2.12.07

Über Radikalismus ...

liest man heute andauernd und bringt ihn dabei in der Regel mit dem Islam in Verbindung. Ehrlich gesagt ist das unfair. Radikalismus gibt es in jeder Religion, in der Politik, schlicht überall in der Welt. Die engsten Radikalen sind die eigenen Kinder. Jeder der Kinder großgezogen hat weiß wovon ich rede. Schlagen sie denen mal was ab, wenn sie im Laden stehen und Gott und die Welt schaut zu. Man sieht den Leuten an, wie sie denken: „Da bin ich mal gespannt wie das ausgeht.“ Oder: „Dem tät ich ein paar hinter die Löffel hauen“, oder, oder, oder. Selber kocht man innerlich und traut sich nicht zu tun und ist nur froh, wenn man aus dem Laden draußen ist. Es gibt aber auch genügend vermeintlich liebe Mitbürger, die plötzlich radikale Züge erkennen lassen, wenn man ihre Meinung oder Überzeugung nicht teilt und sei es „nur“ bei der Kindererziehung.

Ich lehne Radikalismus „radikal“ ab, in welcher Form auch immer, ohne gleich ein Weichei zu sein. Man kann dennoch seine Meinung vertreten und sollte es auch tun. Ich kann aber denjenigen nicht vertragen, die seine Grenze nicht erkennt, wo seine Freiheit des Wortes und des Tuns endet und meine beginnt. Radikalismus hat nur Unglück und viel Leid in die Welt gebracht. Jeder, der abends die Nachrichten im Fernseher ansieht, sieht meist mehr davon als ihm lieb ist.

Trotz allem muss man immer wieder aufpassen, dass man nicht auch selbst seine Meinung einem andern überziehen möchte, weil man so überzeugt von ihrem „guten Inhalt“ ist. Also steckt doch etwas in uns Menschen, andere für einen selbst gefügig zu machen und das ist Radikalismus im Kleinen bzw. im Ansatz. Ich will damit keinen Radikalen entschuldigen aber jeder muss für sich aufpassen, kein Wasser zu predigen und Wein zu Trinken.