26.11.09

Weltklima-Polizei

Geht es Ihnen manchmal auch so, dass ihnen das Messer in der Hosentasche aufgeht, wenn Sie das sinnlose Vorgehen gegenüber der Natur sehen und man den Eindruck hat, das Ende der Welt muss so schnell wie möglich herbei geholt werden?

Man wünscht sich dann, dass so manches Verbrechen gegenüber unserer Welt geahndet wird, wer auch immer dabei zur Rechenschaft gezogen wird, Hauptsache es wird etwas getan und die Zerstörung unseres Planeten hört auf. Dann kommt man ins philosophieren und überlegt, wer könnte so etwas, ausgerüstet mit den notwendigen Kompetenzen, tun? Eine Welt-Klima-Polizei? Die eingreift, überall dort, wo diese, zumindest aus unserem Verständnis heraus, sinnlose Verwüstung herrscht!

Das geht schon los beim Welt-Klima-Gipfel in Kopenhagen, der demnächst stattfindet. Auch wenn unsere Kanzlerin und auch Obama dorthin fahren, sitzen dort schon mal viele mit am Tisch, die eigentlich zu den Klima-Banditen gehören und überhaupt keine Lust haben etwas zu tun. Boykottieren jeden Vorschlag, besonders wenn es um CO2 geht, weil zu Hause eventuell ihre Pfründe angegriffen werden oder die für ihr ständiges "nein" gut bezahlt werden.

Weiter geht es mit dem Abholzen der Urwälder in Brasilien. Da hat man auch den Eindruck, so richtig will keiner eingreifen, sonst müsste man sich noch um die arme Landbevölkerung kümmern. Und wie wichtig der Urwald als CO2-Schlucker ist, ist dort vielen egal.

Neulich kam ein Fernsehbericht über die Kohlebrände in China. Die Kohle liegt dort stellenweise an der Oberfläche bzw. ganz dicht unter ihr. Durch illegalen Abbau durch die arme Bevölkerung, durch Leichtsinn aber auch durch Selbstentzündung kommt es dort zu unkontrollierten Bränden, die bisher nicht gestoppt werden konnten. Chinesische und deutsche Wissenschaftler kümmern sich jetzt darum. Unglaubliche Mengen an CO2 steigen auf.

Und nun will auch Indonesien seinen Namen als Klimakiller weiter aufpolieren. Auf Borneo werden in den Torfmoor-Wäldern rücksichtslos Bäume gefällt um Palmöl-Plantagen einzurichten. Ist der Urwald erst einmal weg, steigt gerade aus dem Torf CO2 in so großen Mengen auf, dass Indonesien nach den USA und China der drittgrößte "CO2-Produzent der Welt" ist.

Und was machen wir hier? Wir sehen auf jedes Gramm CO2, das ein Auto ausstößt. Bauen Wind- und Solaranlagen. Kompostieren und sortieren Müll und was weiß ich sonst noch alles und überall auf der Welt wird CO2 in die Luft geblasen, dass einem schlecht wird. Und da soll man nicht nach einer kompetenten "Macht" rufen, die diesen Leuten Einhalt gebietet? Zwar kämpft bereits WWF dagegen, vermutlich aber so ähnlich wie der Rufer in der Wüste.

Vermutlich wird es beim Philosophieren und der Wut im Bauch bleiben - leider. Und dabei wünscht man sich doch so sehr, dass unsere Welt heil bleibt für unser Enkel und weiter.

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10.2.09

Haben wir noch ein Klima

Natürlich haben wir noch ein Klima. Oder haben wir jetzt keins mehr? Manche verwechseln ja Klima mit Wetter und vor allem die Großwetterlage ist jetzt ganz anders als im Herbst letzten Jahres. Ist das ein Grund, warum unsere Klimafrontfrau Angela plötzlich von Klima auf Wetter umschwenkt?

