12.1.09

Fortschritt um jeden Preis

"Baby ohne Brustkrebs-Gen". Geht es Ihnen sowie mir, wenn Sie solche Schlagzeilen lesen, dass Sie sich fragen, was denn noch? Nicht dass man fortschrittsfeindlich wäre oder etwas gegen die moderne Technik hätte. Nein, ohne sie würde es uns in vielen Bereichen nicht so gut gehen, allein schon wenn man die Medizin betrachtet.

Dennoch beschleicht einem manchmal ein komisches Gefühl besonders dann, wenn die Medizin sich auf Gebiete begibt, die einem doch weitgehend unantastbar, ja vielleicht ein Stück weit "heilig" sind. Irgendwo in Inneren spüren wir, dass der Mensch meint, er könne sich enträtseln und selbst am Wohl und Wehe der Menschheit Hand anlegen. Dass wir noch Lichtjahre davon entfernt sind glauben diese Leute nicht und da beginnt der Größenwahn.

Größenwahn haben wir in unserer Geschichte genug erlebt. Meine Generation, die zwar im "Braunen Zeitalter" geboren wurde, zum Glück davon aber nichts weiß, dennoch aber genug von den Eltern mitbekommen hat, ist noch ganz "normal" auf die Welt gekommen. Wäre damals schon die Gen-Technik soweit gewesen - nicht auszudenken.

Ist das Mädchen, dass eine bestimmte Form des Brustkrebses nicht mehr bekommt, nun besser dran als alle anderen? Vielleicht! Vielleicht ist das nun nicht mehr vorhandene Gen wirklich das Gen, das später einmal die Krankheit ausgelöst hätte. Man fragt sich nun aber doch, was soll zukünftig in den Köpfen der Eltern vorgehen bei der Frage: Wie schütze ich mein Kind vor allen möglichen Krankheiten am besten ?

Natürlich will jeder gesunde Kinder, anders wäre es auch wohl nicht normal. Dennoch entscheiden sich die allermeisten für ein Kind, so wie es ist, ja, wie Gott es ihnen schenken wird, auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. Auch wenn die Lebenserwartung nicht so hoch ist oder es mit einer Krankheit behaftet ist. Es gibt kein unwertes Leben, wie es in unserer braunen Vergangenheit apostrophiert worden ist.

Es gibt nur Leben. Und das zu erhalten ist nicht nur die Aufgabe der Eltern, sondern der Gesellschaft - wenn sie menschlich bleiben will.
Gerade bei der Gen-Technik sollten die Menschen sich nicht versteigen "den lieben Gott" zu spielen, denn dann bekommen wir Probleme, die wir selbst unseren schlimmstem Feind nie wünschen würden.

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1 Kommentare:

Anonymous edi meinte...

Amen! Dem ist nichts hinzuzufügen.

14. Januar 2009 17:32  

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