer wieder von neuem lernen, wirklich Selbstverantwortung zu übernehmen und nicht nur den Versprechungen der anderen zu glauben - den Raubrittern in Anzug und Krawatte.

Die Sehnsucht nach dem edlen Ritter wird wohl immer eine Fata Morgana bleiben.

Labels: ,

3.6.09

Die Schwäbische Alb - Schatzkammer der Welt

Auch die Unesco weiß was die Schwäbische Alb wert ist: Kürzlich, bei einer Sitzung auf der koreanischen Insel Jeju, wurde das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in den Kreis der weltweit bedeutenden Kulturlandschaften aufgenommen. Eine Auszeichnung, die man auf den ersten Blick nicht erwartet hätte, als Laie, aber auf die man sehr stolz sein kann.

Beim Stichwort "Schwäbische Alb" geht es aber nicht nur um Landschaft. Sehr großes Aufsehen und das auch weltweit, haben die Kunstwerke gemacht, die auf der Alb ausgegraben wurden. Der neueste Fund, ausgegraben im "Hohlen Fels" bei Schelklingen (Nähe Blaubeuren/Ulm) ist die älteste Menschenfigur der Welt mit rund 40.000 Jahren. "Eiszeit-Venus" wurde sie in der Zeitung genannt.

Etwas weiter entfernt, aber immer noch Schwäbische Alb, wurde der sog. "Löwenmensch" gefunden. Der "Hohlenstein" als Fundort barg auch noch Knochen eines Neandertalers. Der Löwenmensch ist eine auch für Laien sehr beeindruckende Figur aus Elfenbein. 32.000 Jahre alt und ca. 30 cm groß. Also keineswegs nur eine kleine Figur, in der man mehr hinein interpretieren müsste als man sieht.

Das wichtigste aber ist, dass ja viele meinen, die Menschen in der Steinzeit seien stupide gewesen mit fehlendem Feingefühl für Kunst. Alle gefundenen Figuren zeigen genau das Gegenteil. Bedenkt man zudem die Möglichkeiten der Bearbeitung die die Menschen damals hatten, stehen diese Kunstwerke auf einer noch weit höheren Stufe als man gemeinhin annimmt.

Die genannten Funde sind nicht die einzigen Zeugnisse vergangener Tage. Interessanterweise hat die Schwäbische Alb gegenüber anderen Landstrichen Europas doch eine beachtenswerte Anzahl von Funden freigegeben und wird es sicherlich auch noch in Zukunft tun. Warum gerade hier? Waren hier die Lebensumstände besonders gut für unsere Vorfahren? Anzunehmen. Denn wenn man ständig nur um das nackte Überleben kämpft, hat man keine Zeit sich mit Kunst oder spirituellen Dingen zu befassen. Auch wenn diese Figuren einen sicherlich religiösen Hintergrund haben, zeigen sie doch die hohe geistige Kulturstufe, die die Menschen damals schon hatten.

Die Höhle, in denen man den Löwenmenschen gefunden hat, ist im Lonetal unweit des Ortes Langenau, nordöstlich von Ulm. Von den Wanderparkplätzen leicht zu erreichen und wirklich eine "Reise" wert. Zumal die Wege gut zu laufen sind und die Strecke für einen Spaziergang bestens geeignet ist.

Weiterer Artikel:
Der Löwenmensch von Ulm

Labels: , , ,

14.4.09

Paris sagt heute Glückwunsch Monsieur Eiffel

Das war beileibe nicht immer so. Als Gustave Eiffel und Architekt Stephen Sauvestre ihr Turmbau-Projekt angehen wollten hagelte es erst einmal Spott und Hohn von der Pariser Bevölkerung, die zudem gegen diesen "Schandfleck" heftigst protestierte. Sogar Fabrikschornstein wurde er genannt.

Heute wissen natürlich nicht nur die Pariser, dass sie mächtig Glück hatten, dass Eiffel sich nicht von seinem Turm hat abbringen lassen. Allerdings begriffen das die Pariser überraschend schnell. Schon rund um die Weltausstellung 1889, als er gebaut wurde, und übrigens auch zum Jubiläum der französischen Revolution, wurde der Turm zum Publikumsmagnet. Fast 2 Millionen Menschen stiegen auf und ließen die Kassen klingen. Man konnte feststellen, bereits nach der Einweihung waren dreiviertel der Kosten eingefahren.


Spätestens dann, wenn die Kassen klingen wussten es natürlich alle, dass so ein Bauwerk schon immer her musste. Und dann kam auch Stolz, denn von 1889 bis 1930 war der Eiffelturm der höchste Turm der Welt. Erst dann wurde er in der Höhe vom Chrysler Building in New York abgelöst.


Uns allen ist es aber ziemlich egal, welche Höhen-Rangstellung der Eiffelturm in der Welt einnimmt. Der Eiffelturm ist für viele einfach Paris und Paris ohne Eiffelturm, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.


Da die Ferientage über Ostern oft zu Städtereisen genutzt werden ist Paris natürlich eine Adresse die ganz vorne angesiedelt ist. Vor allen Dingen an seinem 120. Geburtstag.

Na dann: Herzlichen Glückwunsch Paris, und Glückwunsch Monsieur Eiffel.


Hier können Sie noch einige alte Fotos ansehen. Sehr empfehlenswert. www.stern.de

Labels: , ,

30.1.09

Ein Neujahrsfest wie Weihnachten

So ist er eben, der Mensch. Alles was anders aussieht, andere Lebensweise, andere Feste, alles was er nicht kennt macht ihn neugierig. Das ist gut so. Nur so lernen wir etwas dazu. Obwohl ja manche meinen, bodenständig und rechtschaffen zu sein, nur weil man das ablehnt, was man nicht kennt.

Das geht beim Essen los und umfasst viele Bereiche unsere Lebens. Vermutlich gibt es immer noch welche die in Italien oder anderen südlichen Ländern Eisbein mit Sauerkraut wollen, oder Schnitzel oder eben das was es zuhause gibt. Meine Welt ist die von zuhause! Wer damit glücklich ist oder wird, dem sei es gegönnt.


Mein Motto war und ist immer noch wenn ich unterwegs bin, nur nicht das was es zuhause gibt. Das geht bei mir auch beim Essen los und manchmal habe ich mich echt vergriffen - aber das sind auch Erfahrungen. Das betrifft aber auch Kultur und Lebensweise.


Ist man in der westlichen Hemisphäre, gibt es keine so großen Unterschiede. In den USA zum Beispiel gab es für mich immer wieder auch mal Überraschungen, aber im Hinterkopf sind das eben doch Abkömmlinge der europäischen Kultur.

Anders in Asien. Das fängt schon beim Riechen an, geht natürlich über das Essen weiter und dann die Kultur und Lebensart - die hat mich immer wieder in den Bann geschlagen. Man sieht das auch beim Neujahrsfest der Chinesen. Das habe ich zwar noch nicht direkt erlebt, habe dafür aber etwas davon in Japan gesehen. Allein schon die verschiedenen Jahre bei den Chinesen: Das Jahr des Affen, des Schweins und jetzt das des Stieres. Alle Chinesen wollen nun den Stier "bei den Hörnern" packen, damit es für sie ein gutes Jahr wird. Schon interessant, die sich ständig verändernde Lebenskraft von Jahr zu Jahr.

Ja, und so feierte ein Fünftel der Menschheit ihr Neujahrsfest, was etwa wie bei uns Weihnachten ist. Wäre doch schön, wenn solch gute Stimmung eine Weile anhalten und auf den Weltfrieden abfärben würde.


Wenn Sie sich von Chinas Neujahrsfest etwas ansehen wollen, klicken sie unten auf das Video.

Labels: , ,

1.12.08

Der Ulmer Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte haben Tradition, manche sind sogar ein paar Jahrhunderte alt. So alt ist der Ulmer Weihnachtsmarkt zwar nicht, ein Weg dorthin lohnt sich aber auf jeden Fall.
Bekanntlich hat der Ulmer Münster den höchsten Kirchturm der Welt und genau vor dieser erhabenen Höhe befindet sich der Weihnachtsmarkt, eingerahmt von Spitzgiebelhäusern die ebenso beleuchtet sind wie die Bäume die den Platz einsäumen und natürlich die Verkaufsbuden selbst.