Wetter wechselt schnell, Klima relativ langsam. Noch vor kurzem wäre die Dürre in Zentral- und Nordchina, immerhin die größte seit einem halben Jahrhundert, die Folge der Klimakatastrophe gewesen. Derzeit ist es nur Wetter; oder haben Sie mehr dazu gelesen. Eine Folge des Klimawandels wäre auch der wochenlange Schnee auf den englischen Inseln. Gäbe es keinen Wetterbericht, man hätte davon fast nichts erfahren. Die Brände in Australien, durch die sehr heißen Winde dieses Jahr stärker als was man bisher kannte, interessiert anscheinend nur Australien. Nie gekannte 27 Meter hohe Wellen rasten kürzlich bei einem Sturm auf das spanische Festland zu, es gab wenigstens ein kurze Notiz darüber.

Ich bin auch dafür, dass unsere Wirtschaft wieder anrollt. Denn wenn kein Geld mehr in den Taschen der Leute ist und man sich nichts mehr kaufen kann ist bald aus mit lustig. Muss man aber deshalb gleich alles auf dem Altar der nächsten Bundestagswahl opfern? Ist denn Klima (wechselt langfristig wohlgemerkt) immer je nach Laune der Politiker kurzfristig verhandelbar?

Wie dumm halten denn die Politiker uns Wähler wenn sie glauben, es könnte kein Miteinander geben, zwischen Wirtschaft und Klimapolitik? Ein nur entweder oder. Ein Austauschen der Themen wie es gerade passt, wenn sie nur dem eigenen Vorteil dienen?
Es wird immer soviel darüber geredet, wie viel Geld auf Grund der Staatsverschuldung unsere Enkel zurück zahlen müssen. Bei dem derzeitigen Umgang in Sachen Klimapolitik frage ich mich, ob hier das "Draufzahlen" nicht viel schlimmer ausfällt.

Weiters zum Thema Klima: Alle reden vom Wetter
Biosprit kein Klimaretter
Am Ökosprit scheiden sich die Geister

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22.8.08

Umweltschutz paradox

Umweltschutz ist ein Thema, das mich besonders interessiert. Aus diesem Grund beobachtete ich bei meiner Fahrt nach Berlin mit Interesse, wie viel Windkraftanlagen bzw. Windkraftparks zwischen Leipzig und Berlin aufgebaut sind. Man hat zwar den Eindruck, dass die Hälfte davon immer steht, aber immerhin, auf lange Sicht gesehen eine umweltfreundliche Variante Strom zu erzeugen, ohne dass zur Erderwärmung beigetragen wird.

Neulich las ich in der Zeitung, dass die Universität Mainz mit einem Projekt am Rhône-Gletscher unterwegs ist, bei dem Stahlstangen in 2300 Meter Höhe anderthalb Meter tief ins Eis geschlagen werden um daran einen Windfang zu errichten. Der Windfang soll die kalten Fallwinde aufhalten bzw. zurückstauen, damit die Abschmelzung des Gletschers verringert wird.
Beim Lesen des Artikels fragte ich mich, ob die Leute eine Profilneurose haben um in die Zeitung zu kommen oder ob sie so arrogant und vermessen sind zu glauben, dass man mit solchen Methoden die Erderwärmung aufhält oder einen Gletscher vor dem Schmelzen bewahrt.
Man stelle sich vor, wie viel Windfänge überall errichtet werden müssten. Abgesehen von den Schäden, die beim Errichten der Fänge am Gletscher entstehen. Und welche Wirkung haben sie von Dauer? Lässt sich der Wind von solchen witzigen Vorhaben aufhalten?
Ebenso irrsinnig ist es meiner Meinung, helle Folien über die Gletscher zu legen um ein Abschmelzen des Eises zu verringern. Das erinnert mich an den Verpackungskünstler Christo. Schnee und Wind lachen sich ja tot über die Arroganz der Menschheit.
Wenn der Mensch so in die Natur eingreift, kann das nur danebengehen, weil man, und das hat sich immer wieder hinterher herausgestellt, viele Dinge nicht beachtet hat, auch nicht wusste und dadurch der Schaden größer als der Nutzen war.
Wenn man liest, dass im Mittelalter die Temperaturen noch etwas höher waren als heute, beim Abschmelzen der Gletscher Dörfer zum Vorschein kamen, dann muss es einmal normal gewesen sein, dass die Welt anders aussah als heute.

Ich bin der Letzte, der nichts für den Umweltschutz tun würde, aber manche Unternehmungen dienen einfach mehr der Selbstdarstellung und tragen nichts zur Lösung des Problems bei.

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