2.12.09

Sonntagsruhe

Nachdem sich die Diskussion über die Sonntagsruhe etwas geglättet hat, kann man jetzt mehr in Ruhe über das Karlsruher Urteil nachdenken. Dass überhaupt das Gericht in Karlsruhe darüber entscheiden musste, dass wenigstens ein Tag in der Woche Ruhe herrschen sollte, ist für mich ein Witz.

Nicht nur weil das schon im Buch Genesis steht, dass der siebte Tag in der Woche ein Ruhetag sein soll, nein, der Mensch ist einfach keine Arbeitsmaschine, auch wenn sich das Herr Wowereit von Berlin sich so vorstellt. Denn anders kann man seinen Kommentar zum Karlsruher-Urteil nicht erklären, wenn er in etwa so sagte, dass ein Sonntag, an dem nicht eingekauft werden könnte, nicht mehr zeitgemäß sei. Kapitalismus und Maximierung des Profits pur, und das von einem SPD-Mann, dessen Partei doch die arbeitende Bevölkerung vertritt.

Natürlich schön für die, die nicht hinter der Ladentheke stehen und deren Familien allein zuhause sitzen. Überhaupt Familie! Vielleicht haben Sie im Fernsehen auch den guten Mann gehört, der sagte, dass heute im Grunde genommen die Familien sowieso nicht mehr wissen was sie zusammen unternehmen sollen, und deshalb ist der verkaufsoffene Sonntag gut, da können man wenigsten gemeinsam shoppen und sich in den Kaufhäusern amüsieren. Vermutlich hat der Mann sogar Recht, auch wenn das ja wirklich mehr als traurig ist.

Da bekanntlich der Umsatz nicht dadurch gesteigert wird, wie lange und wie oft man einkaufen kann, sondern dass er davon abhängt, wie viel Geld die Leute ausgeben wollen und können, bringt eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf Sonntag kaum etwas. Das was dieser Tag für viele wirklich bringt, ist Hetze und Stress. Haben wir die Diskussion über Stress, ausgebrannt sein, Erfolgsdruck im Betrieb, im Sport und zu Hause schon vergessen? Dann war das Signal von Robert Enke ja ganz umsonst und als solches wollte man es doch verstehen.

Diejenigen, die die Bibel geschrieben haben, waren ja auch nicht ganz dumm und haben schon damals gesehen, was passiert, wenn der Mensch nur noch arbeitet. Eine religiöse Schrift ist immer auch ein Verhaltenskodex für das tägliche Leben und nicht nur eine fromme Schrift. Das ist bei allen Religionen so, nur nicht bei der "Religion" des Atheismus. Vielleicht kommen die aber auch noch drauf, man sollte ja die Hoffnung nie aufgeben.

Labels: ,

1.12.09

Meine zwei Adventskalender

Ich habe heuer, diesen Luxus leiste ich mir, zwei Adventskalender. Der eine ist genauso wie Adventskalender halt sind – mit einem schönen weihnachtlichen Motiv vornedrauf: Einem hell erleuchteten Häuschen am Waldesrand mit viel Schnee und einem Schlitten voller Päckchen davor ... und mit zwei Dutzend, von eins bis vierundzwanzig nummerierten Fensterchen.

Wenn man dann – am jeweiligen Tag natürlich – ein Fensterchen öffnet, findet man einen Schneekristall, eine Wunderkerze oder einen himmlischen Stern. Wie in einem richtigen Adventskalender. Es ist ja auch ein richtiger Adventskalender. Ich hab ihn an meine Wohnungstüre geklebt, innen, eine Handbreit über dem Türgriff. Und jedes Mal, bevor ich am Morgen meine Wohnung verlasse, öffne ich ein Fenster.

Mein zweiter Adventskalender sieht in Wirklichkeit auch wie ein richtiger Adventskalender aus. Genau genommen schaut er dem ersten zum Verwechseln ähnlich. Das gleiche weihnachtliche Bild vornedrauf, mit dem Häuschen, dem Schlitten und dem Schnee. Gleich groß, gleich bunt. Gleich teuer war er auch; aber das nur am Rande.

Beim zweiten Adventskalender – macht mir das bloß nicht nach! – hab ich noch vor dem ersten Dezembertag die Rückwand mit den kleinen Bildern hinter den Fensterchen entfernt.. Und wenn ich jetzt so ein Adventskalenderfenster öffne, finde ich – nichts! Keinen Schneekristall, keine Wunderkerze und keinen himmlischen Stern. Ich kann durch das Fenster durchschauen, wie durch ein richtiges Fenster. Diesen zweiten Adventskalender hab ich an mein Schlafzimmerfenster geklebt. Jeden Tag, gleich nach dem Aufwachen, öffne ich einen der vierundzwanzig winzig kleinen Fensterläden und schaue hinaus auf die Straße vor meiner Wohnung.

Einmal sah ich, wie gerade der Müllwagen vor unserem Haus stehen blieb und Berge von Müll in sich hineinschluckte. Ich sah auch schon Kinder mit schweren Schultaschen und sehr blassen Gesichtern Richtung Schule laufen. Ehepaare miteinander streiten. Autofahrer, die einander beschimpften, bloß weil der eine in dieselbe Parklücke einbiegen wollte wie der andere. Einen Rettungswagen, der einen Kranken abholte. Viele müde Menschen hab ich schon gesehen, durch meine Adventskalenderfensterchen, ein paar zufriedene, ein paar traurige, Menschen wie...

Kurz und gut: Durch die Fensterchen in meinem Adventskalender, der am Schlafzimmerfenster klebt, sehe ich ein kleines Stück von der ganz gewöhnlichen Welt da draußen. Manchmal macht mich das fröhlich, manchmal, ziemlich oft sogar , nachdenklich, je nachdem.

Heute früh hab ich durch das Adventskalenderfensterchen einen Mann gesehen ...hat ganz schön geschwankt; ich fürchte, der hat wohl viel zu viel getrunken, letzte Nacht. Vielleicht ist er einsam gewesen, verzagt, verzweifelt – Freundin verloren, den Job, die Wohnung, den Sinn des Lebens aus den Augen verloren ... Was weiß ich !

In meinem Tür-Adventskalender, dem ganz normalen, wie ihr ihn wohl auch zu Hause habt, war ein Engel abgebildet, einer mit weißen Locken und goldenen Flügeln. Herrlich, lieblich, wunderschön. Ein Vorbote vom großen Weihnachtsfest.

Seit ich zwei Adventskalender habe, diesen Luxus leiste ich mir, kann ich beides sehen: den Alltag, vor meinem Fenster, aber auch die Tannenzweige, die Lichter, die Engel und – in eine paar Tagen schon – das Kind in der Krippe.

Ich gehe jetzt öfters aus dem Haus, den Stern und den Wunderkerzenschein vom Tür-Adventskalender in meinem Herzen. Vielleicht begegnet mir ja gerade heute, draußen auf der Straße, einer, den ich durch das andere Adventsfensterchen schon gesehen habe ...

Walter Müller, „Kerzenhell wird die Nacht“, ISBN 3-15-018316-2

Labels: , ,

23.11.09

Volkstrauertag - königlich verordnet

Der November ist seit jeher prädestiniert für unsere Toten. Den gestrigen Volkstrauertag hat sogar ein König eingeführt, eine angeordnete Trauer von höchster Stelle - also menschlich höchster Stelle wenn man so will.

Eine Kultur des Trauerns ist überall zu finden und bei den alten Völkern stand sie sogar beherrschend an erster Stelle des Lebens. Denken wir nur an die Ägypter, deren Leben schon frühzeitig ins Jenseits gerichtet war. War auch gar nicht so schlecht, nicht nur wegen den Pyramiden, die sie uns deshalb hinterlassen haben.

Leben und Tod hat bei den Menschen schon damals zusammengehört, auch wenn der ein oder andere heute nichts mehr davon wissen will. Der Mensch hat sich somit schon immer von allen anderen Lebewesen abgesondert, er hat das Leben als eine Durchgangsstation gesehen und wollte auch keine Gedanken daran verschwenden, nur zu verenden, wie die Tiere.

Nicht nur unsere Kirchen erinnern daran, dass nach dem Erdenleben ein Weiterleben kommt, wie wir es von der kleinen Geschichte - der Raupe und dem Schmetterling - kennen. Und da bei der Raupe auch der vergängliche Körper zurück bleibt wurde bei vielen Völkern der Mensch letztlich beerdigt und die die hier blieben hatten einen Ort der Erinnerung an einen lieben Menschen oder zur Verehrung, zur "Abarbeitung" ihrer Trauer oder zur immerwährenden Bewunderung.
Obwohl meine Großmutter immer gesagt hat, dass dem Teufel ein Gebratener lieber ist als ein Verfaulter, ist auch inzwischen die Kirche dazu übergegangen, dass Verbrennen als ein würdige Bestattungsform anzuerkennen. Ja, und auch diesem Toten einen Platz auf dem Hof des Friedens zu geben.

Nun hört und liest man, dass die anonyme Bestattung immer populärer wird. Also weg und keiner weiß mehr wo er oder sie geblieben ist. Daran erkenne man die Flexibilität des Menschen, heißt es. Heute hier und morgen da, nirgends wirklich zu Hause. Manche alte Menschen wollen das sogar, um ihren Kindern weder Arbeit zu machen, noch dass sie sich in Unkosten stürzen. Dennoch ist das ein Werteverlust - für die Nachfahren - ein Vergessen des woher ich kam und des wohin ich auch einmal gehe.

Der erste Bezugspunkt zu einem Verstorbenen sollte das Herz sein, das ist richtig, nur zum Ort wo er begraben liegt, ist zu wenig. Aber wir Menschen brauchen eben auch diesen "handgreiflichen" Bezugspunkt wie bei viele Dingen im täglichen Leben. Warum dann eigentlich nicht auch zu denen die uns einmal das Leben gaben und uns an der Hand in mein heutiges Leben führten?

Labels: ,

12.11.09

St. Martin oder wie lernen Kinder das Geben

Zum Glück sieht man am Martinstag doch immer wieder noch Kinder mit Lampions die uns an diesen Tag erinnern. Eigentlich schade, denn von St. Martin können unsere Jüngsten schon in ihrer frühesten Kindheit etwas lernen, was vielen Erwachsenen oft schon lange abhanden gekommen ist - geben statt nehmen.

Natürlich ranken sich viele Legenden um den römischen Soldaten und späteren Bischof Martin. Das ist ganz natürlich, wenn die Geschichten aus einer Zeit stammen, in denen kaum jemand lesen und schreiben konnte und alles nur mündlich weitergegeben wurde. Merkwürdigerweise hängen wir aber oft viel mehr an diesen alten Geschichten als an den modernen unserer Zeit.

In unseren Zeiten, in denen für Viele anscheinend nehmen seliger macht denn geben, kann auch für die Kleinen der Heilige Martin einer sein, der aus seiner hohen Position heraus auch das Leid der Armen und kleinen Leute sah und gab. Und was mindestens so wichtig ist: Man muss nicht gleich sein ganzes Hab und Gut verschenken, um ein guter Mensch zu sein, nein, ein Teil von dem was wir haben ist das richtige Maß - nämlich der halbe Mantel, nicht der ganze. Das ist auch der Kern der Martins-Botschaft, keine Umschichtung des Ganzen, die gerechte Verteilung, dass alle ein menschenwürdiges Dasein haben.

