Ständig umorganisieren ...
kennen Sie das auch? Keine Firma bleibt davor verschont, so auch die nicht, in der ich arbeitete. Institutionen sind betroffen und auch mancher Verein leidet darunter. Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, es läuft nun endlich reibungslos, alle wissen wer was macht, kommt man wieder mit einer neuen Idee, die noch besser sein soll. Böse Zungen behaupten, das ist Absicht, das hat Methode. Die Leute sollen nicht zur Ruhe kommen und dadurch am Ende noch faul werden.
Wie das oft nach außen wirkt wird außer Acht gelassen. Es wird damit getröstet, dass wir nun nur noch viel besser sind – was da manchmal rauskommt, wissen viele. Was aber dennoch interessant ist: Dem in der anderen Firma geht es genauso. Und so findet man ganz schnell Verbündete mit denen man sein Leid klagen kann und rückt so, in Verbundenheit mit den gleichen Problemen, enger zusammen. Der Witz ist, von da an arbeitet man oftmals besser zusammen und tatsächlich hilft es der Firma. Allerdings war dieser Weg bei der Umorganisation überhaupt nicht vorgesehen.
Das Umorganisieren hat eine lange Tradition. Auf der Suche nach der ältesten überlieferten Version dieses „Mitarbeiterleidens“ stieß ich auf folgendes:
Wir übten mit aller Macht –
aber wenn immer wir begannen,
zusammengeschweißt zu werden,
wurden wir umorganisiert.
Ich habe später im Leben gelernt,
dass wir oft versuchen
neuen Verhältnissen durch umorganisieren zu begegnen.
Es ist eine phantastische Methode.
Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts,
wobei sie gleichzeitig Verwirrung schafft
die Effektivität mindert
und demoralisierend wirkt.
(Gaius Petronius, Römischer Feldherr, 80 n. Ch.)


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