10.11.09

Senioren Macht

Was haben wir Senioren nicht alles nur für Namen: Silverager, Gold- oder Bestager, Platin....... bla bla. Als ob wir uns schämen müssten, weil wir zur älteren Generation gehören. Vor allem auch noch in "Neudeutsch", als ob wir dann noch mehr aufpoliert sind.

Andererseits werden wir Senioren behandelt, als könnten wir nicht auf 3 zählen. Deshalb schreibt auch die Südwestpresse aus Ulm, dass Senioren als mündige Bürger besser ihre Marktmacht nutzen sollen. Minister Peter Hauk sagte gestern beim Start von Seniorenkonferenzen in Mosbach, dass es erhebliche Defizite in der Verbraucherinformation gebe und er die Senioren ermuntern wolle - "diese einzige noch wachsende Bevölkerungsgruppe" - ihre Machtposition zu erkennen.

Die Senioren über 60 verfügen über die stärkste Kaufkraft in der Deutschen Geschichte. Nach 60 Jahren Bundesrepublik doch auch eine schöner Erfolg für uns. Wir geben immerhin jeden dritten Euro aus - der aus privater Hand kommt. 45 % aller Autos werden von uns gekauft, mit einem 85prozentigen Anteil der Luxuswagen. 35 % aller Pauschalreisen werden von uns gebucht. Nicht auszudenken, wenn wir den Reiseunternehmen wegbrechen würden. Und so könnte man noch viele Dinge aufzählen, bei denen die Senioren Gestaltungsmacht haben. Mal ganz abgesehen davon, was unsere Kinder und Enkel mit dem ihnen zugesteckten Geld auch noch alles kaufen.

Da die Lebenserwartung auch noch zunimmt, hat der Gesundheitsmarkt ein besonderes Auge auf uns Senioren. Leider ist es ja so, dass es im Alter mit der Gesundheit nicht besser wird und so hat jeder seine spezielle Krankheit oder sein spezielles Leiden, mit dem sich die Senioren stärker als mit allem anderen beschäftigen. Das ist die Stoßrichtung vieler Mediziner, wenn sie uns Patienten "individuelle Gesundheitsleistungen" (Igel) anbieten. Sehr sehr viele haben diese Leistungen, die man selbst zahlen muss, angenommen. Ob sie dem Einzelnen wirklich geholfen haben sei dahin gestellt, die Einnahmen bei den Ärzten lagen jedenfalls über 1 Milliarde Euro.

Ich will damit nicht sagen, dass viele Angebote unseriös und keinen Nutzen hätten. Aber eins müssen wir uns doch sagen: Brauchen wir das alles wirklich? Sagen wir manchmal zu schnell "ja"? Dabei wäre es besser gewesen noch einmal darüber nachzudenken oder mit Bekannten darüber zu sprechen? Genieren wir uns, dem Hausarzt gegenüber einmal "nein" zu sagen, bzw. dass er uns zuerst einmal berät und uns Unterlagen für zuhause mitgeben soll?

Auch im Internet gibt es unzählige Angebote in dieser Richtung. Wir wissen zwar, dass gerade dort sich viele Scharlatane tummeln, dennoch aufgepasst, schöne Webseiten sind noch keine Garantie für Qualität höchstens dafür, dass der Anbieter genug Geld hat, sich verführerische Seiten anfertigen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es lobenswert, dass die Seniorenverbraucherkonferenzen in Baden Württemberg noch bis Anfang Dezember in den verschiedensten Städten angeboten werden und man dazu beim Kreisseniorenrat nachfragen kann.

Fazit aus dem Ganzen: Bei Gesundheitsfragen die Möglichkeiten abwägen, Rat holen und im Zweifelsfall auch einmal "nein" sagen.

Weitere Artikel zum "Nein"-sagen:
"Nein"- Teil 1
"Nein"- Teil 2

Infos zur Seniorenverbraucherkonferenz

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3.11.09

Gedankensplitter zum Mauerfall

Bei Jubiläumsveranstaltungen wie zum Mauerfall, zur Wiedervereinigung, zum Tag der Einheit usw. gibt es nicht nur viele Großveranstaltungen, Feiern und ständig beeindruckende Bilder in allen Medien, oft sind es aber gerade die Kleinigkeiten, die viel mehr und viel persönlicher an diese Zeit erinnern.

20 Jahre ist es her und die damals in dieser Zeit geboren wurden wissen nichts von diesen Tagen. Wenn man diese jungen Erwachsenen sieht wird man immer wieder daran erinnert, wie viel Zeit seit dem schon vergangen ist und man zur eigenen Verwunderung merkt, wie viele lebendige Bilder noch im Kopf sind, als sei alles erst gestern gewesen.


Ich weiß noch recht gut und viele können sich daran erinnern, dass man immer auf die Nachrichten, besonders die im Fernsehen gewartet hat, um zu erfahren, was es neues am Tage gegeben hat. Es war immer eine Spannung da und in der Regel gab es auch tatsächlich immer wieder etwas Neues. Internet gab es noch nicht, über das man sich hätte ständig informieren können.

Die Flucht über Ungarn. Jeder dachte sich dabei, wie werden wohl bloß die DDR-Machthaber reagieren. Wird die DDR dicht gemacht und keiner kommt mehr raus. Dann die Flüchtlinge, die von Prag mit dem Zug in den Westen durften aber über DDR-Gebiet fahren mussten; was keiner so richtig begriffen hat. Man hat vor dem Fernseher mit gebangt und sich mit gefreut, wenn man die traurigen bzw. freudigen Gesichter sah. Als die Leute auf der Mauer rumtanzten und auch davor, dahinter und überall, es sah beinahe wie einen Science Fiction-Film aus. Gibt es heute noch aufregende Ereignisse?


Ein Interview ist mir im Kopf geblieben: Gleich beim Mauerfall hat ein Reporter in Berlin eine Familie aus den Niederlanden angesprochen, was sie denn über den Mauerfall denken. Der Mann sagte, als sie das in den Nachrichten erfahren haben, hätten sie sich alle sofort ins Auto gesetzt und sind an einem Stück nach Berlin gefahren. Bei solch einer historischen Stunde in der Weltgeschichte muss man dabei gewesen sein. Alle Achtung, das sagt ein Ausländer und die meisten Deutschen sind zu Hause geblieben. Also, Hut ab.


Eine Kleinigkeit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und zwar die Wetterkarte in den Fernsehnachrichten. Bis dahin gab es eigentlich nur "Westwetter", gelegentlich mal "Ostwetter". Das Wetter hörte quasi an der Elbe auf.


Plötzlich war auf der Wetterkarte Deutschland größer und nichts war mehr mit "West- oder Ostwetter". Es gab nur noch "Wetter". Und Deutschland war auf einmal auch beim Wetter wiedervereint. Lange habe ich fasziniert diese kleine Karte angesehen und mich dabei über die vielen kleinen Dinge gefreut, bei denen wir plötzlich auch "wiedervereint" waren, die aber untergingen in den großen Nachrichten zur Weltgeschichte.

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26.10.09

Merkels Mannschaft

Nun steht sie ja fest, die Regierungsriege unserer Kanzlerin. Ob nun jeder damit glücklich ist, bleibt abzuwarten, sowohl beim Wahlvolk als auch bei den neuen Ministern.

Hat es Sie nicht auch etwas verwundert, im Grunde genommen eigentlich jedes mal wenn eine neue Regierung gebildet wird, wie fix die Minister ausgetauscht werden? Sind unsere Minister Tausendsassas, die alles können oder könnte man dort jeden hinstellen, denn die Arbeit wird doch im Hintergrund von anderen gemacht?

Gezeigt hat sich ja in letzter Zeit immer wieder, kommt ein Minister aus der Branche die er nun vertritt, kommen seine Aussagen glaubwürdig rüber. Dennoch, ungeachtet dessen wird hin und her geschoben, eben zur Verwunderung von uns Bürgern.

