18.11.09

Donausschwaben

Wenn man wissen möchte, was hinter dem Begriff "Donauschwaben" steckt, dann muss man ins Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm gehen. Das ist nicht irgend ein langweiliges Museum, hier trifft sich deutsche und europäische Geschichte zugleich. Hier spürt man dem Leben von Generationen nach, deren Kultur und Politik, verbunden mit harter Arbeit, der Tragik und Freude des Alltags bis hin zur Vertreibung und dem Leid vieler vieler Menschen.

Der Begriff "Donauschwaben" oder auch "Donaudeutsche", ist ein Sammelbegriff für die im 17. Jahrhundert ins pannonische Becken ausgewanderten Deutschen. Das pannonische Becken liegt im Herzen des Balkan und unterstand damals der kaiserlichen Krone Österreichs.

Die Türken waren aus dem Land gedrängt worden und die ganze Gegend war beinahe menschenleer. Die ersten Siedler, die Maria Theresia anwarb, kamen an die militärischen Grenzen zum Osmanischen Reich und dieses Land, aber auch das Banat, blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts kaiserliches Kronland.

Maria Theresia brauchte Bauern zum Bestellen dieses Landes. Man versprach den Einwanderern Land, Häuser und vieles mehr. Dass so viele Menschen dann auch kamen, dazu verhalfen auch die Hungersnöte in Europa. Es kamen nicht nur Schwaben bzw. Deutsche, auch aus vielen anderen Nationen strömten sie dorthin und zwar in mehreren Auswanderungswellen. Es glich bald einer Völkerwanderung.

Nach dem Zerfall des Kaiserreiches wurden die Siedlungsgebiete der Deutschen geteilt. Ungarn wurde ein eigener Staat und ein Teil kam dorthin, ein weiterer Teil kam zu Rumänien und der dritte Teil ging an das neu gegründete Jugoslawien.

Während der Hitlerzeit versuchten natürlich auch diese Machthaber unter den Donaudeutschen Einfluss zu gewinnen, was sich während des zweiten Weltkrieges insofern änderte, dass die Donauschwaben in national verschiedenen Militärverbänden kämpften. Ein unglückselige Zeit für diese Menschen. Und letztlich kam es mit dem Anrücken der russischen Roten Armee zu Evakuierungen. So kamen viele Nachfahren der Donauschwaben wieder zurück in die Heimat ihrer Väter.

Hier noch mehr über die Donauschwaben zu schreiben wäre vermessen und würde den Rahmen sprengen. Sehen Sie sich das kleine Video an und, bei nächster Gelegenheit, das Museum. Sie werden beeindruckt sein.

Sie finden auch weiter Informationen unter :
www.dzm-museum.de

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19.10.09

Deutsche Geschichte auf Briefmarken - 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland

Wer hätte es sich schon gedacht, in den Nachkriegsjahren, dass wir Deutsche einmal in so einem demokratischen Staat leben, in dem es allen gut geht, gemessen an dem, was hinter uns liegt. Natürlich knackt und knirscht es immer wieder einmal im Staatsgebälk, aber dafür leben hier eben viele Menschen und somit müssen viele Meinungen unter einen Hut gebracht werden.

Rückblickend ist es schon erstaunlich, wie doch recht früh nach dem Krieg an einen Aufbau Deutschland gedacht wurde. Leider drifteten die Meinungen darüber, wie Deutschland aufgebaut werden soll, zwischen den Siegerstaaten sehr auseinander. Wortführer nach meiner Auffassung waren die Amerikaner auf der West- und Sowjets auf der Ostseite.

Trat die USA für ein freiheitliches demokratisches Deutschland ein, sahen die Sowjets schon von Anfang an ein Deutschland unter Kommunistischer Fahne, unter der "Diktatur des Proletariats", wie man damals sagte.
Diese Absicht wurde schon vor dem Marshall-Plan offensichtlich. Der Osten Deutschlands musste sich dem Druck der Sowjets beugen. Ihnen war dieser Plan, ein Aufbauplan für Gesamtdeutschland, der auch noch von der Westseite kam, ein Dorn im Auge.

Bei der Einführung der D-Mark (Westgeld), im westlichen Teil Deutschlands und im West-Teil Berlins, schieden sich dann endgültig die Geister und so nahm, wie man sagt, die Geschichte ihren Lauf. Die amerikanische Auffassung kollidierte von Anfang an heftig mit der Auffassung der Sowjets wie der neue deutsche Staat aussehen soll. Somit haben wir es letztendlich in erster Linie den Amerikanern zu verdanken, egal wie man heute zu deren Politik steht, dass wir in unserem heutigen demokratischen Deutschland leben.

Hier 60 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland abhandeln zu wollen wäre vermessen. Dazu gibt es nicht nur endlos viel Literatur, jeder von uns hat ein Stück weit diese Geschichte gelebt und auch miterlebt. Jeder hat sein eigenes Bild von der Geschichte, das er frei in seiner Meinung jedem mitteilen kann. Allein das ist schon ein gutes Argument für unseren Staat, trotz vieler Anfeindungen und Besserwissern.

Das kleine Video soll anhand von Briefmarken wichtige Stationen in unserem Gemeinwesen aufzeigen und erinnern, dass die guten Zeiten heute mit ganz schlechten angefangen haben.

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14.10.09

Kriegsende - Geschichten aus einer vergangenen Welt

Vielleicht kennen Sie den kleinen Witz: Unterhalten sich zwei Buben über das Alter ihrer Omas, wobei der eine auftrumpft und sagt: "Meine Oma ist so alt, die kannte noch Dinosaurier". Erzählen wir unseren Enkeln etwas von der Nachkriegszeit, werden wir auch angesehen, als wären wir gerade dem Geschichtsbuch entsprungen.