Alle Jahre wieder um diese Zeit erinnert uns die Flut der Bettelbriefe: Moment mal, ist denn schon wieder bald Weihnachten? Vereine und Gesellschaften, von denen man sonst nie etwas hört, stellen sich plötzlich als Bittsteller der Notleidenden dar. Die geben ein Geld für Porto und Überweisungen aus, dass man gerade staunen muss. Das Geld wäre anderweitig auch besser angelegt.

Einen Vorteil haben aber diese Aktionen, sie erinnern uns tatsächlich daran, dass die Not nicht weniger, leider sogar größer geworden ist, wie man in den letzten Tagen in den Medien sehen und hören konnte. Deshalb ist ein Spende für die notleidenden Menschen sicherlich so etwas wie der halbe Mantel des Martin. Nur müssen wir hier sehr aufpassen und die Streu vom Weizen trennen. Nicht jeder von Mitleid triefende Brief ist gerechtfertigt. Aber das wissen Sie ja sicherlich sowieso.

Man wirft den Deutschen oft vor, sie spenden zwar viel, geben aber dennoch nur von ihrem Überfluss ab. Ok, mag sein. Ich sehe das pragmatisch. Wenn ich jetzt nicht gleich alles gebe, kann ich in den nächsten Jahren auch noch etwas geben.

Labels: ,

1.11.09

Tod, wann ist es soweit

Tod und Sterben ist ein Thema an das viele ungern herangehen. Jeder möchte gern wissen wie lange er noch zu leben hat, wenn die Chance besteht zu hören: Bei bester Gesundheit mindestens 100 Jahre. Würde man morgen sterben, dann will man lieber nichts wissen.

Eine amerikanische Webseite will nun Interessenten über ihr persönliches Sterberisiko, eventuell auch die noch bevorstehende Lebenszeit, informieren. Das hört sich erst einmal skurril an, von den Professoren und Studenten der Unis in Pittburgh und Appleton aber ernst gemeint. Hintergrund ist, die Menschen über ihre gesundheitlichen Faktoren und Risiken aufzuklären und Hinweise zu geben, seinen Lebensablauf zu ändern, wie: Alkohol, Rauchen, Vorsicht im Straßenverkehr, zuviel Fett im Essen usw. Somit ist das Untersuchungsergebnis dann eine positive Information, um sein Leben eventuell tatsächlich etwas zu verlängern - bei besserer Gesundheit.


Aber mal davon abgesehen, ob Sie nun einen Bericht in den Händen halten, der Auskunft darüber gibt, wann Ihr eventuelles Ende naht, fragt man sich doch mehr als oft, warum musste der eine schon so jung und gesund sterben, vielleicht bei einem Verkehrsunfall und der andere liegt mit schwerer Krankheit bis ins hohe Alter im Bett und kann nicht sterben.


Ein Frage, die die Menschheit beschäftigt seit sie sie gibt. Da die Frage wohl nie geklärt werden kann, sucht man Erklärungshilfen, z. B. die Gene. Auf einem Verkehrsunfall haben die allerdings auch keinen Einfluss. Einen besseren bzw. einen gesünderen Lebenswandel, na ja, auch nur teilweise, wenn man bedenkt, dass es auch Zigarren rauchende 90er gibt.


Andere sagen, jeder hat seine Lebenszeit vorgegeben. Bei aller Tragik, dem einen wurde eine längere Lebenszeit bemessen, dem anderen eine kürzere. Ungerecht denkt man - kann sein, vielleicht ist es dem einen oder anderen sogar ein Trost - man kann nichts dafür.


Ob dabei der Psalm 139 ein Trost ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, wenn es da heißt: ... Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war....

Auch mit diesem Text wird das Leben für uns immer ein Rätsel bleiben.


Weitere Artikel: Allerseelen

Labels:

28.10.09

Der Papst und die Kondome

War das ein Aufschrei in der Welt als der Papst mach Afrika flog und die Presse als "wichtigstes" berichtete, dass Aids nicht mit Kondome bekämpft werden konnte. Nun ist es ja bei Interviews immer so, dass der Leser nicht weiß, was wirklich gesagt wurde und auch nicht, was der Reporter beim Schreiben daraus macht.

Jeder wusste natürlich, dass der Papst meinte, dass Kondome "auch, aber nicht nur" helfen, das andere Dinge genau so wichtig sind. Interessant war dabei auch, wer sich bei uns zum Interview wieder nach von gedrängelt - die Damen, die nach ihrer Meinung so etwas wie ein Schattendasein in der Politik fristen - Schmidt, Wieczorek-Zeul, Künast .... Endlich mal wieder etwas sagen, von dem sie ja sooooviel verstehen.

Es ist noch nicht lange her, hörte ich unserem Ort eine Ordensschwester zu diesem Problem sprechen. Sie hat in Afrika an einer Schule ihr Leben verbracht hat und kann dadurch aus eigener Erfahrung sagen, was Aids für sorgen mit sich bringt und warum man die Krankheit so schlecht in den Griff bekommt. In ihrem Umfeld fehlt mittlerweile ein Generation und zwar die der Eltern ihrer Schüler. Die Kinder leben meist bei Großeltern oder werden ins Schulinternat aufgenommen. Das führt natürlich zu Problemen, da die Anzahl ständig wächst. Und nicht nur das, die Kinder selbst haben oft Aids und können dadurch u. a. selbst dem Unterricht nicht mehr folgen.

Sieht man genauer hin, entdeckt man, und das ist kein rassistisches Vorurteil, dass die Treue der Ehepartner traditionell nicht so funktioniert wie wir uns das vorstellen. Dass es sogar Gegenden gibt, in denen auch mal der gute Freund, der zu Besuch ist, mit der eigenen Frau schlafen darf. Kondome, was das ist, wissen zwar viele, aber woher das Geld nehmen und wo gibt es die überhaupt. Das Land ist weit und groß und die Infrastruktur oft sehr bescheiden.

Und genau das ist was der Papst meinte, die eheliche Treue, die nachweislich hilft, Aids mit einzudämmen und eine der wichtigsten Säulen bei der Bekämpfung ist. Der Harvard-Mediziner und Aidsforscher Edward Green sagt, der Papst hat recht: Der Papst hat die Wahrheit gesagt, als er hervorgehoben habe, dass auf dem Kontinent vor allem ein grundlegender Wandel des Sexualverhaltens erforderlich ist, um die Ausbreitung des Virus wirksam zu bekämpfen.

Als Beleg dafür, dass es geht, verwies er in seinem Interview auf Uganda. Dort hat die Regierung eine umfangreiche Kampagne für eheliche Treue geführt, mit dem Erfolg, dass Uganda heute das einzige Land in Afrika ist, in dem die Zahl der Aids-Infizierten in einem nennenswerten Ausmaß zurück gegangen ist.

Vielleicht sollten sich unsere politischen Schreihälse vorher überlegen, welche Aussagen zu diesem traurigen Thema hilfreich sind und nicht nur populistische Selbstdarstellungen inszenieren die vermeintlich ihrer Profilneurose dienlich sind.

Labels: , ,

4.10.09

Danke


Danke
Sag danke, kleiner Mensch,
für den Strom der Liebe,

der leise durch die Welt geht.


Danken heißt erkennen, was dir alles
Gutes getan wird.
Hast du dir selbst
das Augenlicht gegeben,
die Finger an
an die Hand getan?
Irgendwie liegt darin
ein Geheimnis der Liebe.
Irgendwo hat
dich jemand unglaublich gern.

Danken heißt sich an das erinnern,

was andere für dich taten.

Menschen waren gut zu mir.
Sie umsorgten mich, als ich klein war.

Sie begleiteten mich, als ich größer wurde.

Sie machten mir Mut,
als es mir schlecht ging.
Sie waren froh, weil ich froh war.

Mein Herz vergisst das nicht.


Phil Bosmans
Eine Hand voll Sonnenschein
Herder-Verlag

Labels: ,

1.10.09

Rosenkranz Meditation

Die katholische Kirche nennt den Oktober auch "Rosenkranzmonat". Das Rosenkranzgebet selbst stammt aus dem 11. Jahrhundert, so richtig Fuß fasste es aber erst im 15. Jahrhundert, dann aber so stark, dass der Oktober diesen Namen bekam. Der Oktober kam wohl deshalb zu dieser Ehre, da am 7. Oktober der Gedenktag "Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz" ist.

Der Rosenkranz dient nicht nur dem Gebet allein, auch zur Meditation bzw. zum Stille halten im Getriebe des Alltags. Umtrieb, Sorge und mancherlei Beschwerden gibt es, solange es die Menschheit gibt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Gebetsschnüre - wie der Rosenkranz - eine lange Tradition haben. Wir kennen diese Schnüre aus dem Nahen Osten oder aus Asien, denn im Hinduismus und Buddhismus sind sie Bestandteil des Glaubens.


Das Wort "Rosenkranz" soll aus einer Verwechslung der Sanskritwörter "dschapa" und "dschapa" (letztes a mit einem Wellenzeichen darüber) stammen. Das erste Wort heißt "Gebet" und das zweite "Rose". Sanskrit ist übrigens eine klassische (religiöse, literarische) Sprache aus dem Norden Indiens. So kommt es vielleicht auch nicht von ganz ungefähr, dass auch unser Rosenkranz seine Wurzeln dort in der Ferne hat und aus einem Land stammt, das eine lange Tradition des Meditierens aufzuweisen hat.


Das Rosenkranzgebet ist heute in der katholischen Kirche eine relativ vernachlässigte Gebetsform. Gebetet wird es zu Ehren Mariens in den klassischen 3 "Gesätzen", der Rosenkranz ist aber auch noch viel mehr. So wie Maria die Ruhe, die Demut, das Leiden und das Ausharren in ausweglosen Situationen zugesprochen wird, können auch wir bei diesem Gebet zur Ruhe kommen und dem inneren Frieden vielleicht ein Stück weit näher.


Für manche ist der Rosenkranz langweilig, da immer wieder die gleichen Worte, bzw. ähnliche Worte verwendet werden. Aber gerade das ist ja der Sinn dieses Gebetes. Dieses wiederholen der Worte ist wie das Mantra in der fernöstlichen Gebetsform. Nur so kann man versinken und loslassen. Wer das nicht begriffen hat, dem ist das alles natürlich fremd.


Da besuchen viele Meditationskurse, gehen auf Fernreise zu einem Guru oder begeben sich in irgendwelche spirituellen Abhängigkeiten und dabei liegt der "Schatz", den man sucht, quasi vor der Haustüre. Schade eigentlich.

Vielleicht gibt der Oktober wieder einen Anstoß dazu, zum Meditieren in unserer langen Tradition - mit dem Rosenkranz.


Weitere Artikel: Meditation - Der Rosenkranzweg
Demut - Königin Maria
Ich suche mich

Labels:

24.9.09

Die Bevölkerung explodiert

Jede Minute werden es 156 Menschen mehr auf der Welt. Hört sich erst mal nicht so viel an, summiert man die Zahl auf, dann sind es 224.000 Menschen am Tag und im Jahr 82 Millionen. Jedes Jahr kommt einmal Deutschland quasi zur Weltbevölkerung dazu. Da holt man dann doch schon mal tief Luft.

