Spieglein, Spieglein an der Wand
Wer kennt diesen Satz aus "Schneewittchen" nicht? Und wer kennt diesen Satz nicht aus dem eigenen Leben? Ob man sich für schön oder weniger schön hält sei dahingestellt, aber irgendwie möchte man schon auf andere wirken. In einer Gesellschaft, in der immer noch Schönheit, Geld, Macht usw. wichtiger erscheinen als Gutsein, Liebe und Verständnis ist es nicht verwunderlich, dass man eine Scheinwelt aufbaut und daran vielleicht am Ende selbst noch glaubt oder zerbricht.Und wenn man morgens in den Spiegel schaut, guckt ein alter Mann bzw. eine alte Frau heraus. Was machen denn die in meiner Wohnung?
Alt werden bekanntlich ja nur die anderen.
In den Spiegel zu sehen und zu sagen, so bin ich nun mal, ok., nicht gerade toll, aber so hat der liebe Gott mich erschaffen. Das ist nicht einfach und man braucht vielleicht eine Weile dazu bis man sich selbst akzeptiert. Besonders wenn man alt ist und genau weiß, die jugendliche Frische ist dahin.
Jetzt ist der Punkt gekommen zu sagen, Mensch ich bin doch auch wer. Muss ich mich den andauernd mit anderen vergleichen, jeden morgen die Messlatte anlegen? Jedes Produkt aus der Reklamewelt ausprobieren und weiß dennoch, es hilft auch nicht.
Wenn ich jetzt den Weg der Selbstachtung einschlage, bin ich auf einem guten Weg. Achte ich mich selbst, entwickle ich eine eigene Persönlichkeit, mag mich und die ganze Welt wieder und werde auch von anderen neu gesehen. Denn die merken und schätzen das, Schönheit hin oder her.
Eigentlich ist das so neu nun auch wieder nicht. Diese gegenseitige Abhängigkeit steht schon in der Bibel: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, bin ich auch der Griesgram meiner Umwelt. Wer ständig missmutig und sauer ist, ist es auch zu den anderen.
Fazit auch für mich, spätestens wenn man so alt ist wie ich, sollte man ruhigen Gewissens morgens in den Spiegel schauen und zu seinem Gegenüber schmunzelnd sagen: Na ja, wir haben schon bessere Zeiten gesehen, aber wir sind ein starkes Team.
Labels: Gesundheit, Kultur




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