01.11.07

Wer kennt sie nicht...

die stolzen Indianer Nordamerikas? Wer hat in seiner Jugend nicht mit ihnen mitgelitten oder mitgefiebert wenn man Karl May gelesen hat? Heldenhaft und stolz, die Ureinwohner Amerikas, so kennen wir sie. Und nun findet man im Schlamm des Columbia Rivers nahe Kennewick im US-Bundesstaat Washington Knochen, die auf ein Alter von über 9000 Jahren datiert werden. Erst dachte man, das ist vielleicht ein Trapper aus der Zeit der Kolonialisierung. Nein, und das war die Sensation, er ist vielleicht älter als die Indianer, und die Spitze von allem: Vom Typ her ist er „kaukasoid“, das heißt er trägt europäische/südostasiatische Züge, also eindeutig nicht indianische. Das ist starker Tobak für die Indianer, die entgegen der offiziellen Meinung, dass die Indianer wohl aus sibirischen Gegenden eingewandert sind, sagen, sie sind seit der Erschaffung der Welt hier.

Wenn man sich das alles so überlegt: Da untersucht man ein paar Knochen aus einem Fluss und ein ganzes Weltbild stürzt ein. Als Tatsache kann man wohl annehmen, dass keiner so recht weiß, wann und wie Amerika wirklich besiedelt wurde: Über die Beringstraße, oder waren es Küstenbewohner aus Südeuropa oder Afrika, kamen sie mit Schiffen von den Inseln aus dem Pazifik, manche behaupten, dass es die Chinesen gewesen sind, oder kamen sie von allen Seiten?

Irgendwie ist es aber doch beruhigend zu wissen, dass man doch nicht alles weiß, trotz aller Hightech-Geräte, trotz eines vermeintlich hohen Wissensstandes. So können dann alle ihre Phantasie walten lassen, die Wissenschaftler mit ihren Einwanderungstheorien und die Indianerfans mit ihren Helden in der weiten Prärie.