Eine Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt zu essen hat bei mir auch Tradition. Dabei geht es mir, wenn ich ehrlich sein soll, gar nicht so um die Wurst. Eigentlich vielmehr um das ganze drum herum und die Wurst gehört einfach dazu, wie bei vielen der Glühwein, die gebrannten Mandeln oder andere Schleckerein, die man eigentlich nur hier isst.


Und was das Schöne an diesen Märkten ist, trotz großem Andrang und manchmal etwas schriller Weihnachtsmusik, herrscht immer gut Stimmung und man trifft Leute, die man seit letztem Jahr nicht mehr gesehen hat. Alte und neue Handwerke sind zu sehen und wenn man sieht, wie z. B. ein Baumkuchen gemacht wird oder Weihnachtskugeln aus flüssigem Glas geformt werden, dann hat das fast schon etwas Romantisches.


Schauen sie sich den Ulmer Weihnachtsmarkt einmal auf dem Video an. Vielleicht haben Sie Lust ihn zu besuchen, auch wenn Sie schon lange auf keinem Weihnachtmarkt mehr waren.


Labels: , , ,

7.11.08

Lebensqualität

"Die Möglichkeit, ein Leben ohne Scham zu führen". So definierte vor über 200 Jahren der britische Moralphilosoph und Volkswirtschaftler Adam Smith einen angemessenen Lebensstandard bzw. eine angemessene Lebensqualität. Die Lebensqualität ist für viele Deutsche angesichts der Finanzkrise wieder ein Thema und bei den schwarzen Amerikanern ist sie es nach der Präsidentschaftswahl auch.

Im ersten Moment sagt man: Wieso hat beides mit Lebensqualität zu tun? Wir Deutschen, die oft den Pessimismus gepachtet haben, sehen uns dieser Tage auf die Armutsgrenze zueilen, die Schwarzen in den USA sagen sich, wenn ein Schwarzer Präsident werden kann, können auch wir alles erreichen, trotz Finanzkrise. Damit sieht man schon, Lebensqualität kann so einfach überhaupt nicht definiert werden.


Lebensqualität hängt stark davon ab, wie hoch ich meine eigenen Lebensziele stecke oder mit was ich bereits zufrieden bin. Ich kam einmal mit einem Geschäftskunden nach den offiziellen Themen auf Privates. Mein Gegenüber war ein junger Mann der von sich aus sagte, dass er keine Ambitionen auf Beförderung und Karriere habe, jede freie Zeit, die er von der Firma bekommt ist ihm wichtiger, da er sie mit seiner Familie verbringen kann. Da ich ihn schon etwas länger kannte glaubte ich ihm auch und ich wusste von seinen Kollegen, dass er dahinter steht und zufrieden ist. Ich war schon verwundert darüber, da ich diese Einstellung jungen Menschen überhaupt nicht zutraute.

Dass Geld und Ansehen nicht alles ist, wissen wir. Nicht zuletzt erfahren wir bei Umfragen immer wieder, dass die Menschen in ärmeren Ländern sich oft für zufriedener halten als die Bewohner der reichen Länder. Und das früher nicht alles besser war, im Gegenteil, für die allermeisten Menschen mehr als nur schlecht, wollen wir oft nicht wahr haben.

Wir Deutschen sind doch schon ein merkwürdiges Volk. Wir spenden weltweit auf höchstem Niveau und jammern gleichzeitig über unsere derzeitige Lage auch auf höchstem Niveau. Und wenn wir ehrlich sind, geht es uns doch generell gut, so gut, wie es uns in unserer Geschichte noch nie ging - Finanzkrise hin oder her.

Aus diesem Grund finde ich es auch prima wenn wir an andere denken und soviel spenden - für eine bessere Lebensqualität derjenigen, die wirklich ganz unten an der Leiter stehen und auch "ein Leben ohne Scham" führen wollen.


Weiter Post: Entwicklungshilfe

Labels: , ,

25.9.08

Am Ökosprit scheiden sich die Geister

Eines der ersten Dinge, die mir in Brasilien auffielen war, dass an den Tankstellen "Alcool" stand und ich damals nicht recht wusste, was das für ein Treibstoff ist. Beim Nachfragen hierzu erfolgte die Aufklärung auf dem Fuße und ab da an begann ich mich auch für diese Art von Kraftstoff zu interessieren.

Nun weiß man ja, nicht nur aus Zuckerrohr kann man Ethanol gewinnen, auch aus viele andere Pflanzen kann man Kraftstoffbeimischungen herstellen. Eine exotische Variante war für mich die, bei der Gras von der Wiese der Ausgangsstoff war. Hierbei kann man sich überlegen, wie viel Wiese dazu gemäht werden muss, um auf eine sinnvolle Menge zu kommen.

Brasilien hat nun schon lange Zeit Erfahrung bei der Gewinnung von Ethanol aus Zuckerrohr. Breits vor 30 Jahren ordnete die damalige Militärregierung zum Einsparen des Rohöls an, Zuckerrohr zu Bioalkohol zu verarbeiten. Heute werden 90 Liter pro Tonne dem Zuckerrohr entlockt - mit gut 60 Litern hat man einmal angefangen.

Zuckerrohr wächst leider nur in den wärmeren Gegenden unserer Erde. Den Amerikanern mit ihrem Energiebedarf passt das nicht und deshalb will man Mais einsetzen - natürlich in großem Stil. Die Folge diese Idee war, dass daraufhin die Maispreise an den Börsen hochschnellten, was eine weltweite Verteuerung nach sich zog, obwohl mit der Produktion so richtig noch gar nicht begonnen wurde.

Viel wissen nicht, das nicht jede Pflanze gleich viel Ethanol hergibt und das ist das eigentliche Problem (0,66 Liter Benzin setzen soviel Energie frei wie 1 Liter Ethanol). Man spricht dabei auch von Energiebilanz, die beim Zuckerrohr mit Abstand die beste ist - viereinhalb Mal besser als die von Zuckerrüben oder Weizen und sieben mal besser als die von Mais. Der Irrsinn ist, wenn die USA sämtlichen Mais den sie haben, zu Biosprit machen, trägt die gewonnene Menge gerade einmal zwischen 10 und 15 % zum Energiebedarfes des Landes bei. Daran sieht man, das Problem wird nicht gelöst, die Bevölkerung der armen Länder aber in den Hunger getrieben.

Natürlich wirft der Zuckerrohranbau in Brasilien auch sein Probleme auf. Ob nun wegen dem Zuckerrohr der Urwald abgeholzt wird oder deshalb, weil die Bauern von ihrem Land vertrieben werden und diese sich neues Land über den Urwald beschaffen ist gleich. Wir sehen ein Problem gebiert das andere.

Sicherlich ist es gut Biomasse, gleich welche, in "Energie" zu verwandeln. Man muss aber die Problematik kennen und sehr ausgewogen mit dieser Thematik umgehen. Es darf einfach keiner nichts auf dem Teller haben, nur weil wir Auto fahren wollen - allen Diskussionen um das für oder wider zum Trotz.

Labels: , , ,

4.9.08

Tod oder doch noch nicht tot

Eines der meist diskutierten Themen ist der Tod bzw. wann ist man eigentlich tot. Das ist nicht verwunderlich, geht es doch auch um unser eigenes Leben und wenn das mal weg ist, sind wir hier auf Erden auch unwiederbringlich weg.
Sicher melden sich da gleich einige, na, das mit dem Tod ist doch definiert: Hirntod gleich tot.

Als ich las, dass die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" das 40 Jahre alte Hirntod-Kriterium in Frage stellte, kam ich ins Grübeln. Jetzt werden vielleicht einige sagen, die Kirche hat, wenn es um Leben und Tod geht, bei anderen immer etwas herum zu kritteln. So einfach ist das aber nun auch wieder nicht und für mich wäre diese Argumentation sehr vordergründig.