Gerade bei unserem 60-jährigen Republik-Jubiläum fallen einem immer wieder mal Dinge von damals ein und man vergleicht, was sich alles geändert, verbessert oder verschlechtert hat.
Aufgewachsen am Rand einer Großstadt , hat man auch als Kind gespürt, dass die Versorgungslage mehr als schlecht war. Kohlen wurden von fahrenden Güterzügen "organisiert". Die jungen Kerle sprangen rauf und warfen die Kohlen runter, die Älteren am Bahndamm lasen sie schnell auf.

Man bettelte auf den Bauernhöfen um Arbeit um Naturalien mit nach Hause nehmen zu können. Viele Frauen arbeiteten im Forst und machten Holz, eine Knochenarbeit und das auch im Winter. Manche buddelten Wurzelstöcke von Fichten und Kiefern aus, um Brennholz zu haben, die Arbeit glich einer endlosen Geschichte. Die meisten waren überhaupt nicht versichert, auch nicht krankenversichert. Dazu hatte man kein Geld und wenn man wirklich krank wurde, mussten die Hausmittel her. In den Läden gab es wenig und wenn, dann war es schnell weg oder zu teuer.

Jeden Abend gab es eine Stromsperre, zwei drei Stunden lang. Heute würde man "ausrasten", wenn man es den Leuten nur einen Tag zumuten würde. Die "Müllabfuhr" kam selten und wenn, kam einer mit einem Pferdefuhrwerk und warf den Eimerinhalt per Hand auf den Wagen.

Zum Anziehen gab es Kleidung und Schuhwerk von irgendwelchen Leuten und als Kind war das manchmal peinlich. Aber das Beste: Am Schulbeginn gab es keine Hefte und Bleistifte. Es wurde noch auf Schiefertafeln mit einem Griffel geschrieben. Und wenn man etwas schönes gemalt hatte, musste das wegen einer Schreibübung wieder weggewischt werden. Das war ja fast tragisch. Und wehe, eine Tafel ging zu Bruch.

Ja, so könnte man noch ein Stück weitermachen und viele könnten noch etwas hinzufügen. Wenn ich nun dagegen die heutigen "Krisen" mir ansehen, und das Gejammer von unseren "so armen" Familien, gut genährt in prima Klamotten vor dem Flachbildschirm, frage ich mich schon manchmal, wo wir mit unserem Wohlfahrtsstaat hingekommen sind.

Keiner will die Verhältnisse von damals, ganz klar, aber bei jeder Kleinigkeit gleich nach dem Staat rufen? Wir Rentner haben den Vorteil gegenüber unseren Enkeln, dass angesichts dessen, was hinter uns liegt, wir der Zukunft, auch wenn sie für manche grau oder dunkler aussieht, immer noch etwas positives abgewinnen können - schlimmer als damals kann es nicht kommen.

So, und wenn wir das unseren Enkeln erzählen ist es doch ganz klar, dass diese meinen, das sind Geschichten "aus einer vergangenen Welt".

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12.10.09

Die Tage bevor die Berliner Mauer kam

Es war eine spannungsgeladene Zeit, die, kurz vor dem Mauerbau. Jeder hörte nervös die Nachrichten und zog seine eigenen Schlüsse aus dem Gehörten. Mit anderen darüber sich auszutauschen hätte eventuell Gefängnis bedeutet.

Wir haben nicht die Absicht eine Mauer zu errichten, sagte Ulbricht während seines Besuches im Juli 1961 in Moskau. Kein Mensch vertraute ihm, den Moskau-Zögling, der mit deutscher Akribie die Anweisungen von dort am genauesten von allen Machthabern in den Ostblockstaaten umsetzte. Je mehr dementiert wurde, um so nervöser wurden die Leute.

Die Massenflucht war bereits seit Wochen in vollem Gange und kurz vor dem 13. August flüchteten über 2000 Menschen pro Tag nach Westberlin. Da bedeutete für die DDR ein ausbluten ersten Ranges dem ein Ende gesetzt werden musste.

Bis zum 13. August kam man noch ganz legal nach Westberlin, sofern man nicht von der Polizei aufgegriffen wurde. Ein "Kontrollring" war rund um Berlin gezogen worden mit einem Radius von wenigstens 50 km. Alle Züge, und das war damals das Hauptbeförderungsmittel, wurden systematisch kontrolliert und wenn kein plausibler Grund für eine Reise in Richtung Berlin vorlag, oder man einfach mal richtig Glück hatte, wurde man von der Polizei mitgenommen.

Einmal mitgenommen, war es aus mit einem weiteren Versuch nach Westberlin zu kommen. Der Personalausweis wurde eingezogen und die Personen bekamen, wie man damals ironischer Weise sagte, einen "Jagdschein", der nur für das heimische Revier Gültigkeit hatte. Und das heimische Revier war Kreis, in dem man wohnte. Mit diesem Schein konnte man auch innerhalb der DDR, ohne Genehmigung der Behörden, nicht reisen.

Und dann trat das ein, was jeder befürchtete aber nicht wahr haben wollte. Die Mauer wurde errichtet. Vorher sagte man noch, das trauen die sich nicht, da schreitet der Amerikaner ein. Ja, von wegen, die wollten sich weder die Finger schmutzig machen noch irgendwelche zusätzlichen Spannungen im sowieso schon angeheizten Verhältnis zwischen Ost und West - im "Kalten Krieg" - erzeugen.

So blieben viele im letzten Moment noch stecken, Westberlin vor Augen, mit Tränen der Wut kämpfend, aber machtlos den Tatsachen gegenüber, denen man als "kleiner Mann" hilflos ausgeliefert war.

