1.12.09

Meine zwei Adventskalender

Ich habe heuer, diesen Luxus leiste ich mir, zwei Adventskalender. Der eine ist genauso wie Adventskalender halt sind – mit einem schönen weihnachtlichen Motiv vornedrauf: Einem hell erleuchteten Häuschen am Waldesrand mit viel Schnee und einem Schlitten voller Päckchen davor ... und mit zwei Dutzend, von eins bis vierundzwanzig nummerierten Fensterchen.

Wenn man dann – am jeweiligen Tag natürlich – ein Fensterchen öffnet, findet man einen Schneekristall, eine Wunderkerze oder einen himmlischen Stern. Wie in einem richtigen Adventskalender. Es ist ja auch ein richtiger Adventskalender. Ich hab ihn an meine Wohnungstüre geklebt, innen, eine Handbreit über dem Türgriff. Und jedes Mal, bevor ich am Morgen meine Wohnung verlasse, öffne ich ein Fenster.

Mein zweiter Adventskalender sieht in Wirklichkeit auch wie ein richtiger Adventskalender aus. Genau genommen schaut er dem ersten zum Verwechseln ähnlich. Das gleiche weihnachtliche Bild vornedrauf, mit dem Häuschen, dem Schlitten und dem Schnee. Gleich groß, gleich bunt. Gleich teuer war er auch; aber das nur am Rande.

Beim zweiten Adventskalender – macht mir das bloß nicht nach! – hab ich noch vor dem ersten Dezembertag die Rückwand mit den kleinen Bildern hinter den Fensterchen entfernt.. Und wenn ich jetzt so ein Adventskalenderfenster öffne, finde ich – nichts! Keinen Schneekristall, keine Wunderkerze und keinen himmlischen Stern. Ich kann durch das Fenster durchschauen, wie durch ein richtiges Fenster. Diesen zweiten Adventskalender hab ich an mein Schlafzimmerfenster geklebt. Jeden Tag, gleich nach dem Aufwachen, öffne ich einen der vierundzwanzig winzig kleinen Fensterläden und schaue hinaus auf die Straße vor meiner Wohnung.

Einmal sah ich, wie gerade der Müllwagen vor unserem Haus stehen blieb und Berge von Müll in sich hineinschluckte. Ich sah auch schon Kinder mit schweren Schultaschen und sehr blassen Gesichtern Richtung Schule laufen. Ehepaare miteinander streiten. Autofahrer, die einander beschimpften, bloß weil der eine in dieselbe Parklücke einbiegen wollte wie der andere. Einen Rettungswagen, der einen Kranken abholte. Viele müde Menschen hab ich schon gesehen, durch meine Adventskalenderfensterchen, ein paar zufriedene, ein paar traurige, Menschen wie...

Kurz und gut: Durch die Fensterchen in meinem Adventskalender, der am Schlafzimmerfenster klebt, sehe ich ein kleines Stück von der ganz gewöhnlichen Welt da draußen. Manchmal macht mich das fröhlich, manchmal, ziemlich oft sogar , nachdenklich, je nachdem.

Heute früh hab ich durch das Adventskalenderfensterchen einen Mann gesehen ...hat ganz schön geschwankt; ich fürchte, der hat wohl viel zu viel getrunken, letzte Nacht. Vielleicht ist er einsam gewesen, verzagt, verzweifelt – Freundin verloren, den Job, die Wohnung, den Sinn des Lebens aus den Augen verloren ... Was weiß ich !

In meinem Tür-Adventskalender, dem ganz normalen, wie ihr ihn wohl auch zu Hause habt, war ein Engel abgebildet, einer mit weißen Locken und goldenen Flügeln. Herrlich, lieblich, wunderschön. Ein Vorbote vom großen Weihnachtsfest.

Seit ich zwei Adventskalender habe, diesen Luxus leiste ich mir, kann ich beides sehen: den Alltag, vor meinem Fenster, aber auch die Tannenzweige, die Lichter, die Engel und – in eine paar Tagen schon – das Kind in der Krippe.

Ich gehe jetzt öfters aus dem Haus, den Stern und den Wunderkerzenschein vom Tür-Adventskalender in meinem Herzen. Vielleicht begegnet mir ja gerade heute, draußen auf der Straße, einer, den ich durch das andere Adventsfensterchen schon gesehen habe ...