Ich stelle mir vor, ein Familienmitglied liegt im Krankenhaus und wartet auf ein Spenderorgan. Der Zustand wird schlechter und schlechter und plötzlich heißt es, hurra, wir haben das passende Organ. Die Frage von wem und wie es dazu kam, dass jetzt plötzlich eins da ist, steht erstmal überhaupt nicht zur Diskussion.

Wenn alles gut gegangen ist und wir wieder "normal" denken können, kommt einem: Ja, wie kamen wir denn zu dem Organ? In der Regel ist es ein Unfalltod und ein Arzt hat festgestellt, der oder diejenige ist tot und die Organe können entnommen werden. War er nun wirklich tot, obwohl der Arzt nach bestem Gewissen entschieden hat oder haben wir den beinahe Toten quasi noch ein Stück weit umgebracht?

Wer kann denn wirklich entscheiden wann einer tot ist? Ich bin ehrlich, ich könnte es in solchen Fällen nicht, trotzdem würde ich mich freuen, wenn das Familienmitglied weiter leben kann.

Die einzige Konsequenz daraus ist: Wenn man sich einen Organspender-Ausweis ausstellen lässt, und das halte ich immer noch für eine gute Sache, muss diese letzte Konsequenz aber eindeutig bejaht werden, zum Wohle eines anderen ... und trotzdem sinniere ich über dieses Thema immer wieder nach.

www.heute.de

Labels: ,

1.9.08

Provinz-Theater

Sind Sie ein Liebhaber von Mundarttheatern? Also ich finde die super. Es kommt manches allerdings etwas herzhafter rüber als in einem "normalen Theater", aber es reißt einen oft mehr mit. Mundart hat etwas ursprüngliches und vor allem unverwechselbares, geprägt von der Landschaft und von den Leuten die dort wohnen. Diese Stücke kann man so wenig in einem "großen Haus" spielen, wie eine Mozart Oper auf dem Dorf. So hat jedes seinen Platz und das ist gut so.

Schauen Sie mal in dieses Video rein, vielleicht ist es etwas für Sie.

Labels: ,

29.8.08

Weites Land China

Kaum sie die Olympischen Spiel vorbei, redet kaum noch jemand davon. Anscheinend finden wir zu den Dingen des täglichen Lebens immer schneller Abstand.
Sicherlich ging es vielen so, dass manche Aussage während der Spiele, ob vom chinesischer Kommentator oder vom "kleinen Mann" auf der Straße, nicht verstanden wurde bzw.wir misstrauisch waren, ob sie wirklich von Herzen kam. Der Zugang zu China ist für einen Europäer eben nicht leicht.

Betrachte man das große Land China sieht man sehr schnell, dass es "das" China nicht gibt und auch nicht "die" chinesische Sprache und China schon lange nicht ein Volk ist. Es setzt sich aus vielen ethnischen Gruppen zusammen, landschaftlich so unterschiedlich, dass auch die Einwohner davon geprägt wurden, kulturell verschieden und der Unterschied zwischen arm und reich auch hier erschreckend.

Mit einem kleinen Abstand zu den Spielen können wir nun weniger emotional das Land betrachten und das unten angehängte kleine Video gibt einen sehr interessanten Eindruck über die Geografie sowie über Land und Leute.
www.faz.net

Labels: ,

28.7.08

Chinas Wasserdörfer

China ist ein Land mit so breit gefächerter Landschaft und Kultur, dass wir immer wieder staunen. Mit der Olympiade fällt manches mehr in den Blickwinkel als sonst. So auch die Wasserdörfer, die selbst bei den Chinesen etwas ins Hintertreffen gerieten. Sieht man doch sonst nur das aufstrebende Shanghai oder andere Megastädte. Ein kleiner Text mit schönen Bildern lädt zum verweilen ein.
www.stern.de

Labels: , ,

24.7.08

Mein Hohelied an die Psalmen

Sicher haben Sie in einem Nachtschränkchen ihres Hotels auch schon eine Bibel oder ein Psalmenbuch gefunden. Gesehen und den Kasten zugeschoben? Schade, die Psalmen haben es in sich und sind es immer wert zu lesen. Die Psalmen sind ein Spiegelbild menschlicher Empfindungen - Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Dennoch, sie sind zeitlos und gerade deshalb findet man sich in den Texten wieder.

Sie sind einfach geschrieben, manchmal in großer Freude und manchmal in großer Wut, über die, die Gott lästern oder verachten. Im großen und ganzen muss man sagen, den Schreibern der Psalmen ging es manchmal so wie uns. Auch unsere Emotionen kochen manchmal über, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Von meinen Lieblingspsalmen möchte ich zwei herausgreifen: Psalm 1 und 139.
Im ersten Psalm geht es um einen, der Tag und Nacht über die Gesetze des Herrn nachdenkt. Hat der nichts besseres zu tun, denkt man im ersten Moment. Dabei geht es doch um den Einklang des Menschen mit seinem Schöpfer. Tag und Nacht heißt auch "immer". Gott möchte, dass ich ein guter Mensch werde und bleibe, ohne Ausnahme, in angenehmen und unangenehmen Situationen, eben bei Tag und bei Nacht. In diesem Psalm heißt es auch: "Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken." Man, das ist Poesie.

Der Psalm 139, für manche vielleicht beängstigend: Gott sieht mich andauernd, das ist ja wie beim Geheimdienst. Ich sehe das anders. Wo ich gehe und stehe ist Gott bei mir. Ich kann mich auf ihn verlassen und bin auch nicht allein wenn es mir gar nicht gut geht, keinen Bock auf gar nichts habe oder wenn ich vor Freude in die Luft springe. Eingebettet in dieses Wissen, brauche ich mir auch nicht andauernd Sorgen zu machen, was ist morgen und übermorgen. "Er" wusste schon meinen Weg bevor ich geboren war, da muss ich mir doch nicht über jede Kleinigkeit den Kopf zerbrechen. Ein Leben in Freiheit mit Gott - so ungefähr stelle ich mir die Aussage dieses Psalms vor.

Labels: ,

23.7.08

Japan - das Land der Fettnäpfchen

In Fettnäpfchen können Sie überall reintreten. Asien bietet sich dafür aber bestens an und Japan sowieso. Probieren Sie es einmal aus, ob Sie ohne Fettnapf die Fragerunde überstehen. Viel Spaß dabei und dran denken: Man kann nur dazu lernen.
www.heute.de

Labels: ,

18.7.08

Briefmarken sammeln

heißt noch lange nicht, dass man ein Eigenbrötler, Introvertierter oder gar Opa ist. Diese kleinen Papierchen haben es in sich, was kaum einer vermutet. Natürlich wird damit auch eine Geschäft gemacht – klar, von der Post angefangen bis hin zum Händler. Wer sich aber einmal damit befasst hat, den lassen sie nicht mehr los. Ich sammle Briefmarken seit meinem 5./6. Lebensjahr und mein erstes „Briefmarkenalbum“ war eine Streichholzschachtel – das war nach dem Krieg für Kinder die einzige Möglichkeit, Briefmarken halbwegs gut aufzubewahren.

Eine phantastische Welt tat und tut sich immer noch auf und nicht nur das, Briefmarken sammeln bildet und das nicht wenig; auch wenn sich das im ersten Moment nicht ganz glaubhaft anhören sollte. Ereignisse jeglicher Schattierung in der Welt findet man auf diesen kleinen Marken wieder – ob vom Sport, der Politik und Naturwissenschaft, der Kunst, Kultur, Religion oder Geschichte. So könnte man noch einen Weile weiter aufzählen. Jedes abgebildete Ereignis hat einen Bezug zur jeweiligen Zeitepoche, viele geschichtlichen Ereignisse bekommen wieder ein Bild. Briefmarken sind wie ein offenes Buch, ja wie ein „Bilderbuch“, aber ein gutes Bilderbuch.