Wir Ältere könnten nun sagen , was soll´s, dass es bereits 2012 etwa 7 Milliarden Menschen auf der Welt gibt und über 9 Milliarden 2050. Irgendwie schaffe ich das schon bis zu meinem Lebensende und nach mir die S...... . Aber was machen meine Kinder und Enkel, wenn sie mal "Mann an Mann" bzw. "Frau an Frau" stehen?


Von dem Aktionsprogramm zur Geburtenregelung, auf der internationalen Konferenz ICPD in Kairo vor 15 Jahren hochgelobt, als wegweisend deklariert und darin der Frau eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der Länder zuerkannt, ist auch nicht mehr viel übrig geblieben. Ja, was nun tun?


Asien ist bekanntlich der Kontinent mit dem größten Zuwachs und bald wird Indien China mit der höchsten Bevölkerungszahl ablösen. Das bringt, so habe ich mir sagen lassen, andere Probleme mit sich als die staatliche Verordnung zur "Ein Kind Familie" in China, was inzwischen auch nicht mehr funktioniert. In Indien kommt die Religion ins Spiel und damit wird die Geburtenregelung auf ein ganz anderes Niveau gehoben als in China. Eine Geburt zu verweigern, auf gut deutsch abtreiben oder vorher schon zu verhindern, heißt, einem Menschen die Chance zur Wiedergeburt und damit zur Läuterung zu nehmen.


Bedauerlicher Weise muss man immer wieder feststellen, dass viele Länder Asiens mit dem Leben von Menschen recht "locker" umgehen. Ob nun bei der Katastrophe in Birma, den vielen Unglücken in China oder den Tsunamis, man hat nicht den Eindruck, dass die Regierungen das wirklich "trifft"; im Gegenteil. Ist das der Menschen-Preis, den man wegen der Übervölkerung gewillt ist zu zahlen.


Als älterer Mensch wird man dabei doch sehr nachdenklich, zumal unsere Lebenserwartung immer mehr steigt und wir ja zu diesem Problem auch noch beitragen. Patentrezepte gibt es keine, auch wenn man sagt, z. B. keine Aufrüstung mehr, das Geld in Forschung und Entwicklung für Güter und Produkte stecken, die den vielen Menschen eine Hilfe sind.


Leider steht sich vielfach der Mensch für solche hehren Ziele selbst im Weg, mit Machtdenken, Korruption, Bonis und was weiß ich. Dennoch ich lass es mir nicht nehmen daran zu glauben, dass jeder in seinem Umfeld und vielleicht darüber hinaus Dinge tun kann, die anderen helfen, auch wenn sie weit weg sind.
Nur zu den anderen sagen: Bitte keine Kinder und bei uns jammern, dass die Geburtenzahlen rückläufig sind, ist auch falsch und zudem pure Heuchelei.

Labels: , ,

16.7.09

Ryoan-ji - in der Ruhe liegt die Kraft


In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es so schön und man denkt, wenn das nur so einfach wäre. Gerade jetzt im oder noch vor dem Urlaub. Alles muss noch vorher erledigt werden als gäbe es kein danach. Im Urlaub ist auch nicht nur Ruhe angesagt, da müssen diese oder jene Aktivitäten unternommen werden. Und nach dem Urlaub, bis man alles wieder auf der Reihe hat ist man schon wieder urlaubsreif.

Diese Gedanken gingen mir Europäer durch den Kopf als ich in der Anlage des Ryoan-ji - Tempels saß und mir die Steine, mit einer Mauer eingefasst, ansah. Und wenn ich schreibe "ansah", dann ist das schon typisch europäisch. "Was gibt es hier zu sehen", der Satz aller Touristen auf der Welt. Wenn ich nur ansehe, gibt es keine Tiefe und nach schon kurzer Zeit sagt man: Wo oder wie war das jetzt eigentlich?

Im Garten des Ryoan-ji - Tempel gibt es eigentlich nicht viel zu sehen oder zu finden und das ist schon das wichtigste. Der Garten, wenn ich das mal so sagen darf, dient dazu , sich selbst zu finden. Übersetzt heißt der Tempel auch: Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachens. Keine Bäume, nur 15 Steine, im Zen-Stil, der ja für uns sowieso schon sehr nüchtern wirkt, um 1500 angelegt.

Um die Steine herum Kies, geharkt, in einer Richtung, wie fließendes Wasser, was es auch versinnbildlichen soll. Wenn zig Touristen rumtrampeln kommt man natürlich nicht zum Nachdenken. Wenn man Glück hat ist man aber fast allein und dann spürt man einen kleinen Hauch davon, welche Wirkung so ein Garten hätte, hätte man mehr Zeit.

Die großen Steine, könnten wir sein. Der geharkte Kies der Strom der Zeit, der Strom des Lebens. Stehen wir wie ein Fels in der Brandung unseres Lebens oder schwimmen wir mit? Oder ist uns schon alles davon geschwommen? Faszination des Einfachen, Schlichten. Weglassen ist mehr als dazu tun.
Letzlich ist man doch berührt, wenn man diesen Garten wieder verlässt.

Labels: , ,

30.6.09

Rom - Das Paulusgrab

Nun ist es also offiziell: Der Heilige Paulus liegt tatsächlich in seinem Grab. Oder nicht? Ist es überhaupt so wichtig, dass er es "leibhaftig" ist. Keiner kann es beweisen, haben wir doch keinen DNA-Vergleich.

Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich hoch. Warum? Die Begräbnisstätte liegt "vor den Mauern". Im alten Rom, eben zu der Zeit als Paulus lebte, war auch Rom wesentlich kleiner, wenngleich es damals schon eine Weltstadt war. Diejenigen, die etwas auf sich hielten, auch nach dem Tode, ließen sich an den großen Ausfallstraßen Roms beerdigen. Bekannt dafür ist ja auch die Via Appia. Im Falle des Paulus ist es die Straße nach Ostia und die Begräbnisstätte lag tatsächlich vor den Mauern Roms.

Der Sinn der Begräbnisstätten an der Straße war, dass "man gesehen" wurde. Zwar nur das Grab, aber immerhin. Man blieb im Gedächtnis der Leute und die, die aus fernen Gegenden vorbeikamen, fragten natürlich, wer da wohl begraben liegt.


So gesehen könnten sich die Christen damals gesagt haben, wenn Paulus an der Straße beerdigt ist, dann bleibt er nicht nur allen im Gedächtnis, auch diejenigen, die Paulus nicht kannten, erfahren nun vom ihm und von seiner christlichen Botschaft. Also, eine gute Beerdigungsstätte und eine Art von Marketing zugleich.


Der Ort wurde von Anfang an verehrt und Kaiser Konstantin errichtete eine Gedächtniskapelle über dem Grab. Die Kaiser Valentinianus, Theodosius und Arcadius stifteten 386 eine Basilika: San Paolo fuori le Mura. Es muss eine sehr schöne Kirche gewesen sein, denn sie war bis zum Bau der Peterskirche die größte und schönste in Rom. Im Juli 1823 ist sie abgebrannt und dann wurde die gebaut, die wir kennen. Eine der sieben Hauptkirchen Roms.

Ich halte es nicht für sinnvoll im Grab des Paulus herum zu graben und am Ende noch die Fundamente zu beschädigen. Denn im Untergrund befinden sich nach wie vor die Reste der alten Kirchen. Wenn festgestellt wurde, dass die Knochenreste fast 2000 Jahre alt sind, was will man dann noch mehr? Lassen wir doch den Paulus ruhen in Frieden, sein Rätsel, ob er es nun ist oder nicht, behalten. Paulus wird verehrt, so oder so, und er bleibt für immer derjenige, der aus einer Provinzreligion eine Weltreligion machte.


Labels: , ,

11.6.09

Fronleichnam


Die Freude von Weihnachten,
der Jubel von Ostern und
die Begeisterung von Pfingsten
vereinen sich an diesem Tag:
Fronleichnam.

Labels:

31.5.09

Vatikan - Die Peterskirche

Die Geschichte der Peterskirche, der größten Kirche der Christenheit, ist umfangreich, gar nicht auf Anhieb zu beschreiben aber durch die verschiedensten politischen Ereignisse im Vatikan und Rom, den wechselvollen Begebenheiten am Bau selbst, höchst interessant.

Die erste Peterskirche gab es schon um 320. In den weiteren Jahrhunderten diente diese Kirche in erster Linie den römisch-fränkischen und römisch-deutschen Kaisern als Krönungskirche. Zudem sah diese Kirche auch völlig anders aus als heute. Denn den Kirchenbau, den wir kennen, veranlasste erst Papst Nikolaus V. etwa 1447 und bis wirklich die Kirche im Jahre 1626 durch Papst Urban VIII. eingeweiht wurde (aber deshalb noch lange nicht fertig war), passierte viel und der Baumeister gab es auch viele. Klangvolle Namen wie Michelangelo (von ihm stammt der Entwurf der leicht ovalen Kuppel) und Raffael sind dabei.


Betritt man die Kirche erfasst man im ersten Moment die Größe nicht so richtig. So ging es jedenfalls mir. Erst wenn man auf dem Fußboden die Maße anderer Kirchen der Welt, z. B. vom Kölner Dom, eingezeichnet sieht, begreift man erst wo man steht. Der zweite Eindruck ist, man weiß nicht wo man zuerst hinschauen soll. Kunst allent halben und das noch von wirklich großen Meistern. Mich haben die "Gemälde" aus Mosaiken sehr beeindruckt. Die Vielfalt der Farbnuancen (allein von gelb gibt es weit über Tausend Abstufungen) ist unglaublich. Dann die Pieta, die Heilige Pforte, der Hochaltar mit dem Grab des Petrus darunter, das Grab von Johannes XXIII. usw. usw. Es schwirrt einem der Kopf und die Geräuschkulisse erschlägt einen beinahe.

Etwas innere Ruhe und Andacht findet man erst weit vorn, hinter dem Hochaltar, in der Apsis, angesichts der Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes. Hier kann man geistig etwas ausspannen und zu klaren Gedanken kommen. Eine Hilfe dabei ist, dass es hier fast so aussieht wie in einer ganz normalen Kirche und das ist wichtig. Kirche ist nicht nur groß und wuchtig, auch klein und scheinbar unbedeutend.
Beim Anblick der Taube in der hinteren Kirchenwand erfasst man dann, dass es ohne den Heiligen Geist das alles gar nicht gäbe, ohne ihn weder Peterskirche noch eine andere Kirche aus Stein, noch die lebendige Kirche, nämlich uns.


Labels: , ,

28.5.09

Pfingsten

Für viele ist Pfingsten ein Feiertag wie jeder andere im Jahreskreis und das wichtigste wie oft, am Montag ist auch noch arbeitsfrei. Das Pfingsten quasi der Geburtstag der Kirche ist, wissen viele nicht, vielleicht noch, dass es etwas mit "Geist" zu tun hat, da der Heilige Geist auf die Apostel der Urkirche herabgekommen ist.

Dabei hätten wir alle und vielleicht besonders die, die vom Heiligen Geist nichts halten, ihn bitter nötig. Denn ohne einen guten Geist geht in vielen Lagen unseres Lebens nichts und zwischenmenschlich schon gar nichts. Zwischenmenschlich bedeutet nicht nur innerhalb der Familie oder des Freundeskreises, zwischenmenschlich bedeutet zwischen allen Menschen auf der Erde.