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8.10.09

Deutschland deine Staaten

Der Herbst 1949 hatte es in sich. Gleich zwei deutsche Staaten wurden gegründet und jede Gründerseite meinte, auf dem richtigen Wege zu sein. Zwar lässt sich im nach hinein immer alles besser beurteilen, aber welcher Weg wirklich verfolgt wurde, erkannte man doch sehr schnell.

Der Start der Bundesrepublik begann schon einmal damit, dass in einem Wahlkampf zwischen Adenauer und Schumacher ein politischer Dialog stattfand. Beide Persönlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten gebeutelt und besonders Schumacher erfuhr viel persönliches Leid.
Natürlich gab es auch damals schon weitere kleine Parteien, aber die waren unbedeutend. Die Bildung eines neuen, und vor allem demokratischen Deutschland war auch der Wunsch der westlichen Alliierten, denn ohne die wäre zu dieser Zeit nichts gelaufen.

Im Gegensatz wurden die "Regierenden" der neuen DDR von Moskau eingeflogen, die dort im kommunistischen Sinne geschult und auf eine Übernahme der Regierung vorbereitet wurden. Dem kommunistischen "großen Bruder" Sowjetunion hörig und auch Handlanger. Eine "Diktatur des Proletariats" kannte keine Demokratie und so startet auch dann gleich die neue Regierung.

Konnte man in der BRD auch damals schon sagen was man wollte - wenn man von den letzten Umtrieben brauner Unverbesserlicher einmal absieht - war die DDR nicht nur von Anfang an ein Unrechtsstaat, jeder der seine Meinung damals schon sagte, verschwand ganz schnell auf auf nimmer Wiedersehen. Das prägt und die Leute wurden schweigsam gegenüber Fremden. Der Not gedrungen fügte man sich ein und machte mit, wenn auch halbherzig oder ablehnend.

Natürlich gab es anfangs viele in der DDR, die diesen Staat wirklich als den Segensbringer für das Volk hielten. Diese wollten dann auch etwas Demokratisches fürs Volk tun kamen aber nicht weit, höchstens ins Gefängnis. Im Laufe der Zeit arrangierten sich viele, hatten ihr Auskommen aber keine Freiheit. Zu welchem Ergebnis speziell das führte wissen wir alle, auch wenn es 40 Jahre gedauert hat, bis wirklich das Volk bestimmt hat wo es lang geht.

Und dann sehe ich jetzt in der Zeitung, dass sich da einer hinstellt und ganz frei heraus sagt (bei uns in der Demokratie kann man das ja), dass er der DDR nach trauert und den Staat geliebt hat (war kein Ex-Politiker). Also ich kann da nur noch den Kopf schütteln.

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22.7.09

Die Ritter - ehrbar und anständig

Neulich waren Familienmitglieder bei einer Ritter-Turnierveranstaltung im Bayrischen. Völlig begeistert kamen sie zurück. Dabei ging es nicht nur um das Turnier selbst, um das ganze Flair, das so eine Veranstaltung, wenn sie richtig aufgezogen ist, ausmacht. Was fasziniert uns eigentlich an den Rittern und am Mittelalter?

Das Rittertum und das Mittelalter haben schon immer fasziniert, außer wohl die Leute, die es selbst im Mittelalter erlebt haben. Viele Kriege, oft wenig zum Essen, Krankheiten und keine richtige Medizin, schlechte Wohnverhältnisse usw. Das alles steht in völligem Kontrast zu dem, was uns gern überliefert wird.

Würden wir z. B. Walther von der Vogelweide glauben, bekanntlich der große Lyriker des Mittelalters, wäre diese Zeit nur von eitlem Sonnenschein geprägt. War aber mit Sicherheit nicht so und letztlich haben wir auch keine Belege dafür, was in dieser langen Zeit zwischen ungefähr 500 bis 1500 so alles passierte. Einzelheiten, ja, und wenn, dann über die besser Gestellten, auf keinen Fall über die einfachen Leute.

Aus den Kriegern, die damals umherzogen und überwiegend plünderten entstand ein Rittertum mit den Idealen, die wir in ihnen gern sehen. Hier ist wohl der Ansatz zur Verklärtheit dieser Zeit und dem Rittertum. Das war aber auch bei den Rittern nur am Anfang so und wie es immer im wahren Leben ist, kommen den gut Gesinnten auch schlecht Gesinnte hinzu und das war das Raubrittertum.

Raubritter, den Begriff kennen wir heute noch gut und wenn wir an die Bankenkrise denken, sind wir vom Mittelalter nicht gerade weit entfernt. Vielleicht liegt es an unserer Ohnmacht, die wir gegenüber den Bankern verspüren, die gewissenlos und ohne Skrupel, nur den eigenen Profit vor Augen, anderer Leute Geld verjubeln. Und wenn man den neuesten Nachrichten Glauben schenken kann, haben sie auch nichts dazu gelernt. Sicherlich auch nichts lernen wollen, denn die Triebfeder dazu steckt tief - eben im Raubrittertum.

Sie meinen wir alle sollten etwas dazu gelernt haben? So in Richtung "ehrbar und anständig"? Nein, wie auch. Das Raubrittertum liegt nur ungefähr 15 Generationen zurück. Zu wenig im großen Zeitrahmen der Menschheit. Leider, und so müssen wir immer wieder von neuem lernen, wirklich Selbstverantwortung zu übernehmen und nicht nur den Versprechungen der anderen zu glauben - den Raubrittern in Anzug und Krawatte.

Die Sehnsucht nach dem edlen Ritter wird wohl immer eine Fata Morgana bleiben.