Briefmarken haben eine Faszination

haben ich kürzlich gesagt. Für mich trifft das heute noch zu. Nicht zu unterschätzen die Erinnerungen, die kommen. Na ja dann sind wir doch schon, wie am Anfang erwähnt, in der letzten Kategorie der Sammler (ganz leise sage ich jetzt mal „Opas“ vielleicht auch „Omas“), wenn wir sagen: Ja, die Fußballweltmeisterschaft 19hundert so und so oder die ersten Europamarken – da kann ich mich noch genau daran erinnern als die erschienen. Keiner hätte je gedacht was z. B. einmal aus Europa wird, damals, als man die Briefmarken noch vom Taschengeld gekauft hat – einfach toll. Und so schleicht sich ganz leise eine gewisse Begeisterung und Bezug ein, zu diesen kleinen, fast unscheinbaren, von vielen nicht ganz ernst genommenen „Papierstücken“. Es ist, als lese man ein gutes Buch und .... man fühlt sich gut dabei.

Nicht zuletzt besticht oft auch die graphische Gestaltung der Marke oder ihre Farbauswahl. Manchmal ist es auch ein Ereignis das dargestellt wird, an dem man teilgenommen hat und somit emotional verbunden ist. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten einen Bezug zu schaffen und man könnte stundenlang erzählen.

Ich will es mal nicht bei Worten belassen, ich habe versucht, die Deutsche Geschichte mit Briefmarken darzustellen. Zwar nur in sehr knapper Form, ohne irgendeinen Anspruch der lückenlosen Darstellung, aber allein dabei sieht man schon, welche und vor allem wie viele Informationen Briefmarken hergeben. Und man sieht, Geschichte kann einen bewegen und kann spannend sein.

Meine Videos:

„Deutsche Geschichte“ auf Briefmarken – Die Weimarer Republik

„Deutsche Geschichte“ auf Briefmarken – Das Kaiserreich


Labels: , ,

10.7.08

Make-up in Kyoto

Haben Sie das Buch "Die Geisha" gelesen? Aber auch ohne das Buch wissen Sie, wie Geishas aussehen. Als ich in Kyoto die erste Geisha sah, war ich sicherlich genauso fasziniert wie alle anderen Europäer. Es erscheint alles so unwirklich - weiße Farbe im Gesicht, Kimono, Holzschuhe bzw. Pantoffeln etc. Die, die ich sah, wurde auch noch von einer großen schicken Limousine abgeholt, was dann irgendwie noch exotischer wirkte.
Geishas, also die richtigen, sind ja helle Köpfe, hochgebildet und hochbegabt. Was aber letztlich bei so viel Begabung zu diesem Beruf führt, bleibt uns Europäern sicherlich immer ein Stück weit verschlossen. So auch die Prozedur des Schminkens. In dem kleinen Video können Sie sehen, dass auch das, wie vieles in Japan, eine Zeremonie ist.


Labels: ,

7.7.08

Mini-Auszeit Meditieren

Es geht doch vielen von uns gleich: Wir sagen uns, dass wir keine Zeit haben, aber wenn wir sie einmal haben, schütten wir diese Zeit gleich wieder mit verschiedenen Aktivitäten zu. Tief in unserem Herzen glauben wir zwar auch nicht so recht daran, keine Zeit zu haben, aber es ist scheinbar eine gute Ausrede.

Warum haben wir keine Zeit? Arbeit, Familie, Freizeit, alles stressig meinen wir. Dabei machen wir uns vielen Stress selbst und wissen das auch. Warum kann man diese Situation so schwer ändern? Haben wir Angst vor der eventuellen Ruhe, Angst vor sinkendem Ansehen (der war früher auch anders) oder haben wir Angst vor uns selbst, zu erkennen wer wir wirklich sind, ohne allem hektischen Getue?

Keine Zeit zu haben ist nicht nur eine "Rentnerkrankheit". Gerade aus diesem Grund ist es sinnvoll auch in jungen Jahren einmal inne zu halten - eine tägliche "Mini-Auszeit" zu nehmen. Ich kannte, als ich noch arbeitete, einen Geschäftspartner, der täglich meditierte - also wirklich, er hat nicht nur davon geredet. Das hat mich beeindruckt. In meinem Bekanntenkreis war er so etwas wie ein Exot, im positiven Sinne.

Über das Meditieren kann man wie über viele andere Themen unendlich viele Bücher kaufen und lesen aber ohne es einmal selbst getan zu haben ist das alles nichts. Anstatt sich zu fragen, wann kann ich eine Meditation in meinem Tagesablauf einbauen, fragt man: Wann soll ich denn das machen? Negativ - ganz schlechter Anfang.

Wenn Sie einmal starten wollen, dann morgens, vor allem Trubel und Hektik des Tages. Man ist noch ruhig und muss es nicht erst werden und ringsherum ist in der Regel alles still, der neue Tag liegt noch unbenutzt vor einem. Allerdings muss man dazu etwas früher aufstehen als der übrige Teil der Familie. Sie können auch ein sog. Mantra benutzen. Das Mantra ist ein Wort (vielleicht auch zwei Wörter), das ständig wiederholt wird und mit dem man sich positiv auf den kommenden Tag einstimmt.

Probieren Sie es einmal. Vielleicht gelingt es Ihnen später auch einmal tagsüber zu meditieren. In der Ruhe liegt die Kraft.

Labels: , ,

26.6.08

Entspannungsfahrt durch Ägypten

Nach dem Fußballspiel gestern Abend, erst die Aufregung, dass nichts vorangeht und dann zum Schluss die Aufregung, dass man nicht verliert, haben wir eine Ablenkung bis heute Abend notwendig.
Begleiten wir ein paar Urlauber auf ihrer Reise durch Ägypten. Vielleicht kommen wir sogar auf den Geschmack und fahren auch mal hin.

Labels: , ,

24.6.08

Wie lange ernährt uns die Erde noch

Sicherlich haben Sie sich auch schon gefragt, wie viel Menschen können auf der Erde leben und wie viele werden satt - auch in der Zukunft?

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel über die steigende Bevölkerung auf der Erde der dann mit der Frage endete, ob die Erde nicht aus ihrer Rotation kommt wenn speziell in Asien immer mehr Menschen dicht gedrängt auf "einem Fleck" leben. Hinzu kommen die vielen riesigen Stauseen, die China aufweist - gibt es eine Unwucht?
Nun kommt das Ernährungsproblem noch hinzu. Schaffen wir es, für alle Menschen genügend Nahrungsmittel anzubauen? Die sog. Experten meinen "ja", gemessen an der Landfläche auf der Erde die noch nicht bebaut ist. Für mich ist das theoretisch. Wir sehen bereits heute, wie problematisch das sein kann, auf einem Kontinent Nahrung anzubauen die ein anderer Kontinent aufisst.

Jetzt kommen die Pragmatiker auf den Plan, die sagen, die Kriege und Hungersnöte früher haben dafür gesorgt, dass die Bevölkerung nicht explodierte. Heute wird um jedes Kind in der 3. Welt gekämpft, dass es überlebt. Kriege in dem Ausmaß wie früher gibt es nicht mehr, die Hungersnöte sind nicht mehr so groß und die übrigen Katastrophen beeinflussen den Bevölkerungsschub nicht.

Ja, was ist zu tun? Was können wir mit unserem Gewissen vereinbaren? Der 3. Welt helfen oder nicht. Die Geburtenregelung weltweit einführen? Die Augen einfach zumachen und "weiter so" bis wir alle untergehen?
Überlegen Sie sich einmal, was Sie zu dem Problem beitragen könnten?

www.zeit.de

Labels: , ,

19.6.08

Reiseland Norwegen

Norwegen hat auf mich schon immer eine Faszination gehabt. Viel Wasser, hohe Berge, Gletscher, überhaupt eine schöne Landschaft und ich habe mit dem Wetter immer Glück gehabt - das spielt natürlich auch eine positive Rolle bei der Beurteilung eines Urlaubs. Was mir auch noch sehr gefallen hat, kein Trubel mit tausend Leuten, Landstraßen mit Haarnadelkurven, dass es einem beinahe Angst wird und ein ständiges den Berg rauf und wieder runter.
Lassen Sie sich mit den Bildern auch faszinieren.