Wenn die weiße Bevölkerung denkt, der Rest der Welt kann uns nicht mal das Wasser reichen und die Afrikaner oder Asiaten meinen, wir sind eh nur ein verlottertes Volk ohne Moral, dann merken wir ganz schnell, hier fehlt der "gute Geist", der Spirit, der uns zeigt, dass wir alle wirklich in
einem Boot sitzen. Unsere Welt im Gleichgewicht zu halten, ob politisch, religiös oder wirtschaftlich wird in Zukunft die Aufgabe aller sein.

"Macht Euch die Erde untertan" heißt nicht, Öl, Kohle, Holz, Wasser, Nahrung usw. so zu verbrauchen, dass unsere Kinder und Enkel nichts mehr haben. Vielleicht sollten wir wieder so denken, wie wir zu Urzeiten gedacht haben bzw. die Urvölker der Erde heute immer noch denken: Nicht "Was kann ich noch haben", sondern "Was sollte ich sein und was kann ich für die Gemeinschaft tun?".


Heere Worte denken Sie? Mag sein. Wenn wir aber auf Dauer nicht begreifen, dass z. B. der Anbau von Viehfutter in den südlichen Ländern der Erde, für die Steaks die wir essen, wichtiger ist als die Ernährung der Menschen dort, solange gibt es noch keine guten Geist, keine gute Gemeinschaft. Eine gute Gemeinschaft ist wie eine grüne Wiese: Jeder Grashalm ist nötig.

Pfingsten ist ja eigentlich ein Geburtstag, an dem man mit anderen feiert - auf Augenhöhe. Vielleicht denken wir an diesem Tag tatsächlich mal an den Rest der Welt - auf Augenhöhe. Immerhin haben wir am Montag auch noch Zeit dazu.

Weitere Artikel:
Wie lange ernährt uns die Erde noch?
Power - Heiliger Geist

Labels: ,

12.4.09

Ostern


Wenn einer sagt, ich stelle mich vor ihm,
dann wissen wir, er gibt Schutz.
Er steht für einen ein und hilft in allen Lebenslagen.
ER
steht vor uns,
gibt uns den Schutz, den Segen und hilft,
beladen wie wird sind mit den Scheiten des Karfreitag.
So kann aus jedem Karfreitag unseres Lebens
immer wieder ein Ostersonntag werden,
weil er immer für uns da ist,
wenn wir auch wollen.

Labels: ,

10.4.09

Karfreitag


Das sind sie, die Scheite,
die uns im Laufe des Lebens zum Kreuz werden.

Die Scheite des Streites mit den anderen,

des Recht haben wollen,

des nicht helfen in Not.

Die Scheite der Gleichgültigkeit,

der unterlassenen Wegbegleitung ...


...der vielen kleinen und großen Dinge,
die wir am liebsten noch ändern möchten,

aber nicht können ...

Labels: ,

8.4.09

Religion wird für Männer immer wichtiger

Das kann man nach Aussage der ökumenischen Studie "Männer in Bewegung" in Deutschland feststellen. In Auftrag gegeben hat diese Studie unsere Familienministerin von der Layen sowie die katholischen und evangelische Kirche. An vorderster Stelle der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der evangelische Landesbischof Wolfgang Huber.

Natürlich ist die Zeit vor und nach Ostern geprägt von Kirche und Religion. Und bereits hier muss man schon sagen, warum eigentlich besonders um diese Zeit? Zwar ist für die christlichen Kirchen das Osterfest das wichtigste Fest im Kirchenjahr, wird aber Religion das Jahr über ausgeblendet? Vielleicht noch abgesehen von Weihnachten.

Bei manchen hat man wirklich den Eindruck, dass dem so ist. Besonders in der christlichen Welt gaben sich die Männer bisher verstärkt so, als wäre Religion nur für Kinder, Frauen und alte Leute. Nicht so in den anderen Religionen. Wenn wir im Fernsehen Berichte aus der islamischen Welt sehen und u. a. das Freitagsgebet gezeigt wird: Nur Männer. Irgendwie muss man neidisch anerkennen, dass diese den Wert der Religion mehr schätzen und in ihr Leben einbinden als die Männer in unseren Regionen.

So ist es doch erfreulich, von der Studie zu hören, die von einem Schwenk zum Bezug der Religion berichtet und obendrein noch sagt, dass der Lebensbereich Arbeit an Gewicht verliert. Nun weiß man, dass Arbeit ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens ist, aber mit der Betonung ein Teil. Viele haben das aus dem Auge verloren und haben die Arbeit zu dem Teil ihres Lebens gemacht.

Hoffen und wünschen wir, dass für viele wieder eine gute Gewichtung zwischen Arbeit und Religion Oberhand gewinnt. Denn mit der besseren Einstellung zur Religion gewinnen auch wieder die Werte an Gewicht, die unser Leben lebenswert machen: Familie, Partner, Kinder und nicht nur Geld, Reichtum und Macht.

Labels: ,

6.4.09

Unser Kreuz mit dem Kreuz

Das Kreuz dominiert an keinem anderen Feiertag so wie gerade zu Ostern und natürlich in den Passionswochen davor. Das wissen wir zwar alle, dennoch haben wir oft ein etwas distanziertes Verhältnis zum Kreuz. Vielleicht liegt es daran, dass der Begriff "Kreuz" für viele negativ besetzt ist.

Kreuz steht bei so manchem für Tod oder Leid. Unser Sprachgebrauch zeigt es schon. Der hat auch sein Kreuz zu tragen, sagt man, oder dass es schon ein Kreuz mit dem- oder derjenigen sei. Auch "Das Rote Kreuz" verbindet man mit Krieg, Not und Tod. Und wenn man es "im Kreuz" hat, wird man daran erinnert, dass es einfach Schmerzen verursacht.

Stehen Sie mal vor dem Spiegel und breiten die Arme aus. Was sehen Sie? Ein Kreuz. Sind wir somit dem Kreuz schon grundsätzlich verhaftet oder soll uns unser eigenes "Kreuzbildnis" daran erinnern: Wir sind Kreuz? Sollen aus dieser Form heraus leben? Ein klares "Ja" oder ein "bloß nicht"?

Betrachten wir diese, unsere Form, so stehen wir mit beiden Beinen auf der Erde. Verwurzelt kann man sagen, bodenständig und fest. Gut so; da gehören wir vorerst auch einmal hin. Die Arme ausgebreitet und somit waagerecht. Das heißt, Bodenhaftung behalten, gleich unter Gleichen; ich bin nicht besser als der andere, auch wenn das mir so vorkommt. Ich bin ein Teil der Gesellschaft und bin somit auch für sie da und umgekehrt - für meine Familie, Gemeinde, Sportverein, für Freunde und Freundinnen.


Der Kopf ragt raus und das ist das Entscheidende. Nur die Augen können zum Himmel blicken. Sehen mehr als der
Körper in seiner Bodenständigkeit. Nur der Kopf kann erahnen, dass es mehr gibt als nur unten. Und das ist das positive am Kreuz, an unserer menschlichen Kreuzesform, dass sie uns immer wieder daran erinnert.

Ostern ist damit ein Jubelfest, denn es gibt nicht nur ein unten, sondern auch ein oben. Vielleicht sollten wir uns das mehr zu Herzen nehmen und das Kreuz einfach mal positiv sehen - und da schließe ich mich nicht aus; denn mit einer positiven Stimmung lebt es sich nicht nur zu Ostern besser.

Das kleine Briefmarkenvideo soll uns etwas auf die Festtage einstimmen.


Labels: , , ,

2.4.09

Noch ein Jahr zum Leben

Ostern - Tod und Auferstehung. Bleiben wir mal beim Tod. Was machen Sie, wenn Sie nur noch ein Jahr, sagen wir mal bis nächstes Jahr Ostern zu leben hätten? Kaufen Sie sich einen Porsche und brettern durch die Gegend? Machen Sie die Weltreise, die Sie "schon immer mal machen wollten"? Erinnern Sie sich an die Frömmigkeit der Kinderjahre und gehen ins Kloster? Schieben Sie Panikattacken oder machen Sie gar nichts, und leben so weiter wie bisher?

Ja, was würden wir machen wenn wir so ein Datum genannt bekommen, eine "deadline" auf Neudeutsch. Welchen Wert würde dann auf einmal das Leben bekommen, mit dem wir ja hin und wieder doch recht unachtsam umgehen, nach dem Motto: Ich lebe jetzt und gestorben wird erst wenn ich alt bin; bloß wann ist alt. Wo doch alt immer nur die anderen sind.


Es heißt nicht umsonst, dass man den Wert von etwas erst dann erkennt, wenn man es nicht mehr besitzt, in diesem Falle wenn das Leben einem genommen wird. Ich habe mich auch schon gefragt, was würde ich wirklich machen? Was ist mir soviel Wert, dass ich die letzte Zeit dafür opfere? Familie, Hobbies oder was.

Vielleicht ist die Karwoche vor Ostern doch einmal gut dazu darüber nachzudenken. Vielleicht schafft man es herauszufinden, was für mich das Leben lebenswert macht. Vielleicht lokalisiere ich tatsächlich meinen Standpunkt des Lebens und wo ich in meiner Umgebung stehe und was ich auch den anderen Wert bin.

Schön, dass es im Laufe des Jahres mit den Feiertagen immer wieder "Anhalte-Punkte" gibt, mal über sich nachzudenken. Wäre das Jahr über alles gleich, würde man vor Arbeit und sonstigen Aktivitäten gar nicht merken, dass die Jahre an einem vorüberfließen und man schneller alt geworden ist als einem lieb ist.


Das schlimmste daran ist, man ist nun alt und man steht tatsächlich auf einmal vor diesem Punkt - jetzt muss gestorben werden. Na, dann aber schade, dass man aus seinem Leben nicht mehr gemacht hat.

Labels: , ,

24.2.09

Karneval oder Carne-vale

Für manche hört der Karneval überhaupt nicht auf, für manche ist am Aschermittwoch wirklich Schluss. Karneval soll ja aus dem Wort "carnevale" hervor gegangen sein und daran schließe ich mich gern an. "Tschüss Fleisch", jetzt ist eine andere Zeit angebrochen.

Für viele nicht denkbar aber dennoch richtig, ohne christliche Religion kein Karneval, wobei man noch dazu sagen muss, ohne katholische Kirche kein Karneval oder Fasching oder was auch immer - sieht man von alemannischen bzw. heidnischen Einflüssen einmal ab. So könnte man sagen, den "lustigen Teil" im Kirchenjahr macht gern jeder mit, wenn es aber ums Eingemachte geht hat man tausend Ausreden es nicht zu tun.


Das fängt schon beim Schneckenessen am Aschermittwoch an, wo doch Aschermittwoch und der Karfreitag die einzigen Fast- und Abstinenztage im Jahr sind. Diejenigen, die keine Schnecken essen finden mit Sicherheit auch etwas Gutes. Und wer schränkt sich schon gern ein, besonders in jungen Jahren. Keine Süßigkeiten, kein Kino usw. in Kinderjahren war ganz normal. Vielleicht lacht der eine oder andere darüber: Kinderkram! Wer kann aber heute noch den Kindern vermitteln zu fasten, wenn einem diese Zeit selbst nichts mehr bedeutet?

