Unsere Soldaten in Afghanistan
Spione waren einmal hoch angesehene Leute - intelligent, schlau, verschwiegen, pfiffig .... Aber das war in biblischen Zeiten. Heute beschleicht einen ein ungutes Gefühl, hört man das Wort Geheimdienst. So ist wohl das Ansehen dieser Zunft ziemlich heruntergekommen, sonst würden wir nicht so reagieren. Heute verbinden wir mit diesem Wort zwar immer noch geheim, aber auch, Hinterlist, Brutalität, falsches Spiel, jedes Mittel ist Recht um irgendwelche Ziele zu erreichen, usw. Der Geheimdienst ist oft ein Staat im Staate. Das heißt wiederum, er dient nicht mehr dem Staat bzw. dem Volke, sondern sich selber - eine Art Selbstbeschäftigung. Manche Staaten haben nicht nur einen Geheimdienst - und diese führen quasi noch eine Art Krieg gegeneinander.
Als ich übers Wochenende hörte, dass unsere Leute in Afghanistan wieder angegriffen wurden, fiel mir ein Interview im SWR ein, das ich Ende letzten Jahres beim Autofahren hörte. Der interviewte Reporter war u. a. in Afghanistan eingesetzt und konnte dort vor Ort sogar die Satellitenüberwachungsstation der Amerikaner besichtigen. Zudem verfügt er über gute Kenntnisse von Land und Leuten. Er sagte, dass er es erstaunlich finde, dass in den Medien immer über das unübersichtliche Grenzgelände zwischen Afghanistan und Pakistan gesprochen wird, wo doch die Satellitenbilder bereits Personengruppen von sieben Leuten sehr deutlich abbilden können. Das heißt also, einreisende Terroristen könnte man, so denn man auch wollte, gut erkennen und ergreifen. Das tut man aber ebenso wenig wie man Bin Laden ergreifen will. Es würde plötzlich das Feindbild abhanden kommen.
Was mich aber aufgeschreckt hat ist die Aussage, dass die Amerikaner nicht nur mit den zwei pakistanischen Geheimdiensten zusammen arbeiten, sondern dass einer von denen die Aktionen der Taliban in Afghanistan duldet. Das muss man sich mal im Klartext vorstellen: Der amerikanische Geheimdienst duldet somit auch, dass unsere Soldaten, unsere Kinder und Enkel, in Afghanistan angegriffen und getötet werden. Das sei ein offenes Geheimnis, so der Reporter.
Ich war ja bisher auch immer dafür, dass unsere Soldaten in solchen Ländern wie Afghanistan helfen sollen. Aber unser angeblich großer Verbündeter, die USA, die sich gerne als Weltpolizist aufspielen, greifen hier nicht ein. Für mich unglaublich. Insofern sind wir wieder am Anfang: Der Geheimdienst ist ziemlich heruntergekommen und arbeitet nur für seine eigenen Interesse, welche diese auch immer sind.
Labels: Deutschland, Politik, Wahl2009




1 Kommentare:
Ich verstehe gar nicht, warum unsere Soldaten da sind? In einem Krieg der Amerikaner! Das ist so Absurd! Nur weil Deutschland zur Nato gehört, müssen die deutschen Helfen den Amis ihre eigene Probleme zu lösen?
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