Deutschlands nächste Generation
So hieß die Sendung gestern Abend im Fernsehen; vielleicht haben Sie sie auch gesehen. Mir war zwar bewusst, dass Geld über die Ausbildung der Kinder entscheidet, nicht aber in dem Maße wie in dieser Sendung gezeigt. Natürlich haben ein paar andere Kriterien auch ihren Einfluss aber Geld spielt bei vielen die Rolle schlechthin. Wenn man sieht, dass ein Kind wirklich sparen muss um sich ein Paar Turnschuhe für 30 € zu kaufen und die anderen werden mit Edelklamotten sämtlicher Marken behängt (Preis nach oben völlig unbedeutend), mit dem mütterlichen Hinweis, dass sie eine Krise bekommt, wenn die Kinder zwei verschiedene Marken kombinieren müssten, dann ist doch so manches aus dem Lot.
Andere gehen ins teure Internat im Norden - mit jedem Schnickschnack - und die Hauptschüler in den Großstädten leiden am Frust der Lehrer, weil diese die Lust verloren haben, aufgrund der Bezahlung und des Bildungssystems in Deutschland.
War früher noch das deutsche Bildungssystem ein Paradestück, so ist es heute stecken geblieben am wirklichen Reformwillen der Politik (es mangelt aber nicht an ständigen halbherzigen Reförmchen) und am Willen, tatsächlich jedem Kinde die gleichen Chancen einzuräumen. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
Einen großen Beitrag, damit aus der Bildung bei uns nichts wird, leisten die einzelnen Länder. Diese berufen sich bei der Bildung auf den Föderalismus und jeder quacksalbert hier nach eigenen Gutdünken herum, ohne auf die Kinder Rücksicht zu nehmen und ohne ihnen wirklich gleiche Chancen zu geben.
Wie können wir einem Ausländer klar machen, dass es im Lande von Goethe und Schiller 16 verschiedene Abis gibt? Dazu auch noch im Niveau höchst unterschiedlich. Dass jeder Landesfürst sich beim Thema Bildung einbildet, nur er macht es richtig und denkt nicht mal im Schlaf daran, dass ein solch wichtiges Thema zentral geregelt werden muss. Sicherlich denkt der von draußen: Gab es in Deutschland nicht schon einmal die Kleinstaaterei? So vor 1871? Rückfall ins Nachmittelalter?
Deutschland, so heißt es, sei ein Land, in dem die Fertigung der Produkte teuer ist und wir uns deshalb auf unsere geistigen Kräfte besinnen und diese vermarkten müssen. Wie denn, bei dieser Lage? Bei der Engstirnigkeit und Profilierungssucht unserer Politiker kann man diese Lippenbekenntnisse schon gar nicht mehr hören. Und da wundern sich die in Berlin und in den Landeshauptstädten, dass keiner mehr Lust hat zur Wahl zu gehen und auch noch dazu aufrufen, der Urne fern zu bleiben.
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