8.12.09

Die Weltklimakonferenz und unsere Umwelt

Am Thema "Klima" kommt man dieser Tage nicht vorbei. Wenn das die Staatsoberhäupter der Welt auch alle so sehen würden und in hellen Scharen nach Kopenhagen reisen würden, wäre das sehr schön.

Bei den vielen Einzelthemen, die alle unter "Klima" laufen, den vielen und verschiedenen Zahlen zu CO2-Emission, der Verschmutzung der Meere durch Schwermetalle und anderen Schadstoffe kommt man recht schnell zu der Frage, wie war es denn bisher? Nicht gestern und vorgestern, nein vor hundert Jahren und mehr.

Zwischen den Jahren 1000 und 1230 n. Ch. hatten wir hier in Europa das mittelalterliche Wärmeoptimum, d. h. im Durchschnitt etwa 2° C wärmer als heute, und das ist einiges. Dann kühlte es sich ab, um dann um 1930 herum wieder über den Durchschnittswert des 19. Jahrhunderts anzusteigen. 1944 zum Beispiel. Dieses Jahr, als Tausende unserer Soldaten vor Stalingrad erfroren, sei angeblich das kälteste Jahr im ganzen letzten Jahrhundert gewesen. Nun sah ich eine Statistik, die 1944 als das Jahr ausweist, das die höchste durchschnittliche Erwärmung zwischen 1900 und 1980 hatte. Diese verschiedenen Aussagen irritieren.

Weiterhin verstehe ich nicht, dass das Grönlandeis seit etwas 1870 ohne Unterbrechung bis heute schmilzt. Damals gab es weder Autos noch zu viele Rindviecher, keinen überhöhten Anbau von Getreide oder anderen Früchten die in hohem Maße CO2 produzierten hätten. Wie passen diese, sicherlich erklärbaren "Ungereimtheiten" für einen Laien zusammen.

Solange es diese und andere "Ungereimtheiten" gibt, vermischt mit immer wieder lancierten Meldungen, dass es eine Klimakatastrophe gar nicht geben wird, dass die Politiker dieses Thema nur für sich ausnutzen (kennen wir von der Bush-Regierung), solange wird die Menschheit nicht an einem Strick ziehen, da können wir hier in Deutschland machen was wir wollen.

Dennoch hoffe ich mit vielen, dass durch Kopenhagen viele Staatsoberhäupter wirklich daran erinnert werden, dass Umweltschutz für sie, für uns und unsere Nachfahren überlebensnotwendig ist. Denn gerade sie müssen die ersten in ihren Ländern sein, die Leben vor Profit stellen.

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5.12.09

Bleiberecht, unser Advent und ein Aidsdrama - Mein Wochenrückblick

Bleiberecht
Natürlich umstritten, klar. Wenn aber u. a. junge Leute aus der Ausbildung herausgerissen und abgeschoben werden, wo bleibt da die Menschlichkeit, mal abgesehen vom Schicksal des Einzelnen? Deshalb sollten wir den Leuten schon sagen, ob sie nun für immer oder gar nicht bleiben dürfen. www.focus.de

Advent ist kein Konjunkturprogramm
Richtig entschieden von Karlsruhe. Wir können den Profit nicht immer auf die erste Stelle heben und gleichzeitig Friede, Ruhe und Gelassenheit predigen. www.heute.de

Die vergessene HIV-Welt
Wenn es um Aids-Tote geht ist die Ukraine Spitzenreiter - ein trauriger Spitzenreiter. Hier wurde das Thema zu lange tabuisiert und nun hat jeder 15. Einwohner von Odessa Aids. www.tagesschau.de

Die verlorenen Väter
Auch unsere Gesetzgebung lässt einen manchmal schon wundern. Da wird beim Sorgerecht von Eltern, Elternteilen und Müttern gesprochen. Das Wort "Vater" kommt nirgends vor. Gab´s den bei der Zeugung gar nicht? www.stern.de

Bayern fast Schweiz
Nun haben sich die Bayern im Rauchverbot doch durchgesetzt: Es gibt einen Volksentscheid. Also so schlecht ist diese Lösung doch gar nicht. Bei den Schweizern funktioniert das doch recht gut. www.heute.de

