11.11.07

Das Alter ist die Morgenröte ...

der Weisheit – ein chinesisches Sprichwort. Als ich das zum ersten Male las, war ich noch ein ganz schönes Stück jünger und ich sagte mir Spaß halber, dass ja dann nichts mehr schief gehen kann, wenn ich mal älter bin. Weisheit ist ja immer gut. Nun bin ich langsam in dem Alter und warte immer noch auf die Weisheit. Aber Spaß beiseite, Weisheit, ein oft gebrauchtes Wort und keiner weiß so richtig, wann ist man weise, wer ist weise und wie definiert man eigentlich weise?

Wenn Ältere jungen Leuten Ratschläge geben, ist das nur lediglich Erfahrung, ist es weise, eine Mischung von allem oder was nun? Kann man Weisheit überhaupt weitergeben? Glaube ich nicht. Weisheit muss man wohl für ich selbst„erarbeiten“. Vielleicht ist es auch so, wenn man nicht danach strebt, erlangt man sie. Vor allem, glaube ich, merken das, wenn überhaupt, die andern, nicht man selbst. Sich selbst für weise zu halten ist schon sehr gefährlich; dabei ist die Grenze der Selbstgefälligkeit, Torheit und Arroganz schnell überschritten.

Nach Weisheit zu streben ist gut, es ist aber wie vieles, ein Weg, ein langer, nicht etwa ein Ziel, schon gar nicht ein wirklich erreichbares Ziel. Eine mögliche Wegbeschreibung eröffnet das Buch der „Weisheit“, in „Das Wesen der Weisheit“ 5/21, da heißt es: „In ihr ist ein Geist, gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorgen, alles vermögend ....“

8.11.07

Entwicklungshilfe ...

die ankommt. Gibt es jemanden, der nicht bei der Tsunami-Flutkatastrophe gespendet hat? Hoffentlich ist auch alles dort angekommen, wie es uns die Hilfsor-ganisationen versprochen haben. Manchmal hat man schon ein komisches Gefühl im Magen, ob nicht doch nur einige Mitarbeiter in der Verwaltung eingestellt wurden oder sonst auf dem Weg einiges versickert ist. Jetzt geht es wieder auf Weihnachten zu und wie jedes Jahr kann man sich vor Bettelbriefen kaum noch retten.

Das Internationale-Kolpingwerk mit Sitz in Köln geht da anders vor. Der Verband, der bereits auch in vielen asiatischen Ländern Kolping-Gemeinschaften aufgebaut hat, unterstützt direkt vor Ort, wo die Hilfe am nötigsten ist. Ein Projekt läuft schon eine zeitlang in der Kleinstadt Tan-Loc, im Osten Vietnams. Die Mitglieder der Kolpings-familie sind dort überwiegend einfache Fischer, die ihren Lebensunterhalt auf dem Meer verdienen. Der Fang wird dann von Großhändlern aufgekauft, oft zu schlechten Preisen. Für die Familie bleibt dann nicht mehr viel übrig. Das Kolpingwerk unter-stützt mit Spenden die Weiterverarbeitung der Fische zu Fischsaucen, die in Vietnam bei keinem Essen auf dem Tisch fehlen dürfen. Diese Weiterverarbeitung macht die Menschen unabhängiger vom Fang und den Großhändlern. Das Einkommen steigt, Rücklagen werden gebildet und immer mehr Fischer können einsteigen und verbessern damit die gesamte Lage der Region. Jede Spende hierzu kommt direkt der Kolpingfamilie dort zugute und macht keine Umwege.
Das ist mal Entwicklungshilfe, wie man sie sie sich vorstellt. Direkt zu den Menschen vor Ort, sozusagen eine Soforthilfe und nicht für eine Hilfe irgendwann in der Zukunft.

http://www.kolping.de

4.11.07

Ständig umorganisieren ...

kennen Sie das auch? Keine Firma bleibt davor verschont, so auch die nicht, in der ich arbeitete. Institutionen sind betroffen und auch mancher Verein leidet darunter. Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, es läuft nun endlich reibungslos, alle wissen wer was macht, kommt man wieder mit einer neuen Idee, die noch besser sein soll. Böse Zungen behaupten, das ist Absicht, das hat Methode. Die Leute sollen nicht zur Ruhe kommen und dadurch am Ende noch faul werden.

Wie das oft nach außen wirkt wird außer Acht gelassen. Es wird damit getröstet, dass wir nun nur noch viel besser sind – was da manchmal rauskommt, wissen viele. Was aber dennoch interessant ist: Dem in der anderen Firma geht es genauso. Und so findet man ganz schnell Verbündete mit denen man sein Leid klagen kann und rückt so, in Verbundenheit mit den gleichen Problemen, enger zusammen. Der Witz ist, von da an arbeitet man oftmals besser zusammen und tatsächlich hilft es der Firma. Allerdings war dieser Weg bei der Umorganisation überhaupt nicht vorgesehen.

Das Umorganisieren hat eine lange Tradition. Auf der Suche nach der ältesten überlieferten Version dieses „Mitarbeiterleidens“ stieß ich auf folgendes:

Wir übten mit aller Macht –
aber wenn immer wir begannen,
zusammengeschweißt zu werden,
wurden wir umorganisiert.

Ich habe später im Leben gelernt,
dass wir oft versuchen
neuen Verhältnissen durch umorganisieren zu begegnen.
Es ist eine phantastische Methode.

Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts,
wobei sie gleichzeitig Verwirrung schafft
die Effektivität mindert
und demoralisierend wirkt.

(Gaius Petronius, Römischer Feldherr, 80 n. Ch.)

1.11.07

Alle reden vom Wetter ....

und die wenigsten verstehen etwas davon. Das hindert viele nicht daran, unprofessionell mitzudiskutieren. Alle, die nicht an der Oberfläche bleiben wollen, aber dennoch ohne profunde Vorkenntnisse sich informieren und weiterbilden möchten, gibt die Zeitschrift PM eine gute Gelegenheit. Hier erfährt der Leser nicht nur was „Klima“ bedeutet, ob der Golfstrom versiegen wird oder nicht, ob die Eisbären demnächst aussterben oder die Malediven morgen im Wasser versinken, höchst interessant ist die Feststellung, dass die Wetteraufzeichnungen zu dem Zeitpunkt beginnen, als die „kleine Eiszeit“ vor 150 Jahren eine Ende nahm. Logischerweise nehmen dann wieder die Temperaturen zu (auch ohne Autoabgase) und vergleicht man die Temperaturen des Mittelalters mit den heutigen, dann kommt man auf keine wesentlichen Unterschiede.

Allerdings wäre es nun zu kurz gedacht zu sagen, dann brauchen wir nichts für unsere Umwelt tun, es gibt ja gar nicht den Klimawandel, das auf und ab der Temperaturen ist völlig normal. Wer so denkt, braucht sich nur die Luft in den großen Städten in unser Welt, insbesondere die in Asiens, ansehen und somit auch die Leiden der Menschen, insbesondere die der Kinder, die dadurch entstehen. Diese Realität lässt uns dann ganz schnell wieder zu Umweltschützern werden. Und das ist gut so.

Quelle:
Dirk Maxeiner: Klimawandel, alles nur Panikmache?, PM Magazin, Mai 2007, S. 24 - 36