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14.7.09

Beispiel Obama

Obama war in dem Kontinent seiner Ahnen. So oder ähnlich konnte es man in der Presse lesen. Man erfuhr aber auch, dass er nur nach Ghana geht und nicht in Staaten mit totalitären Machthabern. Ghana hat auch eine unrühmliche Vergangenheit und hat Mitte des 19. Jahrhunderts gut am Sklavenhandel verdient - mit Menschen, die nach Amerika verschifft wurden. Doch sie schafften es dann doch, trotz dieser Vergangenheit und vieler Kämpfe demokratische Verhältnisse zu etablieren.

Klar, der Weg ist lang. Und hätte es damals keinen Sklavenhandel gegeben, vielleicht gäbe es heute keinen Obama als Präsidenten. Soll nun am Ende Obama noch dankbar sein, dass man die Schwarzen aus Afrika geholt hat? Nein mit Sicherheit nicht. Aber muss immer soviel Gewalt vorausgehen, wenn Veränderungen notwendig sind?

Ich glaube, die Menschheit lernt nichts dazu und das ich doch verwunderlich. Alle wurden geboren als "liebe, kleine Kinder". Macht uns Geld verleitet uns zum Schlechten. Anders kann man nicht schlussfolgern. Sind wir nun genetisch als "gut" oder als "schlecht" angelegt? Leider wohl mehr letzteres, denn würden wir aus der Geschichte lernen, lebten wir heute schon im Paradies.


Am Beispiel des Sklavenhandels aus Ghana sehen wir, ohne die schwarzen Helfer und Sympathisanten in Afrika, die am Handel mitverdient haben, wäre das Ganze in diesem großen Stil nicht abgelaufen. Und so können wir bedauerlicherweise immer wieder feststellen, zur Unterdrückung, Beherrschung anderer oder ausüben von Gewalt gehören immer zwei Parteien: Die, die Beherrschen und die, die denen zu Diensten sind.


Und so ist das heute noch. Das sehen wir nicht nur in verschiedenen afrikanischen oder asiatischen Ländern, auch bei uns wollen die rechten und linken Gruppe nicht nur den anderen ihren Willen aufzwingen, sie haben ebenfalls ihre Sympathisanten in allen Schichten. Aus dem Grund ist dann aber jeder von uns aufgerufen, dass es nicht mehr so weit kommt, Sklaven der Gewalt oder eines Regimes zu werden; was wir aus unserer Geschichte ja bestens kennen.


So gesehen, gibt Obama, man mag zu ihm stehen wie man will, doch ein gutes Beispiel ab wie man mit Diktatoren und Radikalen umzugehen hat. Das ist gut so und man kann nur hoffen, dass wir alle, egal in welcher Position, diesen Mut auch mal öfters aufbringen.

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9.7.09

Berlin - Wo unsere Kanzlerin werkelt und merkelt

So langsam wird aus Berlin wieder eine Weltstadt. Von außen betrachtet ist sie das schon länger, zumindest bei den Insidern, wir Deutschen haben da eher ein geteiltes Verhältnis zu dieser Stadt, vielleicht so geteilt wie sie einmal war.

Dennoch, Berlin kann man wieder vorzeigen und das Viertel um den Spreebogen mit Kanzleramt, Reichstag, Hauptbahnhof und einigem mehr gehört einfach zu den Stellen Berlins, die man gesehen haben muss. Natürlich fehlt noch einiges, manches muss noch gerichtet werden, aber das wird bald gemacht sein. Schön ist es jedenfalls, dass dort keine Grenze mehr verläuft und jeder nach Ost und West gehen kann wie es ihm gefällt und es keine Soldaten mehr gibt, die auf jeden schossen der damals von Ost nach West wollte.


Alles liegt dicht beieinander und aus diesem Grund kann man schon an einem Tag vieles sehen. Besonders zu empfehlen ist eine Schiffsfahrt auf der Spree. Nicht nur, dass man vieles aus einer ganz anderen Perspektive sehen kann und die ist beeindruckend, nein, der Kapitän des Schiffes erklärt alles in farbenfrohen Bildern, versorgt seine Ausführungen mit guten Hintergrundinformationen, so dass die Fahrt wirklich zu einem Erlebnis wird. Auch wenn das Wetter einmal nicht so schön ist und es ein wenig regnet, die Fahrt sollt man sich keinesfalls entgehen lassen.


Natürlich bietet Berlin noch vieles mehr, ob kulturell, architektonisch, politisch oder was auch immer: Berlin ist eine Reise wert. Und wenn Sie einmal dort sind und genug gesehen haben, wo heute die große Politik gemacht wird, dann steuern Sie mal die Museumsinsel an und gehen dort ins Pergamonmuseum und schauen Sie sich das Ischtar-Tor von Babylon an - einfach super-phantastisch. In dieser Stadt wurde auch schon große Politik gemacht, ist aber schon eine Weile her - und was ist geblieben? Vielleicht sehen wir unsere Politik auch mal durch diese Brille!

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20.4.09

Der Eiffelturm - Schönheit bei Nacht

Sie steigen am späten Abend am U-Bahnhof "Trocadéro" aus und gehen die Treppen nach oben. Sie treten ins Freie uns was Sie sehen ist normale Stadt. Dann gehen Sie etwas weiter und linker Hand - wow - der beleuchtete Eiffelturm gegen den schwarzen Nachthimmel. Viele, die ihn noch nie so gesehen haben bleiben erst einmal wie angewurzelt stehen.

Das Bild ist absolut beeindruckend. Wuchtig und zierlich in seiner Konstruktion zugleich fasziniert er sofort den Betrachter. Wie magisch angezogen lenkt man seine Schritte am Palais de Chaillot entlang - und das sieht übrigens beleuchtet auch super aus - und bleibt an der Brüstung stehen. Eiffelturm, die Seine, die Wasserspiele - da bleibt einem die Sprache weg.


