2.9.09

Vatikan - Der Deutsche Friedhof im Vatikan

Ein Deutscher Friedhof im Vatikan? Wie kommt denn das? Der Vatikan ist ja nun wirklich nicht groß und dann gibt es auch noch so etwas? Keine andere Nation hat einen Friedhof dort, nur die Deutschen.

Zwischen dem Petersdom und der neuen Audienzhalle liegt "Campo Santo Teutonico", die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. In der Antike befand sich hier der Zirkus des Nero, der Schauplatz vieler christlicher Martyrien. Um 799 wird erstmals von einer Schola Francorum berichtet. Daher ist an der Fassade des Hauptportals ein Maiolikbild angebracht, das Karl den Großen als Gründer zeigt.


Deutliche Konturen gewinnt der Platz jedoch erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, als das Heilige Jahr 1450 viele Pilger nach Rom führte. Damals wurde der Friedhof und seine verfallene Kirche wieder hergestellt und die deutschen Angehörigen der Kurie schlossen sich in einer "Armenseelen-Bruderschaft" zusammen, die noch heute in weiterentwickelter Gestalt fortbesteht und Träger der Stiftung ist.


1597 folgte die Erhebung des Rechtsträgers zur "Erzbruderschaft Unserer Lieben Frau auf dem Gottesacker bei Sankt Peter". Seit 1876 ist damit ein Priesterkolleg verbunden.


Der Friedhof ist wirklich ein Hof des Friedens, eine Oase bei dem ganzen Trubel und Lärm im und um den Petersdom herum. Besuchen Sie ihn bei ihrem nächsten Rom-Aufenthalt; Sie werden es nicht bereuen.


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