Labels: , ,

18.6.08

Nützlich oder nutzlos

Wie vieles im Leben sieht es jeder etwas anders, was nützlich und was unnütz ist. Wir bemessen eine Sache oder einen Menschen gern nach dem Nutzen. Oft meint einer, der ständig umtreibt, dass er nützlich sei, dabei kann er mehr schaden als nutzen. Und so kann man aus vielen Betrachtungen und Geschichten lernen und für sich selbst etwas mitnehmen, wie diese Geschichte zeigt.

Im Taoismus, einer im dritten und vierten Jahrhundert vor Christus entstandenen Richtung der chinesischen Philosophie, erzählt man sich die Geschichte über einen alten Baum. Dieser Baum an einem viel begangenen Weg im Gebirge war alt und krumm. Die Menschen, die an ihm vorbei kamen, warfen meist nur einen kurzen Blick auf die außerordentlich knorrigen und gewundenen Äste. Sie dachten bei sich: Was für ein unnützer Baum. Er ist so krumm und verwachsen, den kann keiner gebrauchen.

Eines Tages kamen ein weiser Philosoph und sein Schüler vorbei. Der Weise hielt inne, kaum war er des Baumes gewahr worden. Er setzte sich auf einen Stein und betrachtete den Baum. Er ließ schweigend den Blick langsam über die vielen gewundenen Äste gleiten, als wolle er deren Form in sich aufsaugen. Auch der Schüler schaute den Baum aufmerksam an, aber er konnte nichts Besonderes an ihm entdecken.
Er fragte vielmehr: Was kann man mit dem Baum schon anfangen? Er taugt weder für Möbel noch für Dachbalken, ja nicht einmal einen Wanderstab kann man aus den Zweigen schnitzen, so verdreht sind sie. Und so fragte der Schüler seinen Meister: Warum betrachtest du diesen Baum, als wäre er der kostbarste Baum der ganzen Welt?
Der Meister antwortete: Er ist kostbar. Weil keiner ihn je angetastet, ja Zweige von ihm abgeschnitten oder die Rinde entfernt hat, weil er allen so absolut nutzlos erschien, bringt er, so verwachsen und gewunden wie er ist, wie kein anderer Baum sein eigentliches Wesen zum Ausdruck.

Labels:

15.6.08

„Deutsche Geschichte“ auf Briefmarken – Die Weimarer Republik

Die Zeit der Weimarer Republik ist in der ganzen deutschen Geschichte die Zeit des Umbruches überhaupt. Kaiser und Könige einschließlich des Adels wollen von der Macht nicht lassen, das Volk sieht die Zeit gekommen sich von den Despoten zu trennen, keiner weiß aber so richtig, wie man eine neue Staatsstruktur angehen soll. Zwangsläufig stellen sich die vielfältigsten Ideen ein und jeder will die seine verwirklichen, notfalls mit Gewalt.



Bis 1933 ist Deutschland in kein richtiges demokratisches Fahrwasser gekommen, sonst hätte es vielleicht auch eine Hitlerdiktatur nicht gegeben. Von den 20er Jahren spricht man zwar von den „Goldenen Zwanzigern“, das trifft aber nur für wenige zu. Im Nachhinein wird immer vieles überhöht dargestellt und verherrlicht. Der überwiegenden Mehrheit ging es nicht gut, für viele war die Armut ein ständiger Begleiter.


Insgesamt gesehen, kamen nicht viele Postwertzeichen heraus, wenn man einmal die vielen Inflationsmarken weglässt. Im Vergleich zu heute, wo jedes kleine Ereignis schon mit einer Marke bedacht wird, gibt es z. B. keinen Hinweis für den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund. Und das war wirklich ein Ereignis.
Den Abzug der Besatzer aus dem Rheinland ersieht man aus einem Überdruck und zum Abzug der Besatzer aus dem Ruhrgebiet muss man schon im Lexikon nachsehen. Die Briefmarke war von Staats wegen etwas ins Hintertreffen geraten. Zumal um 1920 herum auch noch die „Ländermarken“, wie z. B. von Württemberg und Bayern wegfielen.

Große Fortschritte wurden in der Technik gemacht. Ob Zeppelin, Atlantiküberquerung mit dem Flugzeug, Einführung der Ampeln wegen des hohen Verkehrsaufkommens in den Städten usw. sind ein Zeichen dafür, dass es voranging.Natürlich auch in der Waffentechnik, wenngleich diese nicht dem Wohle des Volkes diente.


Die Weimarer Republik war einfach eine Zeit des Umbruchs, die ein Staat von der Monarchie zur Demokratie durchmachen muss. Dass zwischen dieser Zeit und der heutigen tragischer Weise nochmals eine Diktatur kam, muss uns für die Zukunft gegenüber Veränderungen aufmerksamer machen, welcher politischen Richtung auch immer.

Labels: , ,

11.6.08

Swagatam - Tempel des Shiva

3.6.08

Aus dem Leben einer Modelegende

Bei Männern hält sich bekanntlich das Modebewusstsein etwas in Grenzen. Für mich ist es immer etwas verwunderlich, dass viele berühmte Modeschöpfer Männer sind, die die Damen anziehen. Aber sie machen es wohl gut, wenn man die Begeisterung des weiblichen Geschlechts sieht. So auch Yves Saint Laurent. Aber der hatte aber wirklich was drauf. Aus diesem Grund eine Anerkennung seiner Arbeit mit einer kleinen Bildfolge.
www.stern.de

Labels: ,

1.6.08

Spieglein, Spieglein an der Wand

Wer kennt diesen Satz aus "Schneewittchen" nicht? Und wer kennt diesen Satz nicht aus dem eigenen Leben? Ob man sich für schön oder weniger schön hält sei dahingestellt, aber irgendwie möchte man schon auf andere wirken. In einer Gesellschaft, in der immer noch Schönheit, Geld, Macht usw. wichtiger erscheinen als Gutsein, Liebe und Verständnis ist es nicht verwunderlich, dass man eine Scheinwelt aufbaut und daran vielleicht am Ende selbst noch glaubt oder zerbricht.

Und wenn man morgens in den Spiegel schaut, guckt ein alter Mann bzw. eine alte Frau heraus. Was machen denn die in meiner Wohnung?
Alt werden bekanntlich ja nur die anderen.

In den Spiegel zu sehen und zu sagen, so bin ich nun mal, ok., nicht gerade toll, aber so hat der liebe Gott mich erschaffen. Das ist nicht einfach und man braucht vielleicht eine Weile dazu bis man sich selbst akzeptiert. Besonders wenn man alt ist und genau weiß, die jugendliche Frische ist dahin.

Jetzt ist der Punkt gekommen zu sagen, Mensch ich bin doch auch wer. Muss ich mich den andauernd mit anderen vergleichen, jeden morgen die Messlatte anlegen? Jedes Produkt aus der Reklamewelt ausprobieren und weiß dennoch, es hilft auch nicht.

Wenn ich jetzt den Weg der Selbstachtung einschlage, bin ich auf einem guten Weg. Achte ich mich selbst, entwickle ich eine eigene Persönlichkeit, mag mich und die ganze Welt wieder und werde auch von anderen neu gesehen. Denn die merken und schätzen das, Schönheit hin oder her.

Eigentlich ist das so neu nun auch wieder nicht. Diese gegenseitige Abhängigkeit steht schon in der Bibel: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, bin ich auch der Griesgram meiner Umwelt. Wer ständig missmutig und sauer ist, ist es auch zu den anderen.

Fazit auch für mich, spätestens wenn man so alt ist wie ich, sollte man ruhigen Gewissens morgens in den Spiegel schauen und zu seinem Gegenüber schmunzelnd sagen: Na ja, wir haben schon bessere Zeiten gesehen, aber wir sind ein starkes Team.

Labels: ,

30.5.08

Mode aus dem fernen Osten

Nein, China-Woche ist bei mir nicht.
Das erste Video am Dienstag zeigte ein schönes Land und dieses Video nun zeigt schöne Kleider. Beide passen gut zusammen.

Labels: ,

27.5.08

China - Reise in ein faszinierendes Land

China ist für Europäer in vielen Bereichen immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Der Kulturkreis ist anders, die Menschen wachsen mit anderen Werten und Umgangsformen auf aber vielleicht macht gerade das die Faszination Chinas aus. Lassen Sie sich davon auch faszinieren.


