2.12.09

Sonntagsruhe

Nachdem sich die Diskussion über die Sonntagsruhe etwas geglättet hat, kann man jetzt mehr in Ruhe über das Karlsruher Urteil nachdenken. Dass überhaupt das Gericht in Karlsruhe darüber entscheiden musste, dass wenigstens ein Tag in der Woche Ruhe herrschen sollte, ist für mich ein Witz.

Nicht nur weil das schon im Buch Genesis steht, dass der siebte Tag in der Woche ein Ruhetag sein soll, nein, der Mensch ist einfach keine Arbeitsmaschine, auch wenn sich das Herr Wowereit von Berlin sich so vorstellt. Denn anders kann man seinen Kommentar zum Karlsruher-Urteil nicht erklären, wenn er in etwa so sagte, dass ein Sonntag, an dem nicht eingekauft werden könnte, nicht mehr zeitgemäß sei. Kapitalismus und Maximierung des Profits pur, und das von einem SPD-Mann, dessen Partei doch die arbeitende Bevölkerung vertritt.

Natürlich schön für die, die nicht hinter der Ladentheke stehen und deren Familien allein zuhause sitzen. Überhaupt Familie! Vielleicht haben Sie im Fernsehen auch den guten Mann gehört, der sagte, dass heute im Grunde genommen die Familien sowieso nicht mehr wissen was sie zusammen unternehmen sollen, und deshalb ist der verkaufsoffene Sonntag gut, da können man wenigsten gemeinsam shoppen und sich in den Kaufhäusern amüsieren. Vermutlich hat der Mann sogar Recht, auch wenn das ja wirklich mehr als traurig ist.

Da bekanntlich der Umsatz nicht dadurch gesteigert wird, wie lange und wie oft man einkaufen kann, sondern dass er davon abhängt, wie viel Geld die Leute ausgeben wollen und können, bringt eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf Sonntag kaum etwas. Das was dieser Tag für viele wirklich bringt, ist Hetze und Stress. Haben wir die Diskussion über Stress, ausgebrannt sein, Erfolgsdruck im Betrieb, im Sport und zu Hause schon vergessen? Dann war das Signal von Robert Enke ja ganz umsonst und als solches wollte man es doch verstehen.

Diejenigen, die die Bibel geschrieben haben, waren ja auch nicht ganz dumm und haben schon damals gesehen, was passiert, wenn der Mensch nur noch arbeitet. Eine religiöse Schrift ist immer auch ein Verhaltenskodex für das tägliche Leben und nicht nur eine fromme Schrift. Das ist bei allen Religionen so, nur nicht bei der "Religion" des Atheismus. Vielleicht kommen die aber auch noch drauf, man sollte ja die Hoffnung nie aufgeben.

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18.11.09

Donausschwaben

Wenn man wissen möchte, was hinter dem Begriff "Donauschwaben" steckt, dann muss man ins Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm gehen. Das ist nicht irgend ein langweiliges Museum, hier trifft sich deutsche und europäische Geschichte zugleich. Hier spürt man dem Leben von Generationen nach, deren Kultur und Politik, verbunden mit harter Arbeit, der Tragik und Freude des Alltags bis hin zur Vertreibung und dem Leid vieler vieler Menschen.

Der Begriff "Donauschwaben" oder auch "Donaudeutsche", ist ein Sammelbegriff für die im 17. Jahrhundert ins pannonische Becken ausgewanderten Deutschen. Das pannonische Becken liegt im Herzen des Balkan und unterstand damals der kaiserlichen Krone Österreichs.

Die Türken waren aus dem Land gedrängt worden und die ganze Gegend war beinahe menschenleer. Die ersten Siedler, die Maria Theresia anwarb, kamen an die militärischen Grenzen zum Osmanischen Reich und dieses Land, aber auch das Banat, blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts kaiserliches Kronland.

Maria Theresia brauchte Bauern zum Bestellen dieses Landes. Man versprach den Einwanderern Land, Häuser und vieles mehr. Dass so viele Menschen dann auch kamen, dazu verhalfen auch die Hungersnöte in Europa. Es kamen nicht nur Schwaben bzw. Deutsche, auch aus vielen anderen Nationen strömten sie dorthin und zwar in mehreren Auswanderungswellen. Es glich bald einer Völkerwanderung.

Nach dem Zerfall des Kaiserreiches wurden die Siedlungsgebiete der Deutschen geteilt. Ungarn wurde ein eigener Staat und ein Teil kam dorthin, ein weiterer Teil kam zu Rumänien und der dritte Teil ging an das neu gegründete Jugoslawien.

Während der Hitlerzeit versuchten natürlich auch diese Machthaber unter den Donaudeutschen Einfluss zu gewinnen, was sich während des zweiten Weltkrieges insofern änderte, dass die Donauschwaben in national verschiedenen Militärverbänden kämpften. Ein unglückselige Zeit für diese Menschen. Und letztlich kam es mit dem Anrücken der russischen Roten Armee zu Evakuierungen. So kamen viele Nachfahren der Donauschwaben wieder zurück in die Heimat ihrer Väter.

Hier noch mehr über die Donauschwaben zu schreiben wäre vermessen und würde den Rahmen sprengen. Sehen Sie sich das kleine Video an und, bei nächster Gelegenheit, das Museum. Sie werden beeindruckt sein.

Sie finden auch weiter Informationen unter :
www.dzm-museum.de

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3.11.09

Gedankensplitter zum Mauerfall

Bei Jubiläumsveranstaltungen wie zum Mauerfall, zur Wiedervereinigung, zum Tag der Einheit usw. gibt es nicht nur viele Großveranstaltungen, Feiern und ständig beeindruckende Bilder in allen Medien, oft sind es aber gerade die Kleinigkeiten, die viel mehr und viel persönlicher an diese Zeit erinnern.

20 Jahre ist es her und die damals in dieser Zeit geboren wurden wissen nichts von diesen Tagen. Wenn man diese jungen Erwachsenen sieht wird man immer wieder daran erinnert, wie viel Zeit seit dem schon vergangen ist und man zur eigenen Verwunderung merkt, wie viele lebendige Bilder noch im Kopf sind, als sei alles erst gestern gewesen.


Ich weiß noch recht gut und viele können sich daran erinnern, dass man immer auf die Nachrichten, besonders die im Fernsehen gewartet hat, um zu erfahren, was es neues am Tage gegeben hat. Es war immer eine Spannung da und in der Regel gab es auch tatsächlich immer wieder etwas Neues. Internet gab es noch nicht, über das man sich hätte ständig informieren können.

Die Flucht über Ungarn. Jeder dachte sich dabei, wie werden wohl bloß die DDR-Machthaber reagieren. Wird die DDR dicht gemacht und keiner kommt mehr raus. Dann die Flüchtlinge, die von Prag mit dem Zug in den Westen durften aber über DDR-Gebiet fahren mussten; was keiner so richtig begriffen hat. Man hat vor dem Fernseher mit gebangt und sich mit gefreut, wenn man die traurigen bzw. freudigen Gesichter sah. Als die Leute auf der Mauer rumtanzten und auch davor, dahinter und überall, es sah beinahe wie einen Science Fiction-Film aus. Gibt es heute noch aufregende Ereignisse?


Ein Interview ist mir im Kopf geblieben: Gleich beim Mauerfall hat ein Reporter in Berlin eine Familie aus den Niederlanden angesprochen, was sie denn über den Mauerfall denken. Der Mann sagte, als sie das in den Nachrichten erfahren haben, hätten sie sich alle sofort ins Auto gesetzt und sind an einem Stück nach Berlin gefahren. Bei solch einer historischen Stunde in der Weltgeschichte muss man dabei gewesen sein. Alle Achtung, das sagt ein Ausländer und die meisten Deutschen sind zu Hause geblieben. Also, Hut ab.


Eine Kleinigkeit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und zwar die Wetterkarte in den Fernsehnachrichten. Bis dahin gab es eigentlich nur "Westwetter", gelegentlich mal "Ostwetter". Das Wetter hörte quasi an der Elbe auf.


Plötzlich war auf der Wetterkarte Deutschland größer und nichts war mehr mit "West- oder Ostwetter". Es gab nur noch "Wetter". Und Deutschland war auf einmal auch beim Wetter wiedervereint. Lange habe ich fasziniert diese kleine Karte angesehen und mich dabei über die vielen kleinen Dinge gefreut, bei denen wir plötzlich auch "wiedervereint" waren, die aber untergingen in den großen Nachrichten zur Weltgeschichte.

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29.10.09

Frauen an die Macht

Ulm hat nicht nur den höchsten Kirchturm der Welt, Ulm ist in diesen Tagen für die evangelischen Christen in Deutschland auch "der Nabel der Welt".

Wenn Religionsgemeinschaften eine Frau an ihre Spitze wählen, dann ist das auch bei den evangelischen Christen ein Novum. Margot Käßmann hat als Frau bereits das hohe Amt einer Bischöfin inne, dass sie nun in Ulm aber auch EKD-Chefin wurde und damit dem angesehenen Wolfgang Huber in diesem Amt folgt, ist schon bemerkenswert. Gerade in den Religionen, in denen Männer dominieren, und das sind ja alle großen Religionen der Welt, ein Zeichen dafür, dass die Person zählt und nicht das Geschlecht. So kann man nicht nur Frau Käßmann, sondern auch der evangelischen Kirche gratulieren.

Dass die evangelische Kirche nun mit Katrin Göring-Eckardt als Vorsitzende des Kirchenparlaments sogar eine weibliche Doppelspitze hat, ist sicherlich richtungsweisend und könnte auch anderen Religionen zum Nachdenken in Sachen "Frau und Kirche" bewegen.

Dann wurde auch unsere bisherige Kanzlerin erneut Kanzlerin und bleibt, so wie es in den Nachrichten hieß, mächtigste Frau der Welt. Ein hoher Anspruch, aber sei´s drum, das Tagesgeschehen holt jeden ganz schnell wieder auf den Boden zurück.
Dass sie nicht ganz einstimmig gewählt wurde, was soll´s. Neider gibt es überall, auch in den eigenen Reihen. Zudem sieht man, wir leben in einer Demokratie, wo auch mit solchen Wahlergebnissen offen umgegangen wird.

Frauen in höchsten Ämtern der Bundesrepublik. Wer hätte sich das noch vor Jahren vorstellen können? Gratulation den beiden und wir können nur hoffen, dass mit diesen Wahlen auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht nur in der Kirche, sondern auch im Staat weiter vorankommt.

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26.10.09

Merkels Mannschaft

Nun steht sie ja fest, die Regierungsriege unserer Kanzlerin. Ob nun jeder damit glücklich ist, bleibt abzuwarten, sowohl beim Wahlvolk als auch bei den neuen Ministern.

Hat es Sie nicht auch etwas verwundert, im Grunde genommen eigentlich jedes mal wenn eine neue Regierung gebildet wird, wie fix die Minister ausgetauscht werden? Sind unsere Minister Tausendsassas, die alles können oder könnte man dort jeden hinstellen, denn die Arbeit wird doch im Hintergrund von anderen gemacht?

Gezeigt hat sich ja in letzter Zeit immer wieder, kommt ein Minister aus der Branche die er nun vertritt, kommen seine Aussagen glaubwürdig rüber. Dennoch, ungeachtet dessen wird hin und her geschoben, eben zur Verwunderung von uns Bürgern.

Einen Vorteil hat jedenfalls dieses, auf Neudeutsch "Jobrotation". Man kann plötzlich die Politik verändern ohne dass der Gesichtsverlust zu groß wird. Würde man z. B. jetzt aus Afghanistan rausgehen, könnte der Neue sagen, der Alte hätte z. B. die Tragweite des Geschehens nicht überblickt, hätte zuviel persönliches Engagement eingebracht uoder hätte den Blick für´s Große verloren usw. Und überhaupt, damals gab es ja noch die "Große Koalition". Zack, und die Suppe wäre gegessen.