Eiffel war schon lange bevor er den Turm baute begeistert, denn er sagte einmal: Frankreich wird die einzige Nation sein, deren Banner einen Schaft von 300 m haben wird. Und ein weiterer Satz wird ihm zugesprochen: Ich bin überzeugt, dass der Turm eine ihm eigene Schönheit besitzt. Nur weil wir Ingenieure sind, geht man davon aus, dass uns die Schönheit unserer Werke nicht interessiert, dass wir nur an der Solidität und Funktionalität und nicht die Eleganz im Sinn haben. Doch entsprechen die physikalischen Gesetze nicht auch in gewisser Weise den der Harmonie inhärenten Prinzipien?


Wenn man bedenkt, dass 1909 der Turm hätte wieder abgerissen werden sollen und nur die Idee, man könnte ihn ja als Rundfunksendemast benutzen gerettet hat, dann kann man über diese Idee nur froh sein. Man stellte also Funkversuche an und erste drahtlose Verbindungen mit Festungen in Ostfrankreich, später mit Kriegsschiffen auf hoher See und letztlich transozeanische Funkverbindungen. 1957 wurde auch eine Fernsehantenne montiert.


Ja, lieber Herr Eiffel, dass hättest du dir vor 120 Jahren auch nicht gedacht, wie der Turm die Gemüter der Welt bewegt. Wenn Sie den Turm bei Nacht einmal genießen wollen, brauchen Sie nicht auf der Stelle nach Paris zu fahren, sehen Sie sich einfach erst einmal das Video an und holen Sie sich Appetit zu einer Fahrt dorthin.



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28.1.09

Die dunkle Seite der Macht

Manchmal treffen merkwürdiger Weise Dinge zusammen, deren Ursprung völlig verschieden erscheint aber dennoch das gleiche Thema umfassen. Der Holocaust, ein anscheinend nie endendes Streitthema. Warum eigentlich? Weil das Ganze so fürchterlich war?

Der Papst will den Konservativen in der Kirche eine Chance geben, zurück zu kommen und schon im Ansatz ergeben sich Probleme. Besserwisser melden sich gleich zu Wort, dass das ja alles abzusehen war, mit diesen "Rechtsradikalen" der Kirche. Und jetzt kommt auch noch so ein Bischof daher und behauptet, das mit dem Holocaust sei eh nur eine Erfindung. Ein Mann in solch einer Position sollte ja Intelligenz und einen klaren Kopf besitzen. Wie abgedreht muss man denn für solche Unwahrheiten eigentlich sein.

Der Bundestag ehrt die Toten des Holocaust mit einer Feierstunde und der Vertretung der Juden in Deutschland ist diese Feier anscheinend nicht gut genug. Und überhaupt hätte man andere Termine bereits schon lange für diesem Tag geplant. Das glaube wer will.
Kann es vielleicht sein, dass der Schmusekurs, den unsere Bundesregierung mit Israel fährt zu wenig ist? Sollen wir einen Krieg bejahen, in dem Phosphorbomben eingesetzt wurden?

Keiner kann für sich in Anspruch nehmen, dass für ihn jedes Mittel recht ist.
Und so wollen wir der vielen Toten gedenken, die unter dem braunen Regime ums Leben kamen. Und jeder der einmal durch das Holocaust Mahnmal gelaufen ist konnte vielleicht etwas spüren von der Enge, der Gottverlassenheit und der Todesangst denen die Menschen damals in den KZ´s ausgesetzt waren.

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5.12.08

Was wäre wenn

Was wäre daraus geworden wenn ich die oder den kennen gelernt hätte? Damals es geklappt hätte mit, was wäre ...? Hätte ich es gleich gemacht, dann wäre vielleicht... ? So oder ähnlich haben wir doch alle schon mal gedacht oder es ausgesprochen.

Natürlich wäre es interessant zu wissen, was dabei herausgekommen wäre. Manchmal ist es vielleicht gut es nicht zu wissen, vielleicht wäre es schlimmer gekommen. Aber es nagt doch oft wie ein Wurm im Kopf, vielleicht habe ich auch etwas versäumt?


Es gibt keine Lösung, das wissen wir. Auch nicht bei dem Buch, welches ich Ihnen zu Weihnachten vorstellen möchte: "Vaterland" von Robert Harris. Er versucht der Frage nachzugehen: Was wäre wenn Hitler den II. Weltkrieg gewonnen hätte?


Das Thema des Buches, das können Sie sich vorstellen, ist zwar nicht weihnachtlich, aber sehr spannend. Und wenn es so gekommen wäre, wie der Autor es beschreibt: Oh mein Gott! Danken wir Gott, dass wir den Krieg verloren haben.


Übrigens, es gibt auch einen Film mit gleichem Namen. Sehen Sie sich diesen Streifen nur nicht an. Der ist so frei nach dem Buch, dass beinahe nur noch der Titel vom Buch übrig bleibt.


Vaterland, Heyne Verlag, ISB N 3-453-07205-7

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31.10.08

In den letzten Zügen

Ob man will oder nicht, die Präsidentenwahl in den USA beeinflusst die Welt. Nicht nur durch den 11. September leidet die Welt unter der Amtsführung von Bush, auch unter dem Irak-Krieg und vielen weiteren politischen Fehlentscheidungen. So kann man nicht sagen, egal wer dran kommt, interessiert mich nicht.
Natürlich können wir diese Wahl nicht beeinflussen, dennoch interessiert es die Welt, kommt eine Taube oder ein Falke an die Regierung. Unsere Regierungen können sich dann gleich darauf einstellen wie vermutlich die zukünftigen Verhandlungen laufen und wir Bürger ahnen, wie es bei dem einen oder anderen in Sachen Umwelt, Wirtschaft und Wohlergehen in der Welt laufen wird.

