Werden wir eines Tages noch satt
Durch die olympischen Spiele in China wurde uns allen wieder einmal bewusst, wie viel Menschen dort leben und nicht zuletzt wie viele auf der ganzen Welt. Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt: Werden in Zukunft noch alle satt? Wird das Essen auch in unseren Regionen ein so kostbares Gut, dass wir es kaum noch bezahlen können, weil die Produktion landwirtschaftlicher Güter der Nachfrage nicht mehr Schritt halten kann? Die Älteren unter uns kennen noch die Jahre gleich nach dem Krieg. Ich kann mich noch erinnern, dass damals ein Onkel von mir neben anderen gehamsterten Lebensmitteln Rosenkohl mitbrachte. Was wurde der von allen begeistert in Empfang genommen und letztlich ganz ehrfürchtig gegessen - kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen. Und wenn ich das meinen Kindern erzählen würde, wäre für sie das eine Geschichte von einem anderen Stern.Lebensmittel wegwerfen ist für mich heute noch ein Unding, es sei denn sie sind wirklich nicht mehr in Ordnung. Wie viele leben aber heute schon aus der Mülltonne? Und dann werden Lebensmittel zu Biomasse, letztlich zu Energie verarbeitet. Obendrein wird dazu noch Regenwald abgeholzt. Dieser Wald sorgt bekanntlich für ein gutes Klima auf der Erde. Südamerika hat zum Beispiel genug Probleme die eigenen Leute satt zu bekommen, warum dann aus Lebensmitteln Sprit herstellen oder Viehfutter, damit die Reichen in anderen Ländern ihr Steak essen können.
Laut der Vereinten Nationen leben 2050 ein Drittel mehr Menschen auf der Welt als heute. Grund genug sich mit der Nahrungsversorgung zu beschäftigen. Wir können uns nicht freuen, wenn auf Grönland Erdbeeren und Kartoffeln gepflanzt werden und dafür in Asien durch die stärker werdenden Monsunregen alles weggeschwemmt wird. Wir selbst sind durch unser Einkaufsverhalten mitverantwortlich für die Klimaerwärmung. Müssen wir zu den unmöglichsten Zeiten Dinge essen, die von weit herangeschafft werden müssen? In fernen Ländern nur mit großem Aufwand an Düngung und Spritzmittel wachsen können. Die USA verbrauchen zum Beispiel allein 100 Millionen Fass Öl nur zur Herstellung von Dünger. Essen wie früher - aus der Region und dann das, was die Jahreszeit bietet.
Sicherlich ist es schwierig, alles schnell wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aber jeder muss bei sich selber anfangen und mithelfen. Und soll nur keiner sagen, ich als Einzelner kann nichts bewirken - stimmt nicht.
Labels: Essen und Trinken




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