29.9.09

Wahl Nachlese

Zwei Tage nach der Wahl sind wieder so ziemlich alle auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist schon interessant, dass die Zeit nach der Wahl viel interessanter ist als vor der Wahl.

Vor der Wahl: Man kann die Sprüche auf Plakaten und in den Medien fast nicht mehr aushalten.
Auch wenn dieses mal der Gegner nicht so aufs Korn genommen wurde, immer die selben Sprüche und gebetsmühlenartigen Versprechungen. Jeder ist froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Nach der Wahl: Jetzt wird es Ernst und die lächelnden Gesichtsfassaden fallen - besonders bei denen, die verloren oder nicht viel dazu gewonnen haben. Die Messer werden gewetzt und der Wähler schaut verwundert zu, dass die sich noch vor einem Tag umarmenden "Brüder" am liebsten sich gegenseitig umbringen würden - aha sagt dann der eine oder andere, so sieht es mit der Geschlossenheit der Partei aus.


Lese ich doch heute von einem Parteimitglied der SPD über Müntefering: "Er steht für die organisierte Unterdrückung des demokratischen Meinungsaustausches in der SPD zu zentralen Fragen". Wow, das ist ja ein Ding. Und Münte hat man extra wegen der Wahl zurückgeholt. Dem ist dann das wohl so in den Kopf gestiegen und vermutlich war er zum Schluss so von sich eingenommen, dass er sich als Patriarch der Partei vorkam.


Verwundert war ich auch, dass die "Grünen" ihren Spitzenkandidaten Özdemir einfach haben durchfallen lassen und ihn noch nicht einmal einen sicheren Platz auf der Landesliste gaben. Das ist ja ein tolles Vertrauen der "Grünen Wähler" zu ihrer Parteispitze. Und solch in sich zerrissene Parteien soll man wählen?


Die "Linken" sind die eigentlichen Gewinner des Wahltages und gleichzeitig ist es eine Blamage für viele Deutschen. Da werden ein paar populistische Themen ausgestreut und die Leute laufen hinterher wie die Kinder beim Rattenfänger von Hameln. Zeigt nicht gerade ein Niveau von klarem Denken und vor allem ein Nachdenken über die Machbarkeit der Parolen.

Dass allerdings in Brandenburg diese Partei viel Zuspruch erhielt ist nicht verwunderlich, sitzen doch heute noch viele "Genossen" von früher, jetzt allerdings "reingewaschen", auf den gleichen Stühlen von früher. Und diese können natürlich in einer Demokratie, in wirklich geheimer Wahl, ihrer wahre Gesinnung Ausdruck verleihen, dass sie im Grunde genommen immer noch dem DDR-Regime anhängen.


So zeigt sich nach der Wahl doch noch die Wirklichkeit hinter den strahlenden Gesichtern der Politiker und vielleicht denkt sich so mancher: Gut, dass ich den einen gewählt und den anderen nicht gewählt habe.


Und die Gewinner, die CDU und FDP, die diesmal um das Hauen und Stechen drum herum gekommen sind, müssen die nächsten vier Jahre beweisen, dass sie es besser machen und die Parteien zusammen stehen, sonst liegen die nach der nächsten Bundestagswahl in der Schusslinie. Aber zuerst sollen sie einmal eine Chance bekommen - so ist das nun einmal in deiner Demokratie.

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