Es ist schade, dass vieles im Jahr so dahin plätschert, zugedeckt von Arbeit und Hetze, über die zwar jeder jammert aber gleichwohl es auch nicht ändern will. Jammern ist "in". Wer nicht jammert ist verdächtig und der sich nicht anpasst sowieso.


Das Kirchenjahr ist angelegt wie die Jahreszeiten - ein ständiger sich wechselnder Rhythmus. Im Grunde genommen nie langweilig, immer wieder veränderte Situationen und dennoch klagen so viele über die Eintönigkeit des Lebens. Wenn also "Ade Fleisch", dann aber auch Kontrastprogramm. Dann merke ich, ich bin auch noch zu etwas anderem fähig, ich kann über mich hinaus wachsen, Stärken finden an die ich nicht mehr glaubte, irgendwie ein Stück weit wieder Sinn in dem finden was ich so den lieben langen Tag tue.


Dann hat man wieder ein gutes Gefühl und Sie dürfen sich dann selbst auf die Schulter klopfen und sagen: Alle Achtung, hätte ich von dir nicht erwartet.


Weiterer Artikel: Aschermittwoch

Labels: , ,

12.1.09

Fortschritt um jeden Preis

"Baby ohne Brustkrebs-Gen". Geht es Ihnen sowie mir, wenn Sie solche Schlagzeilen lesen, dass Sie sich fragen, was denn noch? Nicht dass man fortschrittsfeindlich wäre oder etwas gegen die moderne Technik hätte. Nein, ohne sie würde es uns in vielen Bereichen nicht so gut gehen, allein schon wenn man die Medizin betrachtet.

Dennoch beschleicht einem manchmal ein komisches Gefühl besonders dann, wenn die Medizin sich auf Gebiete begibt, die einem doch weitgehend unantastbar, ja vielleicht ein Stück weit "heilig" sind. Irgendwo in Inneren spüren wir, dass der Mensch meint, er könne sich enträtseln und selbst am Wohl und Wehe der Menschheit Hand anlegen. Dass wir noch Lichtjahre davon entfernt sind glauben diese Leute nicht und da beginnt der Größenwahn.

Größenwahn haben wir in unserer Geschichte genug erlebt. Meine Generation, die zwar im "Braunen Zeitalter" geboren wurde, zum Glück davon aber nichts weiß, dennoch aber genug von den Eltern mitbekommen hat, ist noch ganz "normal" auf die Welt gekommen. Wäre damals schon die Gen-Technik soweit gewesen - nicht auszudenken.

Ist das Mädchen, dass eine bestimmte Form des Brustkrebses nicht mehr bekommt, nun besser dran als alle anderen? Vielleicht! Vielleicht ist das nun nicht mehr vorhandene Gen wirklich das Gen, das später einmal die Krankheit ausgelöst hätte. Man fragt sich nun aber doch, was soll zukünftig in den Köpfen der Eltern vorgehen bei der Frage: Wie schütze ich mein Kind vor allen möglichen Krankheiten am besten ?

Natürlich will jeder gesunde Kinder, anders wäre es auch wohl nicht normal. Dennoch entscheiden sich die allermeisten für ein Kind, so wie es ist, ja, wie Gott es ihnen schenken wird, auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. Auch wenn die Lebenserwartung nicht so hoch ist oder es mit einer Krankheit behaftet ist. Es gibt kein unwertes Leben, wie es in unserer braunen Vergangenheit apostrophiert worden ist.

Es gibt nur Leben. Und das zu erhalten ist nicht nur die Aufgabe der Eltern, sondern der Gesellschaft - wenn sie menschlich bleiben will.
Gerade bei der Gen-Technik sollten die Menschen sich nicht versteigen "den lieben Gott" zu spielen, denn dann bekommen wir Probleme, die wir selbst unseren schlimmstem Feind nie wünschen würden.

Labels: , ,

5.1.09

Ein kleiner Stern der Liebe

Eine alte Legende erzählt: Als die Weisen Bethlehem verließen, da blickten sie auf der Anhöhe vor der Stadt nochmals zurück. Sie sahen ein wunderbares Schauspiel. Der Stern, der sie zur Krippe geführt hatte, zersprang in tausend und abertausend kleine Sterne, die sich über die ganze Erde verteilten.

Die Weisen wussten nicht, was das zu bedeuten hatte. Auf ihrem Weg kamen sie an eine Wegkreuzung und fragten einen Fremden, welche Richtung sie einschlagen sollten. Der gab freundlich Auskunft. Über seinen Kopf sahen sie ein Sternchen leuchten.

Als sie am Abend in der Herberge waren und vom Herbergswirt aufmerksam bedient wurden, leuchtete auch über dessen Kopf ein Sternchen.
Jetzt begriffen sie das Schauspiel, das sie auf der Anhöhe über Bethlehem erlebt hatten: Überall, wo ein Wort der Liebe gesagt, eine Tat der Liebe getan wird, da leuchtet der Stern von Bethlehem, ein kleiner Stern der Liebe ....

Aus: 24 neue Adventsgeschichten von Willi Hoffsümmer, Schwabenverlag 2008, Ostfildern

Labels: ,

31.12.08

Alle Jahre wieder - Silvester

Einer der bekanntesten Heiligen ist Papst Silvester I. Er hätte es sich sicherlich nicht träumen lassen, einmal so einen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Als er am 31. Dezember 335 starb, starb ein Papst; das interessierte damals zwar die Christenheit, aber sonst keinen. Und das blieb lange so.

Damals gab es zwar Kalender die die Kirche führte, aber keinen Kalender für das einfache Volk so wie wir ihn heute kennen. Darüber hinaus wurde Silvester erst 813 in den Kirchenkalender aufgenommen, aber das war´s dann auch. Viele meinen, der 31. Dezember ist schon seit ewigen Zeiten der letzte Tag im Jahr - stimmt aber nicht. Ob zu Zeiten Julius Cäsars oder Papst Gregors, wann das Jahr begann sah jeder etwas anders.

Das letzte Mal feierte man den Beginn des neuen Jahres zusammen mit dem Geburtsfest Christi 1690, nämlich am 25. Dezember. Im Jahr darauf wurde dann von Papst Innozenz XII. der Jahresanfang offiziell auf den 1. Januar gelegt. Jetzt war der Sterbetag des Heiligen Silvesters plötzlich der letzte Tag im Jahr und erst von da an könnte man sagen, feiert man "Silvester". Wobei das mit dem Silvesterfeiern sicherlich nicht so aussah wie heute, aber der Name des Papstes wurde durch sein Sterbetag immer populärer.

Von Papst Silvester weiß man nicht viel und vieles was geschrieben steht sind Legenden. Eins stimmt aber, dass er zu Zeiten des römischen Kaisers Konstantin gelebt hat. Was wiederum schon nicht mehr stimmt ist, dass Silvester Konstantin getauft hätte und dieser daraufhin das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Konstantin war ein zu berechnender Stratege, als dass er sich in seinem Machtstreben von solchen Dingen hätte leiten lassen. Das Christentum war für ihn ein weiterer Steigbügel zu mehr Macht und sonst nichts.


Der Volksglaube verehrt Silvester als einen Verfechter für das Recht der freien Religionsausübung und als Bollwerk gegen die Christenverfolgung. Er wird deshalb gern mit einem Ölzweig dargestellt, als "Botschafter des Friedens".
Und Frieden brauchen wir auch im kommenden Jahr; den wünschen wir uns doch sicherlich alle.

Labels:

29.12.08

Die Sternsinger kommen

Die Losung der Sternsinger, die am 6. Januar 2009 wieder an unsere Türen klopfen um Geld für die Kinder der Welt zu sammeln, lautet diesmal: "Kinder suchen Frieden".

Den Sternsingern etwas Geld in die Sammelbüchse zu stecken ist deshalb schon mal gut, da das
dorthin kommt wo es gebraucht wird, ohne viele Umwege und den Verdächtigungen, wer eventuell unterwegs davon noch etwas abzweigen könnte.

In meinem Ort ist die Sache noch viel einfacher. Wir haben eine Partnerschaft mit einer Schule in Eshowe in Südafrika. Hier arbeitet unsere Schwester Andrea. Sie ist eine Missionsschwester (Benediktinerin aus St. Alban) aus unserem Ort und arbeitet schon über 40 Jahre auf der Missionsstation "Little Flower".


In all den Jahren wechselten natürlich die Probleme und auch die politischen und gesellschaftlichen Einflüsse machen sich hier bemerkbar. In den vergangenen Jahren ist Aids das Problem Nr. 1. Dabei haben oft nicht nur die Eltern Aids, auch schon die Kinder. Gerade den Kindern mit Aids setzt diese Krankheit besonders zu. Sie sind oft sehr müde und können sich nicht so wie die anderen Kinder in den Schulstunden konzentrieren. Das Lernen fällt einfach schwer.


Manchmal sind es bis zu fünf junge Aidskranke zwischen 18 und 30 Jahren die jede Woche beerdigt werden. Die Kinder, ob krank oder nicht, bleiben in ihrer Not zurück. Bei den Großeltern oder eben in "Little Flower", wo sie auch während der Schulzeit wohnen können. So werden sie hier nicht nur mit Wissen, Essen und Unterkunft sondern auch mit viel Liebe versorgt. Darüber hinaus müssen auch immer wieder die Großeltern in vielfältiger Form unterstützt werden, die oft mit der Versorgung ihrer Enkel überfordert sind. Die Missionsschwestern leisten hier vom Morgen bis zum Abend eine so umfassende Arbeit, dass man sie mit Worten überhaupt nicht beschreiben kann.

"Die Pest der Neuzeit" wird Aids oft genannt. Dass sich diese Krankheit so ausbreiten konnte, liegt unter anderem auch daran, dass sie lange Zeit verheimlicht wurde, auch innerhalb der eigenen Familie. Im Grunde eine Tragik unvorstellbaren Ausmaßes, das wiederum ein Leid auslöst, dem man nicht Herr wird.


Dennoch, wir wollen helfen. Und deshalb kommt nicht nur Kleingeld in die Sternsingerbüchse. Damit die Kinder in "Little Flower" auch ihren Frieden finden.


Labels: ,

9.12.08

Der Heiland ist geboren

Sie hatten sich bis auf 3 Meilen Bethlehem genähert. Den halben Weg hatten sie zurückgelegt, da sagte Maria zu Josef: "Nimm mich herab vom Esel! Denn was in mir ist, drückt mich und will hervorkommen." Da nahm er sie vom Esel herab und sagte zu ihr: "Wohin soll ich dich führen und dich in deinem unschicklichen Zustand in Schutz bringen? Denn die Gegend ist einsam."

Und er fand dort eine Höhle und geleitete sie hinein, und er ließ seine Söhne ihr zur Seite und zog aus, um eine hebräische Hebamme in der Gegend von Bethlehem zu suchen. Und siehe, eine Frau kam vom Gebirge herab, die sagte zu ihm: " Mann, wohin bist du unterwegs?" Er sagte zu ihr: "Ich suche ein hebräische Hebamme." Und sie gab zur Antwort: "Bist du aus Israel?". Er bejahte. Sie aber sagte: "Wer ist die, die in der Höhle gebären soll?". Er sagte: "Meine Verlobte". Da sagte sie zu ihm: "Dann ist sie also nicht dein Weib?". Und er antwortete: "Es ist Maria, die im Tempel des Herrn auferzogen worden ist; sie hatte ich mir zum Weibe erlost, und gleichwohl ist sie nicht mein Weib, sondern Empfängnis hat sie erhalten vom heiligen Geist."


