25.11.07

Die Bibel zu lesen ...

... macht Spaß! Vermutlich halten das manche für einen Witz. Die Bibel ist zwar das meistgedruckte Buch der Welt, aber deshalb noch lange nicht das meist gelesene – stellt man die Anzahl der Bücher der Lesefreudigkeit der Besitzer gegenüber.
Dabei ist die Bibel in ihren Texten so unterschiedlich wie wohl kaum ein Buch über-haupt; ernst, nachdenklich, Weg weisend, verblüffend bis unverständlich.
Aber es gibt im Alten Testament sehr witzige Stellen, wie:

„Lieber einer Bärin begegnen, der man die Jungen geraubt hat, als einem Toren in seinem Unverstand“.
oder
„Besser in einer Ecke des Daches wohnen, als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus“.
und
„Die Tür dreht sich in den Angeln, der Faule in seinem Bett“.

Da muss man doch schmunzeln, oder nicht? Diese Zitate entstammen der Sprichwörtersammlung des Alten Testamentes.
Wenn Sie Lust haben mit mir weiter in der Bibel herumzustöbern, dann „klicken“ Sie sich doch wieder mal bei mir rein.

19.11.07

Ein Schwangerschaftsabbruch ...

ist für jede Frau ein tiefer emotionaler Einschnitt. In der Regel spricht man darüber nicht gern und der Umgang mit dem Abbruch ist schwer. Dass Schwangerschaftsabbrüche rund um die Welt vorgenommen werden ist auch mir bekannt. Bei einer Geschäftsreise in Japan begegnete ich allerdings einem Brauch, der mich doch berührte und nachdenklich machte. Ich besuchte mit Kollegen die Tempelanlage Kiyomizu Dera in Kyoto, als ich das erst mal auf eine Gedenkstätte stieß, die mit kleinen Mönchsstatuen angefüllt war. Teilweise hatte die Figuren auch rote Tücher um.


Auf meine Frage hin, was das zu bedeuten habe, erklärte mir der in Japan lebende Kollege, dass jede Figur für ein abgetriebenes Kind steht. Die Eltern zahlen viel Geld für die Mönchsstatue Jizo, so heißt der Mönch nämlich. Die Eltern wollen sich damit schützen und die ungeborenen Kinder beschwichtigen, damit ihnen hier auf dieser Welt kein Unheil wiederfährt. Die japanische Mythologie sagt nämlich, dass die Seelen dieser Kinder und auch derjenigen die tot geboren werden, den Fluss des Todes nicht überqueren können. Durch den Kauf der Statue wollen sie Jizo bitten, dem Kind zu helfen.


Ich habe noch einige solcher kleinen Friedhöfe gesehen und auch später noch an diesen Brauch denken müssen und ich frage mich, kann man damit seinen Seelenfrieden finden? Als Mann kann man sich nicht in eine Frau hineindenken, die dieses Problem verarbeiten muss, aber vorstellen kann ich mir, dass es sehr schwer ist.

01.11.07

Wer kennt sie nicht...

die stolzen Indianer Nordamerikas? Wer hat in seiner Jugend nicht mit ihnen mitgelitten oder mitgefiebert wenn man Karl May gelesen hat? Heldenhaft und stolz, die Ureinwohner Amerikas, so kennen wir sie. Und nun findet man im Schlamm des Columbia Rivers nahe Kennewick im US-Bundesstaat Washington Knochen, die auf ein Alter von über 9000 Jahren datiert werden. Erst dachte man, das ist vielleicht ein Trapper aus der Zeit der Kolonialisierung. Nein, und das war die Sensation, er ist vielleicht älter als die Indianer, und die Spitze von allem: Vom Typ her ist er „kaukasoid“, das heißt er trägt europäische/südostasiatische Züge, also eindeutig nicht indianische. Das ist starker Tobak für die Indianer, die entgegen der offiziellen Meinung, dass die Indianer wohl aus sibirischen Gegenden eingewandert sind, sagen, sie sind seit der Erschaffung der Welt hier.

Wenn man sich das alles so überlegt: Da untersucht man ein paar Knochen aus einem Fluss und ein ganzes Weltbild stürzt ein. Als Tatsache kann man wohl annehmen, dass keiner so recht weiß, wann und wie Amerika wirklich besiedelt wurde: Über die Beringstraße, oder waren es Küstenbewohner aus Südeuropa oder Afrika, kamen sie mit Schiffen von den Inseln aus dem Pazifik, manche behaupten, dass es die Chinesen gewesen sind, oder kamen sie von allen Seiten?

Irgendwie ist es aber doch beruhigend zu wissen, dass man doch nicht alles weiß, trotz aller Hightech-Geräte, trotz eines vermeintlich hohen Wissensstandes. So können dann alle ihre Phantasie walten lassen, die Wissenschaftler mit ihren Einwanderungstheorien und die Indianerfans mit ihren Helden in der weiten Prärie.