Senioren Macht
Andererseits werden wir Senioren behandelt, als könnten wir nicht auf 3 zählen. Deshalb schreibt auch die Südwestpresse aus Ulm, dass Senioren als mündige Bürger besser ihre Marktmacht nutzen sollen. Minister Peter Hauk sagte gestern beim Start von Seniorenkonferenzen in Mosbach, dass es erhebliche Defizite in der Verbraucherinformation gebe und er die Senioren ermuntern wolle - "diese einzige noch wachsende Bevölkerungsgruppe" - ihre Machtposition zu erkennen.
Die Senioren über 60 verfügen über die stärkste Kaufkraft in der Deutschen Geschichte. Nach 60 Jahren Bundesrepublik doch auch eine schöner Erfolg für uns. Wir geben immerhin jeden dritten Euro aus - der aus privater Hand kommt. 45 % aller Autos werden von uns gekauft, mit einem 85prozentigen Anteil der Luxuswagen. 35 % aller Pauschalreisen werden von uns gebucht. Nicht auszudenken, wenn wir den Reiseunternehmen wegbrechen würden. Und so könnte man noch viele Dinge aufzählen, bei denen die Senioren Gestaltungsmacht haben. Mal ganz abgesehen davon, was unsere Kinder und Enkel mit dem ihnen zugesteckten Geld auch noch alles kaufen.
Da die Lebenserwartung auch noch zunimmt, hat der Gesundheitsmarkt ein besonderes Auge auf uns Senioren. Leider ist es ja so, dass es im Alter mit der Gesundheit nicht besser wird und so hat jeder seine spezielle Krankheit oder sein spezielles Leiden, mit dem sich die Senioren stärker als mit allem anderen beschäftigen. Das ist die Stoßrichtung vieler Mediziner, wenn sie uns Patienten "individuelle Gesundheitsleistungen" (Igel) anbieten. Sehr sehr viele haben diese Leistungen, die man selbst zahlen muss, angenommen. Ob sie dem Einzelnen wirklich geholfen haben sei dahin gestellt, die Einnahmen bei den Ärzten lagen jedenfalls über 1 Milliarde Euro.
Ich will damit nicht sagen, dass viele Angebote unseriös und keinen Nutzen hätten. Aber eins müssen wir uns doch sagen: Brauchen wir das alles wirklich? Sagen wir manchmal zu schnell "ja"? Dabei wäre es besser gewesen noch einmal darüber nachzudenken oder mit Bekannten darüber zu sprechen? Genieren wir uns, dem Hausarzt gegenüber einmal "nein" zu sagen, bzw. dass er uns zuerst einmal berät und uns Unterlagen für zuhause mitgeben soll?
Auch im Internet gibt es unzählige Angebote in dieser Richtung. Wir wissen zwar, dass gerade dort sich viele Scharlatane tummeln, dennoch aufgepasst, schöne Webseiten sind noch keine Garantie für Qualität höchstens dafür, dass der Anbieter genug Geld hat, sich verführerische Seiten anfertigen zu lassen.
Aus diesem Grund ist es lobenswert, dass die Seniorenverbraucherkonferenzen in Baden Württemberg noch bis Anfang Dezember in den verschiedensten Städten angeboten werden und man dazu beim Kreisseniorenrat nachfragen kann.
Fazit aus dem Ganzen: Bei Gesundheitsfragen die Möglichkeiten abwägen, Rat holen und im Zweifelsfall auch einmal "nein" sagen.
Weitere Artikel zum "Nein"-sagen:
"Nein"- Teil 1
"Nein"- Teil 2
Infos zur Seniorenverbraucherkonferenz
Labels: 60 Jahre Bundesrepublik, Gesundheit, Senioren


