Labels: , ,

22.5.08

Bild der Woche


Fronleichnam
Das eigentliche Fronleichnamsfest ist der Gründonnerstag, der Einsetzung der Eucharistie. Weil aber der Charakter der Karwoche keine großen Feierlichkeiten gestatten, wurde im 13./14. Jahrhundert ein eigenes Fest des "Herrenleibs" eingeführt.
Der Begriff "Fronleichnam" kommt von "fron", das ist ein altes Wort für "Herr", und "lichnam" heißt soviel wie "lebendiger Leib". "Fronleichnam" heißt also in etwa" lebendiger Leib des Herrn". Der lebendige Leib des Herren - das sind wir, die Gemeinde Jesu Christi: Wir werden es durch den Empfang des "Brotes des Lebens", eben den "Leib Christi".

Labels: , ,

19.5.08

Ich suche mich

Zu meinem vierzigsten Geburtstag wünschte ich mir von meiner Familie einen Aufenthalt im Kloster. Ich fuhr dann am Montag etwas skeptisch aber voller Erwartung los und kehrte am Samstag frohgemut, innerlich erholt, mit freiem Kopf und einer Frische zurück, die ich so nicht erwartet hatte.

Ich lass das alles mal auf mich wirken, so der nicht gerade hohe Anspruch an meinen ersten Aufenthalt und wenn ich es noch schaffe, für mich selbst festzustellen, wo ich in meinem Leben stehe, noch besser.
Zuerst empfing mich eine Ruhe, die bei meinem etwas hektischen Beruf sich wie ein wohltuendes Tuch über mich ausbreitete. Und ich genoss es. Auch die Mahlzeiten, in einem großen Raum mit anderen "Kurzbesuchern" eingenommen, verliefen harmonisch und in Ruhe.
Man lernte neue und interessante Menschen kennen sowie deren Gründe hierher zu kommen. Das schafft Atmosphäre, eine gleiche Wellenlänge und so kommt recht schnell ein Gefühl der Geborgenheit auf, was wohl auch die Männer, die hier ins Kloster eintreten, recht bald verspüren.

Morgens geht es schon recht früh los. Aber das ist kein verkrampftes Aufstehen, vielmehr freut man sich auf die Stille in der Kirche, auf das allein sein ohne Störung durch viele Menschen und vor allem auf den Gesang der Mönche. Dieser Gesang ist es, der mich nicht nur fasziniert, er hüllt ein in eine sphärisch geistige Welt der Geborgenheit und Leichtigkeit die man sonst nirgends findet. Man braucht sich nicht in eine spirituelle Vertiefung bemühen, die kommt von ganz allein. Die Gedanken fliegen einem nur zu und bald kann man trennen was zu tun und was zu lassen ist. Dann ist man "angekommen", und es braucht dann auch keine Vorträge, festgelegte Besinnungsstunden oder ähnliches mehr. Dann erholt sich Körper und Geist.

Man muss sich nur darauf einlassen, ohne große Wünsche oder Forderungen an sich selbst oder anderen gegenüber das "spirituelle Angebot" eines Klosters, das in keinem Prospekt steht, anzunehmen.

Wenn Sie auch aus anderer Feder zu diesem Thema etwas lesen wollen, dann schauen Sie mal unter dem Link nach.

www.zeit.de

Labels: , , ,

15.5.08

Kimono

Sich gut anziehen ist ein Stück Lebenskultur. In früheren Zeiten, als die Kleidung noch zeigte, wo man herkommt bzw. wer man ist, war sie Identifikation und Standeszeichen. Bei der modernen Kleidung von heute trauert man immer wieder einmal den alten Kleidungstücken etwas nach, nennt sie Trachten und bedenkt sie mit Wehmut an die alte Zeit bzw. man belächelt sie.

Eins ist aber gewiss, einen gewissen Zauber üben sie dennoch aus, ob man will oder nicht. So ist es auch bei der alten japansichen Kleidung, dem Kimono. Wenn man sie einmal gesehen hat, so ging es jedenfalls mir, ist man verzaubert.


Labels: , ,

13.5.08

Rosen statt Opium

Wer hat früher schon Afghanistan gekannt? Das lag weit weg irgendwo im Osten, in Asien. Mit dem Einsatz unserer Bundeswehr ist das schlagartig anders geworden. Nicht nur, dass man meint, das Land liegt nun viel dichter an Deutschland, durch die Soldaten hat man auch mehr einen persönlichen Bezug.

Im Laufe der Zeit wurde dann auch noch dem Letzten bewusst, dass sich unsere Soldaten in einem Land aufhalten, das zu den Spitzenproduzenten von Mohn bzw. Rohopium zählt. Erste Reaktion: Das muss unterbunden werden und man denkt dabei auch an die vielen Drogenabhängigen bei uns.

Wie wir aber auch wissen, werden in Afghanistan auf einigen, wenn auch gegenüber dem Mohnanbau kleinen Flächen Rosen angebaut. Der schwäbische Naturkosmetiker von Wala hatte nach den Anschlägen vom 11. September die Idee, hochwertiges, organisch angebautes Rosenöl von dort in die eigene Produktion aufzunehmen um wenigstens einen kleinen teil der Opiumgewinnung einzudämmen. Nun werden in der Gegend um Dschalalabad Rosen angebaut.

Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Afghanistan im letzten Jahr mit seiner Rohopiumproduktion Weltmarktführer ist und zwar mit 93 %. Das heißt mit anderen Worten, die Kassen des Staates werden mit diesem Geld gefüllt und mit nichts anderem. Und wer denkt, irgendjemand auf der Welt könnte Afghanistan zwingen den Mohnanbau aufzugeben, ist ein Traumtänzer - auch unsere Soldaten nicht.

Dennoch darf man nicht aufgeben und die Idee dort Rosen anzubauen finde ich einfach super. Viele Firmen, die sich oft gern ein soziales Image geben, besonders dann, wenn es nicht viel kostet, könnten hier und in andere Projekte einsteigen um die Lage in Afghanistan zu verbessern.
Letztlich helfen wir uns selbst und auch denjenigen, die von den Drogen abhängig sind.

www.welthungerhilfe.de

Labels: , ,

9.5.08

Power – Heiliger Geist

Der Geist macht den Menschen aus. Sagen wir nicht manchmal: Wessen Geistes Kind ist er? Allein damit geben wir zu, dass in den allermeisten Fällen nicht Körper, Aussehen oder andere Äußerlichkeiten für die Beurteilung eines Menschen wichtig sind, sondern sein Geist.



Im Deutschen gibt es für mich (leider) kein Wort, das wie das englische Wort „Power“ den Heiligen Geist so beschreibt. Power ist umfassender im Gegensatz zu, Kraft, Fülle, Energie etc. Von diesem Heiligen Geist sollte, wenigstens ein Stück weit, jeder von uns durchweht sein. Wären wir eine Wohnung für diesen Heiligen bzw. guten Geist, was könnten wir nicht alles bewirken – zum Guten.

So merken wir dann ganz schnell, dass dieser Geist vielen Menschen, aber auch Religionen und Regierungen abhanden gekommen ist. Egoismus, Intoleranz, Habgier, Neid, Machthunger und so könnten wir gerade weiter aufzählen sind in der Welt dominant. Angesichts dieser Tatsache wird man oft kleinmütig und glaubt bald auch nicht mehr daran, dass die wenigen mit einem guten Geist noch etwas bewirken können. Dennoch, jeder von uns muss immer wieder versuchen, jeden Tag von neuem, einen guten Geist zu verbreiten, sonst wären wir und die Welt bald verloren. Pfingsten ist dafür ein guter Tag um uns das wieder einmal bewusst werden zu lassen.

Labels: , ,

5.5.08

Demut – Königin Maria

Demut ist für viele Selbstaufgabe, sich in Abhängigkeit begeben, nicht mehr ich selbst sein, das eigene Leben verleugnen bzw. verneinen, sich ausliefern, unterwürfig sein etc. und das alles im negativen Sinne.



