Tod oder doch noch nicht tot
Eines der meist diskutierten Themen ist der Tod bzw. wann ist man eigentlich tot. Das ist nicht verwunderlich, geht es doch auch um unser eigenes Leben und wenn das mal weg ist, sind wir hier auf Erden auch unwiederbringlich weg.Sicher melden sich da gleich einige, na, das mit dem Tod ist doch definiert: Hirntod gleich tot.
Als ich las, dass die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" das 40 Jahre alte Hirntod-Kriterium in Frage stellte, kam ich ins Grübeln. Jetzt werden vielleicht einige sagen, die Kirche hat, wenn es um Leben und Tod geht, bei anderen immer etwas herum zu kritteln. So einfach ist das aber nun auch wieder nicht und für mich wäre diese Argumentation sehr vordergründig.
Ich stelle mir vor, ein Familienmitglied liegt im Krankenhaus und wartet auf ein Spenderorgan. Der Zustand wird schlechter und schlechter und plötzlich heißt es, hurra, wir haben das passende Organ. Die Frage von wem und wie es dazu kam, dass jetzt plötzlich eins da ist, steht erstmal überhaupt nicht zur Diskussion.
Wenn alles gut gegangen ist und wir wieder "normal" denken können, kommt einem: Ja, wie kamen wir denn zu dem Organ? In der Regel ist es ein Unfalltod und ein Arzt hat festgestellt, der oder diejenige ist tot und die Organe können entnommen werden. War er nun wirklich tot, obwohl der Arzt nach bestem Gewissen entschieden hat oder haben wir den beinahe Toten quasi noch ein Stück weit umgebracht?
Wer kann denn wirklich entscheiden wann einer tot ist? Ich bin ehrlich, ich könnte es in solchen Fällen nicht, trotzdem würde ich mich freuen, wenn das Familienmitglied weiter leben kann.
Die einzige Konsequenz daraus ist: Wenn man sich einen Organspender-Ausweis ausstellen lässt, und das halte ich immer noch für eine gute Sache, muss diese letzte Konsequenz aber eindeutig bejaht werden, zum Wohle eines anderen ... und trotzdem sinniere ich über dieses Thema immer wieder nach.
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