Oh, wie schön
"Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters", sagt man oft leicht dahin. Das stimmt zwar, aber jeder einzelne von uns unterliegt einer Denkstruktur, die von Anbeginn des menschlichen Daseins geformt wurde. Halten wir deshalb doch alle immer das selbe für "schön" oder eben "nicht schön"? Ja, irgendwie schon, obwohl der einzelne meint, er hätte seine eigene Meinung und richte sich nicht nach den anderen. Ein Schlüsselwort für Schönheit ist Symmetrie. Pauschal kann man sagen, dass in den meisten Fällen Dinge für schön empfunden werden, die symmetrisch sind. Beispiele gibt es hierzu genug: Das geht beim eigenen Auto los und hört vielleicht bei den alten Pyramiden auf. Schmetterlinge sind symmetrisch, Säulengänge, Vögel und Flugzeuge, das Yin- und Yang-Symbol, das Kleeblatt, die Schneeflocke usw. usw. und macht auch vor dem Menschen nicht halt.
Menschen mit einem schönen Gesicht weisen einen hohen Grad an Symmetrie auf. Das heißt nun nicht, dass diejenigen, die kein so symmetrisches Gesicht haben hässlich sind, aber wenn wir ehrlich sind, sind diese Gesichter "interessant" nicht unbedingt schön.
Wenn aber alles in der Welt seine starre Symmetrie hätte wäre es allerdings nicht nur langweilig, vielleicht auch festgefahren. Dann heißt es: Bruch der Symmetrie. Wenn an einer gleichberechtigten Kreuzung vier Autos stehen und sich jeder Fahrer an die Regeln hält kommt keiner weiter. Der, der die Regel bricht, bringt die Sache wieder in Bewegung. Deshalb liegt der Bruch der Symmetrie und die Symmetrie selbst bei der Einschätzung um das Schöne so eng beieinander.
Beobachten Sie sich einmal selbst und überlegen Sie, warum Sie das eine für schön und das andere für weniger schön halten. Vielleicht sind Sie auch überrascht darüber, in welchem Maße Sie sich von der Symmetrie beeinflussen lassen.
Labels: Allgemeinwissen, Kunst




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