Für mich sehr interessant waren am Samstag die Fernsehnachrichten im Zweiten. Das sonst so hochgelobte Wirtschaftsministerium mit zu Guttenberg, gab es plötzlich nicht mehr, also es wurde jedenfalls keine Silbe darüber verloren. Nun kann man sich darauf auch seinen Reim machen. Wenn der Herr Brüderle von der FDP dieses Ministerium bekommt, versinkt es sowieso wieder ins Unbedeutende. Rückblickend kann man feststellen, sobald die FDP das Wirtschaftsministerium inne hatte, kam von da nichts mehr um das mal ganz höflich auszudrücken. Vielleicht hat das ZDF das auch so gesehen, und hat den Herrn Brüderle erst gar nicht erwähnt, warum auch, der taucht die nächste vier Jahre sowie so nicht mehr auf.

Ok, unterm Strich wollen wir mal nicht zu voreilig und unfair sein, eine neue Chance hat jeder verdient, das wollten wir auch, wären wir an ihrer Stelle.

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23.10.09

Unsere Bundesrepublik in Zahlen

Statistiken kann man glauben oder nicht und jeder kennt den Spruch: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Dennoch, so ein Vergleich zwischen dem Beginn der Bundesrepublik und dem Stand heute ist sehr interessant und aufschlussreich, viel fälschen kann man dabei nicht.

Zuerst muss muss immer das Brot her halten mit einem Preis 1949 von 20 Cent und heute 2,36 Euro. Interessanter ist da schon der Kaffee: 1949 10,66 Euro und heute 4,42 Euro. Wirklich interessant wird es aber erst bei anderen Vergleichen. Lag im Schnitt der Stundenlohn 1949 bei 60 Cent, so liegt er heute bei 16,20 Euro; damals hat man 48 Stunden gearbeitet und heute im Schnitt 35, bei 12 bis 18 Urlaubstagen und heute 30 Tage.


Dass sich unser Leben verbessert hat merkt man an der Wohnfläche pro Person. 1949 war man ja froh, wenn man eine halbwegs anständige Wohnung hatte und somit lag die Wohnfläche bei etwa 22 qm die heute auf gut 43 qm angewachsen ist. Bei diesem Thema werden immer gern Singlewohnungen aufgeführt. Diese Wohnungen registriert man aber erst seit 1965. Damals lebten 22 % allein, heute sind es beinahe 40 %; sogenannte 1-Personen-Haushalte. Das ist doch beträchtlich.


Bei unserer neuen Regierung geht es derzeit besonders ums Geld. 1950 bekamen die Leute beinahe 79 % von ihrem Verdienst in den eigenen Geldbeutel, heute nur noch etwa 52 %. Und obwohl der Staat nun mehr Geld hat sind die Staatsschulden gestiegen: Von 1950 mit 10 Mill. Euro bis heute ins Unermessliche. Die Inflation dagegen, die schwankte über die Jahrzehnte stark. So lag sie 1951 mit rund 7,6 % am höchsten gegenüber 1987, wo es beinahe gar keine gab. Ähnlich ist es mit den Arbeitslosen. In den 60er Jahren gab es eigentlich keine Arbeitslosen. Ich kann mich noch erinnern, es wurde sogar auf "Vorrat" eingestellt. Heute ein Unding.


Jetzt noch das Lieblingskind der Deutschen: Ihr Auto. Der Käfer kostete 1949 etwa 2.500 Euro. Sieht wenig aus, aber gemessen am Verdienst auch nicht billig. Allerdings konnte man noch gut überall hinfahren, bei 0,37 Mill. zugelassenen Fahrzeugen. Heute, mit über 40 Mill. Zulassungen weiß ja jeder selbst wie es auf unseren Straßen zugeht.


Ach ja, da ja alle einmal Senioren werden ist es doch schön zu hören, dass unsere Lebenserwartung ständig steigt. Veranschlagte man sie 1949 noch bei gut 68 Jahren so liegt sie heute bei etwa 79 Jahren und wenn man den Statistikern glauben will, werden unsere Enkel beinahe 100 Jahre. Hoffentlich werden sie glücklich dabei.

Zum Schluss noch die Lieblingsnamen: 1949 waren es Renate und Hans, heute Hanna und Leon.

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14.10.09

Kriegsende - Geschichten aus einer vergangenen Welt

Vielleicht kennen Sie den kleinen Witz: Unterhalten sich zwei Buben über das Alter ihrer Omas, wobei der eine auftrumpft und sagt: "Meine Oma ist so alt, die kannte noch Dinosaurier". Erzählen wir unseren Enkeln etwas von der Nachkriegszeit, werden wir auch angesehen, als wären wir gerade dem Geschichtsbuch entsprungen.

Gerade bei unserem 60-jährigen Republik-Jubiläum fallen einem immer wieder mal Dinge von damals ein und man vergleicht, was sich alles geändert, verbessert oder verschlechtert hat.
Aufgewachsen am Rand einer Großstadt , hat man auch als Kind gespürt, dass die Versorgungslage mehr als schlecht war. Kohlen wurden von fahrenden Güterzügen "organisiert". Die jungen Kerle sprangen rauf und warfen die Kohlen runter, die Älteren am Bahndamm lasen sie schnell auf.

Man bettelte auf den Bauernhöfen um Arbeit um Naturalien mit nach Hause nehmen zu können. Viele Frauen arbeiteten im Forst und machten Holz, eine Knochenarbeit und das auch im Winter. Manche buddelten Wurzelstöcke von Fichten und Kiefern aus, um Brennholz zu haben, die Arbeit glich einer endlosen Geschichte. Die meisten waren überhaupt nicht versichert, auch nicht krankenversichert. Dazu hatte man kein Geld und wenn man wirklich krank wurde, mussten die Hausmittel her. In den Läden gab es wenig und wenn, dann war es schnell weg oder zu teuer.

Jeden Abend gab es eine Stromsperre, zwei drei Stunden lang. Heute würde man "ausrasten", wenn man es den Leuten nur einen Tag zumuten würde. Die "Müllabfuhr" kam selten und wenn, kam einer mit einem Pferdefuhrwerk und warf den Eimerinhalt per Hand auf den Wagen.

Zum Anziehen gab es Kleidung und Schuhwerk von irgendwelchen Leuten und als Kind war das manchmal peinlich. Aber das Beste: Am Schulbeginn gab es keine Hefte und Bleistifte. Es wurde noch auf Schiefertafeln mit einem Griffel geschrieben. Und wenn man etwas schönes gemalt hatte, musste das wegen einer Schreibübung wieder weggewischt werden. Das war ja fast tragisch. Und wehe, eine Tafel ging zu Bruch.

Ja, so könnte man noch ein Stück weitermachen und viele könnten noch etwas hinzufügen. Wenn ich nun dagegen die heutigen "Krisen" mir ansehen, und das Gejammer von unseren "so armen" Familien, gut genährt in prima Klamotten vor dem Flachbildschirm, frage ich mich schon manchmal, wo wir mit unserem Wohlfahrtsstaat hingekommen sind.

Keiner will die Verhältnisse von damals, ganz klar, aber bei jeder Kleinigkeit gleich nach dem Staat rufen? Wir Rentner haben den Vorteil gegenüber unseren Enkeln, dass angesichts dessen, was hinter uns liegt, wir der Zukunft, auch wenn sie für manche grau oder dunkler aussieht, immer noch etwas positives abgewinnen können - schlimmer als damals kann es nicht kommen.

So, und wenn wir das unseren Enkeln erzählen ist es doch ganz klar, dass diese meinen, das sind Geschichten "aus einer vergangenen Welt".

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12.10.09

Die Tage bevor die Berliner Mauer kam

Es war eine spannungsgeladene Zeit, die, kurz vor dem Mauerbau. Jeder hörte nervös die Nachrichten und zog seine eigenen Schlüsse aus dem Gehörten. Mit anderen darüber sich auszutauschen hätte eventuell Gefängnis bedeutet.

Wir haben nicht die Absicht eine Mauer zu errichten, sagte Ulbricht während seines Besuches im Juli 1961 in Moskau. Kein Mensch vertraute ihm, den Moskau-Zögling, der mit deutscher Akribie die Anweisungen von dort am genauesten von allen Machthabern in den Ostblockstaaten umsetzte. Je mehr dementiert wurde, um so nervöser wurden die Leute.

Die Massenflucht war bereits seit Wochen in vollem Gange und kurz vor dem 13. August flüchteten über 2000 Menschen pro Tag nach Westberlin. Da bedeutete für die DDR ein ausbluten ersten Ranges dem ein Ende gesetzt werden musste.

Bis zum 13. August kam man noch ganz legal nach Westberlin, sofern man nicht von der Polizei aufgegriffen wurde. Ein "Kontrollring" war rund um Berlin gezogen worden mit einem Radius von wenigstens 50 km. Alle Züge, und das war damals das Hauptbeförderungsmittel, wurden systematisch kontrolliert und wenn kein plausibler Grund für eine Reise in Richtung Berlin vorlag, oder man einfach mal richtig Glück hatte, wurde man von der Polizei mitgenommen.

Einmal mitgenommen, war es aus mit einem weiteren Versuch nach Westberlin zu kommen. Der Personalausweis wurde eingezogen und die Personen bekamen, wie man damals ironischer Weise sagte, einen "Jagdschein", der nur für das heimische Revier Gültigkeit hatte. Und das heimische Revier war Kreis, in dem man wohnte. Mit diesem Schein konnte man auch innerhalb der DDR, ohne Genehmigung der Behörden, nicht reisen.

Und dann trat das ein, was jeder befürchtete aber nicht wahr haben wollte. Die Mauer wurde errichtet. Vorher sagte man noch, das trauen die sich nicht, da schreitet der Amerikaner ein. Ja, von wegen, die wollten sich weder die Finger schmutzig machen noch irgendwelche zusätzlichen Spannungen im sowieso schon angeheizten Verhältnis zwischen Ost und West - im "Kalten Krieg" - erzeugen.

So blieben viele im letzten Moment noch stecken, Westberlin vor Augen, mit Tränen der Wut kämpfend, aber machtlos den Tatsachen gegenüber, denen man als "kleiner Mann" hilflos ausgeliefert war.

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8.10.09

Deutschland deine Staaten

Der Herbst 1949 hatte es in sich. Gleich zwei deutsche Staaten wurden gegründet und jede Gründerseite meinte, auf dem richtigen Wege zu sein. Zwar lässt sich im nach hinein immer alles besser beurteilen, aber welcher Weg wirklich verfolgt wurde, erkannte man doch sehr schnell.

Der Start der Bundesrepublik begann schon einmal damit, dass in einem Wahlkampf zwischen Adenauer und Schumacher ein politischer Dialog stattfand. Beide Persönlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten gebeutelt und besonders Schumacher erfuhr viel persönliches Leid.
Natürlich gab es auch damals schon weitere kleine Parteien, aber die waren unbedeutend. Die Bildung eines neuen, und vor allem demokratischen Deutschland war auch der Wunsch der westlichen Alliierten, denn ohne die wäre zu dieser Zeit nichts gelaufen.

Im Gegensatz wurden die "Regierenden" der neuen DDR von Moskau eingeflogen, die dort im kommunistischen Sinne geschult und auf eine Übernahme der Regierung vorbereitet wurden. Dem kommunistischen "großen Bruder" Sowjetunion hörig und auch Handlanger. Eine "Diktatur des Proletariats" kannte keine Demokratie und so startet auch dann gleich die neue Regierung.

Konnte man in der BRD auch damals schon sagen was man wollte - wenn man von den letzten Umtrieben brauner Unverbesserlicher einmal absieht - war die DDR nicht nur von Anfang an ein Unrechtsstaat, jeder der seine Meinung damals schon sagte, verschwand ganz schnell auf auf nimmer Wiedersehen. Das prägt und die Leute wurden schweigsam gegenüber Fremden. Der Not gedrungen fügte man sich ein und machte mit, wenn auch halbherzig oder ablehnend.

Natürlich gab es anfangs viele in der DDR, die diesen Staat wirklich als den Segensbringer für das Volk hielten. Diese wollten dann auch etwas Demokratisches fürs Volk tun kamen aber nicht weit, höchstens ins Gefängnis. Im Laufe der Zeit arrangierten sich viele, hatten ihr Auskommen aber keine Freiheit. Zu welchem Ergebnis speziell das führte wissen wir alle, auch wenn es 40 Jahre gedauert hat, bis wirklich das Volk bestimmt hat wo es lang geht.