Da sagte die Hebamme: "Das soll wahr sein?" Und Josef sagte zu ihr: "Komm und sieh!" Und die Hebamme ging mit ihm hin. Und sie standen an dem Platz, wo die Höhle war, und siehe, eine lichte Wolke hüllte die Höhle in Schatten. Da sagte die Hebamme: "Erhoben ist heute meine Seele. Denn meine Augen haben Wunderbares gesehen; denn für Israel ist Heil geboren worden."


Aus dem Protevangelium des Jakobus (Apokryphen)


Labels: ,

2.12.08

Die Sperlinge aus Lehm

In den verborgenen Bücher der Bibel, auch Apokryphen oder Pseudoepigraphen genannt, stehen Texte, die es nicht bis zur "offiziellen Anerkennung" geschafft haben. Bei manchen auch gut so. Dennoch passen für die Weihnachtszeit die Kindheitserzählungen des Thomas (Thomasevangelium) über die Jugendtaten von Jesus ganz gut.

Der Jesusknabe wird hier als übermütiges Wunderkind dargestellt. Obwohl die Geschichten oft formale Übereinstimmungen mit den neutestamentlichen Wunderberichten haben, stehen sie keinesfalls im Geiste des Neuen Testamentes. Man sollte sie daher unter dem Blickwinkel frommer Geschichten bzw. Legenden oder Fabeln sehen. So auch die Erzählung "Die Sperlinge aus Lehm".


Das Knäblein Jesu, als es fünfjährig geworden war, spielte einst an der Furt eines Baches und leitete die dahinfließenden schmutzigen Wasser seitwärts in Gruben zusammen und machte sie sogleich klar, und zwar durch´s Wort allein gebot er über sie.
Und er machte aus der Erde und Wasser einen schlammigen Lehmteig und formte daraus zwölf Sperlinge. Und es war Sabbat, als er das tat. Es waren aber noch viele andere Kinder mit ihnen zusammen beim Spiel.

Es sah aber ein Jude, was Jesus da beim Spielen am Sabbat tat, und ging spornstreichs hin und meldete seinem Vater Joseph: "Siehe, dein Knäblein steht da am Bach und hat Lehm genommen und zwölf Vöglein draus geformt und mit dieser Arbeit den Sabbat entweiht." Und Joseph kam an den Platz, sah´s und schrie in an: "Warum tust du am Sabbat solche Dinge, die zu tun doch nicht erlaubt ist?" Jesus aber klatschte in seine Hände und rief den Sperlingen zu und sagte ihnen: "Auf! Davon!" Und die Sperlinge schlugen mit den Flügeln und machten sich schreiend davon.

Als aber die Juden das sahen, da erschraken sie und gingen hin und erzählten ihren Oberen, was sie Jesus hatten tun sehen.

Labels: ,

30.11.08

Advent - Ankunft

Heute ist der erste Advent und damit der Beginn eines neuen Kirchenjahres. Das wird vor lauter Hektik auf Weihnachten von vielen überhaupt nicht wahrgenommen und dabei könnte man sich doch so gut auch mal etwas vornehmen, wie an Silvester für´s neue Jahr.

Zum Beispiel könnte man sich vornehmen, Weihnachten mal ruhiger angehen zu lassen. Natürlich kann man aus dem 6.-Gang nicht in den Rückwärtsgang schalten, das ist unrealistisch, aber zumindest kann man etwas zurückschalten.

Die Adventszeit, das heißt die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest, geht auf den Papst Gregor dem Großen zurück. Bereits auf dem Konzil im Jahre 380 wurden die Christen angehalten, sich während des Advents auf die Geburt Jesu Christi vorzubereiten. Damals war allerdings das Weihnachtsfest noch nicht am 24. Dezember, sondern am 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn bzw. "Heilige Drei Könige".


Bei dem Hinweis des Konzils dachte man sicherlich noch nicht an die endlos vielen Nikolaus-, Weihnachts- und was weiß ich für Feiern, mit großen Portionen zum Essen und oftmals noch größeren zum Trinken. Das sollte, wenn man schon auf große Portionen steht, dem Weihnachtenfest vorbehalten bleiben. Nicht aber schon vorher. Das ist wie ständig Torte essen und bald hat man mehr als genug davon. Bis dann Weihnachten kommt kann man von Weihnachten nichts mehr hören und man ist froh, wenn Weihnachten vorbei ist.

Nehmen wir uns für das "Neue Jahr" doch vor, und ich schließe mich da nicht aus, dass wir die Adventszeit etwas besonnener angehen, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Adventszeit ursprünglich einmal so etwas wie eine Fastenzeit war.

Vielleicht sind wir dann froh, dass Weihnachten kommt und das Geburtsfest Jesu Christi nicht so schnell vorbei ist. Stimmen Sie sich mit dem kleinen Video dazu etwas ein.


Labels: , , ,

16.11.08

Volkstrauertag

Wir gedenken der Toten. Das ist gut und richtig. Viele haben der Menschheit, der eigenen Familie, dem Partner viel Gutes getan. Vergessen wir dabei aber nicht: Tod muss sein, also freuen wir uns, dass sie einmal bei uns waren. Schlimm wird es erst, wenn wir nicht mehr sterben können.

Stellen Sie sich einmal dieses Szenario vor: Es gibt keinen Tod mehr.
Vorweg mal die für viele eine gute Nachricht: Wir sind dann alles Vegetarier. Denn ein Schwein schlachten und anschließend Schnitzel essen, das ist ist nicht mehr drin. Auch Tiere können nicht mehr sterben.

Dennoch, sehen wir goldenen Zeiten entgegen? Sie springen vom 10 Meter-Brett ins Becken ohne Wasser. Sie brechen sich zwar alle Knochen, aber leben weiter. Es gibt auch keine Unfalltoten mehr, Sie können fahren, egal wie verrückt. Oder, Sie haben mitten auf dem Ozean Schiffbruch. Kein Problem. Sie schwimmen zwar Tage- oder Wochenlang im Meer, aber keine Angst, es passiert nichts. Auch kein Hai beißt Sie, der ist inzwischen auch Vegetarier.

Krankenhäuser und Ärzte können wir weitgehend abschaffen, ob krank oder gesund, es stirbt doch keiner mehr. Diejenigen, die mit 70 Jahren Alzheimer bekommen, haben diese Krankheit in 500 Jahren immer noch. Sie wissen aber nicht, dass sie schon so alt sind.
Und überhaupt, sollen wir noch arbeiten? Zu was denn? Wenn es keinen Tod mehr gibt, brauche ich auch nichts mehr essen, ich sterbe ja deshalb nicht. Auf mich Acht geben brauche ich nun auch nicht mehr und mit den guten Vorsätzen kann ich in 1000 Jahren immer noch anfangen.

Irgendwann beginnt alles langweilig zu werden und ohne Sinn. Die Situation erinnert etwas an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Dem Reporter in diesem Film, er saß in einer "Zeitschleife" fest, wurde es schon nach ein paar Tagen zuviel, der brauchte keine 1000 Jahre. Das Leben verliert also seinen Reiz.

Bald sieht man, Tod kann auch eine Gnade sein. Auch wenn der Zeitpunkt für uns oft unverständlich ist und uns zusetzt, aber ganz ohne Tod, das ist auch nichts. Vielleicht schaffen wir es uns mit ihm anzufreunden.

Weitere Posts: Allerseelen
Tod oder doch nicht tot

Labels: ,

3.11.08

Allerseelen

Gestern war Allerseelen. Mit dem Tag "Allerseelen" können viele nicht recht etwas anfangen. "Alle Seelen", was soll das? Dabei ist doch die Sache einfacher als man denkt. Man gedenkt der Menschen, denen man etwas zu verdanken hat und gleichzeitig wird man logischer Weise auch daran erinnert, dass wir nicht ewig leben. Danke sagen, was man von seinen Familienmitgliedern oder anderen gelernt und erfahren hat - da schwingt doch gute Stimmung mit.

Der Tod ist die einzige Gerechtigkeit auf Erden. Man stelle sich vor, auch das wäre noch in irgendeiner Art käuflich zu erwerben, das länger leben. Gerechte und ungerechte Machthaber wären dabei, welche, die "nur" Geld hatten, vielleicht noch einige, die sich das Leben erschlichen haben und alle tummelten sich noch auf der Erde herum. Allein dieser Gedanke führt ins Absurde.


Irgendwie ist es dann sogar tröstlich, dass alle sterben müssen um nicht zu sagen, alles muss sterben. Alles hat einen Anfang und ein Ende. Das Alte wird durch das Neue ersetzt. Im Fernsehen läuft gerade die Reihe "Deutsche Geschichte". Wollten wir noch leben wie zu Kaiser Barbarossas Zeiten? Ich glaube kaum.


Man sieht, dass man, ob man will oder nicht, ständig mit dem Tod konfrontiert wird. Wer das leugnet tut sich selbst keinen Gefallen. Um dem zu entgehen wendet er viel zu viel Energie für etwas auf, das doch nicht zu ändern ist. Im Umkehrschluss heißt das, wir beziehen besser den Tod in unser Leben ein und akzeptieren ihn. Das ist sicherlich nicht leicht aber man lebt leichter.


Wenn man es schafft zu diesem Punkt zu kommen, ist "Allerseelen" kein "Trauertag" sondern eher ein Tag der Reflektion meines eigenen Lebens und der Feststellung, dass das was ich bisher erfahren habe, sehr schön war, erfahrungsreich, aufbauend, habe aber auch Krankheiten und schwere Stunden überstehen müssen und vieles mehr und dennoch lebe ich.

Kann man von einem Gedenktag mehr erwarten als zu der Feststellung zu kommen: Eines Tages ist zwar Schluss auf Erden, aber sicherlich wird auch für mich einmal ein Dankeschön bleiben - von meinen Kindern, Enkeln oder wem auch immer - auch das ist ein Weiterleben nach dem Tod.

Weiterer Post: Wo wohnt der liebe Gott

Labels:

19.10.08

Der Dom zu Brandenburg

Bereits von außen beeindruckt die gesamte Anlage. Der riesige Dom mit seinen vielen kleinen rotbraunen Backsteinen strahlt eine Ruhe und Beständigkeit aus, die nur solchen alten Gotteshäusern eigen ist.
Wie von selbst drängt sich dabei die Frage auf, wie viele Backsteine wohl gebrannt werden mussten und wie mühsam der Bau selbst war. Diese Frage aus der schnelllebigen Jetztzeit beantworten zu wollen ist müßig. Einen Bau zu Ehren Gottes zu errichten fragt nicht nach Zeit und Aufwand.



