23.10.08

Deutschland deine Bildung

Mit der Bildung entscheidet man über die Zukunft eines Landes. Das hört sich vielleicht etwas stark an, wenn aber Niveau und Leistung verfallen hilft auch keine Wirtschaftskraft mehr. Um so mehr verwundert es einen, wie in Deutschland über Bildung gestritten wird ohne zu wirklichen und einheitlichen Entschlüssen zu kommen.

Durch unseren Föderalismus haben wir für mich völlig unverständlich 16 verschiedene Wege zum Abitur und eben so viele verschiedene Abschlüsse. Und da wundern sich die Politiker, wie wir in Sachen Bildung dastehen. Bildung ist so wichtig, dass es zentral gesteuert werden muss und nicht zerrissen wird durch die Bundesländer. Die Selbstdarstellung der einzelnen Kultusminister ist oft derart peinlich, dass man meinen könnte im Kindergarten zu sein. Diese Ministerien sind so überflüssig wie ein Kropf. Der Bildungsgipfel, der gestern zu Ende gegangen ist, endete, wie nicht anders zu erwarten, quasi mit einem Desaster. Das konnte auch Frau Schavan in den Nachrichten nicht schön reden.

Und dann wird noch eine Bildungs-Studie in Auftrag gegeben, bei der jeder schon vorher weiß was rauskommt, nämlich: Besonders Kinder aus sozial schwachen Schichten können wegen den Studiengebühren nicht studieren und somit sind die Studentenzahlen rückläufig. Mal ehrlich, wenn Sie gefragt werden: Bist du in der Lage Studiengebühren zu zahlen, sagt doch jeder erst einmal nein.

Ich bin allerdings noch nicht ganz dahinter gekommen was hier für eine Politik getrieben wird und was durch solche Ergebnisse bezweckt werden soll. Wahlkampftaktik?
Studiengebühren halten im Grunde keinen vom Studium ab. Wer wirklich studieren will und weiß, was er studieren will, macht es möglich. Ok, es gibt sicherlich Härtefälle, aber dafür könnte man, wenn man will, Lösungen finden - wird im Ausland schon lange praktiziert. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Studierwilligen trotz Gebühr sogar gestiegen - also kein Argument gegen Studiengebühren.

Das Schlimme an unserer Bildungspolitik ist, dass alle wissen woran es wirklich krankt und aus lauter Kompetenzgerangel und Eitelkeiten der Länder passiert nichts. Der Bund soll zahlen aber nichts zu sagen haben. Und so sieht es aus, dass in den nächsten Jahren wieder viel geredet und wenig getan wird. Meine Enkel tun mir jetzt schon leid.

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