Sport für uns Senioren
Sport hält gesund! Wenn man es nicht übertreibt, sicherlich. Dennoch muss man es immer wieder einmal lesen, damit der innere "Schweinehund" überwunden wird. www.focus.de

Rente wieder weniger
Nächstes Jahr ist es wieder soweit. Dann kommt eine Zusatzversicherung zur Krankenversicherung. Die Rente wird dann wieder weniger. www.heute.de

Greenpeace lobt unsere Supermärkte
Auch mal eine gute Nachricht. Sonst hören wir von Aldi, Lidl & Co oft nicht so viel Gutes. www.focus.de

Absolut affig
Ein Orang Utan gestaltet seine eigene Facebook-Seite. Manchmal wissen die Leute wirklich nicht mehr was sie für einen Blödsinn anstellen sollen um Aufmerksamkeit zu erreichen. www.heute.de

Skandinavien
Fisch, Fleisch und eine süße Versuchung. Lassen Sie sich allein schon von den Bildern verwöhnen. Skandinavisches Essen ist immer gut. www.stern.de

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2.12.09

Sonntagsruhe

Nachdem sich die Diskussion über die Sonntagsruhe etwas geglättet hat, kann man jetzt mehr in Ruhe über das Karlsruher Urteil nachdenken. Dass überhaupt das Gericht in Karlsruhe darüber entscheiden musste, dass wenigstens ein Tag in der Woche Ruhe herrschen sollte, ist für mich ein Witz.

Nicht nur weil das schon im Buch Genesis steht, dass der siebte Tag in der Woche ein Ruhetag sein soll, nein, der Mensch ist einfach keine Arbeitsmaschine, auch wenn sich das Herr Wowereit von Berlin sich so vorstellt. Denn anders kann man seinen Kommentar zum Karlsruher-Urteil nicht erklären, wenn er in etwa so sagte, dass ein Sonntag, an dem nicht eingekauft werden könnte, nicht mehr zeitgemäß sei. Kapitalismus und Maximierung des Profits pur, und das von einem SPD-Mann, dessen Partei doch die arbeitende Bevölkerung vertritt.

Natürlich schön für die, die nicht hinter der Ladentheke stehen und deren Familien allein zuhause sitzen. Überhaupt Familie! Vielleicht haben Sie im Fernsehen auch den guten Mann gehört, der sagte, dass heute im Grunde genommen die Familien sowieso nicht mehr wissen was sie zusammen unternehmen sollen, und deshalb ist der verkaufsoffene Sonntag gut, da können man wenigsten gemeinsam shoppen und sich in den Kaufhäusern amüsieren. Vermutlich hat der Mann sogar Recht, auch wenn das ja wirklich mehr als traurig ist.

Da bekanntlich der Umsatz nicht dadurch gesteigert wird, wie lange und wie oft man einkaufen kann, sondern dass er davon abhängt, wie viel Geld die Leute ausgeben wollen und können, bringt eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf Sonntag kaum etwas. Das was dieser Tag für viele wirklich bringt, ist Hetze und Stress. Haben wir die Diskussion über Stress, ausgebrannt sein, Erfolgsdruck im Betrieb, im Sport und zu Hause schon vergessen? Dann war das Signal von Robert Enke ja ganz umsonst und als solches wollte man es doch verstehen.

Diejenigen, die die Bibel geschrieben haben, waren ja auch nicht ganz dumm und haben schon damals gesehen, was passiert, wenn der Mensch nur noch arbeitet. Eine religiöse Schrift ist immer auch ein Verhaltenskodex für das tägliche Leben und nicht nur eine fromme Schrift. Das ist bei allen Religionen so, nur nicht bei der "Religion" des Atheismus. Vielleicht kommen die aber auch noch drauf, man sollte ja die Hoffnung nie aufgeben.

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1.12.09

Meine zwei Adventskalender

Ich habe heuer, diesen Luxus leiste ich mir, zwei Adventskalender. Der eine ist genauso wie Adventskalender halt sind – mit einem schönen weihnachtlichen Motiv vornedrauf: Einem hell erleuchteten Häuschen am Waldesrand mit viel Schnee und einem Schlitten voller Päckchen davor ... und mit zwei Dutzend, von eins bis vierundzwanzig nummerierten Fensterchen.