Einen Vorteil hat jedenfalls dieses, auf Neudeutsch "Jobrotation". Man kann plötzlich die Politik verändern ohne dass der Gesichtsverlust zu groß wird. Würde man z. B. jetzt aus Afghanistan rausgehen, könnte der Neue sagen, der Alte hätte z. B. die Tragweite des Geschehens nicht überblickt, hätte zuviel persönliches Engagement eingebracht uoder hätte den Blick für´s Große verloren usw. Und überhaupt, damals gab es ja noch die "Große Koalition". Zack, und die Suppe wäre gegessen.

Für mich sehr interessant waren am Samstag die Fernsehnachrichten im Zweiten. Das sonst so hochgelobte Wirtschaftsministerium mit zu Guttenberg, gab es plötzlich nicht mehr, also es wurde jedenfalls keine Silbe darüber verloren. Nun kann man sich darauf auch seinen Reim machen. Wenn der Herr Brüderle von der FDP dieses Ministerium bekommt, versinkt es sowieso wieder ins Unbedeutende. Rückblickend kann man feststellen, sobald die FDP das Wirtschaftsministerium inne hatte, kam von da nichts mehr um das mal ganz höflich auszudrücken. Vielleicht hat das ZDF das auch so gesehen, und hat den Herrn Brüderle erst gar nicht erwähnt, warum auch, der taucht die nächste vier Jahre sowie so nicht mehr auf.

Ok, unterm Strich wollen wir mal nicht zu voreilig und unfair sein, eine neue Chance hat jeder verdient, das wollten wir auch, wären wir an ihrer Stelle.

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23.10.09

Unsere Bundesrepublik in Zahlen

Statistiken kann man glauben oder nicht und jeder kennt den Spruch: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Dennoch, so ein Vergleich zwischen dem Beginn der Bundesrepublik und dem Stand heute ist sehr interessant und aufschlussreich, viel fälschen kann man dabei nicht.

Zuerst muss muss immer das Brot her halten mit einem Preis 1949 von 20 Cent und heute 2,36 Euro. Interessanter ist da schon der Kaffee: 1949 10,66 Euro und heute 4,42 Euro. Wirklich interessant wird es aber erst bei anderen Vergleichen. Lag im Schnitt der Stundenlohn 1949 bei 60 Cent, so liegt er heute bei 16,20 Euro; damals hat man 48 Stunden gearbeitet und heute im Schnitt 35, bei 12 bis 18 Urlaubstagen und heute 30 Tage.


Dass sich unser Leben verbessert hat merkt man an der Wohnfläche pro Person. 1949 war man ja froh, wenn man eine halbwegs anständige Wohnung hatte und somit lag die Wohnfläche bei etwa 22 qm die heute auf gut 43 qm angewachsen ist. Bei diesem Thema werden immer gern Singlewohnungen aufgeführt. Diese Wohnungen registriert man aber erst seit 1965. Damals lebten 22 % allein, heute sind es beinahe 40 %; sogenannte 1-Personen-Haushalte. Das ist doch beträchtlich.


Bei unserer neuen Regierung geht es derzeit besonders ums Geld. 1950 bekamen die Leute beinahe 79 % von ihrem Verdienst in den eigenen Geldbeutel, heute nur noch etwa 52 %. Und obwohl der Staat nun mehr Geld hat sind die Staatsschulden gestiegen: Von 1950 mit 10 Mill. Euro bis heute ins Unermessliche. Die Inflation dagegen, die schwankte über die Jahrzehnte stark. So lag sie 1951 mit rund 7,6 % am höchsten gegenüber 1987, wo es beinahe gar keine gab. Ähnlich ist es mit den Arbeitslosen. In den 60er Jahren gab es eigentlich keine Arbeitslosen. Ich kann mich noch erinnern, es wurde sogar auf "Vorrat" eingestellt. Heute ein Unding.


Jetzt noch das Lieblingskind der Deutschen: Ihr Auto. Der Käfer kostete 1949 etwa 2.500 Euro. Sieht wenig aus, aber gemessen am Verdienst auch nicht billig. Allerdings konnte man noch gut überall hinfahren, bei 0,37 Mill. zugelassenen Fahrzeugen. Heute, mit über 40 Mill. Zulassungen weiß ja jeder selbst wie es auf unseren Straßen zugeht.


Ach ja, da ja alle einmal Senioren werden ist es doch schön zu hören, dass unsere Lebenserwartung ständig steigt. Veranschlagte man sie 1949 noch bei gut 68 Jahren so liegt sie heute bei etwa 79 Jahren und wenn man den Statistikern glauben will, werden unsere Enkel beinahe 100 Jahre. Hoffentlich werden sie glücklich dabei.

Zum Schluss noch die Lieblingsnamen: 1949 waren es Renate und Hans, heute Hanna und Leon.

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19.10.09

Deutsche Geschichte auf Briefmarken - 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland

Wer hätte es sich schon gedacht, in den Nachkriegsjahren, dass wir Deutsche einmal in so einem demokratischen Staat leben, in dem es allen gut geht, gemessen an dem, was hinter uns liegt. Natürlich knackt und knirscht es immer wieder einmal im Staatsgebälk, aber dafür leben hier eben viele Menschen und somit müssen viele Meinungen unter einen Hut gebracht werden.

Rückblickend ist es schon erstaunlich, wie doch recht früh nach dem Krieg an einen Aufbau Deutschland gedacht wurde. Leider drifteten die Meinungen darüber, wie Deutschland aufgebaut werden soll, zwischen den Siegerstaaten sehr auseinander. Wortführer nach meiner Auffassung waren die Amerikaner auf der West- und Sowjets auf der Ostseite.

Trat die USA für ein freiheitliches demokratisches Deutschland ein, sahen die Sowjets schon von Anfang an ein Deutschland unter Kommunistischer Fahne, unter der "Diktatur des Proletariats", wie man damals sagte.
Diese Absicht wurde schon vor dem Marshall-Plan offensichtlich. Der Osten Deutschlands musste sich dem Druck der Sowjets beugen. Ihnen war dieser Plan, ein Aufbauplan für Gesamtdeutschland, der auch noch von der Westseite kam, ein Dorn im Auge.

Bei der Einführung der D-Mark (Westgeld), im westlichen Teil Deutschlands und im West-Teil Berlins, schieden sich dann endgültig die Geister und so nahm, wie man sagt, die Geschichte ihren Lauf. Die amerikanische Auffassung kollidierte von Anfang an heftig mit der Auffassung der Sowjets wie der neue deutsche Staat aussehen soll. Somit haben wir es letztendlich in erster Linie den Amerikanern zu verdanken, egal wie man heute zu deren Politik steht, dass wir in unserem heutigen demokratischen Deutschland leben.

Hier 60 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland abhandeln zu wollen wäre vermessen. Dazu gibt es nicht nur endlos viel Literatur, jeder von uns hat ein Stück weit diese Geschichte gelebt und auch miterlebt. Jeder hat sein eigenes Bild von der Geschichte, das er frei in seiner Meinung jedem mitteilen kann. Allein das ist schon ein gutes Argument für unseren Staat, trotz vieler Anfeindungen und Besserwissern.

Das kleine Video soll anhand von Briefmarken wichtige Stationen in unserem Gemeinwesen aufzeigen und erinnern, dass die guten Zeiten heute mit ganz schlechten angefangen haben.

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14.10.09

Kriegsende - Geschichten aus einer vergangenen Welt

Vielleicht kennen Sie den kleinen Witz: Unterhalten sich zwei Buben über das Alter ihrer Omas, wobei der eine auftrumpft und sagt: "Meine Oma ist so alt, die kannte noch Dinosaurier". Erzählen wir unseren Enkeln etwas von der Nachkriegszeit, werden wir auch angesehen, als wären wir gerade dem Geschichtsbuch entsprungen.

Gerade bei unserem 60-jährigen Republik-Jubiläum fallen einem immer wieder mal Dinge von damals ein und man vergleicht, was sich alles geändert, verbessert oder verschlechtert hat.
Aufgewachsen am Rand einer Großstadt , hat man auch als Kind gespürt, dass die Versorgungslage mehr als schlecht war. Kohlen wurden von fahrenden Güterzügen "organisiert". Die jungen Kerle sprangen rauf und warfen die Kohlen runter, die Älteren am Bahndamm lasen sie schnell auf.