Die Wahl ist noch lange nicht entschieden, obwohl doch nur noch ein paar Tage hin sind. Aber das hat es schon immer und überall gegeben, so auch bei den Amerikanern. Allein die letzte Wahl zwischen Bush und Gore ging denkbar knapp aus und der Einstand des Herrn Bush war ja megapeinlich. Nun kann man darüber sinnieren, was wäre wenn bei diesem knappen Ausgang der Wahl der andere gewonnen hätte? Weniger Kriege, weniger Terror?

Wenn Sie mal sehen wollen wie die einzelnen Kandidaten der letzten Wahlen im Rennen waren, klicken Sie unten an.


www.sueddeutsche.de

Weiterer Post: Wie wird man in den USA Präsident

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19.10.08

Der Dom zu Brandenburg

Bereits von außen beeindruckt die gesamte Anlage. Der riesige Dom mit seinen vielen kleinen rotbraunen Backsteinen strahlt eine Ruhe und Beständigkeit aus, die nur solchen alten Gotteshäusern eigen ist.
Wie von selbst drängt sich dabei die Frage auf, wie viele Backsteine wohl gebrannt werden mussten und wie mühsam der Bau selbst war. Diese Frage aus der schnelllebigen Jetztzeit beantworten zu wollen ist müßig. Einen Bau zu Ehren Gottes zu errichten fragt nicht nach Zeit und Aufwand.



Völkerwanderungen prägen durch Jahrtausende die Geschichte Europas. So auch die Geschichte des Landstriches zwischen Elbe und Oder. Noch vor 1000 folgten den abrückenden Germanen die Slaven später kamen die Deutschen in dieses Gebiet wieder zurück.
An dem Ort, auf dem Brandenburg erstand, verzweigt sich die Havel
und bot durch die Inseln gute Siedlungsmöglichkeiten. Die wendischen Haveller (Havelslaven) hatten auf der heutigen Dominsel ihre Hauptburg, die Brennaburg, und kontrollierten zwei sich kreuzende Handelswege - zwischen Ost - und Westeuropa.
Ohne auf die Geschichte weiter einzugehen sei gesagt, dass nach heftigen Kämpfen 948 durch Otto den Großen das Bistum Brandenburg gegründet wurde. Bis zur Grundsteinlegung des Domes verging aber noch viel Zeit. Im Jahre 1165 war es dann soweit, dass man, wie damals üblich, mit dem Ostteil begann.

Dieser Teil war dann 1180 soweit erbaut, dass bereits Gottesdienste abgehalten werden konnten.
Viel Zeit ging ins Land bis dann der erste Bau, eine dreischiffige romanische Basilika, fertig war. Der Orden der Prämonstratenser hielt inzwischen Einzug, der auch schon in Magdeburg zuhause war. Wie bei anderen alten Kirchen, wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Veränderungen vorgenommen und die gotische Bauweise (Backsteingotik) von heute entstand erst viel später.

Natürlich befindet sich unter dem Altarraum ein Krypta und auch die Bunte Kapelle sei genannt. Beachtenswert sind auch die schönen Kapitelle. Bei einem Rundgang durch den Dom, zu dem man sich auch Zeit nehmen sollte, gibt es manches bemerkenswerte Detail, an dem man einfach "hängen bleibt".

Wenn Sie einmal in die Havelstadt kommen, nehmen Sie sich die Zeit in den Dom zu gehen, es lohnt sich.

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13.10.08

Der Löwenmensch von Ulm

Viele kennen den "Schneider von Ulm", aber einen Löwenmenschen von Ulm? Ja, in der letzten Zeit machte sich in Ulm ein Wesen breit, das nicht zu übersehen war - eine Nachbildung des "Löwenmenschen" von der Schwäbischen Alb. Und mit diesem "Menschen" sind wir schon wieder bei der modernen Kunst, wie schon vor ein paar Tagen.

Zuerst sei gesagt, dass dieser Löwenmensch, also das Original, so rund 32.000 Jahre alt ist und somit wohl das älteste eiszeitliche Kunstwerk ist, das wir kennen. Von der kleinen Plastik, knapp 30 cm groß - halb Mensch, halb Tier - geht eine unheimliche Faszination aus. Der Schöpfer dieser Plastik war ein Künstler auf höchstem Niveau. Aus welchen Gründen er diese Plastik schuf ist unbekannt, wenngleich es immer Ansätze zu Spekulationen gibt.


Heute wäre dieser Künstler von damals ein "Moderner Künstler" und damit sind wir bereits bei dem eigentlichen Problem das die moderne Kunst mit uns hat beziehungsweise umgekehrt. Ist, wie in diesem Fall, die Skulptur Tausende von Jahre alt, gibt es keine Diskussion darüber ob modern oder nicht, muss man beim Betrachten viel denken (bzw. was hat sich vielleicht der Künstler gedacht) oder spricht das Kunstwerk für sich selbst. Das heißt also, wir nehmen das Kunstwerk an, so wie es ist und hinterfragen es nicht lange.


Inzwischen wird moderne Kunst ständig hinterfragt, ständig muss man sie erklären, sie buhlt ständig um Verständnis bei den Unverständigen. Warum eigentlich dieser Zwiespalt in der Kunst, der so alt ist wie die Kunst selbst?
Nun, ich muss ehrlich sagen, dass ich auch einer von denen bin, die häufig im Clinch mit der modernen Kunst liegt. Aber irgendwie macht das auch Spaß und, das ist ja das Beste daran, man setzt sich mit ihr auseinander. Oder haben Sie schon mal so heftig über einen alten Meister diskutiert wie über moderne Kunst?


