8.12.09

Die Weltklimakonferenz und unsere Umwelt

Am Thema "Klima" kommt man dieser Tage nicht vorbei. Wenn das die Staatsoberhäupter der Welt auch alle so sehen würden und in hellen Scharen nach Kopenhagen reisen würden, wäre das sehr schön.

Bei den vielen Einzelthemen, die alle unter "Klima" laufen, den vielen und verschiedenen Zahlen zu CO2-Emission, der Verschmutzung der Meere durch Schwermetalle und anderen Schadstoffe kommt man recht schnell zu der Frage, wie war es denn bisher? Nicht gestern und vorgestern, nein vor hundert Jahren und mehr.

Zwischen den Jahren 1000 und 1230 n. Ch. hatten wir hier in Europa das mittelalterliche Wärmeoptimum, d. h. im Durchschnitt etwa 2° C wärmer als heute, und das ist einiges. Dann kühlte es sich ab, um dann um 1930 herum wieder über den Durchschnittswert des 19. Jahrhunderts anzusteigen. 1944 zum Beispiel. Dieses Jahr, als Tausende unserer Soldaten vor Stalingrad erfroren, sei angeblich das kälteste Jahr im ganzen letzten Jahrhundert gewesen. Nun sah ich eine Statistik, die 1944 als das Jahr ausweist, das die höchste durchschnittliche Erwärmung zwischen 1900 und 1980 hatte. Diese verschiedenen Aussagen irritieren.

Weiterhin verstehe ich nicht, dass das Grönlandeis seit etwas 1870 ohne Unterbrechung bis heute schmilzt. Damals gab es weder Autos noch zu viele Rindviecher, keinen überhöhten Anbau von Getreide oder anderen Früchten die in hohem Maße CO2 produzierten hätten. Wie passen diese, sicherlich erklärbaren "Ungereimtheiten" für einen Laien zusammen.

Solange es diese und andere "Ungereimtheiten" gibt, vermischt mit immer wieder lancierten Meldungen, dass es eine Klimakatastrophe gar nicht geben wird, dass die Politiker dieses Thema nur für sich ausnutzen (kennen wir von der Bush-Regierung), solange wird die Menschheit nicht an einem Strick ziehen, da können wir hier in Deutschland machen was wir wollen.

Dennoch hoffe ich mit vielen, dass durch Kopenhagen viele Staatsoberhäupter wirklich daran erinnert werden, dass Umweltschutz für sie, für uns und unsere Nachfahren überlebensnotwendig ist. Denn gerade sie müssen die ersten in ihren Ländern sein, die Leben vor Profit stellen.

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5.12.09

Bleiberecht, unser Advent und ein Aidsdrama - Mein Wochenrückblick

Bleiberecht
Natürlich umstritten, klar. Wenn aber u. a. junge Leute aus der Ausbildung herausgerissen und abgeschoben werden, wo bleibt da die Menschlichkeit, mal abgesehen vom Schicksal des Einzelnen? Deshalb sollten wir den Leuten schon sagen, ob sie nun für immer oder gar nicht bleiben dürfen. www.focus.de

Advent ist kein Konjunkturprogramm
Richtig entschieden von Karlsruhe. Wir können den Profit nicht immer auf die erste Stelle heben und gleichzeitig Friede, Ruhe und Gelassenheit predigen. www.heute.de

Die vergessene HIV-Welt
Wenn es um Aids-Tote geht ist die Ukraine Spitzenreiter - ein trauriger Spitzenreiter. Hier wurde das Thema zu lange tabuisiert und nun hat jeder 15. Einwohner von Odessa Aids. www.tagesschau.de

Die verlorenen Väter
Auch unsere Gesetzgebung lässt einen manchmal schon wundern. Da wird beim Sorgerecht von Eltern, Elternteilen und Müttern gesprochen. Das Wort "Vater" kommt nirgends vor. Gab´s den bei der Zeugung gar nicht? www.stern.de

Bayern fast Schweiz
Nun haben sich die Bayern im Rauchverbot doch durchgesetzt: Es gibt einen Volksentscheid. Also so schlecht ist diese Lösung doch gar nicht. Bei den Schweizern funktioniert das doch recht gut. www.heute.de

Sport für uns Senioren
Sport hält gesund! Wenn man es nicht übertreibt, sicherlich. Dennoch muss man es immer wieder einmal lesen, damit der innere "Schweinehund" überwunden wird. www.focus.de

Rente wieder weniger
Nächstes Jahr ist es wieder soweit. Dann kommt eine Zusatzversicherung zur Krankenversicherung. Die Rente wird dann wieder weniger. www.heute.de

Greenpeace lobt unsere Supermärkte
Auch mal eine gute Nachricht. Sonst hören wir von Aldi, Lidl & Co oft nicht so viel Gutes. www.focus.de

Absolut affig
Ein Orang Utan gestaltet seine eigene Facebook-Seite. Manchmal wissen die Leute wirklich nicht mehr was sie für einen Blödsinn anstellen sollen um Aufmerksamkeit zu erreichen. www.heute.de

Skandinavien
Fisch, Fleisch und eine süße Versuchung. Lassen Sie sich allein schon von den Bildern verwöhnen. Skandinavisches Essen ist immer gut. www.stern.de

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2.12.09

Sonntagsruhe

Nachdem sich die Diskussion über die Sonntagsruhe etwas geglättet hat, kann man jetzt mehr in Ruhe über das Karlsruher Urteil nachdenken. Dass überhaupt das Gericht in Karlsruhe darüber entscheiden musste, dass wenigstens ein Tag in der Woche Ruhe herrschen sollte, ist für mich ein Witz.