Man bettelte auf den Bauernhöfen um Arbeit um Naturalien mit nach Hause nehmen zu können. Viele Frauen arbeiteten im Forst und machten Holz, eine Knochenarbeit und das auch im Winter. Manche buddelten Wurzelstöcke von Fichten und Kiefern aus, um Brennholz zu haben, die Arbeit glich einer endlosen Geschichte. Die meisten waren überhaupt nicht versichert, auch nicht krankenversichert. Dazu hatte man kein Geld und wenn man wirklich krank wurde, mussten die Hausmittel her. In den Läden gab es wenig und wenn, dann war es schnell weg oder zu teuer.

Jeden Abend gab es eine Stromsperre, zwei drei Stunden lang. Heute würde man "ausrasten", wenn man es den Leuten nur einen Tag zumuten würde. Die "Müllabfuhr" kam selten und wenn, kam einer mit einem Pferdefuhrwerk und warf den Eimerinhalt per Hand auf den Wagen.

Zum Anziehen gab es Kleidung und Schuhwerk von irgendwelchen Leuten und als Kind war das manchmal peinlich. Aber das Beste: Am Schulbeginn gab es keine Hefte und Bleistifte. Es wurde noch auf Schiefertafeln mit einem Griffel geschrieben. Und wenn man etwas schönes gemalt hatte, musste das wegen einer Schreibübung wieder weggewischt werden. Das war ja fast tragisch. Und wehe, eine Tafel ging zu Bruch.

Ja, so könnte man noch ein Stück weitermachen und viele könnten noch etwas hinzufügen. Wenn ich nun dagegen die heutigen "Krisen" mir ansehen, und das Gejammer von unseren "so armen" Familien, gut genährt in prima Klamotten vor dem Flachbildschirm, frage ich mich schon manchmal, wo wir mit unserem Wohlfahrtsstaat hingekommen sind.

Keiner will die Verhältnisse von damals, ganz klar, aber bei jeder Kleinigkeit gleich nach dem Staat rufen? Wir Rentner haben den Vorteil gegenüber unseren Enkeln, dass angesichts dessen, was hinter uns liegt, wir der Zukunft, auch wenn sie für manche grau oder dunkler aussieht, immer noch etwas positives abgewinnen können - schlimmer als damals kann es nicht kommen.

So, und wenn wir das unseren Enkeln erzählen ist es doch ganz klar, dass diese meinen, das sind Geschichten "aus einer vergangenen Welt".

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12.10.09

Die Tage bevor die Berliner Mauer kam

Es war eine spannungsgeladene Zeit, die, kurz vor dem Mauerbau. Jeder hörte nervös die Nachrichten und zog seine eigenen Schlüsse aus dem Gehörten. Mit anderen darüber sich auszutauschen hätte eventuell Gefängnis bedeutet.

Wir haben nicht die Absicht eine Mauer zu errichten, sagte Ulbricht während seines Besuches im Juli 1961 in Moskau. Kein Mensch vertraute ihm, den Moskau-Zögling, der mit deutscher Akribie die Anweisungen von dort am genauesten von allen Machthabern in den Ostblockstaaten umsetzte. Je mehr dementiert wurde, um so nervöser wurden die Leute.

Die Massenflucht war bereits seit Wochen in vollem Gange und kurz vor dem 13. August flüchteten über 2000 Menschen pro Tag nach Westberlin. Da bedeutete für die DDR ein ausbluten ersten Ranges dem ein Ende gesetzt werden musste.

Bis zum 13. August kam man noch ganz legal nach Westberlin, sofern man nicht von der Polizei aufgegriffen wurde. Ein "Kontrollring" war rund um Berlin gezogen worden mit einem Radius von wenigstens 50 km. Alle Züge, und das war damals das Hauptbeförderungsmittel, wurden systematisch kontrolliert und wenn kein plausibler Grund für eine Reise in Richtung Berlin vorlag, oder man einfach mal richtig Glück hatte, wurde man von der Polizei mitgenommen.

Einmal mitgenommen, war es aus mit einem weiteren Versuch nach Westberlin zu kommen. Der Personalausweis wurde eingezogen und die Personen bekamen, wie man damals ironischer Weise sagte, einen "Jagdschein", der nur für das heimische Revier Gültigkeit hatte. Und das heimische Revier war Kreis, in dem man wohnte. Mit diesem Schein konnte man auch innerhalb der DDR, ohne Genehmigung der Behörden, nicht reisen.

Und dann trat das ein, was jeder befürchtete aber nicht wahr haben wollte. Die Mauer wurde errichtet. Vorher sagte man noch, das trauen die sich nicht, da schreitet der Amerikaner ein. Ja, von wegen, die wollten sich weder die Finger schmutzig machen noch irgendwelche zusätzlichen Spannungen im sowieso schon angeheizten Verhältnis zwischen Ost und West - im "Kalten Krieg" - erzeugen.

So blieben viele im letzten Moment noch stecken, Westberlin vor Augen, mit Tränen der Wut kämpfend, aber machtlos den Tatsachen gegenüber, denen man als "kleiner Mann" hilflos ausgeliefert war.

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8.10.09

Deutschland deine Staaten

Der Herbst 1949 hatte es in sich. Gleich zwei deutsche Staaten wurden gegründet und jede Gründerseite meinte, auf dem richtigen Wege zu sein. Zwar lässt sich im nach hinein immer alles besser beurteilen, aber welcher Weg wirklich verfolgt wurde, erkannte man doch sehr schnell.

Der Start der Bundesrepublik begann schon einmal damit, dass in einem Wahlkampf zwischen Adenauer und Schumacher ein politischer Dialog stattfand. Beide Persönlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten gebeutelt und besonders Schumacher erfuhr viel persönliches Leid.
Natürlich gab es auch damals schon weitere kleine Parteien, aber die waren unbedeutend. Die Bildung eines neuen, und vor allem demokratischen Deutschland war auch der Wunsch der westlichen Alliierten, denn ohne die wäre zu dieser Zeit nichts gelaufen.

Im Gegensatz wurden die "Regierenden" der neuen DDR von Moskau eingeflogen, die dort im kommunistischen Sinne geschult und auf eine Übernahme der Regierung vorbereitet wurden. Dem kommunistischen "großen Bruder" Sowjetunion hörig und auch Handlanger. Eine "Diktatur des Proletariats" kannte keine Demokratie und so startet auch dann gleich die neue Regierung.

Konnte man in der BRD auch damals schon sagen was man wollte - wenn man von den letzten Umtrieben brauner Unverbesserlicher einmal absieht - war die DDR nicht nur von Anfang an ein Unrechtsstaat, jeder der seine Meinung damals schon sagte, verschwand ganz schnell auf auf nimmer Wiedersehen. Das prägt und die Leute wurden schweigsam gegenüber Fremden. Der Not gedrungen fügte man sich ein und machte mit, wenn auch halbherzig oder ablehnend.

Natürlich gab es anfangs viele in der DDR, die diesen Staat wirklich als den Segensbringer für das Volk hielten. Diese wollten dann auch etwas Demokratisches fürs Volk tun kamen aber nicht weit, höchstens ins Gefängnis. Im Laufe der Zeit arrangierten sich viele, hatten ihr Auskommen aber keine Freiheit. Zu welchem Ergebnis speziell das führte wissen wir alle, auch wenn es 40 Jahre gedauert hat, bis wirklich das Volk bestimmt hat wo es lang geht.

Und dann sehe ich jetzt in der Zeitung, dass sich da einer hinstellt und ganz frei heraus sagt (bei uns in der Demokratie kann man das ja), dass er der DDR nach trauert und den Staat geliebt hat (war kein Ex-Politiker). Also ich kann da nur noch den Kopf schütteln.

