Opel - Ausstieg vom Einstieg
Eigentlich könnten die Opel-Mitarbeiter stolz darauf sein zu hören, wie wichtig sie dem GM Konzern sind. Man will sie nicht gehen lassen. Dass man das "Tafelsilber" Opel überhaupt verkaufen wollte, verstanden sowieso viele nicht.Die Art und Weise, nicht nur wie man mit den Mitarbeitern umgegangen ist, sondern wie überhaupt die ganzen Verhandlungen seitens GM geführt wurden ist menschenunwürdig und verstößt für uns gegen alle guten Sitten. Wir können uns aber aufregen wie wir wollen, das ist der amerikanische Stil, der hier von uns nicht verstanden wird. Auf der anderen Seite des Teiches tickt man anders.
Blauäugig waren neben unseren Politikern auch viele aus der europäischen Konzernzentrale, die die Wahrheit nicht sagen wollten, vielleicht auch nicht sehen wollten oder absichtlich unterdrückten. Zwischendurch kam ja immer wieder einmal durch, dass die Konzernspitze in Detroit eine völlig andere Denke an den Tag legt als wie wir es gewohnt sind und viele Streithähne sich erst zusammenraufen müssen. Abgesehen davon, dass die US Regierung jetzt auch noch mitredet.
Natürlich lässt sich der amerikanische Arbeitnehmer auch nicht alles gefallen, das ist von Bundesstaat zu Bundesstaat aber sehr verschieden. Die Bundesstaaten im Nordosten sind viel stärker gewerkschaftlich durchsetzt als z. B. die in den Südstaaten. Im Nordosten wird mehr für den Arbeiter erkämpft als in den anderen Staaten, dennoch bitte nicht mit Deutschland oder dem Verhältnis zwischen Gewerkschaft, Staat oder Industrie vergleichen.
Z. B. die Südstaaten: Wenig Industrie-Arbeitsplätze, Verdienst gering teilweise herrscht Armut - was man in diesem Land von außen gesehen gar nicht zu vermuten würde. Ansiedlungen der Industrie werden mit großen Zugeständnissen von Seiten der Bundesstaaten gefördert. Und das sieht so aus, und ich habe selbst mit den Leuten gesprochen, dass bei guter Auftragslage rund um die Uhr gearbeitet wird, 7 Tage die Woche. Wird die Auftragslage schlecht, bekommen die Arbeiter plötzlich zu hören: Nächste Woche brauchen sie nur noch 2 Tage die Woche kommen. Das heißt aber auch, sofort nur noch für 2 Tage Geld in der Tasche, keine soziale Abfederung usw. In Deutschland wäre bei solch einem Gebaren die Hölle los. Dort ist das ganz normal.
In den USA herrscht Kapitalismus pur und keine soziale Marktwirtschaft. Das rechtfertigt in unseren Augen natürlich in keinster Weise das Vorgehen von GM, für die Manager ist aber Geschäft Geschäft egal wer da auf der Strecke bleibt. Wer mit den US-Konzernen Geschäfte machen will, der muss das vorher bedenken. Die davor gewarnt haben, wie unser Ex-Wirtschaftsminister, haben zwar recht behalten, aber hören wollte sie keiner, weil diese Stimmen weder in unsere vermeintlich heile Welt noch den Politikern in den Wahlkampf passten.
So können wir alle nur hoffen, dass das böse Spiel für Opel ein für viele Mitarbeiter tragfähiges Ende nimmt, es weder in eine Sackgasse führt noch viele zu Schaden kommen.
Labels: Politik, Wirtschaft




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