Nun aber noch zum "Löwenmenschen von Ulm". Die Nachbildungen, etwa zwei Meter groß, standen (jetzt am Wochenende wurden viele versteigert) und stehen noch an vielen Stellen der Stadt, bunt bemalt und sind ein echter Hingucker. Natürlich sind auch diese Plastiken in der Diskussion, aber dadurch wusste man wenigstens, wo sie überall stehen - alles hat sein Gutes.

Mir gefallen die Plastiken jedenfalls sehr gut, damit bekommt die Stadt immer wieder einmal einen besonderen Pfiff, wie die Spatzen vor einigen Jahren.


Und wenn sie das Original des "Löwenmenschen " sehen wollen, im Ulmer Museum steht es. www.loewenmensch.de
Siehe auch mein Post vom 9. 10. 08 (Moderne Kunst - Weishaupt-Museum Ulm)

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28.9.08

Deutsche Geschichte auf Briefmarken - Hitler

Wohl kaum ein Abschnitt aus der deutschen Geschichte wird so beleuchtet und immer wieder in den Medien wiederholt wie der, der Hitlerzeit bzw. des 3. Reiches. So kann man sich fragen, was ist so faszinierend daran? Richtig beantworten kann man das sicherlich nicht, denn jeder sieht es aus einer etwas anderen Perspektive.



Das 3. Reich, deshalb so benannt, da man sich vom 1. Reich, dem Kaiserreich und der Weimarer Republik als 2. Reich, abgrenzen wollte. Hitler kam an die Macht, wo jeder von der Politik so genug hatte, dass derjenige, der Stabilität und Arbeit versprach gewählt wurde. Hitler verstand es zudem Gott so mit ins Spiel zu bringen, was bei manchen schon als Vorsehung erscheinen musste. Das Konkordat mit dem Vatikan, im Juli 1933 abgeschlossen, steuerte das seinige noch hinzu.

Was Hitler und seine Leute aber betrieben war reine Machtpolitik ohne Rücksicht auf das Volk. Die Leutseligkeit am Anfang verflüchtigte sich bald. Die Haltung gegenüber den Juden wurde sehr schnell tödlich und auch gegenüber den Kirchen aggressiv.

Von vielen wurde diese Situation nicht beachtet aus welchen Gründen auch immer. Letztlich kann man sagen, wer wieder in Brot und Lohn steht macht manche Zugeständnisse und wir heute sollten uns hüten über "den kleinen Mann auf der Straße" zu urteilen, wenn wir nicht selbst schon einmal in einer solchen Situation gewesen sind. Aus der Wohlstandsecke heraus kann man leicht gute Ratschläge erteilen.

Als die Deutschen merkten, wohin das Hilterregime führt, konnten oder wollten viele nicht zurück. Oft wäre die Familie oder das eigene Leben zu opfern gewesen. Wohin das letztlich alles führte wissen wir und ist in zig Büchern, Filmen, Reportagen usw. beschrieben.
Was für mich nur völlig unverständlich ist, dass es heute immer noch Leute gibt, die diesen braunem Terror nachhängen und ihn glorifizieren. Für mich ist das Menschenverachtend.

Von der Briefmarke her ist recht gut die Vereinnahmung der Gesellschaft für die Ziele der Machthaber zu sehen. Es wurden zwar schon mehr Briefmarken herausgegeben als zu Kaisers Zeiten aber kein Vergleich zu der Markenschwemme unserer Tage. Dennoch kann aus den nicht so vielen Briefmarken des 3. Reiches recht gut der politische Wandel nachvollzogen werden.

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2.7.08

Weltsprache Aramäisch

Vielleicht haben Sie auch den Film "Die Passion Christi" von Mel Gibson gesehen. Alle sprechen Aramäisch, in der Textzeile steht die Übersetzung. Im Gegensatz zu den Altsprachlern ist für viele von uns das Aramäische irgend ein Dialekt aus alter Zeit.
Überrascht ist man, auch wenn man sich nur wenig mit diesem Thema beschäftigt, dass Aramäisch zu seiner Zeit in Vorderasien die Sprache schlechthin war, ja man könnte sagen, das Englisch von heute war.

Die Aramäer expandierten gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Ch. in Vorderasien. Sie waren ein semitisches Nomadenvolk, das mit ihren Herden durch Wüsten und Steppen wanderte. Man ging auch nicht unbedingt jedem Streit aus dem Weg. Und wie es bei manchen anderen Völker auch war, wurde durch Bevölkerungswachstum, überwundene Hungersnöte und weiteren Unwägbarkeiten, denen man Herr werden musste, das Volk gestärkt. Sicherlich entwickelte sich ein starkes Selbstbewusstsein und so wurde man eine militärische Macht, der auch Babylon nicht stand hielt.

Ein großes Reich lässt sich mit einer einheitlichen Sprache besser regieren und viele Besiegte übernahmen Aramäisch einfach- so wurde es im Laufe der Zeit offizielle Sprache. Die Sprache verbreitete sich unglaublich. Sogar die Juden vergaßen in der babylonischen Gefangenschaft ihre eigene und nahmen sie an. Auch Jesus verbreitete später seine Lehren in Aramäisch, wenn auch in einem Dialekt des Aramäischen.

Alles nimmt aber ein Ende und so auch diese Sprache. Vielleicht waren die vielen Dialekte Schuld, die aus dem Aramäischen hervorgingen. Vielleicht war aber auch die Zeit für sie einfach vorüber.

Fazit aus allem ist für mich, dass wir in unserer Zeit meinen, wie modern und weltgewandt wir sind in dem wir Englisch als Weltsprache haben. Und nun muss man plötzlich feststellen, dass es damals bereits eine Weltsprache gab und die sogar über Jahrhunderte bestand hatte. Das müssen wir erst einmal schaffen.