Und dann sehe ich jetzt in der Zeitung, dass sich da einer hinstellt und ganz frei heraus sagt (bei uns in der Demokratie kann man das ja), dass er der DDR nach trauert und den Staat geliebt hat (war kein Ex-Politiker). Also ich kann da nur noch den Kopf schütteln.

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29.9.09

Wahl Nachlese

Zwei Tage nach der Wahl sind wieder so ziemlich alle auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist schon interessant, dass die Zeit nach der Wahl viel interessanter ist als vor der Wahl.

Vor der Wahl: Man kann die Sprüche auf Plakaten und in den Medien fast nicht mehr aushalten.
Auch wenn dieses mal der Gegner nicht so aufs Korn genommen wurde, immer die selben Sprüche und gebetsmühlenartigen Versprechungen. Jeder ist froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Nach der Wahl: Jetzt wird es Ernst und die lächelnden Gesichtsfassaden fallen - besonders bei denen, die verloren oder nicht viel dazu gewonnen haben. Die Messer werden gewetzt und der Wähler schaut verwundert zu, dass die sich noch vor einem Tag umarmenden "Brüder" am liebsten sich gegenseitig umbringen würden - aha sagt dann der eine oder andere, so sieht es mit der Geschlossenheit der Partei aus.


Lese ich doch heute von einem Parteimitglied der SPD über Müntefering: "Er steht für die organisierte Unterdrückung des demokratischen Meinungsaustausches in der SPD zu zentralen Fragen". Wow, das ist ja ein Ding. Und Münte hat man extra wegen der Wahl zurückgeholt. Dem ist dann das wohl so in den Kopf gestiegen und vermutlich war er zum Schluss so von sich eingenommen, dass er sich als Patriarch der Partei vorkam.


Verwundert war ich auch, dass die "Grünen" ihren Spitzenkandidaten Özdemir einfach haben durchfallen lassen und ihn noch nicht einmal einen sicheren Platz auf der Landesliste gaben. Das ist ja ein tolles Vertrauen der "Grünen Wähler" zu ihrer Parteispitze. Und solch in sich zerrissene Parteien soll man wählen?


Die "Linken" sind die eigentlichen Gewinner des Wahltages und gleichzeitig ist es eine Blamage für viele Deutschen. Da werden ein paar populistische Themen ausgestreut und die Leute laufen hinterher wie die Kinder beim Rattenfänger von Hameln. Zeigt nicht gerade ein Niveau von klarem Denken und vor allem ein Nachdenken über die Machbarkeit der Parolen.

Dass allerdings in Brandenburg diese Partei viel Zuspruch erhielt ist nicht verwunderlich, sitzen doch heute noch viele "Genossen" von früher, jetzt allerdings "reingewaschen", auf den gleichen Stühlen von früher. Und diese können natürlich in einer Demokratie, in wirklich geheimer Wahl, ihrer wahre Gesinnung Ausdruck verleihen, dass sie im Grunde genommen immer noch dem DDR-Regime anhängen.


So zeigt sich nach der Wahl doch noch die Wirklichkeit hinter den strahlenden Gesichtern der Politiker und vielleicht denkt sich so mancher: Gut, dass ich den einen gewählt und den anderen nicht gewählt habe.


Und die Gewinner, die CDU und FDP, die diesmal um das Hauen und Stechen drum herum gekommen sind, müssen die nächsten vier Jahre beweisen, dass sie es besser machen und die Parteien zusammen stehen, sonst liegen die nach der nächsten Bundestagswahl in der Schusslinie. Aber zuerst sollen sie einmal eine Chance bekommen - so ist das nun einmal in deiner Demokratie.

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16.9.09

So viel gab es noch nie für unser Geld

Derzeit bekommt man viel fürs Geld, bei einer Inflationsrate um die Null. Natürlich freut das jeden und kein Verbraucher hätte etwas dagegen, wenn das noch eine Weile so anhalten würde. Kann das aber anhalten, bei der Staatsverschuldung und dem schlechten Einkommen der Lebensmittelerzeuger am Anfang der Versorgungskette?

Thomas Straubhaar vom Weltwirtschaftsinstitut in Hamburg prognostiziert für 2011 eine Inflation, die zwischen 5 und 10 % liegt. Der Staat braucht Geld, das ist ganz einfach. Und er nimmt es von uns Steuerzahlern, das ist auch ganz einfach.


Bei all dieser Diskussion ist es aber einmal wichtig zu wissen, wo kommen wir "preislich eigentlich her". Gerade auch die Umstellung von DM auf Euro führte dazu, dass viele Geschäfte meinten, man können die Preise 1:1 umrechnen, was letztlich aber dann auch diese Leute einsehen mussten, dass das nicht geht. Geblieben ist aber das Gefühl, es ist alles teurer geworden. Stimmt auch nicht immer, und so sind viele Preise seit 1970 quasi gefallen, wenn man davon ausgeht, dass man für sie oft wesentlich kürzer arbeiten muss.


Der Rinderbraten ist ein gern verwendetes Beispiel, da Rindfleisch teuer ist. Für ihn mussten 1970 115 Minuten gearbeitet werden, heute nur noch 35 Minuten. Für Schweinekoteletts 96, heute 23 Minuten. Für 10 Eier 22 und heute 5 Minuten. Sehr gut sieht man es bei Milchprodukten, die in der letzten Zeit immer wieder in der Diskussion stehen, da die Bauern für ihre Milch Hungerlöhne bekommen. Für 250 gr. Butter arbeitete man 1970 noch 21 Minuten, heute sind es nur noch 4 Minuten. Milch: damals 9 Minuten, heute 3 Minuten.


Auch als Rentner muss man sagen, weiter runter ist unverantwortlich - aber auch die, die nicht soviel verdienen müssen da zustimmen. Haben Lebensmittel keinen Wert mehr, verlieren wir den Bezug zu den "Mitteln zum Leben"?

Neulich stand ich im Supermarkt und las, dass eine Gurke aus Spanien 36 Cent kostet. Wie kann man eine Gurke zu dem Preis produzieren und zu diesem Markt bringen? Der Erzeuger hat vermutlich nichts mehr davon. Die spanische Landschaft wird demoliert und zudem Massen an Spritzmittel sowie Wasser verbraucht. Das eine hilft nur der chemischen Industrie und das andere fördert den akuten Wassermangel des Landes.


Ja was tun, fragt man sich? Ich weiß es auch nicht? Nicht kaufen, hilft dem Erzeuger wohl letztlich auch nichts; kaufen, dann nimmt man teil an dem, was ich oben beschrieben habe. In meiner Unentschlossenheit habe ich keine Gurke gekauft.

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14.9.09

Merkel - Steinmeier

Einen Vorteil hatte das Fernsehduell gestern Abend, man konnte während die Sendung lief, Getränke und Naschsachen holen, auf Toilette gehen usw. ohne dass man etwas verpasst hätte. Wer gedacht hatte, es läuft so wie in den vergangenen Jahren, was sowie so ein Traumtänzer. Die beiden können sich schon von ihrer Art her nicht beharken.

Es war ein sachliches, nüchternes Gespräch, streckenweise mit bekannten Themen und Aussagen und letztlich nicht viel Neuem. Steinmeier hat sich besser gemacht als gedacht, schwitzte nicht und sprach gegenüber sonstigen Wahlveranstaltungen ganz normal. Profilieren wollten sich, so hatte man manchmal den Eindruck, die Moderatoren, die den Politikern auch ständig ins Wort fielen und mit dümmlichen Bemerkungen, wie die von der Frau Illner mit der Tigerenten-Koalition, obendrein noch witzig sein wollten, was eher peinlich ist in solch einem Fall.

Man bemängelte nach der Diskussion, dass die Politiker viele Themen ausließen, was aber nicht ihre Schuld war, sondern die der Frager. Kein Mensch beantwortet Fragen die nicht gestellt werden.

Eines war mir dann aber doch sehr wichtig: Keiner der beiden schafft es mit seiner Partei allein zu regieren - aber dann mit wem? Das muss ich Angela Merkel lassen, auch wenn für viele Schwarz-Gelb unpopulär ist, hat sie sich klar dazu bekannt, mit wem sie regieren will. Die Wähler wissen nun, was Sache ist.
Entgegengesetzt dazu Walter Steinmeier, der nur Schwarz-Gelb verhindern will - ebenfalls die Frage, aber mit wem? Die SPD kann nur mit Grün und ganz Rot zusammen gehen. Hatte er Angst das zu sagen? Wenn jemand sagt, dass es ab 2013 durchaus möglich ist, mit der Linken zusammen zu arbeiten, warum dann nicht auch jetzt, wenn die Chance dazu besteht.

Die Linken sind der Knackpunkt. Eine Partei, die zumindest in den neuen Bundesländern gut 10 % Stasimitarbeiter hat, die auch noch in Amt und Würden kommen wollen, dann ist die Partei nicht wählbar. Diese Leute, die heute Vertrauenspersonen der Wähler sein wollen, haben früher alle verraten, wenn es sein musste. In Focus konnte man lesen, dass einer im Interview ohne Bedenken zugab, seine eigene Frau als IM verraten zu haben.

Herr Steinmeier, ich hätte mir eine klare Distanzierung von dieser Partei gewünscht, muss nun aber nach der gestrigen Diskussion feststellen, dass sie auch mit dieser zusammen gehen würden. Eine Zusammenarbeit mit Verrätern kann weder Bundes- noch Landespolitik sein und deshalb Herr Steinmeier, sind sie für mich nicht wählbar.

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4.8.09

Wasser

In der Zeitung steht: Deutsche beim Wasserverbrauch spitze! Und zwar 25 Badewannenfüllungen täglich. Im ersten Moment dachte ich: Wer verbraucht mein Wasser? Wasser wird immer kostbarer auf der Welt und dann der Verbrauch? Dann las ich weiter, und da stand, dass WWF, von denen kommt die Aussage, auch die Einfuhr von Lebensmitteln mitzählt.

Das finde ich nun wieder unfair. Der Wasserverbrauch der Deutschen ist bekanntlich zurück gegangen und man hatte schon Sorge, dass man uns als Schmutzfinken deklariert - wir waschen uns nicht mehr oder ähnlich - und nun das. Der WWF- "Wasser-Fußabdruck" errechnete, dass die Deutschen jährlich den Bodensee quasi 3 mal leeren.

Ich bin auch nicht dafür, dass man zu Weihnachten Erdbeeren als Nachtisch servieren muss oder allerlei Obst rund um die Welt schickt und man mehr essen sollte, das in Deutschland bzw. zumindest in Europa wächst. Aber wehe wir würden es nicht tun - z. B. die Äpfel aus Brasilien essen oder den Kaffee von dort trinken. Dann ginge ein riesiges Geschrei darüber los, dass man irgendwelche Staaten, Produzenten oder was weiß ich boykottieren würde. Das die Ware in den Läden vergammelt und dass es eine Sünde ist, mit Lebensmitteln so umzugehen. Und überhaupt, man bringt die Leute um ihren Arbeitsplatz und damit um ihre Existenz.

Natürlich, und das weiß von uns jeder, ist alles etwas komplexer als sich der kleine Moritz auf der Straße das vorstellt. Einfach mal aus anderen Ländern nichts kaufen geht auch nicht immer. Was machen aber die betroffenen Länder um das kostbare Gut "Wasser" zu schonen? Viel verdorrtes Land ist hausgemacht. Und nun lapidar sagen, dass die Deutschen aufgrund ihres Konsums zu den größten Wasserverbrauchen (auch wenn virtuell) schlechthin gehören, das ist nun doch zu simpel und irreführend.

Eins hat allerdings der WWF auch erkannt: Auf regionales und saisonales Gemüse und Obst konzentrieren. Mache ich auch, aber helfe ich dabei wirklich die Wasser- bzw. Dürreprobleme der südlichen Länder zu lösen und den Leuten eine Existenz zu sichern?

Weitere Artikel: "Der ökologische Fußabdruck"

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28.7.09

Vom fehlenden Menschenverstand und Feingefühl

Mit dem gesunden Menschenverstand ist das so eine Sache. Ebenso mit dem Feingefühl für die momentane Situation. Der eine hat´s, der andere nicht. Unsere Gesundheitsministerin hatte vermutlich beides mal in jungen Jahren. So ein Ministeramt bzw. überhaupt höher angesiedelte Ämter verderben aber oft den Charakter oder im Laufe der Zeit neigt man zur Selbstüberschätzung.