Demut heißt aber nach der christlichen Lehre, dass die wahre Selbsterkenntnis auf dem Bewusstsein der eigenen Nichtigkeit vor Gott beruht. Das zieht entsprechend dem Beispiel Christi eine Bereitschaft zum Dienen gegenüber Gott und allen Menschen nach sich. Dabei ist jeder Stolz bzw. Selbstruhm sowie Kriecherei oder unterwürfige Gesinnung ausgeschlossen.

Mutter Theresa war ein Beispiel unserer Tage hierfür.

In der Gottesmutter Maria haben wir die Vollkommenheit der Demut. Von Beginn an: Sie empfängt Jesus nicht aus eigenem Wollen, begleitet Jesus durch sein dreiunddreißigjähriges Leben bis hin zum Kreuzestod. Erfährt trotz Demut noch Leid, Pein und Angst um sein Leben, das aber auch Sie nicht ändern kann.

Dafür wird sie letztendlich in den Stand einer Königin erhoben. Sie hat für uns gezeigt was Demut ist, wenngleich wir nicht annähernd nur folgen können. Der Mensch in seinem kleinkarierten Denken, seiner Erdverbundenheit, aber auch nicht loslassen wollen von allen irdischen Dingen braucht Vorbilder wie Maria.

Nur mit Vorbildern wie Maria können wir wirklich „Mensch“ werden.

Labels: , ,

20.4.08

Eine kleine Nachtfahrt durch Rom

Nachts sind nicht immer alle Katzen grau. Das sagt man zwar, in diesem Fall zeigt sich aber der besondere Reiz Roms. Natürlich schon in einer Art Schwarz-Weiß-Fotografie, aber das ist ja gerade das faszinierende – ein bisschen romantisch, manchmal unwirklich, auch mal überzogen und wuchtig, ja und manchmal auch ein wenig etwas unheimlich: Kriminalroman Ambiente.



Rom ist bei Tag und Nacht einfach schön. Es ist ähnlich wie im Winter, wenn auf den Bergen Schnee liegt; die Konturen werden stärker sichtbar, manches verändert sich in einer Weise, das nur in dieser Situation zur Wirkung kommt. So ist es auch Nachts in den Städten und besonders in Rom.


Zum Beispiel: Man schaut durch das erleuchtete Springbrunnenwasser auf den Petersdom - die Bögen des Colosseums werden zu dunklen Höhlen, die ins nirgendwo verschwinden - manche Ecke des Monuments von Vittorio Emanuele hat schon etwas akopolishaftes , bei der Aurelischen Mauer wird es einem fast schon etwas gruselig - oder bei manchen alte Tempeln oder Säulengängen würde man sich nicht wundern, wenn hier ein alter römischerFackelträger um die Ecke kommt. Ich lasse mich dann ganz einfach davon faszinieren und tauche ab in diese etwas andere Welt.

Labels: , , ,

14.4.08

Der Flug des Gletschervogels

Haben Sie ihn schon einmal gehört, den Gletschervogel? In Ihrer Phantasie, wenn Sie auf dem Berg stehen und das herrliche Bergpanorama vor Ihnen liegt? Möchten Sie dann nicht auch darüber hinweg gleiten, wie der Gletschervogel – der Sie entführt in eine Welt der Phantasie, der verführt zum Hören der Klänge die die Berge singen und der zum Träumen einlädt?

Frei sein und sich tragen lassen von der Melodie – endlos dahin.



Für Musikfreunde, die sich für das Instrument interessieren sei gesagt, dass es sich um einen Eigenbau handelt, also nicht käuflich ist.Das Monochord, so der Name des Instrumentes, hat 26 Sandawa-Saiten, die auf A gestimmt sind und 13 Melodiensaiten mit variabler Stimmung.

Das Instrument wurde bereits 1991 gebaut. Der Gletschervogel wurde dann 1992 vom Interpreten im Video komponiert wobei das Monochord bei diesem Stück hexatonisch (erweiterte Pentatonik) gestimmt ist.

Labels: , , ,

23.3.08

Die schönste Dorfkirche der Welt

Ob nun in Steinhausen wirklich die schönste Dorfkirche der Welt steht oder nicht, ist gleichgültig, jedenfalls ist sie wunderschön und jeder Umweg dorthin wird durch die barocke Pracht belohnt.



Wenn Sie auf der B30 in Richtung Bodensee fahren oder umgekehrt, biegen Sie zwischen Biberach an der Riß und Bad Waldsee in westlicher Richtung ab und nach wenigen Kilometern finden Sie Steinhausen und durch die von weitem sichtbare Kirche fahren Sie auf keinen Fall vorbei.

Gebaut von dem berühmten Baumeister Dominikus Zimmermann und im Jahre 1731 eingeweiht. Betritt man das Gotteshaus, so geht es jedenfalls mir immer so, weiß ich im ersten Moment nicht wo ich hinschauen soll. Man möchte alles auf einmal erfassen, muss sich dann aber einen Punkt wählen um von hier aus die barocke Kunst zu erfassen. Auffallend ist gleich einmal die Helligkeit. Bei manchen barocken Kirchen hat man beim Eintreten das Gefühl, man muss erst einmal das Licht einschalten. Nicht hier, auch bei trübem Wetter eine wahre Pracht.

Die Farben sind wie oft in diesen Kirchen so, als hätte man sie gestern erst aufgetragen. Farbenfroh aber nicht bunt, reich verziert aber nicht aufdringlich. Der Altar hebt sich schön von den Wänden ab und versinkt nicht in angrenzenden Ornamenten und Zierrat. Somit wird der Blick auf das Wichtigste nicht gemindert. Auch das Deckengemälde beeindruckt bis hin zur Genickstarre.

Lässt man das Auge durch die Kirche streifen, fallen die Vögel und weitere Tiere an den Fenstern auf, die es so in anderen Kirchen nicht gibt. Vielleicht ist gerade das, was die Kirche u. a. bodenständig macht, nicht alles verklärt und himmlisch; auch unsere Tierwelt hat sich hier eingestellt und man denkt unwillkürlich an den Heiligen Franziskus.

Ja, der Abstecher nach Steinhausen lohnt sich. Lassen Sie sich überraschen.

http//www.kg.-steinhausen.de

Labels: , , ,

20.3.08

Himmelsbegräbnis

Es ist die Zeit Ende der 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Chinesen marschieren in Tibet ein und besetzen das Land. Seitdem führen sie dort das Regiment, wie unschwer aus vielen Medienberichten dieser Tage zu hören und sehen ist.

Das Buch "Himmelsbegräbnis" basiert auf einer wahren Geschichte zweier Menschen die beim Einmarsch der Chinesen in Tibet mit dabei waren. Jedoch aus einer völlig unerwarteten, anderen Perspektive. Einer Perspektive, die einen so berührt, von einer Liebe zwischen Frau und Mann die so unglaublich stark ist, dass man das Buch nicht mehr weglegt.
Wenn einer sich an den Tag der eigenen Hochzeit erinnert und vielleicht noch an den Lesungstext: ...die Liebe erträgt alles...., dann ist es für Braut und Bräutigam eine rührende Stelle aus dem Evangelium (Korinther,13) und vielleicht bricht einer sogar noch in Tränen aus - das war es dann aber auch.
Die raue, ja oft brutale Wirklichkeit, die die junge Frau in Tibet der Liebe willen erduldet, erträgt und übersteht ist fast von einer anderen Welt.

Beide sind Soldaten der "Roten Armee". Der Mann vorausgehend in der kämpfenden Truppe, sie trifft später in Tibet ein, verbringt aber bald nach ihrem Eintreffen dort ein gutes Stück ihres Lebens bei einer tibetischen Nomadenfamilie mit der Suche nach ihrem Gatten. Erst nach Jahren erfährt sie, dass sich ihr Mann aus Liebe zum tibetischen Volk und seinem Brauchtum für ein Himmelsbegräbnis geopfert hat. Das Himmelsbegräbnis, ein für einen Mitteleuropäer nicht nachvollziehbarer Akt der Liebe, wird wohl immer ein Geheimnis der asiatischen Bevölkerung zum Verständnis von Leben und Tod bleiben.