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21.9.09

Atomenergie oder Ökoenergie

Die Grünen tun sich besonders hervor, wenn es gegen die Atomkraft geht bzw. Autos weitgehend alternativ angetrieben werden sollen. So auch kürzlich im Fernsehen, als der Vorsitzende der Grünen sich für Elektroautos weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Die Frage, die sich jeder Bundesbürger stellt, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll, wird bei diesen Forderungen schlicht und einfach ignoriert. Man strahlt bei der Aussage zu Elektroautos in die Kamera als hätte man gerade das Ei des Kolumbus entdeckt und verkündet, gleichzeitig wettert man aber gegen Atomkraft und Kohlekraftwerke. Mich ärgern solche einfältigen Einwürfe sehr, da ich von solchen Leuten wohl für dumm verkauft werden soll.


Ich bin auch nicht für Atomstrom und auch nicht für den Bau neuer Anlagen, weder bei uns noch im Ausland. Tatsache ist aber, wenn wir nicht im Dunkeln sitzen wollen, brauchen wir sie leider noch eine ganze Weile; den Atomstrom und auch den Strom von Kohlekraftwerken.

Angesichts der Tatsache, dass bei einem Bundes-Verbrauch von rund 640 Milliarden kW im Jahre 2008 aus Photovoltaik, Biomasse, Wind, Müll und Wasser zusammen gerechnet gerade mal 104 Milliarden kW beigesteuert werden, die Kernenergie aber mit 149 und die Kohle mit 279 Milliarden kW den Strom herbringen, damit es bei uns volkswirtschaftlich weiter geht, kann ich nur sagen, dass es sich bei diesem Thema immer nur um eine polemische Diskussion handeln kann.


Nehmen wir mal den Wind. In den nördlich Staaten Europas laufen weit mehr Windanlagen als bei uns, obwohl wir ja schon meinen, bei uns ist alles vollgepflastert. Zwar haben wir inzwischen die weitaus meisten Genehmigungen für diese Parks auf den Weg gebracht, aber bis dahin wollen wir ja auch noch Strom aus der Steckdose.

Ich frage mich sowieso, was diese Kämpfe vor der Wahl überhaupt sollen. Wenn man nicht weiß, für was die einzelnen Parteien stehen, dann ist es jetzt sowieso zu spät. Solche Aussagen - wie oben erwähnt - helfen doch nicht zur Entscheidungsfindung, sie sind lediglich dazu geeignet, unsachliche Diskussionen anzuheizen und zu polarisieren.


Da lob ich mir Baden-Württemberg, auch wenn es ein wenig nach Eigenlob riecht, da ich in diesem Land wohne. Ab 1. Januar 2010 tritt ein neues "Wärme-Gesetz" in Kraft, das beim Austausch von Heizungsanlagen in Wohngebäuden vorschreibt, dass 10 % der Wärme aus erneuerbaren Energien gedeckt werden müssen. Der eine oder andere wird darüber vielleicht nicht begeistert sein, ein richtiger Schritt für die Zukunft ist es allemal - handeln statt nur Sprüche klopfen.

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16.9.09

So viel gab es noch nie für unser Geld

Derzeit bekommt man viel fürs Geld, bei einer Inflationsrate um die Null. Natürlich freut das jeden und kein Verbraucher hätte etwas dagegen, wenn das noch eine Weile so anhalten würde. Kann das aber anhalten, bei der Staatsverschuldung und dem schlechten Einkommen der Lebensmittelerzeuger am Anfang der Versorgungskette?

Thomas Straubhaar vom Weltwirtschaftsinstitut in Hamburg prognostiziert für 2011 eine Inflation, die zwischen 5 und 10 % liegt. Der Staat braucht Geld, das ist ganz einfach. Und er nimmt es von uns Steuerzahlern, das ist auch ganz einfach.


Bei all dieser Diskussion ist es aber einmal wichtig zu wissen, wo kommen wir "preislich eigentlich her". Gerade auch die Umstellung von DM auf Euro führte dazu, dass viele Geschäfte meinten, man können die Preise 1:1 umrechnen, was letztlich aber dann auch diese Leute einsehen mussten, dass das nicht geht. Geblieben ist aber das Gefühl, es ist alles teurer geworden. Stimmt auch nicht immer, und so sind viele Preise seit 1970 quasi gefallen, wenn man davon ausgeht, dass man für sie oft wesentlich kürzer arbeiten muss.


Der Rinderbraten ist ein gern verwendetes Beispiel, da Rindfleisch teuer ist. Für ihn mussten 1970 115 Minuten gearbeitet werden, heute nur noch 35 Minuten. Für Schweinekoteletts 96, heute 23 Minuten. Für 10 Eier 22 und heute 5 Minuten. Sehr gut sieht man es bei Milchprodukten, die in der letzten Zeit immer wieder in der Diskussion stehen, da die Bauern für ihre Milch Hungerlöhne bekommen. Für 250 gr. Butter arbeitete man 1970 noch 21 Minuten, heute sind es nur noch 4 Minuten. Milch: damals 9 Minuten, heute 3 Minuten.


Auch als Rentner muss man sagen, weiter runter ist unverantwortlich - aber auch die, die nicht soviel verdienen müssen da zustimmen. Haben Lebensmittel keinen Wert mehr, verlieren wir den Bezug zu den "Mitteln zum Leben"?

Neulich stand ich im Supermarkt und las, dass eine Gurke aus Spanien 36 Cent kostet. Wie kann man eine Gurke zu dem Preis produzieren und zu diesem Markt bringen? Der Erzeuger hat vermutlich nichts mehr davon. Die spanische Landschaft wird demoliert und zudem Massen an Spritzmittel sowie Wasser verbraucht. Das eine hilft nur der chemischen Industrie und das andere fördert den akuten Wassermangel des Landes.


Ja was tun, fragt man sich? Ich weiß es auch nicht? Nicht kaufen, hilft dem Erzeuger wohl letztlich auch nichts; kaufen, dann nimmt man teil an dem, was ich oben beschrieben habe. In meiner Unentschlossenheit habe ich keine Gurke gekauft.

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11.8.09

Ohne Gentechnik

Na, hoffentlich! Oder wird uns wieder etwas vorgegaukelt, um den Verbraucher zu beruhigen? Das Siegel gibt Sicherheit, so unsere Landwirtschaftsministerin, dass in den Nahrungsmitteln keine gentechnisch veränderten Bestandteile sind, auch nicht in Spuren.

Damit das auch klappt, wird extra ein Verein gegründet, der sich um die Reinhaltung kümmert. Dieser Verein besteht aus Mitgliedern der Lebensmittelwirtschaft, also aus denjenigen, die die Lebensmittel produzieren und daran verdienen. Ein Schelm, der böses denkt - denn Wirtschaft und Industrie sind ja so darauf bedacht, dass wir nur einwandfreie Ware kaufen können.


Sehen wir uns mal den Honig und die Bienen an. Daran kann man immer am besten sehen, ob solche Versprechungen eingehalten werden können oder noch sonst einen Sinn machen. Jeder von uns weiß, dass die Bienen keine Schulung genossen haben, was ist z. B. Genmais und was nicht und jede Biene darf zum Glück ohne Zertifizierung der Industrie umherfliegen wie sie will und das ist gut so.


Und so weiß jeder sehr schnell , dass der Sicherheitsabstand von 300 Meter zwischen Genmais und normalem Mais ein Witz ist, wenn die Bienen bis zu 8 Kilometer fliegen. Die genetischen Pollen können im Honig ganz schnell nachgewiesen werden. Toll, ruft dann vielleicht einer vom neu gegründete Verein, die Kontrolle funktioniert; der Honig darf dann aber nicht verkauft werden.


So ging es schon einem Imker, der dann per Gerichtsbeschluss, seinen Honig als Sondermüll entsorgen durfte und dadurch in seiner Existenz bedroht wurde. Die Imker haben mit den Herbiziden schon genug Probleme und nun kommt noch die Gentechnik dazu. Alles in allem führt das dazu, dass die Bienen geschwächt werden, ihr Immunsystem angegriffen wird und sie letztlich sterben.


