2.7.08

Weltsprache Aramäisch

Vielleicht haben Sie auch den Film "Die Passion Christi" von Mel Gibson gesehen. Alle sprechen Aramäisch, in der Textzeile steht die Übersetzung. Im Gegensatz zu den Altsprachlern ist für viele von uns das Aramäische irgend ein Dialekt aus alter Zeit.
Überrascht ist man, auch wenn man sich nur wenig mit diesem Thema beschäftigt, dass Aramäisch zu seiner Zeit in Vorderasien die Sprache schlechthin war, ja man könnte sagen, das Englisch von heute war.

Die Aramäer expandierten gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Ch. in Vorderasien. Sie waren ein semitisches Nomadenvolk, das mit ihren Herden durch Wüsten und Steppen wanderte. Man ging auch nicht unbedingt jedem Streit aus dem Weg. Und wie es bei manchen anderen Völker auch war, wurde durch Bevölkerungswachstum, überwundene Hungersnöte und weiteren Unwägbarkeiten, denen man Herr werden musste, das Volk gestärkt. Sicherlich entwickelte sich ein starkes Selbstbewusstsein und so wurde man eine militärische Macht, der auch Babylon nicht stand hielt.

Ein großes Reich lässt sich mit einer einheitlichen Sprache besser regieren und viele Besiegte übernahmen Aramäisch einfach- so wurde es im Laufe der Zeit offizielle Sprache. Die Sprache verbreitete sich unglaublich. Sogar die Juden vergaßen in der babylonischen Gefangenschaft ihre eigene und nahmen sie an. Auch Jesus verbreitete später seine Lehren in Aramäisch, wenn auch in einem Dialekt des Aramäischen.

Alles nimmt aber ein Ende und so auch diese Sprache. Vielleicht waren die vielen Dialekte Schuld, die aus dem Aramäischen hervorgingen. Vielleicht war aber auch die Zeit für sie einfach vorüber.

Fazit aus allem ist für mich, dass wir in unserer Zeit meinen, wie modern und weltgewandt wir sind in dem wir Englisch als Weltsprache haben. Und nun muss man plötzlich feststellen, dass es damals bereits eine Weltsprache gab und die sogar über Jahrhunderte bestand hatte. Das müssen wir erst einmal schaffen.

Bestand haben ist nicht der Feind des Fortschrittes. Aber heute, in einer Zeit in der alles noch schneller gehen soll, der Werteverfall beinahe schon galoppiert und das was gestern war, keinen Bestand mehr hat, würde uns immer wieder einmal ein Innehalten gut tun.

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