Das "Himmelsbegräbnis" nur als einen Liebesroman anzusehen, ist für mich nicht nur zu wenig, es wäre schon eine Kränkung des Buches. Es ist eine Liebes-Leidens-Lebensgeschichte die ihres gleichen sucht.

Ich kann das "Himmelbegräbnis" nur empfehlen. Allein wenn man es schon zur Hand nimmt - das Buch ist in Seide gebunden - spürt man, hier geht es um etwas ganz besonderes.

Xinran Xue, Droemer Verlag
ISBN 3-426-27360-8

Labels: , , , ,

16.3.08

Leidenschaft - die Passion Christi

Passion steht für Leiden aber auch für Leidenschaft. Sich für etwas leidenschaftlich einsetzen, sich einbringen für eine Sache, für eine Überzeugung, für einen Menschen oder die Menschen bis hin zur Selbstaufgabe – das kann Leiden verursachen.



Die Zeit vor Ostern ist die Zeit der Passion, die Zeit des sich selbst Einbringens in die Geschehnisse die zu Ostern führen. Jesus hat uns das vorgemacht. Natürlich sind wir normal Sterbliche weit weit weg von dieser Selbstaufopferung. Dennoch, in dieser Zeit ist es gut ein wenig aus dem Alltäglichen heraus zu kommen und sich auf Werte zu besinnen die nicht mit Geld und Anerkennung abgegolten werden, nicht abgegolten werden sollen oder können.

Sind wir für den Nächsten wirklich da wenn er uns braucht? Oder wird es manchmal mehr als lästig? Versickern die Freundschaften im Laufe der Zeit nur weil der andere nicht mehr so kann wie früher? Wie würden wir uns an seiner oder ihrer Stelle fühlen?

Nun muss man nicht gleich zum Samariter werden aber ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit dem anderen gegenüber tut beiden gut. Das Bewusstsein, dass wir alle auf einer Welt leben und im guten Auskommen miteinander leben sollen ist vielen abhanden gekommen. Politik und Wirtschaft sind beste (in diesem Fall natürlich sehr schlechte) Beispiele dafür wie man es nicht machen soll.

In der Passion mit dem anderen gehen ist aber nicht beschränkt auf die österliche Zeit, es wird uns zu jedem Jahresende eine neues Jahr dafür geschenkt.

Labels: , , ,

28.1.08

Haus der Brotkultur

Brot - kennen Sie ein anderes Wort, das eine solche Bedeutung hat, Emotionen bindet, Aufstände anzettelt, Religion und Kunst beeinflusst, schlicht mit dem menschlichen Leben derart verbunden ist?



Brot ist ein Synonym für Leben oder Tod, für sein oder nicht sein. Wir kennen oft den Wert des Brotes nicht mehr, da wir alles in jeder beliebigen Menge, wann immer wir wollen, kaufen können. Brot, auch wenn nicht in der uns bekannten Form gibt es schon seit 10.000 Jahren; seit diesem Zeitpunkt nämlich kennen die Menschen den Weizen. Die Körner dieses Getreides stellen die Grundnahrung des Menschen dar, seit sie sich als Sammler und Jäger aus der Geschichte verabschiedet haben.

Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, mit welchem Aufwand allein die Körner zu Mehl zermahlen wurden. Man schätzt, dass man mit dem Mahlstein, der über einen weiteren großen Stein gerollt wurde, etwa 7 bis 8 Stunden gebraucht hat um maximal 3 kg Mehl zu erhalten. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wie viele Frauen beim Bau der Pyramiden beschäftigt waren – täglich – um den Arbeitern das Mehl für das Brot zu liefern? Man schätzt, dass es zehntausend wenigstens waren.

Aus der Geschichte kennen wir die vielen Hungersnöte die auch unser Land heimsuchten sowie die kleinen und größeren Revolutionen (z. B. 1848/49), die die Menschen aus Hunger auf die Straße trieben. Sehen Sie sich mal die Wahlplakate aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an. Hier verspricht jede Partei dem Wahlvolk für Brot zu sorgen.

Und nicht zuletzt ist Brot in der jüdischen und christlichen Religion ein zentrales Thema. In der Bibel kann nachgelesen werden, dass Jesus sagt „Ich bin das Brot des Lebens“. Der christliche Jahresablauf ist auch im Brot zu sehen. Da gibt es Osterbrot, Palmbrezel, Christstollen usw.

Man könnte unendlich viel über Brot erzählen. Wenn Sie am Brot interessiert sind, dann machen Sie es doch wie ich: Gehen Sie in Ulm ins „Museum der Brotkultur“. Bei den Ulmern heißt es einfach nur „Brotmuseum“ obwohl es eigentlich kaum Brot zu sehen gibt aber viel dazu, wie Brot entsteht und welche Bedeutung es hat. Soweit ich weiß das einzige in der Art in Deutschland. Ein Besuch lohnt sich immer, kommen doch sogar Besucher aus Australien hierher und das ist ja nun nicht gerade um die Ecke. In meinem Video habe ich versucht für Sie ein paar Momente aus einem Rundgang einzufangen.

Labels: , , ,

15.1.08

Die Abtei Montecassino

Montecassino, einmal bekannt als die Wirkungsstätte des heiligen Benedikt und dann als Eckpfeiler der Verteidigung im Zweiten Weltkrieg. „Die grünen Teufel von Montecassino“, die älteren unter uns kennen noch diesen Film.

Heute zeugen noch Soldatenfriedhöfe vom Leid der Soldaten und auch die Bevölkerung litt große Not . Die Bilder der zerstörten Abtei am Ende des Krieges zeigen eindringlich die absolute Sinnlosigkeit von Kriegen.

Der heilige Benedikt gründete 529 das Kloster Montecassino an der Stelle, an der früher eine römische Befestigungsanlage, das Municipium von Casinum, stand. Auf diesem Berg ging damals die Bevölkerung in einem Apolltempel und in einem „heiligen Wald“ heidnischen Kulthandlungen nach.

Durch das vorbildliche Leben des heiligen Benedikt und nicht zuletzt wegen seines Grabes gelangte das Kloster zur Berühmtheit und in jeder Hinsicht zur Blüte. Das Kloster erlebte immer wieder Zerstörung und Aufbau.

Der 15. Februar 1944 war die letzte, totale Zerstörung der Klosteranlage in der nur wenige Mönche in der Krypta überlebten. Am Ende des Krieges zog man zur Verteidigung der anrückenden Alliierten quer durch Italien eine Verteidigungslinie mit einem Hauptstützpunkt, der Montecassino hieß. Zwischen den Kriegsgegnern war ausgemacht, dass die deutschen Truppen das Kloster nicht betreten durften, sich also nur um den Berg herum festsetzen durften. Aufgrund der langen und heftigen Verteidigung der Deutschen, glaubten die Alliierten im Laufe der Zeit, dass sich die Truppen doch im Kloster befinden, denn sonst könnte man die Stellung nicht derart verteidigen. Somit entschieden sich die Alliierten zur Zerstörung des Klosters und machten es innerhalb von drei Stunden dem Erdboden gleich, einschließlich der Flüchtlinge im Kloster, der Kunstschätze und was sonst sich noch bewegte oder nicht bewegte.

Ein Überlebender war der Abt des Klosters. Dieser schwor später, dass wirklich kein Deutscher Soldat jemals zur Verteidigung der Anlage das Kloster betreten hatte. Fazit: Der gegenseitige Hass war so groß geworden, dass er sich wie eine Explosion über das Kloster ergoss. Als man die Sinnlosigkeit des Tuns erkannte, war es zu spät.

Der italienische Staat hat jahrelang den Aufbau des Klosters finanziert, unterstützt mit Geldern der ehemaligen Alliierten. Die Klosterkirche ist heute noch nicht fertig, präsentiert sich aber bereits in großer Schönheit. Die Krypta wurde ein Meisterwerk Beuroner Kunst (das Kloster Beuron im Donautal arbeitete bei der Wiederherstellung der Mosaiken mit).

Das Kloster strahlt wieder eine wohltuende Ruhe aus und der Blick über die Berge erfreut das Herz über Gottes schöne Schöpfung.

Labels: , , ,