Kein amerikanischer Traum
Ich fuhr einen amerikanischen Kunden zum Flughafen. Wir beide arbeiteten in der Automobilzuliefer-Industrie und dann ist das Thema natürlich das Auto und vor allem welcher Antrieb der wirtschaftlichste ist etc.Mehr aus dem Wunschdenken heraus sagte ich meinem Fahrgast, dass ich der Meinung bin, dass es solange auch nicht mehr dauern wird, bis die Amerikaner mit Diesel fahren. Ich sah im Geiste schon die hohen Stückzahlen von Teilen die man nach den USA verkaufen konnte. Mein amerikanischer Gast dagegen meinte, dass er sich das überhaupt nicht vorstellen kann, denn das Benzin ist ja so billig (das stimmte damals: ca. 35 US Cent pro Gallone, das sind etwa 3,8 l). Und wenn, dauert das quasi "ewig".
Außerdem sei das ein soziales Problem, meinte er. Wenn die Leute, die oft zig Kilometer zur Arbeit fahren, zuviel für den Sprit zahlen müssen, muss an anderen Bedürfnissen gespart werden und dann gibt es Proteste. Das könne sich keine Regierung leisten.
Heute sieht das alles schon ganz anders aus. Schneller als ich es selbst glauben konnte und noch schneller für die Amerikaner. Die amerikanische Autoindustrie hat die Öl-Versorgungssituation völlig verkannt und der Amerikaner selbst war bisher auch nicht bereit zurück zu stecken.
Wenn man heute beim amerikanischen Wahlkampf richtig zuhört, erfährt man, dass vieles immer noch brach liegt, im sozialen Feld zu wenig getan wurde und es den Leuten schon lange nicht mehr gut geht.
Langsam wird nun offenbar, wie viel die USA wirklich an Öl verbraucht und Sie haben es sicherlich auch gelesen: Die Amerikaner stellen nur 4 % der Weltbevölkerung, verbrauchen aber 25 % des globalen Öls. Das ist ein echter Hammer, das kann auf Dauer nicht gut gehen, der "kleine Mann" wird die Rechnung zahlen müssen und das merkt er jetzt.
Nun frage ich mich, wie konnte es soweit kommen? Ich kenne dort viele die wirklich hart arbeiten, die Frau muss mitarbeiten, viele haben mehrere Arbeitsstellen und trotzdem geht es nicht vorwärts.
Oder liegt es an der Regierung, die die Menschen eingelullt hat im Glauben "wir sind sowieso die Größten und Besten in der Welt, wir schaffen alles" und die Geldeinnahmen nicht für´s Volk sondern für Kriege (in eigener Sache) verwendet habt.
So richtig habe ich den Faden noch nicht zusammen bekommen, wie die USA tickt. Ich hoffe aber, dass die Menschen dort die Krise gut überwinden. Eins kann man aber daraus lernen, auch bei uns wird das Leben härter und teurer.
Labels: Politik, Wirtschaft




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