Rosen statt Opium
Wer hat früher schon Afghanistan gekannt? Das lag weit weg irgendwo im Osten, in Asien. Mit dem Einsatz unserer Bundeswehr ist das schlagartig anders geworden. Nicht nur, dass man meint, das Land liegt nun viel dichter an Deutschland, durch die Soldaten hat man auch mehr einen persönlichen Bezug.Im Laufe der Zeit wurde dann auch noch dem Letzten bewusst, dass sich unsere Soldaten in einem Land aufhalten, das zu den Spitzenproduzenten von Mohn bzw. Rohopium zählt. Erste Reaktion: Das muss unterbunden werden und man denkt dabei auch an die vielen Drogenabhängigen bei uns.
Wie wir aber auch wissen, werden in Afghanistan auf einigen, wenn auch gegenüber dem Mohnanbau kleinen Flächen Rosen angebaut. Der schwäbische Naturkosmetiker von Wala hatte nach den Anschlägen vom 11. September die Idee, hochwertiges, organisch angebautes Rosenöl von dort in die eigene Produktion aufzunehmen um wenigstens einen kleinen teil der Opiumgewinnung einzudämmen. Nun werden in der Gegend um Dschalalabad Rosen angebaut.
Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Afghanistan im letzten Jahr mit seiner Rohopiumproduktion Weltmarktführer ist und zwar mit 93 %. Das heißt mit anderen Worten, die Kassen des Staates werden mit diesem Geld gefüllt und mit nichts anderem. Und wer denkt, irgendjemand auf der Welt könnte Afghanistan zwingen den Mohnanbau aufzugeben, ist ein Traumtänzer - auch unsere Soldaten nicht.
Dennoch darf man nicht aufgeben und die Idee dort Rosen anzubauen finde ich einfach super. Viele Firmen, die sich oft gern ein soziales Image geben, besonders dann, wenn es nicht viel kostet, könnten hier und in andere Projekte einsteigen um die Lage in Afghanistan zu verbessern.
Letztlich helfen wir uns selbst und auch denjenigen, die von den Drogen abhängig sind.
www.welthungerhilfe.de
Labels: Gesundheit, Kultur, Medizin




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