Zu was brauchen wir einen Verein, der uns vor Gentschnik-Produkten schützen soll, wenn es doch besser wäre erst gar keine genveränderten Pflanzen auszusäen? Denn die, die einen Nutzen aus diesen Produkten ziehen, ist die Industrie und nur die, sonst kein Mensch.

Wenn uns allen wirklich bewusst ist, dass die Honigbiene
über 75 % an sämtlichen Bestäubungen beteiligt ist und statt sie dafür zu hegen und pflegen wir sie mit allerlei Giften schwächen bzw. ausrotten, dann darf doch gefragt werden, warum unser Landwirtschaftsministerium trotz besseren Wissens pro Industrie und nicht pro Verbraucher ist. Oder?

Weitere Artikel: Bonn und die toten Bienen

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24.7.09

Deutschlands nächste Generation

So hieß die Sendung gestern Abend im Fernsehen; vielleicht haben Sie sie auch gesehen. Mir war zwar bewusst, dass Geld über die Ausbildung der Kinder entscheidet, nicht aber in dem Maße wie in dieser Sendung gezeigt. Natürlich haben ein paar andere Kriterien auch ihren Einfluss aber Geld spielt bei vielen die Rolle schlechthin.

Wenn man sieht, dass ein Kind wirklich sparen muss um sich ein Paar Turnschuhe für 30 € zu kaufen und die anderen werden mit Edelklamotten sämtlicher Marken behängt (Preis nach oben völlig unbedeutend), mit dem mütterlichen Hinweis, dass sie eine Krise bekommt, wenn die Kinder zwei verschiedene Marken kombinieren müssten, dann ist doch so manches aus dem Lot.


Andere gehen ins teure Internat im Norden - mit jedem Schnickschnack - und die Hauptschüler in den Großstädten leiden am Frust der Lehrer, weil diese die Lust verloren haben, aufgrund der Bezahlung und des Bildungssystems in Deutschland.

War früher noch das deutsche Bildungssystem ein Paradestück, so ist es heute stecken geblieben am wirklichen Reformwillen der Politik (es mangelt aber nicht an ständigen halbherzigen Reförmchen) und am Willen, tatsächlich jedem Kinde die gleichen Chancen einzuräumen. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Einen großen Beitrag, damit aus der Bildung bei uns nichts wird, leisten die einzelnen Länder. Diese berufen sich bei der Bildung auf den Föderalismus und jeder quacksalbert hier nach eigenen Gutdünken herum, ohne auf die Kinder Rücksicht zu nehmen und ohne ihnen wirklich gleiche Chancen zu geben.


Wie können wir einem Ausländer klar machen, dass es im Lande von Goethe und Schiller 16 verschiedene Abis gibt? Dazu auch noch im Niveau höchst unterschiedlich. Dass jeder Landesfürst sich beim Thema Bildung einbildet, nur er macht es richtig und denkt nicht mal im Schlaf daran, dass ein solch wichtiges Thema zentral geregelt werden muss. Sicherlich denkt der von draußen: Gab es in Deutschland nicht schon einmal die Kleinstaaterei? So vor 1871? Rückfall ins Nachmittelalter?


Deutschland, so heißt es, sei ein Land, in dem die Fertigung der Produkte teuer ist und wir uns deshalb auf unsere geistigen Kräfte besinnen und diese vermarkten müssen. Wie denn, bei dieser Lage? Bei der Engstirnigkeit und Profilierungssucht unserer Politiker kann man diese Lippenbekenntnisse schon gar nicht mehr hören. Und da wundern sich die in Berlin und in den Landeshauptstädten, dass keiner mehr Lust hat zur Wahl zu gehen und auch noch dazu aufrufen, der Urne fern zu bleiben.

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9.7.09

Berlin - Wo unsere Kanzlerin werkelt und merkelt

So langsam wird aus Berlin wieder eine Weltstadt. Von außen betrachtet ist sie das schon länger, zumindest bei den Insidern, wir Deutschen haben da eher ein geteiltes Verhältnis zu dieser Stadt, vielleicht so geteilt wie sie einmal war.

Dennoch, Berlin kann man wieder vorzeigen und das Viertel um den Spreebogen mit Kanzleramt, Reichstag, Hauptbahnhof und einigem mehr gehört einfach zu den Stellen Berlins, die man gesehen haben muss. Natürlich fehlt noch einiges, manches muss noch gerichtet werden, aber das wird bald gemacht sein. Schön ist es jedenfalls, dass dort keine Grenze mehr verläuft und jeder nach Ost und West gehen kann wie es ihm gefällt und es keine Soldaten mehr gibt, die auf jeden schossen der damals von Ost nach West wollte.


Alles liegt dicht beieinander und aus diesem Grund kann man schon an einem Tag vieles sehen. Besonders zu empfehlen ist eine Schiffsfahrt auf der Spree. Nicht nur, dass man vieles aus einer ganz anderen Perspektive sehen kann und die ist beeindruckend, nein, der Kapitän des Schiffes erklärt alles in farbenfrohen Bildern, versorgt seine Ausführungen mit guten Hintergrundinformationen, so dass die Fahrt wirklich zu einem Erlebnis wird. Auch wenn das Wetter einmal nicht so schön ist und es ein wenig regnet, die Fahrt sollt man sich keinesfalls entgehen lassen.


Natürlich bietet Berlin noch vieles mehr, ob kulturell, architektonisch, politisch oder was auch immer: Berlin ist eine Reise wert. Und wenn Sie einmal dort sind und genug gesehen haben, wo heute die große Politik gemacht wird, dann steuern Sie mal die Museumsinsel an und gehen dort ins Pergamonmuseum und schauen Sie sich das Ischtar-Tor von Babylon an - einfach super-phantastisch. In dieser Stadt wurde auch schon große Politik gemacht, ist aber schon eine Weile her - und was ist geblieben? Vielleicht sehen wir unsere Politik auch mal durch diese Brille!

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15.5.09

Unsere Bundesrepublik Deutschland

Sind sie stolz auf Deutschland? Oder stolz darauf gerade in diesem Land zu leben? Na, da gibt es sicherlich eine vielfältige Anzahl von Antworten. Bei 60 Jahren Bundesrepublik spielen auch vom Alter her die verschiedensten persönlichen Erfahrungen eine Rolle.

Wir älteren, die vor oder im Krieg geboren wurden sehen unsere Republik mit anderen Augen als unsere Kinder und Enkel. Wir schätzen uns glücklich in dieser Zeit aufgewachsen zu sein, ohne Krieg im eigenen Land oder anderen Repressalien. Anders bereits schon die , die im Osten aufwuchsen. Seine Meinung dort zu äußern war manchmal schon lebensgefährlich. Und wenn die immer mehr werden, die sagen, in der DDR war auch nicht alles schlecht, leiden viele für mich an zunehmendem Gedächtnisschwund oder gehörten den Privilegierten an, die oft auch nicht die linientreue Meinung hatten, aber den da oben nach dem Mund redeten.


Diejenigen, die schon immer in der Bundesrepublik Deutschland lebten, können stolz auf das Erreichte sein; trotz gelegentlichen Missstimmungen und Tiefen und der jetzigen Wirtschaftskrise, die wir auch gut bewältigen werden. Zwischendurch wollten die einen oder anderen einen anderen Staat und saßen später dann sogar mit in der Regierung dieses Staates. Auch die werden jetzt froh sein, dass er so ist wie er ist.

Gerade mit denen, die Ende der 60er Jahre meinten sie müssten alles ändern, oder die, die die RAF für den Segen Gottes hielten bzw. heute noch halten, haben die Demokratie nicht klein bekommen. Und das ermutigt mich immer wieder zu sagen: Die Demokratie ist nun mal die beste Staatsform, trotz mancher Unbill und Zumutungen für den Einzelnen sowie auch trotz den Jammerlappen die nicht zu den Wahlen gehen, die das auch noch für schick halten und dann doch an allem nur etwas auszusetzen haben.