Walter Müller, „Kerzenhell wird die Nacht“, ISBN 3-15-018316-2

Labels: , ,

30.11.08

Mit Oma Filzsterne basteln

Handarbeit ist eigentlich immer aktuell. Natürlich auch bei Kindern, denn die brauchen zu ihrer Entwicklung Erfolgserlebnisse besonders. Dabei muss man aufpassen, dass man mit nicht zu schwierigen Arbeiten beginnt und sie sollten auch nicht zuviel Zeit in Anspruch nehmen.

Ein gute Möglichkeit hierfür sind Filzsterne, die man auf einfache Weise aus Filzwolle anfertigen kann. Förmchen von der Weihnachtsbäckerei geben die Form vor. Damit weiß quasi jedes Kind, wie die fertige Arbeit später einmal aussieht, es gibt weniger Enttäuschungen. Die Förmchen werden mit Filzwolle ausgelegt und mit verschieden dicken Nadeln verfilzt. Bei dieser Arbeit müssen die Kinder allerdings aufpassen, dass man sie sich vor lauter Begeisterung nicht in die Finger stechen.


Den Ablauf und das Endprodukt können Sie sich in dem kleinen Video ansehen. Mit den Sternen oder Figuren kann man jeden Advents- oder Weihnachtstisch schön gestalten, sie an die Wand oder ins Fenster hängen oder als Weihnachtsbaumschmuck verwenden. Die Kinder können stolz ihre "Werke" bewundern und allen den Erfolg ihrer Arbeit zeigen.

Und wenn Oma mit ihren Enkeln Filzsterne bastelt, sind sie nicht nur kreativ beschäftigt, es kommt auch eine gute Stimmung auf.


Labels: , , ,

Advent - Ankunft

Heute ist der erste Advent und damit der Beginn eines neuen Kirchenjahres. Das wird vor lauter Hektik auf Weihnachten von vielen überhaupt nicht wahrgenommen und dabei könnte man sich doch so gut auch mal etwas vornehmen, wie an Silvester für´s neue Jahr.

Zum Beispiel könnte man sich vornehmen, Weihnachten mal ruhiger angehen zu lassen. Natürlich kann man aus dem 6.-Gang nicht in den Rückwärtsgang schalten, das ist unrealistisch, aber zumindest kann man etwas zurückschalten.

Die Adventszeit, das heißt die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest, geht auf den Papst Gregor dem Großen zurück. Bereits auf dem Konzil im Jahre 380 wurden die Christen angehalten, sich während des Advents auf die Geburt Jesu Christi vorzubereiten. Damals war allerdings das Weihnachtsfest noch nicht am 24. Dezember, sondern am 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn bzw. "Heilige Drei Könige".


Bei dem Hinweis des Konzils dachte man sicherlich noch nicht an die endlos vielen Nikolaus-, Weihnachts- und was weiß ich für Feiern, mit großen Portionen zum Essen und oftmals noch größeren zum Trinken. Das sollte, wenn man schon auf große Portionen steht, dem Weihnachtenfest vorbehalten bleiben. Nicht aber schon vorher. Das ist wie ständig Torte essen und bald hat man mehr als genug davon. Bis dann Weihnachten kommt kann man von Weihnachten nichts mehr hören und man ist froh, wenn Weihnachten vorbei ist.

Nehmen wir uns für das "Neue Jahr" doch vor, und ich schließe mich da nicht aus, dass wir die Adventszeit etwas besonnener angehen, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Adventszeit ursprünglich einmal so etwas wie eine Fastenzeit war.

Vielleicht sind wir dann froh, dass Weihnachten kommt und das Geburtsfest Jesu Christi nicht so schnell vorbei ist. Stimmen Sie sich mit dem kleinen Video dazu etwas ein.


Labels: , , ,

20.12.07

Schöner Advent

Advent: Ruhe, Frieden, alle lieben sich, besinnlich, langsam tun etc. Sind Sie auch so ein Adventstyp? Wenn ja, dann haben Sie etwas falsch verstanden oder wissen nicht was Advent bedeutet... mehr lesen

Labels: , ,