23.4.09

Wenigstens ein bisschen Obama

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mir bei unseren Politikern, Bankern, Führungskräften der Wirtschaft und Gewerkschaften eine Einstellung wünschte, die etwas vom positiven Denken des Obama hat. Obamas "yes we can" schien in im letzten Jahr doch schon etwas überzogen und abgegriffen. Dennoch, er hat es geschafft, trotz mieser wirtschaftlicher Lage, den überwiegenden Teil der Amerikaner hinter sich zu bekommen.

Wir schlagen heute die Zeitung auf und was sehen wir: Pessimismus aller Orten. Es stimmt natürlich, die finanzielle und wirtschaftlich Lage, und das nicht nur in unserem Land, ist auch mies. Müssen wir das aber nun täglich und überall wiederholen? Reicht es uns bereits nur zu Jammern und zu klagen? Der kleine optimistische Ausblick der Wirtschaft, es können vielleicht nach dem Sommer wieder etwas besser werden ist gleich wieder untergebuttert worden. Mal was positives sagen ist wohl derzeit nicht "in".

Zaghafte Ansätze unserer Kanzlerin, wir müssen jetzt gemeinsam anpacken, werden lediglich kurz erwähnt aber nicht so ausgebreitet wie die schlechten Nachrichten.
Es gibt ja ein Sprichwort, dass Not zusammen schweißen würde. Gemessen daran, ist die Leidensgrenze bei uns Deutschen noch in weiter Ferne. Liest man die Berichte über die Landesbank in Rheinland-Pfalz so sieht man doch, erst den großen Max spielen, die heißen Kastanien dann aber andere aus dem Feuer holen lassen - nichts gelernt. Die Medien prügeln mit auf den Neu-Jachtbesitzer Würth ein. Wer hat denn die Wirtschaft vorangebracht wenn nicht diese Leute? Etwa die Banker, die Investmentgesellschaften, die nur Firmen aufgekauft, zerschlagen und Arbeitsplätze vernichtet haben oder die Hedge-Fond-Manager, die nur in die eigene Tasche gewirtschaftet haben - nichts gelernt.

Die meisten Firmeninhaber in Deutschland identifizieren sich wirklich mit ihren Firmen, arbeiten auch wirklich hart und sind letztlich das Rückgrat unseres Wohlstandes. Die Produkte, die in den Firmen erzeugt werden, bringen Geld in die Staatskassen (bzw. Bruttosozialprodukt) - nichts anderes; im Gegensatz zu den Spekulanten. Und dennoch werden ungerechter Weise alle in einen Sack gesteckt und es wird nach Belieben draufgehauen. Von uns, sehr gern von den Medien und am liebsten von der Gewerkschaft.

So auch Gewerkschaftsboss Sommer, Markenzeichen "bissiges Gesicht" (zum Lachen wird in den Keller gegangen"). Ich kann mich nicht erinnern, von diesem Mann schon einmal etwas positives gehört zu haben, auch nicht im Ansatz dazu, was können wir alle miteinander besser machen, damit es den Arbeitnehmer auch wieder besser geht. Nein, sein Denken ist das von vor hundert Jahren, er warnt die Wirtschaft mit Kampfansagen großen Stils. Na toll, das hilft uns jetzt ja wirklich aus der Krise - auch nichts dazugelernt.

Wo bleiben denn unsere Obamas eigentlich bzw. gibt es nicht irgendwo wenigstens ein bisschen Obama zu finden?

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27.10.08

Mein Geld mein Glaube

"Sind Sie gläubig?" Eigentlich müssten wir dann mit "ja" antworten. Jeder glaubt an irgend etwas, könnte man sagen. Bei manchen steht der Glaube im Zusammenhang mit einer Religion, bei anderen mit dem Mammon. Beide Anhänger beten zu ihrem Gott und jeder bekommt seinen Lohn.

Letztere haben bereits jetzt schon den Lohn bekommen. Allerdings nicht in der Form wie gewünscht. Geld zu einem Gott zu machen war in der Menschheitsgeschichte noch nie erfolgreich. Komisch, dass die Leute das immer wieder vergessen. Dabei sind sie doch immer dicht bei ihrem Gott, lassen ihn nicht aus den Augen und tun alles für ihn, egal wie man ihn nennt.
In der Morgenstunde, wenn andere erst wach werden, sorgen sie sich um das Wohlergehen des Nikkei. Mittags und am Nachmittag verehren sie den Dax und am Abend wird dem Dow Jones gehuldigt. Irgendwie eifrige Gottesanbeter und doch lässt dieser Gott seine Kinder im Stich.

Da fragt sich mancher: Was habe ich falsch gemacht? Habe ich die Luftnummer falsch getarnt? Habe ich mich nach meinem Nachbarn gerichtet und die Papiere zu schnell verkauft? Habe ich ..... Die Leute tun einem fast schon Leid. Soviel Aufopferung für ihren Gott und jetzt am Boden zerstört. Das einzige was an diesen Leute zu bewundern ist, ist ihr starker Glaube. Ein Glaube, der an Selbstaufopferung grenzt, der vollen Einsatz fordert rund um die Uhr, der nicht mehr an das Wohlergehen von Familie und Freunden denken lässt - ein totalitärer Glaube.

Was man mit so einem Glauben alles anfangen könnte wenn er auf das Wohl der Menschen gerichtet wäre und das Geld nur Mittel zum Zweck? Dass es keinen Hunger mehr gäbe, keinen Krieg und keine Vertreibung. Das wäre nicht auszudenken.
Aber wenn es einem gut geht und manchen dabei zu gut, gäbe es sicherlich wieder einige Übermütige.... und die würden wieder die Börse erfinden.

So sind sie halt, die Menschen.

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