Die Tage bevor die Berliner Mauer kam
Es war eine spannungsgeladene Zeit, die, kurz vor dem Mauerbau. Jeder hörte nervös die Nachrichten und zog seine eigenen Schlüsse aus dem Gehörten. Mit anderen darüber sich auszutauschen hätte eventuell Gefängnis bedeutet.Wir haben nicht die Absicht eine Mauer zu errichten, sagte Ulbricht während seines Besuches im Juli 1961 in Moskau. Kein Mensch vertraute ihm, den Moskau-Zögling, der mit deutscher Akribie die Anweisungen von dort am genauesten von allen Machthabern in den Ostblockstaaten umsetzte. Je mehr dementiert wurde, um so nervöser wurden die Leute.
Die Massenflucht war bereits seit Wochen in vollem Gange und kurz vor dem 13. August flüchteten über 2000 Menschen pro Tag nach Westberlin. Da bedeutete für die DDR ein ausbluten ersten Ranges dem ein Ende gesetzt werden musste.
Bis zum 13. August kam man noch ganz legal nach Westberlin, sofern man nicht von der Polizei aufgegriffen wurde. Ein "Kontrollring" war rund um Berlin gezogen worden mit einem Radius von wenigstens 50 km. Alle Züge, und das war damals das Hauptbeförderungsmittel, wurden systematisch kontrolliert und wenn kein plausibler Grund für eine Reise in Richtung Berlin vorlag, oder man einfach mal richtig Glück hatte, wurde man von der Polizei mitgenommen.
Einmal mitgenommen, war es aus mit einem weiteren Versuch nach Westberlin zu kommen. Der Personalausweis wurde eingezogen und die Personen bekamen, wie man damals ironischer Weise sagte, einen "Jagdschein", der nur für das heimische Revier Gültigkeit hatte. Und das heimische Revier war Kreis, in dem man wohnte. Mit diesem Schein konnte man auch innerhalb der DDR, ohne Genehmigung der Behörden, nicht reisen.
Und dann trat das ein, was jeder befürchtete aber nicht wahr haben wollte. Die Mauer wurde errichtet. Vorher sagte man noch, das trauen die sich nicht, da schreitet der Amerikaner ein. Ja, von wegen, die wollten sich weder die Finger schmutzig machen noch irgendwelche zusätzlichen Spannungen im sowieso schon angeheizten Verhältnis zwischen Ost und West - im "Kalten Krieg" - erzeugen.
So blieben viele im letzten Moment noch stecken, Westberlin vor Augen, mit Tränen der Wut kämpfend, aber machtlos den Tatsachen gegenüber, denen man als "kleiner Mann" hilflos ausgeliefert war.
Labels: 60 Jahre Bundesrepublik, Deutschland, Geschichte, Menschen




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