4.8.09

Wasser

In der Zeitung steht: Deutsche beim Wasserverbrauch spitze! Und zwar 25 Badewannenfüllungen täglich. Im ersten Moment dachte ich: Wer verbraucht mein Wasser? Wasser wird immer kostbarer auf der Welt und dann der Verbrauch? Dann las ich weiter, und da stand, dass WWF, von denen kommt die Aussage, auch die Einfuhr von Lebensmitteln mitzählt.

Das finde ich nun wieder unfair. Der Wasserverbrauch der Deutschen ist bekanntlich zurück gegangen und man hatte schon Sorge, dass man uns als Schmutzfinken deklariert - wir waschen uns nicht mehr oder ähnlich - und nun das. Der WWF- "Wasser-Fußabdruck" errechnete, dass die Deutschen jährlich den Bodensee quasi 3 mal leeren.

Ich bin auch nicht dafür, dass man zu Weihnachten Erdbeeren als Nachtisch servieren muss oder allerlei Obst rund um die Welt schickt und man mehr essen sollte, das in Deutschland bzw. zumindest in Europa wächst. Aber wehe wir würden es nicht tun - z. B. die Äpfel aus Brasilien essen oder den Kaffee von dort trinken. Dann ginge ein riesiges Geschrei darüber los, dass man irgendwelche Staaten, Produzenten oder was weiß ich boykottieren würde. Das die Ware in den Läden vergammelt und dass es eine Sünde ist, mit Lebensmitteln so umzugehen. Und überhaupt, man bringt die Leute um ihren Arbeitsplatz und damit um ihre Existenz.

Natürlich, und das weiß von uns jeder, ist alles etwas komplexer als sich der kleine Moritz auf der Straße das vorstellt. Einfach mal aus anderen Ländern nichts kaufen geht auch nicht immer. Was machen aber die betroffenen Länder um das kostbare Gut "Wasser" zu schonen? Viel verdorrtes Land ist hausgemacht. Und nun lapidar sagen, dass die Deutschen aufgrund ihres Konsums zu den größten Wasserverbrauchen (auch wenn virtuell) schlechthin gehören, das ist nun doch zu simpel und irreführend.

Eins hat allerdings der WWF auch erkannt: Auf regionales und saisonales Gemüse und Obst konzentrieren. Mache ich auch, aber helfe ich dabei wirklich die Wasser- bzw. Dürreprobleme der südlichen Länder zu lösen und den Leuten eine Existenz zu sichern?

Weitere Artikel: "Der ökologische Fußabdruck"

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