Unsere Ministerin weiß sicherlich, dass ihr Verfallsdatum bereits überschritten ist und das in zwei Monaten der Dienstwagen auch ohne Diebstahl abhanden gekommen wäre. Was also tun? Nochmal so richtig Gas geben, nach dem Motto: Haste was, dann biste was. Die Ärmste konnte natürlich nicht wissen, dass das gleich so schief geht. Ihre Kabinettskollegen waren da pfiffiger, die haben gleich ihre Privatautos für den Urlaub genommen. Und unsere Ursula blieb dann noch als einzige Ministerin übrig, die den Dienstwagen nahm um mal auch im Ausland groß anzugeben.

Übrigens arme SPD. Durch sie ist sie groß geworden und nun leistet sie ihren eigenen Leuten so einen Bärendienst vor der Bundestagswahl. Ja, mit dem Feingefühl ist das eben so eine Sache.

Glücklicherweise ist sie nicht allein. Noch so einer ist der WTO-Chef Pascal Lamy. Das Mitgefühl, das er den Ärmsten der Welt entgegen bringt rührt zu Tränen. Aufgrund der derzeitigen Krise sagte er "Die Schwächsten unter uns tragen die volle Last." Und das Schlimmste bei dieser Krise kommt ja noch, fügte er hinzu. Das nennt man doch vollen Einsatz gegen das Elend auf dieser Welt.

Dumm gelaufen, dass einige Journalisten spitz bekommen haben, dass er nicht nur jährlich fast eine halbe Million Schweizer Franken Gehalt einschiebt, nein er will eine 30-prozentige Erhöhung seiner Bezüge. Wenn es um sich selbst geht, klotzen, nicht kleckern.

Ja, das mit dem Feingefühl ist eben nicht jedermanns Sache. Wie sagte mal einer so schön, jeder im Leben ist zu etwas nutze, auch wenn es nur als schlechtes Beispiel ist.

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24.7.09

Deutschlands nächste Generation

So hieß die Sendung gestern Abend im Fernsehen; vielleicht haben Sie sie auch gesehen. Mir war zwar bewusst, dass Geld über die Ausbildung der Kinder entscheidet, nicht aber in dem Maße wie in dieser Sendung gezeigt. Natürlich haben ein paar andere Kriterien auch ihren Einfluss aber Geld spielt bei vielen die Rolle schlechthin.

Wenn man sieht, dass ein Kind wirklich sparen muss um sich ein Paar Turnschuhe für 30 € zu kaufen und die anderen werden mit Edelklamotten sämtlicher Marken behängt (Preis nach oben völlig unbedeutend), mit dem mütterlichen Hinweis, dass sie eine Krise bekommt, wenn die Kinder zwei verschiedene Marken kombinieren müssten, dann ist doch so manches aus dem Lot.


Andere gehen ins teure Internat im Norden - mit jedem Schnickschnack - und die Hauptschüler in den Großstädten leiden am Frust der Lehrer, weil diese die Lust verloren haben, aufgrund der Bezahlung und des Bildungssystems in Deutschland.

War früher noch das deutsche Bildungssystem ein Paradestück, so ist es heute stecken geblieben am wirklichen Reformwillen der Politik (es mangelt aber nicht an ständigen halbherzigen Reförmchen) und am Willen, tatsächlich jedem Kinde die gleichen Chancen einzuräumen. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Einen großen Beitrag, damit aus der Bildung bei uns nichts wird, leisten die einzelnen Länder. Diese berufen sich bei der Bildung auf den Föderalismus und jeder quacksalbert hier nach eigenen Gutdünken herum, ohne auf die Kinder Rücksicht zu nehmen und ohne ihnen wirklich gleiche Chancen zu geben.


Wie können wir einem Ausländer klar machen, dass es im Lande von Goethe und Schiller 16 verschiedene Abis gibt? Dazu auch noch im Niveau höchst unterschiedlich. Dass jeder Landesfürst sich beim Thema Bildung einbildet, nur er macht es richtig und denkt nicht mal im Schlaf daran, dass ein solch wichtiges Thema zentral geregelt werden muss. Sicherlich denkt der von draußen: Gab es in Deutschland nicht schon einmal die Kleinstaaterei? So vor 1871? Rückfall ins Nachmittelalter?


Deutschland, so heißt es, sei ein Land, in dem die Fertigung der Produkte teuer ist und wir uns deshalb auf unsere geistigen Kräfte besinnen und diese vermarkten müssen. Wie denn, bei dieser Lage? Bei der Engstirnigkeit und Profilierungssucht unserer Politiker kann man diese Lippenbekenntnisse schon gar nicht mehr hören. Und da wundern sich die in Berlin und in den Landeshauptstädten, dass keiner mehr Lust hat zur Wahl zu gehen und auch noch dazu aufrufen, der Urne fern zu bleiben.

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2.7.09

Die Gesundheitsreform

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, wenn sie unsere Gesundheitsministerin im Interview sehen. Mit süffisantem Lächeln, einen dozierenden, arroganten Ton auf den Lippen und einem herablassenden Gefühl für ihr Gegenüber, redet sie aus einer Traumwelt heraus, dass einem das Messer in der Tasche aufgeht.

Sie macht dem Lehrerstand, aus dem sie entstammt, wirklich keine Ehre. Nicht nur ihre Besserwisserei bis hin zu "die dummen Bürger begreifen einfach nicht meine geistigen Höhenflüge" hat sie und ihr Ministerium mangels Unwissenheit bei den Rechenkünsten nun den Vogel abgeschossen. Statt 1,4 Milliarden kostet nun die Gesundheitskarte mit allem drum herum wohl 14 Milliarden.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, vierzehn Milliarden. Quelle war schon glücklich als sie nur 50 Millionen bekamen. Die Ärzte bekommen inzwischen auch nicht mehr viel für die Behandlung ihrer Patienten und uns wird immer mehr an vorbeugenden Maßnahmen gestrichen bzw. sie werden erst gar nicht eingeführt. Und nun werden für die Einführung dieser Chipkarte 14 Milliarden veranschlagt. Jede Firma wäre bei solch einem Management weg vom Fenster. Unsere Gesundheitsministerin nicht. Welchen Blödsinn muss sie denn noch anstellen, dass sie gefeuert wird?

Abgesehen davon, dass bis jetzt keiner einen wirklichen Vorteil in dieser Karte sieht, erhöht diese "E-Karte" auch noch den bürokratischen Aufwand. Nennt so etwas die SPD verantwortungsvolles Handeln, wenn sie solche Politiker wie die Gesundheitsministerin in ihrem Treiben unterstützt? Ja,das Ganze wird auch noch von der CDU toleriert. Und die Politiker wundern sich dann noch über Misstrauen und Ablehnung mancher Minister in der Regierung?

Wenn wir nun schon bis zur Bundestagswahl warten müssen bis sich die Streu vom Weizen trennt, dann wissen wir natürlich auch nicht, was danach kommt. "Meist kommt nichts besseres nach", sagen wir häufig. Aber noch schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Oder?

Mein Gott, was könnte man mit diesen 14 Milliarden nicht alles tun, um die zu unterstützen die es wirklich notwendig haben: Krankenschwestern, Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen, Hartz 4-Empfänger, Alleinerziehende und und und ....

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20.6.09

Ich kann Kanzler

Haben sie gestern Abend die Sendung auch gesehen? Ich habe sie zwar nur stückweise gesehen aber auch den Schluss und ich musste erstaunt feststellen, wie die letzten drei Kandidaten/in bereits den repräsentativen Querschnitt unser Politiker darstellen. Fand ich frappierend.

Ursprünglich dachte ich: Oh Gott, wieder so eine Dieter Bohlen- oder Heidi Klum-bla-bla-bla-Schau. Man merkte aber bald, dass da junge pfiffige Leute stehen und die auch noch was drauf haben. Mit dem Ergebnis bin ich zwar zufrieden, den zweiten Platz hätte ich mir besser belegt vorstellen können.

Der junge Mann aus Brandenburg/Havel (der "neue" Kanzler) machte manchmal zwar den Eindruck, dass ihn die Kameras etwas irritierten, aber nur solange, bis er den Mund aufmachte. Dann merkte man, hoppla, der hat nicht nur etwas drauf, der hat eine Meinung und vertritt sie auch. Kam nicht nur gut an, überzeugte auch.


Die junge Frau überzeugte durch ihr Engagement und ihren Willen. Solche Leute brauchen wir, die sich für eine Sache begeistern können und dahinter stehen und denen keine Arbeit dafür zu schade ist. Die Kameras waren ihr ziemlich egal. Bei der Kanzler-Wahl zwischen dem jungen Mann aus Brandenburg und der jungen Frau hätte ich Probleme bekommen.

Der dritte junge Mann sonnte sich bereits in den Kameras ohne dass er etwas gesagt hätte. Nichts sagen wäre auch besser gewesen. Denn was er sagte war populistisch, ohne Tiefgang und bar jeder eigenen Überzeugung. Wichtiger war ihm: Sitzt mein Schal auch richtig, wie wirke ich auf Frauen usw. So selbstverliebt, dass er manchmal fast den Faden verlor.


Wie der zweite junge Mann in die Endrunde kam war mir ein Rätsel. Betrachtete man aber das Studio-Publikum, wurde schnell klar, auch hier sitzt der Durchschnitt der Wähler und so kam auch gutes Aussehen oft besser an als Köpfchen.


Als Resümee musste ich am Schluss der Sendung positiv feststellen, egal wie der eine oder andere sich gegeben hat, dass unsere jungen Leute nicht nur die schrägen und faulen Typen sind, wie oft dargestellt und die sich obendrein mehr damit hervor tun die Kriminalstatistik aufzupolieren anstatt einer Arbeit nachzugehen, wurde hier bewiesen.


Bei den jungen Leuten, die bei dieser Sendung mitgemacht haben, ist mir für die Zukunft Deutschlands nicht bange. Und besonders gut fand ich, wie sich Jugendliche mit ursprünglich ausländischer Herkunft bei uns engagieren. Mit den allen ist Deutschland auf einem guten Weg
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9.6.09

Schuster bleib bei deinen Leisten

Das hat die SPD nun auch wieder nicht verdient. Das muss ich schon sagen, obwohl ich kein Parteimitglied bin. Im Tal der Tränen und gleichauf mit anderen Parteien, die man doch immer als die "keinen" bezeichnet hat.

Die Doppelspitze der Partei hat sich das auch ganz anders vorgestellt. Vielleicht liegt es aber allein an diesen beiden und nicht am "Rest". Der Außenminister gefiel mir solange gut, bis er Kanzlerkandidat wurde (dabei dachte ich damals noch, ein echt guter Gegenkandidat zu Merkel). Aber er veränderte sich recht bald und nicht zum Positiven. Vermutlich hat er schlechte Imageberater, denn seine Auftritte werden immer mehr ich-bezogen und mit Blick auf die Wahl im September tut er Dinge, von denen er nichts versteht und ihm früher wohl nicht in den Sinn gekommen wären.

Ich schätze ihn als Außenminister, aber als Pseudo-Wirtschaftsminister taugt er nichts. In letzter Zeit hatte man den Eindruck, er hat das Ressort gewechselt. Buhlt um jede Opel- oder Arcandor-Mitarbeiterstimme bar jeglichem wirtschaftlichen Verstand und vergisst dabei seine eigentliche Arbeit. Das kommt nicht gut an auch wenn die Bilder im Fernsehen vermeintlich gut rüberkommen - meint die SPD.

Mit noch weniger Sachverstand in Sachen Wirtschaft zeichnet sich derzeit der Parteivorsitzende der SPD aus. Auch ein Mann, den ich bisher sehr schätzte, der sich in meinen Augen aber völlig verändert hat. Als sein Vorgänger aus dem Amt geschossen wurde glaubten damals wohl beide Herren, jetzt geht´s erst richtig los, wir zeigen dem Rest der Partei wie es geht - wir zwei alten Hasen.

