11.11.07

Das Alter ist die Morgenröte ...

der Weisheit – ein chinesisches Sprichwort. Als ich das zum ersten Male las, war ich noch ein ganz schönes Stück jünger und ich sagte mir Spaß halber, dass ja dann nichts mehr schief gehen kann, wenn ich mal älter bin. Weisheit ist ja immer gut. Nun bin ich langsam in dem Alter und warte immer noch auf die Weisheit. Aber Spaß beiseite, Weisheit, ein oft gebrauchtes Wort und keiner weiß so richtig, wann ist man weise, wer ist weise und wie definiert man eigentlich weise?

Wenn Ältere jungen Leuten Ratschläge geben, ist das nur lediglich Erfahrung, ist es weise, eine Mischung von allem oder was nun? Kann man Weisheit überhaupt weitergeben? Glaube ich nicht. Weisheit muss man wohl für ich selbst„erarbeiten“. Vielleicht ist es auch so, wenn man nicht danach strebt, erlangt man sie. Vor allem, glaube ich, merken das, wenn überhaupt, die andern, nicht man selbst. Sich selbst für weise zu halten ist schon sehr gefährlich; dabei ist die Grenze der Selbstgefälligkeit, Torheit und Arroganz schnell überschritten.

Nach Weisheit zu streben ist gut, es ist aber wie vieles, ein Weg, ein langer, nicht etwa ein Ziel, schon gar nicht ein wirklich erreichbares Ziel. Eine mögliche Wegbeschreibung eröffnet das Buch der „Weisheit“, in „Das Wesen der Weisheit“ 5/21, da heißt es: „In ihr ist ein Geist, gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorgen, alles vermögend ....“