Wenn man dann – am jeweiligen Tag natürlich – ein Fensterchen öffnet, findet man einen Schneekristall, eine Wunderkerze oder einen himmlischen Stern. Wie in einem richtigen Adventskalender. Es ist ja auch ein richtiger Adventskalender. Ich hab ihn an meine Wohnungstüre geklebt, innen, eine Handbreit über dem Türgriff. Und jedes Mal, bevor ich am Morgen meine Wohnung verlasse, öffne ich ein Fenster.

Mein zweiter Adventskalender sieht in Wirklichkeit auch wie ein richtiger Adventskalender aus. Genau genommen schaut er dem ersten zum Verwechseln ähnlich. Das gleiche weihnachtliche Bild vornedrauf, mit dem Häuschen, dem Schlitten und dem Schnee. Gleich groß, gleich bunt. Gleich teuer war er auch; aber das nur am Rande.

Beim zweiten Adventskalender – macht mir das bloß nicht nach! – hab ich noch vor dem ersten Dezembertag die Rückwand mit den kleinen Bildern hinter den Fensterchen entfernt.. Und wenn ich jetzt so ein Adventskalenderfenster öffne, finde ich – nichts! Keinen Schneekristall, keine Wunderkerze und keinen himmlischen Stern. Ich kann durch das Fenster durchschauen, wie durch ein richtiges Fenster. Diesen zweiten Adventskalender hab ich an mein Schlafzimmerfenster geklebt. Jeden Tag, gleich nach dem Aufwachen, öffne ich einen der vierundzwanzig winzig kleinen Fensterläden und schaue hinaus auf die Straße vor meiner Wohnung.

Einmal sah ich, wie gerade der Müllwagen vor unserem Haus stehen blieb und Berge von Müll in sich hineinschluckte. Ich sah auch schon Kinder mit schweren Schultaschen und sehr blassen Gesichtern Richtung Schule laufen. Ehepaare miteinander streiten. Autofahrer, die einander beschimpften, bloß weil der eine in dieselbe Parklücke einbiegen wollte wie der andere. Einen Rettungswagen, der einen Kranken abholte. Viele müde Menschen hab ich schon gesehen, durch meine Adventskalenderfensterchen, ein paar zufriedene, ein paar traurige, Menschen wie...

Kurz und gut: Durch die Fensterchen in meinem Adventskalender, der am Schlafzimmerfenster klebt, sehe ich ein kleines Stück von der ganz gewöhnlichen Welt da draußen. Manchmal macht mich das fröhlich, manchmal, ziemlich oft sogar , nachdenklich, je nachdem.

Heute früh hab ich durch das Adventskalenderfensterchen einen Mann gesehen ...hat ganz schön geschwankt; ich fürchte, der hat wohl viel zu viel getrunken, letzte Nacht. Vielleicht ist er einsam gewesen, verzagt, verzweifelt – Freundin verloren, den Job, die Wohnung, den Sinn des Lebens aus den Augen verloren ... Was weiß ich !

In meinem Tür-Adventskalender, dem ganz normalen, wie ihr ihn wohl auch zu Hause habt, war ein Engel abgebildet, einer mit weißen Locken und goldenen Flügeln. Herrlich, lieblich, wunderschön. Ein Vorbote vom großen Weihnachtsfest.

Seit ich zwei Adventskalender habe, diesen Luxus leiste ich mir, kann ich beides sehen: den Alltag, vor meinem Fenster, aber auch die Tannenzweige, die Lichter, die Engel und – in eine paar Tagen schon – das Kind in der Krippe.

Ich gehe jetzt öfters aus dem Haus, den Stern und den Wunderkerzenschein vom Tür-Adventskalender in meinem Herzen. Vielleicht begegnet mir ja gerade heute, draußen auf der Straße, einer, den ich durch das andere Adventsfensterchen schon gesehen habe ...

Walter Müller, „Kerzenhell wird die Nacht“, ISBN 3-15-018316-2

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