Die Europawahl zeigte, der Schuss ging nach hinten los. Populismus und das unter den Teppich kehren von Problemen ist nicht die Lösung. Bürgernah zu sein ist sehr gut, wenn das aber in Anbiederung hinausläuft, merkt das auch das Wahlvolk sehr schnell und zwar schneller als die Politiker es meinen. Das ist es auch was mich wundert und mir stinkt, dass wir Bürger immer für so dumm gehalten werden.

Da gefallen mir unser Wirtschafts- und Finanzminister doch besser. Die sagen auch unerfreuliches und reden nicht jedem nach dem Mund. Und die beiden verstehen etwas von ihrem Fach, da Fachleute und keine "Möchtegern-Wirtschafts-Finanz-Minister".

Schuster bleib bei deinen Leisten; das vergessen die Politiker leider immer wieder zu oft.

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20.5.09

Bundespräsidentenwahl

Wenn ich so an die Wahl des Bundespräsidenten denke, die Ende der Woche über die Bühne geht, frage ich mich, was wählen wir in unserer Republik überhaupt? Bei der Bundestagswahl wählen wir zwar eine Partei und einen Namen, der für diese Partei steht, dieser Name taucht dann aber vielleicht nie im Bundestag auf.

Gut, es können nicht alle gewählt werden. Und wenn wir Glück haben, kommt tatsächlich der von uns gewählte in den Bundestag. Aber was hat der dort zu sagen? Macht der wirklich Politik für den kleinen Mann oder die kleine Frau?

Der Bundeskanzler/Kanzlerin, der/die wirklich was zu sagen hat, auf den hat kein Bürger Einfluss. Oft ist dann noch jemand an der Spitze, den man überhaupt nicht wollte bzw. manchmal ist es etwas undurchsichtig, wie die Spitze des Bundestages zusammen kam. Nun, so sind nun mal die Gesetze und der Lauf der Dinge, aber deshalb lasse ich mich vom Wählen auch nicht abbringen.

Den Bundespräsidenten, den sollte aber das Volk bestimmen können. Dieses Parteiengerangel um dessen Wahl ist oft unwürdig. Besser wäre, jede Partei stellt einen Kandidaten auf und wir wählen. Dann wäre natürlich vielleicht auch einer/eine dran, die ich nicht mag, aber die Mehrheit hat jedenfalls bestimmt.

Das Wahlgremium, die Bundesversammlung, bei der auch "Personen aus der Gesellschaft" mitwählen dürfen, ist für mich mehr als dubios. Das klingt so nach Mauschelei, Bestechung und mehr. Kein Mensch blickt da durch, wie das Auswahlverfahren zu den Personen aus der Gesellschaft ist.
Hat das ein/e Bundespräsident/in nötig?

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15.5.09

Unsere Bundesrepublik Deutschland

Sind sie stolz auf Deutschland? Oder stolz darauf gerade in diesem Land zu leben? Na, da gibt es sicherlich eine vielfältige Anzahl von Antworten. Bei 60 Jahren Bundesrepublik spielen auch vom Alter her die verschiedensten persönlichen Erfahrungen eine Rolle.

Wir älteren, die vor oder im Krieg geboren wurden sehen unsere Republik mit anderen Augen als unsere Kinder und Enkel. Wir schätzen uns glücklich in dieser Zeit aufgewachsen zu sein, ohne Krieg im eigenen Land oder anderen Repressalien. Anders bereits schon die , die im Osten aufwuchsen. Seine Meinung dort zu äußern war manchmal schon lebensgefährlich. Und wenn die immer mehr werden, die sagen, in der DDR war auch nicht alles schlecht, leiden viele für mich an zunehmendem Gedächtnisschwund oder gehörten den Privilegierten an, die oft auch nicht die linientreue Meinung hatten, aber den da oben nach dem Mund redeten.


Diejenigen, die schon immer in der Bundesrepublik Deutschland lebten, können stolz auf das Erreichte sein; trotz gelegentlichen Missstimmungen und Tiefen und der jetzigen Wirtschaftskrise, die wir auch gut bewältigen werden. Zwischendurch wollten die einen oder anderen einen anderen Staat und saßen später dann sogar mit in der Regierung dieses Staates. Auch die werden jetzt froh sein, dass er so ist wie er ist.

Gerade mit denen, die Ende der 60er Jahre meinten sie müssten alles ändern, oder die, die die RAF für den Segen Gottes hielten bzw. heute noch halten, haben die Demokratie nicht klein bekommen. Und das ermutigt mich immer wieder zu sagen: Die Demokratie ist nun mal die beste Staatsform, trotz mancher Unbill und Zumutungen für den Einzelnen sowie auch trotz den Jammerlappen die nicht zu den Wahlen gehen, die das auch noch für schick halten und dann doch an allem nur etwas auszusetzen haben.


Mal ehrlich, nach 60 Jahre Bundesrepublik können wir mit Recht stolz, dass wir in einem solchen Staat leben. Und wenn wir uns in Zukunft wieder mit irgendwelchen Weltverbesserern herumschlagen müssen, dann lieber mit denen, als mit denen in einem Staat, in dem wir wirklich wegen unserer Meinung geschlagen werden.

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4.5.09

Opel ade

Über das Wohl und Wehe der Firma Opel wird ja schon so lange herumdiskutiert, dass einem die Mitarbeiter dort mehr als leid tun können. Entweder gibt es Hiobsbotschaften, das "Aus", ein Herauslösen vom Mutterkonzern, verkaufen an einen Investor und was genauso schlimm ist, ein Einstieg durch Fiat.

Wenn Fiat sagt, Opel passe ins Portfolio, dann haben sie durchaus recht, denn keiner ist für Fiat so aufgestellt wie gerade Opel. Und was allen Firmen passiert, wenn sie so genau dem Käufer passen, sie sind so schnell von der Bildfläche verschwunden, so schnell kann man gar nicht hinsehen. Für Fiat hat es dann "gepasst", dass es einen Konkurrenten weniger gibt.

Nach der Wende 1989 wurden viele ostdeutsche Unternehmen verkauft, die es dann schon nach kurzer Zeit nicht mehr gab. So wurde das Stahlwerk in Brandenburg an den italienischen Stahlkonzern Riva verkauft, der im eigenen Land bereits mit Überkapazitäten zu kämpfen hatte. Dennoch, ich glaube es war Frau Breuel, die es als eine gute Idee empfand, gerade an diese Firma das Brandenburger Werk mit ca. 10.000 Mitarbeitern zu verkaufen. Kurz danach wurde das Werk in Brandenburg dicht gemacht, platt gemacht, alles abgerissen.

Das Wissen darum sollte in den Köpfen unserer Regierungsleute eigentlich noch vorhanden sein. Auch damals wurden großartige Verträge gemacht. Was hilft es aber, wenn man Verträge zwar macht, sie aber nach Lust und Laune bricht.

Auch die Opelaner sollten aufpassen und mit aller Macht verhindern, dass sich bei ihnen Fiat breit macht. So Unrecht hat Herr Dudenhöfer nicht, wenn er sagt, dass Fiat die 3 Milliarden von der Bundesregierung kassieren will um seinen Einstieg bei Chrysler zu finanzieren. Bei Opel wird dieses Geld mit Sicherheit nicht investiert.

"Opel ade", das wäre wirklich schade.

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24.4.09

Köhler for President

Ich kann nur hoffen, dass Horst Köhler wieder zum Präsidenten gewählt wird und nicht Gesine Schwan. Früher machte mir die Frau einen passablen Eindruck und schien mir für das Präsidentenamt geeignet. Dieser Eindruck ist mir bei ihr in letzter Zeit völlig abhanden gekommen.

Gut, sie ist links orientiert in der Gesinnung und den ganz Linken mehr als freundlich zugetan. Das ist ihre persönliche Einstellung die man zu akzeptieren hat und es ist auch gut so, wenn man weiß, welchen Kreisen man die Person zuordnen kann. Und das trifft für alle zu, unabhängig von der Person. Nur, ein Präsidentenamt ist nicht irgendein Job, der Präsident hat unabhängig von seiner persönlichen Einstellung ganz Deutschland und alle Deutschen zu repräsentieren und das vermisse ich zunehmend bei Frau Schwan. Parteinahme hat hier nichts zu suchen.

Anstatt Mut zu machen, in schwieriger Zeit wie heute, schlüpft sie unter den Mantel der Gewerkschaft und macht zusammen mit Herrn Sommer auf Miesepeter, malt das Gespenst von sozialen Unruhen an die Wand und der verdutzte Bundesbürger wähnt sich in Zeiten irgendwelcher Revolutionen bzw. Klassenkämpfen die wir meinten längst hinter uns zu haben versetzt.

Und wenn sie dann noch vor der Fernsehkamera ins Mikrofon sagt, sie will ja bloß warnen, dann muss ich sagen, liebe Frau, Warner und Wirtschaftsweise die ständig unzureichende bis falsche Prognosen in die Welt setzen haben wir genug. Wir brauchen starke Persönlichkeiten die mutig und vorbildlich voran gehen und keine Weicheier.

So wollen wir denn auf den Verstand derjenigen hoffen, die unseren Präsidenten wählen und dass sie zwischen Mut und Verzagtheit, Zivilcourage und Duckmäusertum und auch zwischen Sachverstand und bloßem Geplapper unterscheiden können.

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23.4.09

Wenigstens ein bisschen Obama

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mir bei unseren Politikern, Bankern, Führungskräften der Wirtschaft und Gewerkschaften eine Einstellung wünschte, die etwas vom positiven Denken des Obama hat. Obamas "yes we can" schien in im letzten Jahr doch schon etwas überzogen und abgegriffen. Dennoch, er hat es geschafft, trotz mieser wirtschaftlicher Lage, den überwiegenden Teil der Amerikaner hinter sich zu bekommen.

Wir schlagen heute die Zeitung auf und was sehen wir: Pessimismus aller Orten. Es stimmt natürlich, die finanzielle und wirtschaftlich Lage, und das nicht nur in unserem Land, ist auch mies. Müssen wir das aber nun täglich und überall wiederholen? Reicht es uns bereits nur zu Jammern und zu klagen? Der kleine optimistische Ausblick der Wirtschaft, es können vielleicht nach dem Sommer wieder etwas besser werden ist gleich wieder untergebuttert worden. Mal was positives sagen ist wohl derzeit nicht "in".

Zaghafte Ansätze unserer Kanzlerin, wir müssen jetzt gemeinsam anpacken, werden lediglich kurz erwähnt aber nicht so ausgebreitet wie die schlechten Nachrichten.
Es gibt ja ein Sprichwort, dass Not zusammen schweißen würde. Gemessen daran, ist die Leidensgrenze bei uns Deutschen noch in weiter Ferne. Liest man die Berichte über die Landesbank in Rheinland-Pfalz so sieht man doch, erst den großen Max spielen, die heißen Kastanien dann aber andere aus dem Feuer holen lassen - nichts gelernt. Die Medien prügeln mit auf den Neu-Jachtbesitzer Würth ein. Wer hat denn die Wirtschaft vorangebracht wenn nicht diese Leute? Etwa die Banker, die Investmentgesellschaften, die nur Firmen aufgekauft, zerschlagen und Arbeitsplätze vernichtet haben oder die Hedge-Fond-Manager, die nur in die eigene Tasche gewirtschaftet haben - nichts gelernt.

Die meisten Firmeninhaber in Deutschland identifizieren sich wirklich mit ihren Firmen, arbeiten auch wirklich hart und sind letztlich das Rückgrat unseres Wohlstandes. Die Produkte, die in den Firmen erzeugt werden, bringen Geld in die Staatskassen (bzw. Bruttosozialprodukt) - nichts anderes; im Gegensatz zu den Spekulanten. Und dennoch werden ungerechter Weise alle in einen Sack gesteckt und es wird nach Belieben draufgehauen. Von uns, sehr gern von den Medien und am liebsten von der Gewerkschaft.

So auch Gewerkschaftsboss Sommer, Markenzeichen "bissiges Gesicht" (zum Lachen wird in den Keller gegangen"). Ich kann mich nicht erinnern, von diesem Mann schon einmal etwas positives gehört zu haben, auch nicht im Ansatz dazu, was können wir alle miteinander besser machen, damit es den Arbeitnehmer auch wieder besser geht. Nein, sein Denken ist das von vor hundert Jahren, er warnt die Wirtschaft mit Kampfansagen großen Stils. Na toll, das hilft uns jetzt ja wirklich aus der Krise - auch nichts dazugelernt.