Mal ehrlich, nach 60 Jahre Bundesrepublik können wir mit Recht stolz, dass wir in einem solchen Staat leben. Und wenn wir uns in Zukunft wieder mit irgendwelchen Weltverbesserern herumschlagen müssen, dann lieber mit denen, als mit denen in einem Staat, in dem wir wirklich wegen unserer Meinung geschlagen werden.

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28.1.09

Die dunkle Seite der Macht

Manchmal treffen merkwürdiger Weise Dinge zusammen, deren Ursprung völlig verschieden erscheint aber dennoch das gleiche Thema umfassen. Der Holocaust, ein anscheinend nie endendes Streitthema. Warum eigentlich? Weil das Ganze so fürchterlich war?

Der Papst will den Konservativen in der Kirche eine Chance geben, zurück zu kommen und schon im Ansatz ergeben sich Probleme. Besserwisser melden sich gleich zu Wort, dass das ja alles abzusehen war, mit diesen "Rechtsradikalen" der Kirche. Und jetzt kommt auch noch so ein Bischof daher und behauptet, das mit dem Holocaust sei eh nur eine Erfindung. Ein Mann in solch einer Position sollte ja Intelligenz und einen klaren Kopf besitzen. Wie abgedreht muss man denn für solche Unwahrheiten eigentlich sein.

Der Bundestag ehrt die Toten des Holocaust mit einer Feierstunde und der Vertretung der Juden in Deutschland ist diese Feier anscheinend nicht gut genug. Und überhaupt hätte man andere Termine bereits schon lange für diesem Tag geplant. Das glaube wer will.
Kann es vielleicht sein, dass der Schmusekurs, den unsere Bundesregierung mit Israel fährt zu wenig ist? Sollen wir einen Krieg bejahen, in dem Phosphorbomben eingesetzt wurden?

Keiner kann für sich in Anspruch nehmen, dass für ihn jedes Mittel recht ist.
Und so wollen wir der vielen Toten gedenken, die unter dem braunen Regime ums Leben kamen. Und jeder der einmal durch das Holocaust Mahnmal gelaufen ist konnte vielleicht etwas spüren von der Enge, der Gottverlassenheit und der Todesangst denen die Menschen damals in den KZ´s ausgesetzt waren.

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22.1.09

Die Bundeskanzlerin bei den Stasiakten

118 km Stasi-Akten! Können Sie sich das vorstellen? Von meinem Heimatort Ulm über Stuttgart hinaus auf der Autobahn eine Akte nach der anderen, aber nicht der Länge nach, hochkant.

Unsere Bundeskanzlerin Merkel besuchte letzte Woche in der Normannenstraße in Berlin die Ex-Stasi-Zentrale. Sie ist für ein weitere Aufarbeitung der Fälle, ganz im Gegensatz zu unserem Innenminister Schäuble, der bei der Wiedervereinigung nichts davon hielt, die Akten frei zugeben.

Nun darf man sich bei dieser Behörde es sich nicht so vorstellen, dass ein Papier nach dem anderen sauber abgeheftet ist, ja, das ist in den überwiegenden Fällen zwar schon so, aber da gibt es noch säckeweise Papierschnipsel von Reißwölfen, die elektronisch gesichtet und dann zum DIN A4-Format zurückverwandelt werden. Toll, oder!

Viele ehemalige Bürger der DDR werden sich natürlich immer wieder fragen, soll ich dort auch mal hingehen und in die Akten reinschauen? Am Ende bin ich entsetzt und es wäre besser es nicht getan zu haben.

Ich kenne solche Akten, nicht die meine, aber erschreckend war es auch für mich sie zu sehen. Mit welch riesigem Personalaufwand, mit welch großer Akribie zu den unmöglichsten Tageszeiten die Menschen beobachtet wurden, es ist nicht zu fassen. Beobachtungsorte wurden festgelegt, von denen Tag und Nacht die Zielpersonen ins Visier genommen wurden. Und nicht nur von einer Person, oft waren es mehrere Standorte, aus verschiedenen Richtungen, damit auch jedes Detail erfasst werden konnte. Alles wurde haarklein aufgeschrieben, oft in einer saumäßigen Grammatik.

Hinzu kam: Wer konnte wem trauen? Leute, die noch nie in einer solchen Situation gelebt haben können sich kein Bild davon machen. Die ständige Angst, wird man beobachtet, hat man an irgendeiner Stelle etwas falsches gesagt und es hat einer gehört, der es hätte nicht hören sollen? Wer waren eigentlich wirklich unsere Nachbarn auf dem Campingplatz oder neulich in der Bahn?

Viele sind froh nichts gefunden zu haben, was Freunde belastet. Manchen wurden aber die Augen geöffnet und man muss aufpassen, nicht so ungerecht zu werden, wie die, die einen damals bespitzelt haben. Ich habe gesehen, dass es weh tut und schmerzt, von Freunden verraten worden zu sein.
So kann man nur hoffen, dass beide irgendwann ihren Frieden finden - der Spitzel und der Bespitzelte.

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27.11.08

Seniorenstaat Deutschland

Anfang der Woche wurde der europäische Demographie-Report vorgestellt. Es überrascht nicht, dass festgestellt wurde, dass Europa überaltert; das wird schon seit zig Jahren vermeldet. Überraschend ist allerdings, dass so wenige Länder nicht dagegen steuern, wenn das überhaupt geht.

Die Gründe, warum die Geburtenzahlen generell rückläufig sind, sind bekannt. Man heiratet später, bekommt später Kinder und viele bekommen keine mehr, weil es schon zu spät ist. Was sicherlich aber ein schwerwiegender Grund ist, so schön es auch sein mag, ist die Besserstellung der Frau hinsichtlich der Eigenversorgung und die besseren Berufschancen. Beides geht gemeinsam einher und es ist ja bekannt, dass keine Frau, wenn sie ein gutes Studium hingelegt hat, gleich heiraten und Kinder bekommen möchte. Man will schon auch noch zeigen, was man gelernt hat und was man kann. Ist auch richtig so, damit wird dem Staat auch etwas zurück gezahlt, was vorher investiert wurde.


Natürlich möchten auch diese Frauen gern ein Kind. Die Realisierung des Wunsches wird aber ständig hinausgeschoben. Waren es in Europa 1965 noch 7,6 Millionen Kinder die auf die Welt kamen, sind es heute nur noch 5,1 Millionen. Frankreich hält dabei die Spitzenposition mit 2 Kindern. Deutschland liegt abgeschlagen im untersten Drittel mit 1,3 Kindern. Allerdings muss man sagen, dass in der letzten Zeit zu bemerken ist, dass die Geburtenzahlen wieder etwas steigen, wenn auch auf niedrigem Niveau.


Und wir Alten sind dann wohl in einigen Jahren "unter uns". Das ist auch nicht gut. Ein gute Mischung ist immer das beste. Und wer "verdient" dann noch unsere Rente. Müssen wir dann noch mehr Arbeitskräfte von außen hereinholen? Das gibt auch sozialen Zündstoff.


Ich war anfangs auch nicht begeistert, was unsere Familienministerin so alles für Kinder und junge Familien durchgesetzt hat. Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass es notwendig war, ist, und verstärkt in der Zukunft erhalten bleiben muss wenn wir wirklich nicht zum Seniorenstaat werden wollen.

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18.11.08

Der Wald, das Klima und unsere Politiker

Im noch nicht veröffentlichten Gutachten zum "Waldzustandsbericht 2008", in der Zeitung aber schon mit einem großen Artikel bedacht, steht, dass sich der Wald, zumindest in Baden-Württemberg, in den letzten Jahren erholt hat. Das hört sich ja recht positiv an, denn der Wald ist für uns Deutsche nicht nur mental eine ganz wichtige Größe, auch aus Sicht der Umwelt und letztlich der Wirtschaft.