Bestand haben ist nicht der Feind des Fortschrittes. Aber heute, in einer Zeit in der alles noch schneller gehen soll, der Werteverfall beinahe schon galoppiert und das was gestern war, keinen Bestand mehr hat, würde uns immer wieder einmal ein Innehalten gut tun.

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11.2.08

„Deutsche Geschichte“ auf Briefmarken (Teil 1) –
Das Kaiserreich

Die Beförderung von Briefen durch Boten und andere Personen gibt es solange es die Menschheit gibt. Briefmarken dagegen gibt es erst seit „Kurzem“, wenn man die Zeitspannen vergleicht.



Zahlte früher in der Regel der Empfänger der Sendung die Gebühren, drehte es sich bei Einführung der Briefmarken um: Der Absender zahlt und der Beweis dafür ist die Briefmarke.

Die erste Briefmarke erschien in Großbritannien am 6. Mai 1840. Es dauerte eine Zeit lang bis dann auch bei uns die erste Briefmarke erschien: Der sog „Schwarze Einser“, durch die Bayrische Post am 1. November 1849. Zwischen dem Erscheinen der ersten Marke in Großbritannien und der in Bayern, gaben bereits 12 weitere Postgebiete auf der Welt Briefmarken heraus.

Den Bayern folgten die anderen Kleinstaaten Deutschlands und auch viele Städte. Die Währung war so bunt wie der „Länder-Flicken-Teppich“ in Deutschland – Thaler, Kreuzer, Schillinge, Batzen, Heller usw. usw.

Nach der Gründung desDeutschen Reiches erschien am 1. Januar 1872 die erste Briefmarke mit dem Aufdruck „Deutsche Reichspost“. Zwar noch in der Währung Groschen und Kreuzer, die aber bald durch Mark und Pfennig ersetzt wurde.

So ging es den Deutschen damals sicherlich wie uns, lieb gewonnene Währungen verschwanden, neue wurden eingeführt. Und so blieb es dann auch, bis ins Jahr 2002, als der Euro eingeführt wurde.

Hatte die Briefmarke am Anfang nur den Sinn, eine Bestätigung für das Porto zu sein, merkte man bald, dass sie eine gute Plattform für die Darstellung des Staates sein kann. Mehr und mehr wurde das ausgenutzt und so kann man anhand der Briefmarken recht gut die Geschichte eines Landes verfolgen, aber auch die Art und Weise, wie man sich zu repräsentieren versuchte – gegenüber dem eigenen Volk, aber auch gegenüber dem Ausland.

In verschiedenen Teilen möchte ich den Versuch unternehmen, die Deutsche Geschichte kurz und soweit es meine Briefmarkensammlung hergibt, darzustellen.

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15.1.08

Die Abtei Montecassino

Montecassino, einmal bekannt als die Wirkungsstätte des heiligen Benedikt und dann als Eckpfeiler der Verteidigung im Zweiten Weltkrieg. „Die grünen Teufel von Montecassino“, die älteren unter uns kennen noch diesen Film.

Heute zeugen noch Soldatenfriedhöfe vom Leid der Soldaten und auch die Bevölkerung litt große Not . Die Bilder der zerstörten Abtei am Ende des Krieges zeigen eindringlich die absolute Sinnlosigkeit von Kriegen.

Der heilige Benedikt gründete 529 das Kloster Montecassino an der Stelle, an der früher eine römische Befestigungsanlage, das Municipium von Casinum, stand. Auf diesem Berg ging damals die Bevölkerung in einem Apolltempel und in einem „heiligen Wald“ heidnischen Kulthandlungen nach.

Durch das vorbildliche Leben des heiligen Benedikt und nicht zuletzt wegen seines Grabes gelangte das Kloster zur Berühmtheit und in jeder Hinsicht zur Blüte. Das Kloster erlebte immer wieder Zerstörung und Aufbau.

Der 15. Februar 1944 war die letzte, totale Zerstörung der Klosteranlage in der nur wenige Mönche in der Krypta überlebten. Am Ende des Krieges zog man zur Verteidigung der anrückenden Alliierten quer durch Italien eine Verteidigungslinie mit einem Hauptstützpunkt, der Montecassino hieß. Zwischen den Kriegsgegnern war ausgemacht, dass die deutschen Truppen das Kloster nicht betreten durften, sich also nur um den Berg herum festsetzen durften. Aufgrund der langen und heftigen Verteidigung der Deutschen, glaubten die Alliierten im Laufe der Zeit, dass sich die Truppen doch im Kloster befinden, denn sonst könnte man die Stellung nicht derart verteidigen. Somit entschieden sich die Alliierten zur Zerstörung des Klosters und machten es innerhalb von drei Stunden dem Erdboden gleich, einschließlich der Flüchtlinge im Kloster, der Kunstschätze und was sonst sich noch bewegte oder nicht bewegte.

Ein Überlebender war der Abt des Klosters. Dieser schwor später, dass wirklich kein Deutscher Soldat jemals zur Verteidigung der Anlage das Kloster betreten hatte. Fazit: Der gegenseitige Hass war so groß geworden, dass er sich wie eine Explosion über das Kloster ergoss. Als man die Sinnlosigkeit des Tuns erkannte, war es zu spät.

Der italienische Staat hat jahrelang den Aufbau des Klosters finanziert, unterstützt mit Geldern der ehemaligen Alliierten. Die Klosterkirche ist heute noch nicht fertig, präsentiert sich aber bereits in großer Schönheit. Die Krypta wurde ein Meisterwerk Beuroner Kunst (das Kloster Beuron im Donautal arbeitete bei der Wiederherstellung der Mosaiken mit).

Das Kloster strahlt wieder eine wohltuende Ruhe aus und der Blick über die Berge erfreut das Herz über Gottes schöne Schöpfung.

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