Wo bleiben denn unsere Obamas eigentlich bzw. gibt es nicht irgendwo wenigstens ein bisschen Obama zu finden?

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17.4.09

Die Finanzkrise und die Achse Berlin Bonn

Alle leiden unter der Finanzkrise, nur die Bundesregierung nicht. Sie leistet sich eine "Doppelausgabe" von sechs Ministerien - einmal in Berlin und einmal in Bonn. Bei jedem Unternehmen in der Wirtschaft würde man sich fragen, ob das Management noch bei Sinnen ist.

Da die Regierung von Steuergeldern lebt und sich, sind wir doch einmal ehrlich, nicht wirklich rechtfertigen muss wenn sie diese verschleudert, kann man sich solche Geldverschwendung leisten. Zwar gibt es ein "Bonn-Berlin-Gesetz" von 1994, das die Teilung der Regierungsaufgaben regelt, aber das haben ja auch die Betroffenen selbst beschlossen.

Wir Bundesbürger haben es leider schon vergessen oder verdrängt, dass es diese Regelung gibt, die jährlich dem Steuerzahler 23 Millionen kostet. Angesichts der Milliarden, die gerade ausgeben werden natürlich ein Klacks, werden manche sagen. Und mit den über 130.000 Flugticket unterstützt man die Fluggesellschaften und sichert Arbeitsplätze. Die rund 750 Tonnen Post, die durch die Teilung entstehen, bringen manchen Firmen auch noch Geld in die Kassen.

Und wie es im wirklichen Leben eben so ist, gibt es nach wie vor Befürworter und Gegner dieser Berlin-Bonn-Regelung. Schon deshalb wird man sich so schnell nicht einig werden, wo denn nun die Regierung unseres Staates wirklich sitzt.
In der Vergangenheit hat man doch in Bonn schon viele andere nationale und internationale Institute angesiedelt, zum Ausgleich für den Weggang nach Berlin. Dennoch sind es immer noch weit über 8000 Leute die in den voll funktionsfähigen Doppel-Ministerien in Bonn sitzen (in Berlin sind es noch mehr).

Aber vielleicht verstehen wir das alles nicht. Vielleicht sieht unsere Regierung das als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und soziale Einrichtung. Stellen wir uns einmal vor, die Leute werden alle arbeitslos. Was das an Arbeitslosengeld, Hartz 4 oder was weiß ich alles kostet.
So gesehen sollten wir doch noch viel mehr sinnlose Stellen schaffen. Und wenn das Geld dann für die Leute nicht reicht, machen wir es wie die Amerikaner: Wir drucken neues.

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10.2.09

Haben wir noch ein Klima

Natürlich haben wir noch ein Klima. Oder haben wir jetzt keins mehr? Manche verwechseln ja Klima mit Wetter und vor allem die Großwetterlage ist jetzt ganz anders als im Herbst letzten Jahres. Ist das ein Grund, warum unsere Klimafrontfrau Angela plötzlich von Klima auf Wetter umschwenkt?

Wetter wechselt schnell, Klima relativ langsam. Noch vor kurzem wäre die Dürre in Zentral- und Nordchina, immerhin die größte seit einem halben Jahrhundert, die Folge der Klimakatastrophe gewesen. Derzeit ist es nur Wetter; oder haben Sie mehr dazu gelesen. Eine Folge des Klimawandels wäre auch der wochenlange Schnee auf den englischen Inseln. Gäbe es keinen Wetterbericht, man hätte davon fast nichts erfahren. Die Brände in Australien, durch die sehr heißen Winde dieses Jahr stärker als was man bisher kannte, interessiert anscheinend nur Australien. Nie gekannte 27 Meter hohe Wellen rasten kürzlich bei einem Sturm auf das spanische Festland zu, es gab wenigstens ein kurze Notiz darüber.

Ich bin auch dafür, dass unsere Wirtschaft wieder anrollt. Denn wenn kein Geld mehr in den Taschen der Leute ist und man sich nichts mehr kaufen kann ist bald aus mit lustig. Muss man aber deshalb gleich alles auf dem Altar der nächsten Bundestagswahl opfern? Ist denn Klima (wechselt langfristig wohlgemerkt) immer je nach Laune der Politiker kurzfristig verhandelbar?

Wie dumm halten denn die Politiker uns Wähler wenn sie glauben, es könnte kein Miteinander geben, zwischen Wirtschaft und Klimapolitik? Ein nur entweder oder. Ein Austauschen der Themen wie es gerade passt, wenn sie nur dem eigenen Vorteil dienen?
Es wird immer soviel darüber geredet, wie viel Geld auf Grund der Staatsverschuldung unsere Enkel zurück zahlen müssen. Bei dem derzeitigen Umgang in Sachen Klimapolitik frage ich mich, ob hier das "Draufzahlen" nicht viel schlimmer ausfällt.

Weiters zum Thema Klima: Alle reden vom Wetter
Biosprit kein Klimaretter
Am Ökosprit scheiden sich die Geister

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28.1.09

Die dunkle Seite der Macht

Manchmal treffen merkwürdiger Weise Dinge zusammen, deren Ursprung völlig verschieden erscheint aber dennoch das gleiche Thema umfassen. Der Holocaust, ein anscheinend nie endendes Streitthema. Warum eigentlich? Weil das Ganze so fürchterlich war?

Der Papst will den Konservativen in der Kirche eine Chance geben, zurück zu kommen und schon im Ansatz ergeben sich Probleme. Besserwisser melden sich gleich zu Wort, dass das ja alles abzusehen war, mit diesen "Rechtsradikalen" der Kirche. Und jetzt kommt auch noch so ein Bischof daher und behauptet, das mit dem Holocaust sei eh nur eine Erfindung. Ein Mann in solch einer Position sollte ja Intelligenz und einen klaren Kopf besitzen. Wie abgedreht muss man denn für solche Unwahrheiten eigentlich sein.

Der Bundestag ehrt die Toten des Holocaust mit einer Feierstunde und der Vertretung der Juden in Deutschland ist diese Feier anscheinend nicht gut genug. Und überhaupt hätte man andere Termine bereits schon lange für diesem Tag geplant. Das glaube wer will.
Kann es vielleicht sein, dass der Schmusekurs, den unsere Bundesregierung mit Israel fährt zu wenig ist? Sollen wir einen Krieg bejahen, in dem Phosphorbomben eingesetzt wurden?

Keiner kann für sich in Anspruch nehmen, dass für ihn jedes Mittel recht ist.
Und so wollen wir der vielen Toten gedenken, die unter dem braunen Regime ums Leben kamen. Und jeder der einmal durch das Holocaust Mahnmal gelaufen ist konnte vielleicht etwas spüren von der Enge, der Gottverlassenheit und der Todesangst denen die Menschen damals in den KZ´s ausgesetzt waren.

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22.1.09

Die Bundeskanzlerin bei den Stasiakten

118 km Stasi-Akten! Können Sie sich das vorstellen? Von meinem Heimatort Ulm über Stuttgart hinaus auf der Autobahn eine Akte nach der anderen, aber nicht der Länge nach, hochkant.

Unsere Bundeskanzlerin Merkel besuchte letzte Woche in der Normannenstraße in Berlin die Ex-Stasi-Zentrale. Sie ist für ein weitere Aufarbeitung der Fälle, ganz im Gegensatz zu unserem Innenminister Schäuble, der bei der Wiedervereinigung nichts davon hielt, die Akten frei zugeben.

Nun darf man sich bei dieser Behörde es sich nicht so vorstellen, dass ein Papier nach dem anderen sauber abgeheftet ist, ja, das ist in den überwiegenden Fällen zwar schon so, aber da gibt es noch säckeweise Papierschnipsel von Reißwölfen, die elektronisch gesichtet und dann zum DIN A4-Format zurückverwandelt werden. Toll, oder!

Viele ehemalige Bürger der DDR werden sich natürlich immer wieder fragen, soll ich dort auch mal hingehen und in die Akten reinschauen? Am Ende bin ich entsetzt und es wäre besser es nicht getan zu haben.

Ich kenne solche Akten, nicht die meine, aber erschreckend war es auch für mich sie zu sehen. Mit welch riesigem Personalaufwand, mit welch großer Akribie zu den unmöglichsten Tageszeiten die Menschen beobachtet wurden, es ist nicht zu fassen. Beobachtungsorte wurden festgelegt, von denen Tag und Nacht die Zielpersonen ins Visier genommen wurden. Und nicht nur von einer Person, oft waren es mehrere Standorte, aus verschiedenen Richtungen, damit auch jedes Detail erfasst werden konnte. Alles wurde haarklein aufgeschrieben, oft in einer saumäßigen Grammatik.

Hinzu kam: Wer konnte wem trauen? Leute, die noch nie in einer solchen Situation gelebt haben können sich kein Bild davon machen. Die ständige Angst, wird man beobachtet, hat man an irgendeiner Stelle etwas falsches gesagt und es hat einer gehört, der es hätte nicht hören sollen? Wer waren eigentlich wirklich unsere Nachbarn auf dem Campingplatz oder neulich in der Bahn?

Viele sind froh nichts gefunden zu haben, was Freunde belastet. Manchen wurden aber die Augen geöffnet und man muss aufpassen, nicht so ungerecht zu werden, wie die, die einen damals bespitzelt haben. Ich habe gesehen, dass es weh tut und schmerzt, von Freunden verraten worden zu sein.
So kann man nur hoffen, dass beide irgendwann ihren Frieden finden - der Spitzel und der Bespitzelte.

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19.1.09

Unsere Soldaten in Afghanistan

Spione waren einmal hoch angesehene Leute - intelligent, schlau, verschwiegen, pfiffig .... Aber das war in biblischen Zeiten. Heute beschleicht einen ein ungutes Gefühl, hört man das Wort Geheimdienst. So ist wohl das Ansehen dieser Zunft ziemlich heruntergekommen, sonst würden wir nicht so reagieren. Heute verbinden wir mit diesem Wort zwar immer noch geheim, aber auch, Hinterlist, Brutalität, falsches Spiel, jedes Mittel ist Recht um irgendwelche Ziele zu erreichen, usw.

Der Geheimdienst ist oft ein Staat im Staate. Das heißt wiederum, er dient nicht mehr dem Staat bzw. dem Volke, sondern sich selber - eine Art Selbstbeschäftigung. Manche Staaten haben nicht nur einen Geheimdienst - und diese führen quasi noch eine Art Krieg gegeneinander.


Als ich übers Wochenende hörte, dass unsere Leute in Afghanistan wieder angegriffen wurden, fiel mir ein Interview im SWR ein, das ich Ende letzten Jahres beim Autofahren hörte. Der interviewte Reporter war u. a. in Afghanistan eingesetzt und konnte dort vor Ort sogar die Satellitenüberwachungsstation der Amerikaner besichtigen. Zudem verfügt er über gute Kenntnisse von Land und Leuten. Er sagte, dass er es erstaunlich finde, dass in den Medien immer über das unübersichtliche Grenzgelände zwischen Afghanistan und Pakistan gesprochen wird, wo doch die Satellitenbilder bereits Personengruppen von sieben Leuten sehr deutlich abbilden können. Das heißt also, einreisende Terroristen könnte man, so denn man auch wollte, gut erkennen und ergreifen. Das tut man aber ebenso wenig wie man Bin Laden ergreifen will. Es würde plötzlich das Feindbild abhanden kommen.


Was mich aber aufgeschreckt hat ist die Aussage, dass die Amerikaner nicht nur mit den zwei pakistanischen Geheimdiensten zusammen arbeiten, sondern dass einer von denen die Aktionen der Taliban in Afghanistan duldet. Das muss man sich mal im Klartext vorstellen: Der amerikanische Geheimdienst duldet somit auch, dass unsere Soldaten, unsere Kinder und Enkel, in Afghanistan angegriffen und getötet werden. Das sei ein offenes Geheimnis, so der Reporter.