Völkerwanderungen prägen durch Jahrtausende die Geschichte Europas. So auch die Geschichte des Landstriches zwischen Elbe und Oder. Noch vor 1000 folgten den abrückenden Germanen die Slaven später kamen die Deutschen in dieses Gebiet wieder zurück.
An dem Ort, auf dem Brandenburg erstand, verzweigt sich die Havel
und bot durch die Inseln gute Siedlungsmöglichkeiten. Die wendischen Haveller (Havelslaven) hatten auf der heutigen Dominsel ihre Hauptburg, die Brennaburg, und kontrollierten zwei sich kreuzende Handelswege - zwischen Ost - und Westeuropa.
Ohne auf die Geschichte weiter einzugehen sei gesagt, dass nach heftigen Kämpfen 948 durch Otto den Großen das Bistum Brandenburg gegründet wurde. Bis zur Grundsteinlegung des Domes verging aber noch viel Zeit. Im Jahre 1165 war es dann soweit, dass man, wie damals üblich, mit dem Ostteil begann.

Dieser Teil war dann 1180 soweit erbaut, dass bereits Gottesdienste abgehalten werden konnten.
Viel Zeit ging ins Land bis dann der erste Bau, eine dreischiffige romanische Basilika, fertig war. Der Orden der Prämonstratenser hielt inzwischen Einzug, der auch schon in Magdeburg zuhause war. Wie bei anderen alten Kirchen, wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Veränderungen vorgenommen und die gotische Bauweise (Backsteingotik) von heute entstand erst viel später.

Natürlich befindet sich unter dem Altarraum ein Krypta und auch die Bunte Kapelle sei genannt. Beachtenswert sind auch die schönen Kapitelle. Bei einem Rundgang durch den Dom, zu dem man sich auch Zeit nehmen sollte, gibt es manches bemerkenswerte Detail, an dem man einfach "hängen bleibt".

Wenn Sie einmal in die Havelstadt kommen, nehmen Sie sich die Zeit in den Dom zu gehen, es lohnt sich.

Labels: , ,

13.10.08

Der Löwenmensch von Ulm

Viele kennen den "Schneider von Ulm", aber einen Löwenmenschen von Ulm? Ja, in der letzten Zeit machte sich in Ulm ein Wesen breit, das nicht zu übersehen war - eine Nachbildung des "Löwenmenschen" von der Schwäbischen Alb. Und mit diesem "Menschen" sind wir schon wieder bei der modernen Kunst, wie schon vor ein paar Tagen.

Zuerst sei gesagt, dass dieser Löwenmensch, also das Original, so rund 32.000 Jahre alt ist und somit wohl das älteste eiszeitliche Kunstwerk ist, das wir kennen. Von der kleinen Plastik, knapp 30 cm groß - halb Mensch, halb Tier - geht eine unheimliche Faszination aus. Der Schöpfer dieser Plastik war ein Künstler auf höchstem Niveau. Aus welchen Gründen er diese Plastik schuf ist unbekannt, wenngleich es immer Ansätze zu Spekulationen gibt.


Heute wäre dieser Künstler von damals ein "Moderner Künstler" und damit sind wir bereits bei dem eigentlichen Problem das die moderne Kunst mit uns hat beziehungsweise umgekehrt. Ist, wie in diesem Fall, die Skulptur Tausende von Jahre alt, gibt es keine Diskussion darüber ob modern oder nicht, muss man beim Betrachten viel denken (bzw. was hat sich vielleicht der Künstler gedacht) oder spricht das Kunstwerk für sich selbst. Das heißt also, wir nehmen das Kunstwerk an, so wie es ist und hinterfragen es nicht lange.


Inzwischen wird moderne Kunst ständig hinterfragt, ständig muss man sie erklären, sie buhlt ständig um Verständnis bei den Unverständigen. Warum eigentlich dieser Zwiespalt in der Kunst, der so alt ist wie die Kunst selbst?
Nun, ich muss ehrlich sagen, dass ich auch einer von denen bin, die häufig im Clinch mit der modernen Kunst liegt. Aber irgendwie macht das auch Spaß und, das ist ja das Beste daran, man setzt sich mit ihr auseinander. Oder haben Sie schon mal so heftig über einen alten Meister diskutiert wie über moderne Kunst?


Nun aber noch zum "Löwenmenschen von Ulm". Die Nachbildungen, etwa zwei Meter groß, standen (jetzt am Wochenende wurden viele versteigert) und stehen noch an vielen Stellen der Stadt, bunt bemalt und sind ein echter Hingucker. Natürlich sind auch diese Plastiken in der Diskussion, aber dadurch wusste man wenigstens, wo sie überall stehen - alles hat sein Gutes.

Mir gefallen die Plastiken jedenfalls sehr gut, damit bekommt die Stadt immer wieder einmal einen besonderen Pfiff, wie die Spatzen vor einigen Jahren.


Und wenn sie das Original des "Löwenmenschen " sehen wollen, im Ulmer Museum steht es. www.loewenmensch.de
Siehe auch mein Post vom 9. 10. 08 (Moderne Kunst - Weishaupt-Museum Ulm)

Labels: , , , ,

9.10.08

Moderne Kunst

Mit der modernen Kunst ist das so eine Sache. Mal ehrlich, denken Sie manchmal auch: "Das soll Kunst sein, das kann ich auch". Also mir ist das schon öfters so ergangen und letztlich stößt man dann doch auf die Frage, warum hat der Maler so und nur so gemalt und warum wird das Bild in einem Museum auch noch aufgehängt?

Ulm hat ein ganz tolles neues Museum mit moderner Kunst. Sagen Sie jetzt nicht: Für so etwas wirft die Kommune auch noch Geld raus. Im Gegensatz zu vielen gut betuchten Leuten, denen nicht besseres einfällt als ihr Geld nach Liechtenstein bringen, hat Max Weishaupt, der von den Ölbrennern, den Ulmern ein Museum geschenkt - Haus und Inhalt. Finde ich super!

Nun war ich mit einer Gruppe in diesem Museum und ich muss gestehen, ich bin halt mitgegangen, denn von moderner Kunst halte ich auch nicht soviel - bisher. Als ich wieder heraus kam war ich zwar noch kein begeisterter Anhänger dieser Kunstrichtung, aber ich habe nun verstanden, wie man mit dieser Kunst umgeht. Vielleicht lag es auch an dem, der uns die Kunst erklärte, denn der machte seine Sache sehr gut.


Zum Beispiel "Das letzte Abendmahl". Nicht das vom Leonardo, nein, das von Andy Warhol. Abgemalt, die erste Reaktion. Stimmt, hörte ich, das ist aber ok, denn wir machen in unserem Leben das meiste nach, bewusst oder unbewusst. Und etwas abmahlen ist keine Schande im Gegenteil, es wird tatsächlich neu interpretiert.
Sieht man sich das Abendmahl von Leonardo an ist man nicht nur beeindruckt, man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll. Und so fährt das Auge erst einmal wirr übers Bild. Warhol beschränkt sich auf Jesus und zwei Jünger, allerdings in doppelter Ausführung. Das linke noch nicht gut ausgemalt, das recht schon etwas mehr.

Nach länger Betrachtung gefiel mir das Bild immer besser. Nicht die eigentliche Malkunst, sondern die Aussage des Bildes. Kurz gesagt: Nach links zu immer mehr Auflösung - eins werden mit Gott - nach rechts immer konkreter - hin zu den Menschen, zur Realität. Das Bild schafft also die Verbindung "zwischen Gott und dem Menschen". Somit stimmte mich das Bild nachdenklich und die moderne Kunst - "das kann ich auch" - schwand doch dahin mit einem guten Schuss Achtung vor Warhol; so habe ich ihn noch gar nicht gesehen.

Es lohnt sich also doch auch mal moderne Kunst anzusehen.

Labels: ,

1.10.08

Meditation - Der Rosenkranzweg

Gebetsschnüre kennen wir von verschiedenen Religionen. Manche Menschen können sich daran "festhalten", viele aber halten diese Art des Gebetes für monotones Geplapper. Der Rosenkranz in der katholischen Kirche geht zurück auf das 11. Jahrhundert. Zuerst reihte man "Vater unser" und "Ave Maria" lediglich aneinander, später wurde diese Art des Gebetes in sog. Gesätzen ausformuliert und seit dem 15. Jahrhundert wird der Rosenkranz in der immer gleichen Art und Weise gebetet.Besonders im Oktober, dem Rosenkranzmonat.



Für mich ist der Rosenkranz ein Zwischenschritt zur Meditation, für manche ist es bereits Meditation. Die reine Meditation, das in sich versenken und dem Wiederholen eines Mantras ist für viele schwierig und schwer. Sogar die Rentner legen häufig eine Hektik an den Tag als ob es gilt irgendetwas Versäumtes noch nachzuholen. Wie soll dann ein Berufstätiger, der wirklich noch viel um die Ohren hat, völlig abschalten und sich versenken in Ruhe und Stille - oft gewünscht doch selten erreicht.


So bietet das Rosenkranzgebet doch ein gutes Stück Meditation, da es auch einer gewissen Zeit bedarf in der man seine Tagesgedanken "draußen " lässt. Man kommt zur Ruhe und entspannt sich, kommt in die Stille und rückt den Sinn des Lebens wieder in die Mitte und betrachtet das Woher und Wohin.

Das Rosenkranzgebet ist somit kein Herunterleiern vorgegebener Gebete, es ist eine Hilfe zur Selbstfindung, zur Einjustierung des eigenen Kompasses, damit der rote Faden meines ganz persönlichen Lebens nicht aus dem Blick gerät.

Labels: ,

22.9.08

Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen

Es könnte so schön auf der Welt sein , wenn...... Sie kennen den Satz und haben ihn vielleicht auch schon einmal gesagt. Leider ist die Welt wie man sie sich wünscht nicht vorhanden. Eigentlich merkwürdig, dass man aus der Geschichte nichts lernt, die Menschen ganz privat und ein Volk auch nicht.

Nun gab es Korruption und Fehlverhalten schon immer auf der Welt und auch unsere Vor-, Vor-, Vorfahren hatten schon ihre Probleme damit. Nicht zuletzt aus diesem Grund gab es bei allen Völkern Kodexe, die versuchen, derartige Situationen in den Griff zu bekommen.

Das fällt einem aber erst dann wieder ein, wenn man sieht, wie die Manager von Firmen und zur Zeit besonders von Banken mit unserem Geld aber auch mit Menschen umgehen. Ehrgefühl und Anstand ist denen schon längst abhanden gekommen und aus lauter Geldgier sieht man die Verteilung des Geldes aus einer ganz egoistischen Perspektive.

Das diese Leute mit der Bibel nichts am Hut haben ist klar, denn die Bibel ist so ein Kodex, in dem genau das angeprangert wird , was diese tun. Die Verhaltensregeln, die dort stehen, hätte man auch jetzt schreiben können.

Da heißt es z. B.: "Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen und nicht verschlossen beim Zurückgeben" oder "Verlass dich nicht auf deinen Reichtum und sagt nicht: Ich kann es mir leisten" oder "Sag nicht: Wer vermag etwas gegen meine Macht" und so könnte man weiter machen. Das Buch Sirach bietet viele Weisheiten und wie oben schon erwähnt zeigt es, dass die Menschheit nichts dazugelernt hat.


Schade doch, aber wir können uns wenigstens fragen, sind wir wenigstens besser als die anderen? Wenn nicht, haben wir immerhin noch die Chance zum besser werden. Die anderen eigentlich auch, aber warten wir mal nicht auf die.