Nicht nur weil das schon im Buch Genesis steht, dass der siebte Tag in der Woche ein Ruhetag sein soll, nein, der Mensch ist einfach keine Arbeitsmaschine, auch wenn sich das Herr Wowereit von Berlin sich so vorstellt. Denn anders kann man seinen Kommentar zum Karlsruher-Urteil nicht erklären, wenn er in etwa so sagte, dass ein Sonntag, an dem nicht eingekauft werden könnte, nicht mehr zeitgemäß sei. Kapitalismus und Maximierung des Profits pur, und das von einem SPD-Mann, dessen Partei doch die arbeitende Bevölkerung vertritt.

Natürlich schön für die, die nicht hinter der Ladentheke stehen und deren Familien allein zuhause sitzen. Überhaupt Familie! Vielleicht haben Sie im Fernsehen auch den guten Mann gehört, der sagte, dass heute im Grunde genommen die Familien sowieso nicht mehr wissen was sie zusammen unternehmen sollen, und deshalb ist der verkaufsoffene Sonntag gut, da können man wenigsten gemeinsam shoppen und sich in den Kaufhäusern amüsieren. Vermutlich hat der Mann sogar Recht, auch wenn das ja wirklich mehr als traurig ist.

Da bekanntlich der Umsatz nicht dadurch gesteigert wird, wie lange und wie oft man einkaufen kann, sondern dass er davon abhängt, wie viel Geld die Leute ausgeben wollen und können, bringt eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf Sonntag kaum etwas. Das was dieser Tag für viele wirklich bringt, ist Hetze und Stress. Haben wir die Diskussion über Stress, ausgebrannt sein, Erfolgsdruck im Betrieb, im Sport und zu Hause schon vergessen? Dann war das Signal von Robert Enke ja ganz umsonst und als solches wollte man es doch verstehen.

Diejenigen, die die Bibel geschrieben haben, waren ja auch nicht ganz dumm und haben schon damals gesehen, was passiert, wenn der Mensch nur noch arbeitet. Eine religiöse Schrift ist immer auch ein Verhaltenskodex für das tägliche Leben und nicht nur eine fromme Schrift. Das ist bei allen Religionen so, nur nicht bei der "Religion" des Atheismus. Vielleicht kommen die aber auch noch drauf, man sollte ja die Hoffnung nie aufgeben.

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1.12.09

Meine zwei Adventskalender

Ich habe heuer, diesen Luxus leiste ich mir, zwei Adventskalender. Der eine ist genauso wie Adventskalender halt sind – mit einem schönen weihnachtlichen Motiv vornedrauf: Einem hell erleuchteten Häuschen am Waldesrand mit viel Schnee und einem Schlitten voller Päckchen davor ... und mit zwei Dutzend, von eins bis vierundzwanzig nummerierten Fensterchen.

Wenn man dann – am jeweiligen Tag natürlich – ein Fensterchen öffnet, findet man einen Schneekristall, eine Wunderkerze oder einen himmlischen Stern. Wie in einem richtigen Adventskalender. Es ist ja auch ein richtiger Adventskalender. Ich hab ihn an meine Wohnungstüre geklebt, innen, eine Handbreit über dem Türgriff. Und jedes Mal, bevor ich am Morgen meine Wohnung verlasse, öffne ich ein Fenster.

Mein zweiter Adventskalender sieht in Wirklichkeit auch wie ein richtiger Adventskalender aus. Genau genommen schaut er dem ersten zum Verwechseln ähnlich. Das gleiche weihnachtliche Bild vornedrauf, mit dem Häuschen, dem Schlitten und dem Schnee. Gleich groß, gleich bunt. Gleich teuer war er auch; aber das nur am Rande.

Beim zweiten Adventskalender – macht mir das bloß nicht nach! – hab ich noch vor dem ersten Dezembertag die Rückwand mit den kleinen Bildern hinter den Fensterchen entfernt.. Und wenn ich jetzt so ein Adventskalenderfenster öffne, finde ich – nichts! Keinen Schneekristall, keine Wunderkerze und keinen himmlischen Stern. Ich kann durch das Fenster durchschauen, wie durch ein richtiges Fenster. Diesen zweiten Adventskalender hab ich an mein Schlafzimmerfenster geklebt. Jeden Tag, gleich nach dem Aufwachen, öffne ich einen der vierundzwanzig winzig kleinen Fensterläden und schaue hinaus auf die Straße vor meiner Wohnung.