Der Zeitungsbericht weist jedoch einige Passagen auf, die des Überlegens wert sind. Vorweg aber mal die Frage: Sie erinnern sich schon noch, zumindest die älteren unter uns, dass es solange gar nicht her ist, als der "Saure Regen" täglich in den Medien behandelt wurde? Er war verantwortlich für den Niedergang des Waldes. Dazu kamen noch andere Umweltgifte, irgendwelche Käfer und vor allem das sich verändernde Klima. Es wird zu warm, das Grundwasser sinkt usw. usw. In ein paar Jahrzehnten gibt es gar keinen Wald mehr, das war für viele die logische Konsequenz.

Gesegnet sei das Kurzzeitgedächtnis vieler in der Politik verantwortlichen, denn davon spricht keiner mehr. Die politische Zeitrechnung geht erst von 2000 los und dass der heiße Sommer 2003 dem Wald, und nicht nur dem ziemlich zugesetzt hat, wissen wir. Der Wald hat sich inzwischen auch von diesem Schicksalsschlag erholt und das freut natürlich jeden.
Aber wissen Sie warum er sich erholt hat? Als Ursache dazu nennt der Bericht die günstigen Witterungsbedingungen mit dem feucht-warmen Wetter der vergangenen beiden Jahre, eine geringere Schädigung durch Insekten und eine bessere Nährstoffversorgung der Bäume.

Aber gerade in den beiden letzten Jahren hat man uns doch immer wieder gesagt, wie schlimm bei uns die Situation wegen des Temperaturanstiegs werden wird, es keinen richtigen Winter mehr gibt, nur noch "Nasse Monate" und vieles mehr. Dazu beklagte man die vielen "neuen" Insekten, die aus dem Süden auch noch eingewandert sind. Tut am Ende die "beängstigende" Klimaveränderung unserem Wald noch gut?

Nun frage ich mich, wer schwindelt da, macht jeder seine private Politik, wird nur daher geredet, so wie es grade passt? Oder wie Adenauer schon sagte: Was geht mich mein Gerede von gestern an.

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12.11.08

Gleiche Frage, 10 verschiedene Antworten

Sie kennen das: Sie haben eine Frage und bekommen x-verschiedene Antworten dazu. Jeder sieht die Sache aus einem anderen Blickwinkel und sehr persönlich. Wen wundert es, dass alle Welt auf die gleichen Fragen auch verschiedene Antworten hat.
Hört man die Deutschen zu Wirtschaftskrise, Umweltschutz und Hungersnöten, so unterscheidet sich die Beurteilung zu diesen Themen gegenüber den übrigen Ländern der Welt oft sehr.


Fragt man die Menschen in den Supernationen der Welt, nämlich den USA und Rußland, so sieht man, dort grassiert die Angst vor Terror am stärksten. Bei denjenigen, die militärisch auf der Welt sowieso nichts zu melden haben, wie z. B.Taiwan, Finnland oder Brasilien, wird bei der Bevölkerung die Terrorangst klein geschrieben, aber Umweltschutz ist ganz groß gefragt, größer als in Deutschland. Einige europäische Länder sorgen sich sehr um die Armut in der Welt, die ja ständig zunimmt und sehen das vor allem als die wichtigste Aufgabe der Weltgemeinschaft an, diese zu bekämpfen.


Während des Kalten Krieges hatten viele noch Angst, dass sich die großen Gegner mit Atombomben bekämpfen. Diese haben die Bomben zwar immer noch und einige andere Staaten sind noch dazu gekommen, die Weltbevölkerung interessiert sich aber kaum dafür. Ähnlich ist es mit dem Krieg im Irak, wobei naturgemäß sich die amerikanische Bevölkerung am meisten über diesen Krieg Sorgen macht.
Und würde man die Menschen in den Kriegsgebieten der Welt fragen was sie am meisten bewegt, sähen die Antworten nochmal ganz anders aus.

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Was sind die großen Probleme der Welt? Für jeden sind es andere. Vielleicht sollten wir dann aber etwas mehr Verständnis für diejenigen haben, die sich um viele Probleme der Welt kümmern, z. B. die UN, auch wenn bei denen nicht immer alles gleich so klappt wie wir es uns zuhause auf dem Sofa vorstellen.

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7.11.08

Lebensqualität

"Die Möglichkeit, ein Leben ohne Scham zu führen". So definierte vor über 200 Jahren der britische Moralphilosoph und Volkswirtschaftler Adam Smith einen angemessenen Lebensstandard bzw. eine angemessene Lebensqualität. Die Lebensqualität ist für viele Deutsche angesichts der Finanzkrise wieder ein Thema und bei den schwarzen Amerikanern ist sie es nach der Präsidentschaftswahl auch.

Im ersten Moment sagt man: Wieso hat beides mit Lebensqualität zu tun? Wir Deutschen, die oft den Pessimismus gepachtet haben, sehen uns dieser Tage auf die Armutsgrenze zueilen, die Schwarzen in den USA sagen sich, wenn ein Schwarzer Präsident werden kann, können auch wir alles erreichen, trotz Finanzkrise. Damit sieht man schon, Lebensqualität kann so einfach überhaupt nicht definiert werden.


Lebensqualität hängt stark davon ab, wie hoch ich meine eigenen Lebensziele stecke oder mit was ich bereits zufrieden bin. Ich kam einmal mit einem Geschäftskunden nach den offiziellen Themen auf Privates. Mein Gegenüber war ein junger Mann der von sich aus sagte, dass er keine Ambitionen auf Beförderung und Karriere habe, jede freie Zeit, die er von der Firma bekommt ist ihm wichtiger, da er sie mit seiner Familie verbringen kann. Da ich ihn schon etwas länger kannte glaubte ich ihm auch und ich wusste von seinen Kollegen, dass er dahinter steht und zufrieden ist. Ich war schon verwundert darüber, da ich diese Einstellung jungen Menschen überhaupt nicht zutraute.

Dass Geld und Ansehen nicht alles ist, wissen wir. Nicht zuletzt erfahren wir bei Umfragen immer wieder, dass die Menschen in ärmeren Ländern sich oft für zufriedener halten als die Bewohner der reichen Länder. Und das früher nicht alles besser war, im Gegenteil, für die allermeisten Menschen mehr als nur schlecht, wollen wir oft nicht wahr haben.

Wir Deutschen sind doch schon ein merkwürdiges Volk. Wir spenden weltweit auf höchstem Niveau und jammern gleichzeitig über unsere derzeitige Lage auch auf höchstem Niveau. Und wenn wir ehrlich sind, geht es uns doch generell gut, so gut, wie es uns in unserer Geschichte noch nie ging - Finanzkrise hin oder her.

Aus diesem Grund finde ich es auch prima wenn wir an andere denken und soviel spenden - für eine bessere Lebensqualität derjenigen, die wirklich ganz unten an der Leiter stehen und auch "ein Leben ohne Scham" führen wollen.


Weiter Post: Entwicklungshilfe

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29.10.08

Unsere Meinungsfreiheit

In Deutschland habe wir eine Demokratie und somit auch "Meinungsfreiheit" - ein hohes Gut in der Demokratie. Wir sehen auch manchmal etwas von oben herunter auf die, die diese Freiheit nicht haben. Wie z. B. bei dem Schüler aus Marokko, der nicht "Gott, Vaterland, König" sondern "Gott, Vaterland, Barca (FC Barcelona) " schrieb. Das war Königs-Beleidigung und so muss er 18 Monate ins Gefängnis.

Wir Deutschen haben aber auch ein etwas gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit. Zum Glück haben wir keinen König mehr aber auch bei uns gibt es Themen, bei denen man besser nicht alles sagt was man denkt. Das ging nach dem Krieg mit der Vergewaltigung der Frauen los über Aussagen verschiedener Politiker die anschließend ihre Hüte nehmen durften bis zum jüngsten Fall bei dem sich derjenige wieder entschuldigen musste, für das, was andere wohl anders ausgelegt haben als derjenige, der es sagte.


Ein bekannter französischer Journalist sagte es einmal in etwa so: Die Deutschen laufen ständig mit einem schlechten Gewissen herum und fühlen sich für alles schuldig. Und kommt dann jemand und weist auf eine vermeintliche Kränkung oder was auch immer für einen Umstand hin, zu Recht oder zu Unrecht, gehen wir gleich in Deckung und entschuldigen uns oft ohne nachzufragen.

