3.11.09

Gedankensplitter zum Mauerfall

Bei Jubiläumsveranstaltungen wie zum Mauerfall, zur Wiedervereinigung, zum Tag der Einheit usw. gibt es nicht nur viele Großveranstaltungen, Feiern und ständig beeindruckende Bilder in allen Medien, oft sind es aber gerade die Kleinigkeiten, die viel mehr und viel persönlicher an diese Zeit erinnern.

20 Jahre ist es her und die damals in dieser Zeit geboren wurden wissen nichts von diesen Tagen. Wenn man diese jungen Erwachsenen sieht wird man immer wieder daran erinnert, wie viel Zeit seit dem schon vergangen ist und man zur eigenen Verwunderung merkt, wie viele lebendige Bilder noch im Kopf sind, als sei alles erst gestern gewesen.


Ich weiß noch recht gut und viele können sich daran erinnern, dass man immer auf die Nachrichten, besonders die im Fernsehen gewartet hat, um zu erfahren, was es neues am Tage gegeben hat. Es war immer eine Spannung da und in der Regel gab es auch tatsächlich immer wieder etwas Neues. Internet gab es noch nicht, über das man sich hätte ständig informieren können.

Die Flucht über Ungarn. Jeder dachte sich dabei, wie werden wohl bloß die DDR-Machthaber reagieren. Wird die DDR dicht gemacht und keiner kommt mehr raus. Dann die Flüchtlinge, die von Prag mit dem Zug in den Westen durften aber über DDR-Gebiet fahren mussten; was keiner so richtig begriffen hat. Man hat vor dem Fernseher mit gebangt und sich mit gefreut, wenn man die traurigen bzw. freudigen Gesichter sah. Als die Leute auf der Mauer rumtanzten und auch davor, dahinter und überall, es sah beinahe wie einen Science Fiction-Film aus. Gibt es heute noch aufregende Ereignisse?


Ein Interview ist mir im Kopf geblieben: Gleich beim Mauerfall hat ein Reporter in Berlin eine Familie aus den Niederlanden angesprochen, was sie denn über den Mauerfall denken. Der Mann sagte, als sie das in den Nachrichten erfahren haben, hätten sie sich alle sofort ins Auto gesetzt und sind an einem Stück nach Berlin gefahren. Bei solch einer historischen Stunde in der Weltgeschichte muss man dabei gewesen sein. Alle Achtung, das sagt ein Ausländer und die meisten Deutschen sind zu Hause geblieben. Also, Hut ab.


Eine Kleinigkeit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und zwar die Wetterkarte in den Fernsehnachrichten. Bis dahin gab es eigentlich nur "Westwetter", gelegentlich mal "Ostwetter". Das Wetter hörte quasi an der Elbe auf.


Plötzlich war auf der Wetterkarte Deutschland größer und nichts war mehr mit "West- oder Ostwetter". Es gab nur noch "Wetter". Und Deutschland war auf einmal auch beim Wetter wiedervereint. Lange habe ich fasziniert diese kleine Karte angesehen und mich dabei über die vielen kleinen Dinge gefreut, bei denen wir plötzlich auch "wiedervereint" waren, die aber untergingen in den großen Nachrichten zur Weltgeschichte.

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1 Kommentare:

Blogger irgendwer meinte...

Statt den Mauerfall zu feiern, feiere ich lieber bei mir in der Sauna mit Kati Witt und Margot Honecker und einem Riesenjoint 60 Jahre DDR

4. November 2009 20:32  

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