Ich war ja bisher auch immer dafür, dass unsere Soldaten in solchen Ländern wie Afghanistan helfen sollen. Aber unser angeblich großer Verbündeter, die USA, die sich gerne als Weltpolizist aufspielen, greifen hier nicht ein. Für mich unglaublich. Insofern sind wir wieder am Anfang: Der Geheimdienst ist ziemlich heruntergekommen und arbeitet nur für seine eigenen Interesse, welche diese auch immer sind.

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27.12.08

Weihnachen gut verbracht

Wie ist es Ihnen denn Weihnachten so ergangen? Zufrieden? Große Geschenke, kleine Geschenke? Oder gar keine Geschenke. Gar keine Geschenke gibt es dann, wenn man entweder wirklich kein Geld für so etwas ausgeben kann oder man lässt es einfach und freut sich auch ohne Geschenke über Weihnachten. Ob reich oder arm, an Weihnachten spielt für viele das Geld oft keine so große Rolle.

Aber im wirklichen Leben schon. In einem Zeitungsbericht der Heiligabend-Ausgabe wurde festgestellt, dass laut Umfrage weit über 50 % der Deutschen meinen, in unserem Land gibt es nur Reiche und Arme. Dazwischen nichts mehr. Die oft zitierte "Mittelschicht" fehlt.


Wenn ich es mir recht überlege, ist diese Aussage eine ziemliche Arroganz gegenüber den wirklich Armen - 10% in Deutschland - und erst recht gegenüber denen in der Welt, die froh wären sie zählten zu der "herunter gekommenen Mittelschicht Deutschlands".
Auch Politiker suggerieren uns Wählern vor den Wahlen gern wie schlecht es uns derzeit geht und das es dann wieder besser wird, wenn sie gewählt werden. Die Leute glauben das oft auch noch.


Natürlich hat die Schicht der Armen in Deutschland zugenommen. Das ist in einem reichen Land wie dem unseren sowieso blamabel, besonders die Kinderarmut. Wenn ich aber im Fernsehen Leute sehe, die zusammen mit ihren Kindern vor der Kamera jammern, wie wenig sie Geld haben und gleichzeitig Markenklamotten tragen oder zum Besten geben welch teure Hobbies sie dennoch pflegen, dann ist das für mich Jammern auf sehr hohem Niveau. Meine Kinder haben, als sie noch jünger waren, auch keine Markenklamotten bekommen und haben es überlebt. Und gejammert hat bei uns keiner.


Vielleicht sollen wir mal in der Nachweihnachtszeit nachdenken, ob man sich nicht schon in manchen Dingen von der Wirklichkeit so abgelöst hat, dass das rechte Maß verloren gegangen ist. Unser Bundespräsident hatte schon recht, wenn er in seiner Weihnachtsansprache sagte: "Wir brauchen mehr Anstand, Bescheidenheit und Maß.
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5.12.08

Was wäre wenn

Was wäre daraus geworden wenn ich die oder den kennen gelernt hätte? Damals es geklappt hätte mit, was wäre ...? Hätte ich es gleich gemacht, dann wäre vielleicht... ? So oder ähnlich haben wir doch alle schon mal gedacht oder es ausgesprochen.

Natürlich wäre es interessant zu wissen, was dabei herausgekommen wäre. Manchmal ist es vielleicht gut es nicht zu wissen, vielleicht wäre es schlimmer gekommen. Aber es nagt doch oft wie ein Wurm im Kopf, vielleicht habe ich auch etwas versäumt?


Es gibt keine Lösung, das wissen wir. Auch nicht bei dem Buch, welches ich Ihnen zu Weihnachten vorstellen möchte: "Vaterland" von Robert Harris. Er versucht der Frage nachzugehen: Was wäre wenn Hitler den II. Weltkrieg gewonnen hätte?


Das Thema des Buches, das können Sie sich vorstellen, ist zwar nicht weihnachtlich, aber sehr spannend. Und wenn es so gekommen wäre, wie der Autor es beschreibt: Oh mein Gott! Danken wir Gott, dass wir den Krieg verloren haben.


Übrigens, es gibt auch einen Film mit gleichem Namen. Sehen Sie sich diesen Streifen nur nicht an. Der ist so frei nach dem Buch, dass beinahe nur noch der Titel vom Buch übrig bleibt.


Vaterland, Heyne Verlag, ISB N 3-453-07205-7

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27.11.08

Seniorenstaat Deutschland

Anfang der Woche wurde der europäische Demographie-Report vorgestellt. Es überrascht nicht, dass festgestellt wurde, dass Europa überaltert; das wird schon seit zig Jahren vermeldet. Überraschend ist allerdings, dass so wenige Länder nicht dagegen steuern, wenn das überhaupt geht.

Die Gründe, warum die Geburtenzahlen generell rückläufig sind, sind bekannt. Man heiratet später, bekommt später Kinder und viele bekommen keine mehr, weil es schon zu spät ist. Was sicherlich aber ein schwerwiegender Grund ist, so schön es auch sein mag, ist die Besserstellung der Frau hinsichtlich der Eigenversorgung und die besseren Berufschancen. Beides geht gemeinsam einher und es ist ja bekannt, dass keine Frau, wenn sie ein gutes Studium hingelegt hat, gleich heiraten und Kinder bekommen möchte. Man will schon auch noch zeigen, was man gelernt hat und was man kann. Ist auch richtig so, damit wird dem Staat auch etwas zurück gezahlt, was vorher investiert wurde.


Natürlich möchten auch diese Frauen gern ein Kind. Die Realisierung des Wunsches wird aber ständig hinausgeschoben. Waren es in Europa 1965 noch 7,6 Millionen Kinder die auf die Welt kamen, sind es heute nur noch 5,1 Millionen. Frankreich hält dabei die Spitzenposition mit 2 Kindern. Deutschland liegt abgeschlagen im untersten Drittel mit 1,3 Kindern. Allerdings muss man sagen, dass in der letzten Zeit zu bemerken ist, dass die Geburtenzahlen wieder etwas steigen, wenn auch auf niedrigem Niveau.


Und wir Alten sind dann wohl in einigen Jahren "unter uns". Das ist auch nicht gut. Ein gute Mischung ist immer das beste. Und wer "verdient" dann noch unsere Rente. Müssen wir dann noch mehr Arbeitskräfte von außen hereinholen? Das gibt auch sozialen Zündstoff.


Ich war anfangs auch nicht begeistert, was unsere Familienministerin so alles für Kinder und junge Familien durchgesetzt hat. Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass es notwendig war, ist, und verstärkt in der Zukunft erhalten bleiben muss wenn wir wirklich nicht zum Seniorenstaat werden wollen.

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18.11.08

Der Wald, das Klima und unsere Politiker

Im noch nicht veröffentlichten Gutachten zum "Waldzustandsbericht 2008", in der Zeitung aber schon mit einem großen Artikel bedacht, steht, dass sich der Wald, zumindest in Baden-Württemberg, in den letzten Jahren erholt hat. Das hört sich ja recht positiv an, denn der Wald ist für uns Deutsche nicht nur mental eine ganz wichtige Größe, auch aus Sicht der Umwelt und letztlich der Wirtschaft.

Der Zeitungsbericht weist jedoch einige Passagen auf, die des Überlegens wert sind. Vorweg aber mal die Frage: Sie erinnern sich schon noch, zumindest die älteren unter uns, dass es solange gar nicht her ist, als der "Saure Regen" täglich in den Medien behandelt wurde? Er war verantwortlich für den Niedergang des Waldes. Dazu kamen noch andere Umweltgifte, irgendwelche Käfer und vor allem das sich verändernde Klima. Es wird zu warm, das Grundwasser sinkt usw. usw. In ein paar Jahrzehnten gibt es gar keinen Wald mehr, das war für viele die logische Konsequenz.

Gesegnet sei das Kurzzeitgedächtnis vieler in der Politik verantwortlichen, denn davon spricht keiner mehr. Die politische Zeitrechnung geht erst von 2000 los und dass der heiße Sommer 2003 dem Wald, und nicht nur dem ziemlich zugesetzt hat, wissen wir. Der Wald hat sich inzwischen auch von diesem Schicksalsschlag erholt und das freut natürlich jeden.
Aber wissen Sie warum er sich erholt hat? Als Ursache dazu nennt der Bericht die günstigen Witterungsbedingungen mit dem feucht-warmen Wetter der vergangenen beiden Jahre, eine geringere Schädigung durch Insekten und eine bessere Nährstoffversorgung der Bäume.

Aber gerade in den beiden letzten Jahren hat man uns doch immer wieder gesagt, wie schlimm bei uns die Situation wegen des Temperaturanstiegs werden wird, es keinen richtigen Winter mehr gibt, nur noch "Nasse Monate" und vieles mehr. Dazu beklagte man die vielen "neuen" Insekten, die aus dem Süden auch noch eingewandert sind. Tut am Ende die "beängstigende" Klimaveränderung unserem Wald noch gut?

Nun frage ich mich, wer schwindelt da, macht jeder seine private Politik, wird nur daher geredet, so wie es grade passt? Oder wie Adenauer schon sagte: Was geht mich mein Gerede von gestern an.

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10.11.08

Bahnbeamte können auch anders

Egal in welchen Teilen unserer Republik, die Bahnbeamten haben durch die Rauswürfe von Jugendlichen aus den Zügen keine gute Imagepflege betrieben. Natürlich hat vielleicht der eine oder andere Beamte an Schwarzfahrten gedacht, letztlich kann man aber einen Jugendlichen, und Mädchen schon gar nicht, mitten in der Nacht irgendwo auf einem Provinzbahnhof allein stehen lassen. Hier muss, egal aus welchen Gründen auch immer, Gnade vor Recht gehen.

Aber, und das ist die gute Nachricht, es gibt auch andere Beamte, solche wie man sich diese vorstellt. Hier ein Beispiel, das sich erst vor einigen Tagen zugetragen hat.


Eine alte Dame wollte mit dem Zug von Hannover nach Stuttgart fahren und wurde von einer Bekannten, ebenfalls eine alte Dame, zum Zug gebracht. Da diese noch etwas besser laufen konnte brachte sie den kleinen Koffer in das Abteil. Allerdings wurde von ihr die dafür notwendige Zeit völlig unterschätzt, denn der ICE hält etwa nur 2 Minuten im Bahnhof. Und so kam es wie es kommen musste, die Türen gingen zu und beide Damen waren im Zug - die, die fahren wollte und auch die, die eigentlich nicht fahren wollte.


Aufgeregt klagten die Damen dem Begleitpersonal des Zuges ihr Malheur. Beide wurden aber dahingehend beruhigt, dass die Dame, die eigentlich nicht mitfahren wollte, zwar bis Göttingen im Zug bleiben muss, dort aber aussteigen und wieder zurückfahren könne. Dann bekam sie den Hinweis, sich beim Bahnhofspersonal zu melden.

Gesagt getan. In Göttingen sprach sie mit einer jungen Frau vom Bahnhofspersonal und diese begleitete sie zum ICE der in Richtung Hannover fuhr und erklärte dort das Missgeschick der alten Dame dem Zugpersonal. Danach konnte sie in den Zug einsteigen und kostenlos nach Hannover zurückfahren. So kam sie wieder gut, wenn auch wesentlich später als gedacht wieder nach Hause.

Negativbeispiele stehen natürlich oft in den Medien, gute selten oder gar nicht. Aber nennen sollte man sie auch. So ist es doch erfreulich, dass auch bei der Bahn der gute Ton und die Hilfsbereitschaft noch nicht ausgestorben sind - Vorschrift hin oder her.

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29.10.08

Unsere Meinungsfreiheit

In Deutschland habe wir eine Demokratie und somit auch "Meinungsfreiheit" - ein hohes Gut in der Demokratie. Wir sehen auch manchmal etwas von oben herunter auf die, die diese Freiheit nicht haben. Wie z. B. bei dem Schüler aus Marokko, der nicht "Gott, Vaterland, König" sondern "Gott, Vaterland, Barca (FC Barcelona) " schrieb. Das war Königs-Beleidigung und so muss er 18 Monate ins Gefängnis.

Wir Deutschen haben aber auch ein etwas gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit. Zum Glück haben wir keinen König mehr aber auch bei uns gibt es Themen, bei denen man besser nicht alles sagt was man denkt. Das ging nach dem Krieg mit der Vergewaltigung der Frauen los über Aussagen verschiedener Politiker die anschließend ihre Hüte nehmen durften bis zum jüngsten Fall bei dem sich derjenige wieder entschuldigen musste, für das, was andere wohl anders ausgelegt haben als derjenige, der es sagte.


