Sozialdienst
Das "Ehrenamt" wird hochgelobt und in Baden Württemberg werden auch Bürger ausgezeichnet, die sich besonders in diesem Dienst hervortun. Und das im besten und positivsten Sinne. In diesem Bundesland engagieren sich fast die Hälfte aller Einwohner freiwillig, das ist schon mal sehr gut. Nun weiß ja jeder Senior, dass man in jüngeren Jahren in der Regel mehr zu Wege gebracht hat als jetzt in seiner Pensionszeit; ob im Sportverein, Kirche, Kommune usw., und manchmal auch mehrere gleichzeitig. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und wenn man die Pensionsgrenze dann wirklich erreicht hat, überlässt man oft gern das Feld jüngeren.
Nun gibt es doch einige, denen beim Einstieg in die Pension der "Sinn des Daseins" abhanden gekommen ist. Ich kenne einige ehemalige Kollegen die sagten: Mein Gott, was mach ich bloß mal zuhause? Alle haben sich dann doch in ihre Rolle eingefunden und viel gehen sozialen Betätigungen nach.
Das Bundesprogramm "Freiwilligendienst aller Generationen" soll jetzt im Südwesten noch mehr Möglichkeiten bieten und vor allem wir Rentner sind dabei angesprochen. Oft sagt der eine oder andere, dass er einen sozialen Dienst übernehmen würde, aber die Unkosten sind mit seiner Rente nicht vereinbar. Das soll sich ändern, dass bei einer Verpflichtung von mindestens 6 Monaten und acht Stunden die Woche die Auslagen bezahlt werden - aber kein Gehalt. Hinzu kommen noch Versicherungen, Vorbereitungskurse usw. die eine soziale Beschäftigung abrunden.
So wie viele jungen Leute ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, können wir Senioren mit einem Sozialdienst auch viel Gutes tun. Wir haben Lebenserfahrung und genügend Zeit anderen unsere Zeit zu schenken. Manchmal reicht schon, Kranke zu besuchen, mit Alten zu reden, die sonst einsam sind. Vielleicht kann der oder die eine oder andere bei der Kinderbetreuung helfen. Es gibt so viele Möglichkeiten zu helfen und das macht nicht nur Freude, das gibt auch einem den Sinn für uns Senioren wieder, dass wir auch in der letzten Stufe unseres Lebens noch gebraucht und gern gesehen wird. Was kann man mehr verlangen?
Der Bund finanziert schon drei "Leuchturmprojekte" in Tübingen, Malmsheim und Darmstadt und die sollen zeigen wie es geht. Aber jeder in seiner Heimatstadt kann sich engagieren und im Internet findet man dazu jede Menge Hinweise, oft für Dienste "direkt vor der Haustüre".
Jeder sollte in seinem Leben wenigstens einmal freiwillig und ohne Bezahlung für die Gemeinschaft gearbeitet haben. Denn nur so funktioniert Gemeinschaft und ein gutes Miteinander über alle Generationen hinweg.




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