Unser Kreuz mit dem Kreuz
Das Kreuz dominiert an keinem anderen Feiertag so wie gerade zu Ostern und natürlich in den Passionswochen davor. Das wissen wir zwar alle, dennoch haben wir oft ein etwas distanziertes Verhältnis zum Kreuz. Vielleicht liegt es daran, dass der Begriff "Kreuz" für viele negativ besetzt ist. Kreuz steht bei so manchem für Tod oder Leid. Unser Sprachgebrauch zeigt es schon. Der hat auch sein Kreuz zu tragen, sagt man, oder dass es schon ein Kreuz mit dem- oder derjenigen sei. Auch "Das Rote Kreuz" verbindet man mit Krieg, Not und Tod. Und wenn man es "im Kreuz" hat, wird man daran erinnert, dass es einfach Schmerzen verursacht.
Stehen Sie mal vor dem Spiegel und breiten die Arme aus. Was sehen Sie? Ein Kreuz. Sind wir somit dem Kreuz schon grundsätzlich verhaftet oder soll uns unser eigenes "Kreuzbildnis" daran erinnern: Wir sind Kreuz? Sollen aus dieser Form heraus leben? Ein klares "Ja" oder ein "bloß nicht"?
Betrachten wir diese, unsere Form, so stehen wir mit beiden Beinen auf der Erde. Verwurzelt kann man sagen, bodenständig und fest. Gut so; da gehören wir vorerst auch einmal hin. Die Arme ausgebreitet und somit waagerecht. Das heißt, Bodenhaftung behalten, gleich unter Gleichen; ich bin nicht besser als der andere, auch wenn das mir so vorkommt. Ich bin ein Teil der Gesellschaft und bin somit auch für sie da und umgekehrt - für meine Familie, Gemeinde, Sportverein, für Freunde und Freundinnen.
Der Kopf ragt raus und das ist das Entscheidende. Nur die Augen können zum Himmel blicken. Sehen mehr als der Körper in seiner Bodenständigkeit. Nur der Kopf kann erahnen, dass es mehr gibt als nur unten. Und das ist das positive am Kreuz, an unserer menschlichen Kreuzesform, dass sie uns immer wieder daran erinnert.
Ostern ist damit ein Jubelfest, denn es gibt nicht nur ein unten, sondern auch ein oben. Vielleicht sollten wir uns das mehr zu Herzen nehmen und das Kreuz einfach mal positiv sehen - und da schließe ich mich nicht aus; denn mit einer positiven Stimmung lebt es sich nicht nur zu Ostern besser.
Das kleine Briefmarkenvideo soll uns etwas auf die Festtage einstimmen.
Labels: Briefmarken, Kultur und Religion, Menschen, Ostern




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