Ein bekannter französischer Journalist sagte es einmal in etwa so: Die Deutschen laufen ständig mit einem schlechten Gewissen herum und fühlen sich für alles schuldig. Und kommt dann jemand und weist auf eine vermeintliche Kränkung oder was auch immer für einen Umstand hin, zu Recht oder zu Unrecht, gehen wir gleich in Deckung und entschuldigen uns oft ohne nachzufragen.

Sagen wir z. B. etwas Kritisches über die Türken, sind wir ausländerfeindlich, sagen wir etwas über Israel, haben wir etwas gegen die Juden, sagen wir etwas über die Schwarzen, sind wir Rassisten usw. usw.
Oft können wir es keinem Recht machen. Andere europäische Länder sind ganz anders gestrickt. Die sagen es frei heraus und es wird von aller Welt akzeptiert, nicht so bei den Deutschen.

Und das ist unser Problem, wir sagen nicht mehr was wir denken, sondern was andere hören wollen und sind letztendlich stinksauer, nicht mehr unsere Meinung sagen zu können. Damit wird unsere Selbstachtung ständig untergraben und wir brauchen uns nicht mehr zu wundern, dass viele den Mund nicht mehr wirklich aufmachen. Zivilcourage ade?


Zum Schluss komme ich doch noch ins Grübeln. Habe ich jetzt meine Meinung geschrieben oder nur die, die ich schreiben darf?

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23.10.08

Deutschland deine Bildung

Mit der Bildung entscheidet man über die Zukunft eines Landes. Das hört sich vielleicht etwas stark an, wenn aber Niveau und Leistung verfallen hilft auch keine Wirtschaftskraft mehr. Um so mehr verwundert es einen, wie in Deutschland über Bildung gestritten wird ohne zu wirklichen und einheitlichen Entschlüssen zu kommen.

Durch unseren Föderalismus haben wir für mich völlig unverständlich 16 verschiedene Wege zum Abitur und eben so viele verschiedene Abschlüsse. Und da wundern sich die Politiker, wie wir in Sachen Bildung dastehen. Bildung ist so wichtig, dass es zentral gesteuert werden muss und nicht zerrissen wird durch die Bundesländer. Die Selbstdarstellung der einzelnen Kultusminister ist oft derart peinlich, dass man meinen könnte im Kindergarten zu sein. Diese Ministerien sind so überflüssig wie ein Kropf. Der Bildungsgipfel, der gestern zu Ende gegangen ist, endete, wie nicht anders zu erwarten, quasi mit einem Desaster. Das konnte auch Frau Schavan in den Nachrichten nicht schön reden.

Und dann wird noch eine Bildungs-Studie in Auftrag gegeben, bei der jeder schon vorher weiß was rauskommt, nämlich: Besonders Kinder aus sozial schwachen Schichten können wegen den Studiengebühren nicht studieren und somit sind die Studentenzahlen rückläufig. Mal ehrlich, wenn Sie gefragt werden: Bist du in der Lage Studiengebühren zu zahlen, sagt doch jeder erst einmal nein.

Ich bin allerdings noch nicht ganz dahinter gekommen was hier für eine Politik getrieben wird und was durch solche Ergebnisse bezweckt werden soll. Wahlkampftaktik?
Studiengebühren halten im Grunde keinen vom Studium ab. Wer wirklich studieren will und weiß, was er studieren will, macht es möglich. Ok, es gibt sicherlich Härtefälle, aber dafür könnte man, wenn man will, Lösungen finden - wird im Ausland schon lange praktiziert. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Studierwilligen trotz Gebühr sogar gestiegen - also kein Argument gegen Studiengebühren.

Das Schlimme an unserer Bildungspolitik ist, dass alle wissen woran es wirklich krankt und aus lauter Kompetenzgerangel und Eitelkeiten der Länder passiert nichts. Der Bund soll zahlen aber nichts zu sagen haben. Und so sieht es aus, dass in den nächsten Jahren wieder viel geredet und wenig getan wird. Meine Enkel tun mir jetzt schon leid.

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12.10.08

Deutschland ist schön

Anscheinend machen immer mehr Familien in Deutschland Urlaub. Für Deutschland ist das schön, weil Deutschland wirklich schön ist, viele das aber nicht wissen. Die Leute zieht es ja meist in die Ferne und verpassen einiges.

Ja aber wohin? Deutschland hat viele schöne Landschaften, aber auch viele sehenswerte Städte mit viel Geschichte aber auch Freizeitangeboten.

Der angehängte Link gibt Ihnen so viele Tipps, dass Sie für die nächsten Jahre genug Ziele haben. Klicken Sie unbedingt auch "Regionenliste" und "Urlaubsthemen" an. Sie werden staunen welche Informationen Sie bekommen und Goggle "Earth" versorgt Sie zudem gleich mit den richtigen Kartenausschnitten.
www.focus.de

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3.10.08

Einheit Deutschlands

Manchmal frage ich mich, wie einheitlich sind wir denn nun schon, nach doch so vielen Jahren? Generell betrachtet hat sich schon vieles zum Positiven entwickelt. Viele fahren in den Urlaub nach Rügen und man sagt nicht mehr, dass man in den Osten fährt. Betrachtet man aber bei dieser Gelegenheit die Löhne und Preise, so meint man, die Wiedervereinigung sei noch nicht so lange her.
Warum kann man hier nicht endlich mal "Einheit" schaffen.


Die Parteien haben es doch auch schon geschafft und man akzeptiert das. Dennoch, und das ist das Verrückte, geht bei jeder Landtagswahl der Aufschrei von neuem los: Die Linken sind da! Dass man nicht sagt: Die vom Osten sind da, fehlt gerade noch. So brauchen wir vermutlich noch lange, bis wir uns "aneinander gewöhnt haben".


Dass wir im "Westen" auch nicht alles richtig machen zeigt uns nicht nur die "Linke", auch die Wahlen in Bayern haben gezeigt, dass manchen Parteigrößen die Basis ziemlich Wurst ist und auch im Musterland ("Bayern ist schon da wo Deutschland noch hin will" - au weia) hatte man schon länger den Eindruck, dass das Königtum wieder eingeführt wurde, viele das aber nicht mitbekamen und jetzt erst aufgewacht sind.

So soll mal jeder vor seiner eigenen Haustür kehren und nicht nur die Probleme der anderen hervorheben. Aber trotzdem, irgendwie können wir doch stolz sein, dass wir das mit der Wiedervereinigung so hinbekommen haben auch wenn uns das viel Geld und Nerven kostet.

Und wenn ich mir so überlege, dass meine Generation, bei allen politischen Wirren, Problemen, Auseinandersetzungen usw. in Deutschland und im Umland mit keinem Krieg konfrontiert wurde muss ich sagen, wir können heute am 3. Oktober froh und glücklich sein. Man muss kein Berufsoptimist sein um zu sagen, das mit der "Einheit", das kriegen wir dann auch noch hin.

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28.9.08

Deutsche Geschichte auf Briefmarken - Hitler

Wohl kaum ein Abschnitt aus der deutschen Geschichte wird so beleuchtet und immer wieder in den Medien wiederholt wie der, der Hitlerzeit bzw. des 3. Reiches. So kann man sich fragen, was ist so faszinierend daran? Richtig beantworten kann man das sicherlich nicht, denn jeder sieht es aus einer etwas anderen Perspektive.



Das 3. Reich, deshalb so benannt, da man sich vom 1. Reich, dem Kaiserreich und der Weimarer Republik als 2. Reich, abgrenzen wollte. Hitler kam an die Macht, wo jeder von der Politik so genug hatte, dass derjenige, der Stabilität und Arbeit versprach gewählt wurde. Hitler verstand es zudem Gott so mit ins Spiel zu bringen, was bei manchen schon als Vorsehung erscheinen musste. Das Konkordat mit dem Vatikan, im Juli 1933 abgeschlossen, steuerte das seinige noch hinzu.

Was Hitler und seine Leute aber betrieben war reine Machtpolitik ohne Rücksicht auf das Volk. Die Leutseligkeit am Anfang verflüchtigte sich bald. Die Haltung gegenüber den Juden wurde sehr schnell tödlich und auch gegenüber den Kirchen aggressiv.

Von vielen wurde diese Situation nicht beachtet aus welchen Gründen auch immer. Letztlich kann man sagen, wer wieder in Brot und Lohn steht macht manche Zugeständnisse und wir heute sollten uns hüten über "den kleinen Mann auf der Straße" zu urteilen, wenn wir nicht selbst schon einmal in einer solchen Situation gewesen sind. Aus der Wohlstandsecke heraus kann man leicht gute Ratschläge erteilen.

Als die Deutschen merkten, wohin das Hilterregime führt, konnten oder wollten viele nicht zurück. Oft wäre die Familie oder das eigene Leben zu opfern gewesen. Wohin das letztlich alles führte wissen wir und ist in zig Büchern, Filmen, Reportagen usw. beschrieben.
Was für mich nur völlig unverständlich ist, dass es heute immer noch Leute gibt, die diesen braunem Terror nachhängen und ihn glorifizieren. Für mich ist das Menschenverachtend.

Von der Briefmarke her ist recht gut die Vereinnahmung der Gesellschaft für die Ziele der Machthaber zu sehen. Es wurden zwar schon mehr Briefmarken herausgegeben als zu Kaisers Zeiten aber kein Vergleich zu der Markenschwemme unserer Tage. Dennoch kann aus den nicht so vielen Briefmarken des 3. Reiches recht gut der politische Wandel nachvollzogen werden.

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15.6.08

„Deutsche Geschichte“ auf Briefmarken – Die Weimarer Republik

Die Zeit der Weimarer Republik ist in der ganzen deutschen Geschichte die Zeit des Umbruches überhaupt. Kaiser und Könige einschließlich des Adels wollen von der Macht nicht lassen, das Volk sieht die Zeit gekommen sich von den Despoten zu trennen, keiner weiß aber so richtig, wie man eine neue Staatsstruktur angehen soll. Zwangsläufig stellen sich die vielfältigsten Ideen ein und jeder will die seine verwirklichen, notfalls mit Gewalt.



Bis 1933 ist Deutschland in kein richtiges demokratisches Fahrwasser gekommen, sonst hätte es vielleicht auch eine Hitlerdiktatur nicht gegeben. Von den 20er Jahren spricht man zwar von den „Goldenen Zwanzigern“, das trifft aber nur für wenige zu. Im Nachhinein wird immer vieles überhöht dargestellt und verherrlicht. Der überwiegenden Mehrheit ging es nicht gut, für viele war die Armut ein ständiger Begleiter.


Insgesamt gesehen, kamen nicht viele Postwertzeichen heraus, wenn man einmal die vielen Inflationsmarken weglässt. Im Vergleich zu heute, wo jedes kleine Ereignis schon mit einer Marke bedacht wird, gibt es z. B. keinen Hinweis für den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund. Und das war wirklich ein Ereignis.
Den Abzug der Besatzer aus dem Rheinland ersieht man aus einem Überdruck und zum Abzug der Besatzer aus dem Ruhrgebiet muss man schon im Lexikon nachsehen. Die Briefmarke war von Staats wegen etwas ins Hintertreffen geraten. Zumal um 1920 herum auch noch die „Ländermarken“, wie z. B. von Württemberg und Bayern wegfielen.

Große Fortschritte wurden in der Technik gemacht. Ob Zeppelin, Atlantiküberquerung mit dem Flugzeug, Einführung der Ampeln wegen des hohen Verkehrsaufkommens in den Städten usw. sind ein Zeichen dafür, dass es voranging.Natürlich auch in der Waffentechnik, wenngleich diese nicht dem Wohle des Volkes diente.


Die Weimarer Republik war einfach eine Zeit des Umbruchs, die ein Staat von der Monarchie zur Demokratie durchmachen muss. Dass zwischen dieser Zeit und der heutigen tragischer Weise nochmals eine Diktatur kam, muss uns für die Zukunft gegenüber Veränderungen aufmerksamer machen, welcher politischen Richtung auch immer.

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