31.8.09

Wahlverlierer Demokratie

Das Wort "Demokratie" kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie "Volksherrschaft". Also eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht bzw. getragen und direkt oder indirekt von ihm ausgeübt wird. Das haben wohl viele bei den Landtagswahlen am gestrigen Sonntag vergessen.

Natürlich, das Spektrum der Parteien ist breiter geworden und auch das ist ein Zeichen der Demokratie. Das wichtigste bei Wahlen ist aber das Volk. Und wenn das Volk keine Lust mehr hat, dass die Staatsgewalt von ihm ausgeht, dann sind das bedenkliche Anzeichen.
Wenn wir uns die Wahlbeteiligung in Sachsen einmal als Beispiel ansehen, dann muss einen das doch sehr wundern. Dieses Land, einst überwiegend Kaiser-treu, Nazi-treu und dann Kommunisten-treu, sehnte sich nach Freiheit und die Parole "Wir sind ein Volk" kommt nicht zuletzt aus diesem Land. Die bekannte Parole wurde auch mit solchen wie "freie Wahlen" unterstützt und man demonstrierte unter Gefahren für sie.

So, nun haben sie die Freiheit, die Demokratie und nun weiß man nicht, was man damit anfangen soll. Die Ausrede, dass es an den Parteien, den Wahlprogrammen oder sonst was liegt gilt nicht. Hier die Hälfte der Bürger, und im Rest der Republik oft nicht viel mehr haben "keinen Bock" mehr auf Demokratie. Im Gegenteil, sie finden es auch noch schick zum Wahlprotest aufzurufen, dann muss ich für mich feststellen, dass wir langsam in eine satte Gesellschaft abfallen, in der Werte wie Demokratie, Gemeinwohl, Anstand etc. ihren Niedergang finden.


Die Menschen in Afghanistan, die unter Todesdrohungen dennoch zur Wahl gingen müssen sich von vielen Völkern, so auch dem unseren, verhöhnt vorkommen. Diese Leute dort, ähnlich den Sachsen vor der Wende, wollten einfach ihre Menschenrechte ausüben und haben dafür ihr Leben auf´s Spiel gesetzt. Und was haben wir daraus gemacht?


Hoffentlich besinnen sich bei der Bundestagswahl im September einige mehr darauf, was es heißt, nicht nur in einer Demokratie zu leben, sondern auch Freiheit und Menschenrechte zu genießen.

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