Die Sternsinger kommen
Die Losung der Sternsinger, die am 6. Januar 2009 wieder an unsere Türen klopfen um Geld für die Kinder der Welt zu sammeln, lautet diesmal: "Kinder suchen Frieden". Den Sternsingern etwas Geld in die Sammelbüchse zu stecken ist deshalb schon mal gut, da das dorthin kommt wo es gebraucht wird, ohne viele Umwege und den Verdächtigungen, wer eventuell unterwegs davon noch etwas abzweigen könnte.
In meinem Ort ist die Sache noch viel einfacher. Wir haben eine Partnerschaft mit einer Schule in Eshowe in Südafrika. Hier arbeitet unsere Schwester Andrea. Sie ist eine Missionsschwester (Benediktinerin aus St. Alban) aus unserem Ort und arbeitet schon über 40 Jahre auf der Missionsstation "Little Flower".
In all den Jahren wechselten natürlich die Probleme und auch die politischen und gesellschaftlichen Einflüsse machen sich hier bemerkbar. In den vergangenen Jahren ist Aids das Problem Nr. 1. Dabei haben oft nicht nur die Eltern Aids, auch schon die Kinder. Gerade den Kindern mit Aids setzt diese Krankheit besonders zu. Sie sind oft sehr müde und können sich nicht so wie die anderen Kinder in den Schulstunden konzentrieren. Das Lernen fällt einfach schwer.
Manchmal sind es bis zu fünf junge Aidskranke zwischen 18 und 30 Jahren die jede Woche beerdigt werden. Die Kinder, ob krank oder nicht, bleiben in ihrer Not zurück. Bei den Großeltern oder eben in "Little Flower", wo sie auch während der Schulzeit wohnen können. So werden sie hier nicht nur mit Wissen, Essen und Unterkunft sondern auch mit viel Liebe versorgt. Darüber hinaus müssen auch immer wieder die Großeltern in vielfältiger Form unterstützt werden, die oft mit der Versorgung ihrer Enkel überfordert sind. Die Missionsschwestern leisten hier vom Morgen bis zum Abend eine so umfassende Arbeit, dass man sie mit Worten überhaupt nicht beschreiben kann.
"Die Pest der Neuzeit" wird Aids oft genannt. Dass sich diese Krankheit so ausbreiten konnte, liegt unter anderem auch daran, dass sie lange Zeit verheimlicht wurde, auch innerhalb der eigenen Familie. Im Grunde eine Tragik unvorstellbaren Ausmaßes, das wiederum ein Leid auslöst, dem man nicht Herr wird.
Dennoch, wir wollen helfen. Und deshalb kommt nicht nur Kleingeld in die Sternsingerbüchse. Damit die Kinder in "Little Flower" auch ihren Frieden finden.
Labels: Kultur und Religion, Weihnachten




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