Sagen wir z. B. etwas Kritisches über die Türken, sind wir ausländerfeindlich, sagen wir etwas über Israel, haben wir etwas gegen die Juden, sagen wir etwas über die Schwarzen, sind wir Rassisten usw. usw.
Oft können wir es keinem Recht machen. Andere europäische Länder sind ganz anders gestrickt. Die sagen es frei heraus und es wird von aller Welt akzeptiert, nicht so bei den Deutschen.

Und das ist unser Problem, wir sagen nicht mehr was wir denken, sondern was andere hören wollen und sind letztendlich stinksauer, nicht mehr unsere Meinung sagen zu können. Damit wird unsere Selbstachtung ständig untergraben und wir brauchen uns nicht mehr zu wundern, dass viele den Mund nicht mehr wirklich aufmachen. Zivilcourage ade?


Zum Schluss komme ich doch noch ins Grübeln. Habe ich jetzt meine Meinung geschrieben oder nur die, die ich schreiben darf?

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23.10.08

Deutschland deine Bildung

Mit der Bildung entscheidet man über die Zukunft eines Landes. Das hört sich vielleicht etwas stark an, wenn aber Niveau und Leistung verfallen hilft auch keine Wirtschaftskraft mehr. Um so mehr verwundert es einen, wie in Deutschland über Bildung gestritten wird ohne zu wirklichen und einheitlichen Entschlüssen zu kommen.

Durch unseren Föderalismus haben wir für mich völlig unverständlich 16 verschiedene Wege zum Abitur und eben so viele verschiedene Abschlüsse. Und da wundern sich die Politiker, wie wir in Sachen Bildung dastehen. Bildung ist so wichtig, dass es zentral gesteuert werden muss und nicht zerrissen wird durch die Bundesländer. Die Selbstdarstellung der einzelnen Kultusminister ist oft derart peinlich, dass man meinen könnte im Kindergarten zu sein. Diese Ministerien sind so überflüssig wie ein Kropf. Der Bildungsgipfel, der gestern zu Ende gegangen ist, endete, wie nicht anders zu erwarten, quasi mit einem Desaster. Das konnte auch Frau Schavan in den Nachrichten nicht schön reden.

Und dann wird noch eine Bildungs-Studie in Auftrag gegeben, bei der jeder schon vorher weiß was rauskommt, nämlich: Besonders Kinder aus sozial schwachen Schichten können wegen den Studiengebühren nicht studieren und somit sind die Studentenzahlen rückläufig. Mal ehrlich, wenn Sie gefragt werden: Bist du in der Lage Studiengebühren zu zahlen, sagt doch jeder erst einmal nein.

Ich bin allerdings noch nicht ganz dahinter gekommen was hier für eine Politik getrieben wird und was durch solche Ergebnisse bezweckt werden soll. Wahlkampftaktik?
Studiengebühren halten im Grunde keinen vom Studium ab. Wer wirklich studieren will und weiß, was er studieren will, macht es möglich. Ok, es gibt sicherlich Härtefälle, aber dafür könnte man, wenn man will, Lösungen finden - wird im Ausland schon lange praktiziert. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Studierwilligen trotz Gebühr sogar gestiegen - also kein Argument gegen Studiengebühren.

Das Schlimme an unserer Bildungspolitik ist, dass alle wissen woran es wirklich krankt und aus lauter Kompetenzgerangel und Eitelkeiten der Länder passiert nichts. Der Bund soll zahlen aber nichts zu sagen haben. Und so sieht es aus, dass in den nächsten Jahren wieder viel geredet und wenig getan wird. Meine Enkel tun mir jetzt schon leid.

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3.10.08

Einheit Deutschlands

Manchmal frage ich mich, wie einheitlich sind wir denn nun schon, nach doch so vielen Jahren? Generell betrachtet hat sich schon vieles zum Positiven entwickelt. Viele fahren in den Urlaub nach Rügen und man sagt nicht mehr, dass man in den Osten fährt. Betrachtet man aber bei dieser Gelegenheit die Löhne und Preise, so meint man, die Wiedervereinigung sei noch nicht so lange her.
Warum kann man hier nicht endlich mal "Einheit" schaffen.


Die Parteien haben es doch auch schon geschafft und man akzeptiert das. Dennoch, und das ist das Verrückte, geht bei jeder Landtagswahl der Aufschrei von neuem los: Die Linken sind da! Dass man nicht sagt: Die vom Osten sind da, fehlt gerade noch. So brauchen wir vermutlich noch lange, bis wir uns "aneinander gewöhnt haben".


Dass wir im "Westen" auch nicht alles richtig machen zeigt uns nicht nur die "Linke", auch die Wahlen in Bayern haben gezeigt, dass manchen Parteigrößen die Basis ziemlich Wurst ist und auch im Musterland ("Bayern ist schon da wo Deutschland noch hin will" - au weia) hatte man schon länger den Eindruck, dass das Königtum wieder eingeführt wurde, viele das aber nicht mitbekamen und jetzt erst aufgewacht sind.

So soll mal jeder vor seiner eigenen Haustür kehren und nicht nur die Probleme der anderen hervorheben. Aber trotzdem, irgendwie können wir doch stolz sein, dass wir das mit der Wiedervereinigung so hinbekommen haben auch wenn uns das viel Geld und Nerven kostet.

Und wenn ich mir so überlege, dass meine Generation, bei allen politischen Wirren, Problemen, Auseinandersetzungen usw. in Deutschland und im Umland mit keinem Krieg konfrontiert wurde muss ich sagen, wir können heute am 3. Oktober froh und glücklich sein. Man muss kein Berufsoptimist sein um zu sagen, das mit der "Einheit", das kriegen wir dann auch noch hin.

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25.5.08

Bonn und die toten Bienen

Stellen Sie sich mal vor: Es gibt keine Bienen mehr.
Sind Sie der Typ: Na, dann ess ich eben Marmelade oder der: In dem Fall werde ich zum Umweltschützer (manche brauchen bekanntlich immer einen Tritt in den H......).

Die UN Artenschutzkonferenz in Bonn ist vorbei, das Alltagsgeschäft hat uns wieder eingeholt und die Bienen, die wegen dem Mais-Spritzmittel umgekommen sind, sind wieder eine Randnotiz geworden bzw. nur noch für die Imker von Bedeutung. Wenn wir so denken, haben wir überhaupt nichts begriffen, geben allerdings zu, dass wir von Natur und dem drum herum aber auch nichts verstehen.

Durch die Bienen, ich sage mal, als sie geschaffen oder "geboren" wurden, entstand erst die Flora die wir heute kennen. Mit ihnen kamen die Blumen, die wir lieben, das Obst, das wir so gern essen, die wunderschönen Felder und Wiesen über die wir immer wieder ob deren Vielfalt staunen und uns begeistern können. All das ist ein gutes Stück auch unseres Lebens, egal ob zum Nutzen oder zur Freude oder beidem.
Jetzt verkürzen wir mal die Aussage: Bienen weg, Blumen und Obst weg, überhaupt alles weg was uns doch soviel Freude bereitet. Übrigens Marmelade gibt es dann auch nicht mehr.

Wenn wir uns das mal verinnerlicht haben verstehen wir auch, dass Flora und Fauna geschützt werden müssen, dass beide einschließlich wir in einer Symbiose miteinander leben. Letztlich sind wir aber die größten Nutznießer, denn die Bienen können ganz gut ohne uns leben, wir ohne sie allerdings nicht bzw. ganz schlecht.

Nun muss nicht gleich jeder ein Umweltaktivist werden. Im Kleinen kann man allerdings auch etwas tun und wenn bekanntlich viele etwas tun, gibt es auch ein Stück. Fangen wir mal damit an, dass wir die Brennnessel im Garten nicht gleich rausreißen sondern stehen lassen, die Schmetterlinge zum Beispiel würden sich schon mal darüber freuen und es wäre doch ein Anfang.

www.zeit.de

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