Labels:

14.9.08

Pontifex - Weltenführer

Wenn es für mich einen Weltenführer gibt, dann den Papst. Ja, es gibt auch andere Religionsführer wie z. B. den Dalai Lama, aber weltumspannend gesehen ist der Papst für Millionen von Menschen einfach die Führungspersönlichkeit schlechthin.



Die Faszination des Papstes sehen wir zur Zeit in Frankreich. Die Menschen dort, die eine Kirche das Jahr über selten von innen sehen, sind begeistert von ihm. Und wie war es in Deutschland vor zwei Jahren? Ähnlich! Braucht die Menschheit einen geistigen Führer, einen, der wirklich führt und leitet?

Natürlich ruft auch ein Papst Widerspruch hervor, steht in der Kritik und macht auch Fehler. Das ist menschlich und gut so, denn sonst wäre er übermenschlich.

Sehen wir uns einmal die weltlichen Machthaber an! Jeder sieht sich gern als mächtig und groß. Aber alles ist von Selbstsucht und Eigennutz bestimmt, denn nur so werden aus Patrioten des Volkes Diktatoren. In Afrika haben wir Beispiele genug davon.

Aber zurück zum Papst. Als Papst Johannes Paul II. starb war alles in Rom versammelt. Die Wichtigen und weniger Wichtigen und auch die, die sich für wichtig hielten. Freund und Feind standen nebeneinander und gaben sich sogar noch den Friedensgruß. Wo gab es denn so etwas schon einmal?

Der Oxforder Professor Ash wurde bei dieser Gelegenheit in Rom gefragt, warum er sich vor dem Papst verneige. Daraufhin sagte dieser: Dass er zwar nicht wisse, wie groß sein Einfluss auf die katholische Kirche gewesen sei, aber er war er erste "Welt-Führer".

(Das kleine Video entstand bei der ersten Audienz des Papstes auf dem Petersplatz nach dem Deutschland-Besuch vor zwei Jahren)

Labels:

27.8.08

Das Lied über die Weisheit

Weisheit, wer wünscht sie sich nicht? Der Weise ist der Erhabene, der, der Rat weiß wenn unsere "Weisheit" zu Ende ist. Die Weisheit des Herzens und die des Kopfes unterscheiden sich und wirklich weise wäre der, der Herz und Kopf verbinden kann. Es wird immer ein Stück Sehnsucht mitschwingen beim Forschen nach der Weisheit und ebenso die immer wiederkehrende Frage, was ist Weisheit, wo ist sie zu finden und erreicht man sie überhaupt?

So ging es wohl auch dem Ijob im Alten Testament. Er schreibt über die Erhabenheit der Weisheit (28,1-28) und sinnt darüber nach, woher sie kommt, wie man sie erlangt. Seine Beschreibung ist nachdenklich, vergleichend, quasi herantastend an die Möglichkeit der Erkenntnis.

Gold und Silber haben ihren Fundort, sagt er. Kein Raubvogel kennt den Weg dahin, das Wild betritt ihn nicht und auch der Mensch bemüht sich und trotz vieler Anstrengungen findet er ihn nicht.
Abgrund und Tod sagen: Unser Ohr vernahm von ihr nur ein Raunen. Letztlich ist es aber nur Gott, der den Weg zu ihr weiß, den Ort wo sie wohnt.

Und so schreibt Ijob als Schlussvers:
Doch zum Menschen sprach er - Gott -: Seht, die Furcht vor dem Herrn, das ist Weisheit und das Meiden des Bösen ist Einsicht.

Nun, viele wähnen sich in ihrem Besitz der Weisheit und die sich wähnen sie hätten sie, haben sie am wenigsten. Und so träumen nicht nur wir als ganz normale Menschen von der Weisheit, auch die Politiker, die Mächtigen und die, die meinen gute Ratschläge verteilen zu müssen.

Vielleicht ist es gut so, das Suchen danach. Denn nur wenn man sucht macht sich schon auf den Weg, und zwar auf einem ganz persönlichen. Damit anzufangen ist es jedenfalls nie zu spät.

Labels: ,

1.8.08

Na, heute schon gelogen

Wer einmal lügt dem glaubt man nicht .... Solche oder ähnliche Sprüche kennt jeder. Abgesehen davon, dass man dann sowieso keinem Politiker mehr glauben darf, auch wir lügen und wenn einer sagt er lügt nicht, dann lügt er erst recht.
Das Essen war ausgezeichnet, sagt man dem Kellner und vorher hat man noch darüber geschimpft. Oder sagen Sie jemanden, der von Natur aus nicht mit großer Schönheit gesegnet ist, dass er schlecht aussieht? Nein, man verpackt es in gefälligem Wortgewand, redet an den Tatsachen vorbei oder lügt ganz einfach.

Mit der Wahrheit ist es wie mit dem Wein, man stößt damit an. Wahrheit kann verletzend sein, beleidigend, terrorisierend und schlussendlich wollen wir manchmal die Wahrheit überhaupt nicht hören, wir wollen angelogen werden. Die meisten Komplimente sind glatte Lügen, oder jedenfalls zum Teil - aber Komplimente sind die angenehmste Form der Lüge.

Lügen ist nicht immer verwerflich, nein, in vielen Fällen notwendig, z. B. wenn damit Leben gerettet wird (im Dritten Reich wäre mancher zu Tode gekommen, hätten andere nicht für ihn gelogen), wenn Schaden abgewendet werden kann oder wenn jemand seelisch darunter leiden würde, oder um das Zusammenleben zu erleichtern.
Diejenigen, die meinen, immer die Wahrheit sagen zu müssen, vertragen sie selbst am wenigsten und letztlich machen sie mit der Wahrheit auch nicht immer alles besser.
Natürlich verwerfen alle Religionen der Welt die Lüge und das ist auch richtig. Maßstäbe müssen gesetzt werden. Wenn der Mensch, so heißt es, statistisch gesehen 200 Mal am Tag nur mehr oder weniger die Wahrheit sagt, was machen wir dann.
Wir sehen, so einfach ist das nicht, immer die Wahrheit zu sagen. Letztlich wird jeder für sich entscheiden müssen, ob und wann er die Wahrheit, die ganze Wahrheit, die reine Wahrheit, die absolute Wahrheit oder welche auch immer sagt.

Labels:

2.7.08

Weltsprache Aramäisch

Vielleicht haben Sie auch den Film "Die Passion Christi" von Mel Gibson gesehen. Alle sprechen Aramäisch, in der Textzeile steht die Übersetzung. Im Gegensatz zu den Altsprachlern ist für viele von uns das Aramäische irgend ein Dialekt aus alter Zeit.
Überrascht ist man, auch wenn man sich nur wenig mit diesem Thema beschäftigt, dass Aramäisch zu seiner Zeit in Vorderasien die Sprache schlechthin war, ja man könnte sagen, das Englisch von heute war.

Die Aramäer expandierten gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Ch. in Vorderasien. Sie waren ein semitisches Nomadenvolk, das mit ihren Herden durch Wüsten und Steppen wanderte. Man ging auch nicht unbedingt jedem Streit aus dem Weg. Und wie es bei manchen anderen Völker auch war, wurde durch Bevölkerungswachstum, überwundene Hungersnöte und weiteren Unwägbarkeiten, denen man Herr werden musste, das Volk gestärkt. Sicherlich entwickelte sich ein starkes Selbstbewusstsein und so wurde man eine militärische Macht, der auch Babylon nicht stand hielt.

Ein großes Reich lässt sich mit einer einheitlichen Sprache besser regieren und viele Besiegte übernahmen Aramäisch einfach- so wurde es im Laufe der Zeit offizielle Sprache. Die Sprache verbreitete sich unglaublich. Sogar die Juden vergaßen in der babylonischen Gefangenschaft ihre eigene und nahmen sie an. Auch Jesus verbreitete später seine Lehren in Aramäisch, wenn auch in einem Dialekt des Aramäischen.

Alles nimmt aber ein Ende und so auch diese Sprache. Vielleicht waren die vielen Dialekte Schuld, die aus dem Aramäischen hervorgingen. Vielleicht war aber auch die Zeit für sie einfach vorüber.

Fazit aus allem ist für mich, dass wir in unserer Zeit meinen, wie modern und weltgewandt wir sind in dem wir Englisch als Weltsprache haben. Und nun muss man plötzlich feststellen, dass es damals bereits eine Weltsprache gab und die sogar über Jahrhunderte bestand hatte. Das müssen wir erst einmal schaffen.

Bestand haben ist nicht der Feind des Fortschrittes. Aber heute, in einer Zeit in der alles noch schneller gehen soll, der Werteverfall beinahe schon galoppiert und das was gestern war, keinen Bestand mehr hat, würde uns immer wieder einmal ein Innehalten gut tun.

Labels: ,

9.4.08

Mantras

Das Wort Mantra ist in unserem Kulturkreis nicht so geläufig, obgleich wir es kennen. Mantra kommt aus Indien zu uns (Sanskrit) und bedeutet u. a. soviel wie heilige Texte, mystische Silben, die man auch in der Meditation im christlichen Glauben nutzt. Man wiederholt immer nur ein Wort oder einen ganz kurzen Text um sich bei der Meditation in die Versenkung einzustimmen.

Mantras in Nepal oder Tibet können durch Gebetsfahnen auch weithin sichtbar sein. Für uns Europäer eher fremd und daher mehr folkloristisch. Der Sinn dieser Mantras ist aber viel tiefer und zeugt von einer großen Grundfrömmigkeit der Menschen dort. Wir sehen und hören es ja derzeit auch in den Medien und müssen feststellen, dass dieser tiefe Glaube auch nach Jahrzehnten kommunistischer Unterdrückung noch sehr lebendig ist. Ja man ist erstaunt über diesen Glauben im Volk.

Die Gebetsfahnen soll die Mantras und Gebete in die Welt hinaustragen und man hat derzeit den Eindruck, dass dem auch so ist. Die Pro-Tibet-Bewegung auf der ganzen Welt ist schon beeindruckend.

Beeindruckend sind auch die Bilder im Internet unter dem Titel "Mantras im Wind". Zwar erschließen die Bilder und Texte einem nicht die tibetische Welt, das wäre dann doch zu einfach, aber sie hinterlassen einen Eindruck, einen guten Eindruck.

www.zeit.de

Labels: ,

23.12.07

Stille Nacht, heilige Nacht.

Für manche ist das Lied heilig, für manche eine Edelschnulze. Tatsache ist, dass es jeder singt, ich auch, und das quasi im Chor über die ganze Welt. Ich kenne kein Lied, das so alt ist wie dieses, immer noch mit Inbrunst gesungen wird und... mehr lesen

Labels: , ,

20.12.07

Schöner Advent

Advent: Ruhe, Frieden, alle lieben sich, besinnlich, langsam tun etc. Sind Sie auch so ein Adventstyp? Wenn ja, dann haben Sie etwas falsch verstanden oder wissen nicht was Advent bedeutet... mehr lesen

Labels: , ,

11.12.07

Die Volxbibel ...

ist eigentlich für junge Leute geschrieben (deshalb wohl schon das „x“), aber sie ist auch bestens für Ältere und für Senioren wie mich angenehm zu lesen. Der Stil ist zwar ungewöhnlich... mehr lesen

Labels: , ,