Einmal sah ich, wie gerade der Müllwagen vor unserem Haus stehen blieb und Berge von Müll in sich hineinschluckte. Ich sah auch schon Kinder mit schweren Schultaschen und sehr blassen Gesichtern Richtung Schule laufen. Ehepaare miteinander streiten. Autofahrer, die einander beschimpften, bloß weil der eine in dieselbe Parklücke einbiegen wollte wie der andere. Einen Rettungswagen, der einen Kranken abholte. Viele müde Menschen hab ich schon gesehen, durch meine Adventskalenderfensterchen, ein paar zufriedene, ein paar traurige, Menschen wie...

Kurz und gut: Durch die Fensterchen in meinem Adventskalender, der am Schlafzimmerfenster klebt, sehe ich ein kleines Stück von der ganz gewöhnlichen Welt da draußen. Manchmal macht mich das fröhlich, manchmal, ziemlich oft sogar , nachdenklich, je nachdem.

Heute früh hab ich durch das Adventskalenderfensterchen einen Mann gesehen ...hat ganz schön geschwankt; ich fürchte, der hat wohl viel zu viel getrunken, letzte Nacht. Vielleicht ist er einsam gewesen, verzagt, verzweifelt – Freundin verloren, den Job, die Wohnung, den Sinn des Lebens aus den Augen verloren ... Was weiß ich !

In meinem Tür-Adventskalender, dem ganz normalen, wie ihr ihn wohl auch zu Hause habt, war ein Engel abgebildet, einer mit weißen Locken und goldenen Flügeln. Herrlich, lieblich, wunderschön. Ein Vorbote vom großen Weihnachtsfest.

Seit ich zwei Adventskalender habe, diesen Luxus leiste ich mir, kann ich beides sehen: den Alltag, vor meinem Fenster, aber auch die Tannenzweige, die Lichter, die Engel und – in eine paar Tagen schon – das Kind in der Krippe.

Ich gehe jetzt öfters aus dem Haus, den Stern und den Wunderkerzenschein vom Tür-Adventskalender in meinem Herzen. Vielleicht begegnet mir ja gerade heute, draußen auf der Straße, einer, den ich durch das andere Adventsfensterchen schon gesehen habe ...

Walter Müller, „Kerzenhell wird die Nacht“, ISBN 3-15-018316-2

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28.11.09

Von einer Aufsteigerin, von Armut und dem Weltklimagipfel - Mein Wochenrückblick

Aufsteigerin des Jahres
Kennen Sie schon die neue Familienministerin? Die bereits mit 12 Jahren in die Junge Union eintreten wollte, aber erst mit 14 durfte und schon ein Jahr später im Vorstand des Parteinachwuchses saß? Power pur. www.focus.de

Jeder siebte Bundesbürger ist armutsgefährdet
Traurig aber wahr. Besonders die Alleinerziehenden und Arbeitslosen sind davon betroffen. Würden die Sozialleistungen wegfallen, wären es sogar 24 %. www.heute.de

Obama und der Weltklimagipfel
Auch traurig aber wahr. Wer erwartet, dass durch seinen Besuch der Durchbruch kommt, wird enttäuscht sein. Er ist der Gefangene seines eigenen Parlaments und das sieht die Umwelt ganz anders. www.heute.de

Achtung bei Spielzeug
Gerade jetzt vor Weihnachten ist beim Spielzeugkauf Vorsicht geboten. Viele Plastikfiguren, aber auch Trikots, fielen wegen Giftstoffen auf. www.focus.de

Das H1N1-Virus mutiert
Das Schweinegrippevirus hat begonnen sich deutlich zu verändern. Zum Glück ist es noch nicht resistent gegen Grippemittel. www.focus.de

McDonald´s wird grün
Aus rot wird grün - ein "Bekenntnis" zur Umwelt. Ob die weichen, lauwarmen Dinger jetzt Bio sind oder besser schmecken ist zu bezweifeln. www.heute.de

Neue Regeln für das Internet
Mehr Rechte für Verbraucher und die Verbesserung des Datenschutzes. Mal sehn wie die Beschlüsse der EU wirklich umgesetzt werden. www.heute.de

Cholesterin immer nur gefährlich?
Das Ei als Cholesterinbombe stand schon fast immer auf dem Index. Zu unrecht, wie man heute liest. Allerdings ist immer etwas schneller verteufelt als wieder rehabilitiert. www.focus.de

Gute Noten für Navis
Es gibt genug Geschichten über Fahrer, die mit Ihren Autos aufgrund des Navis in den Fluß fuhren, auf dem Acker landeten usw. Aber sie sollen besser geworden sein. Auch für uns Ältere, die nicht mehr so gut lesen können, ist ein Navi eine echte Hilfe. www.heute.de

Wie steht es mit den Tischmanieren?
Andere Länder andere Sitten. Sollte man wissen, wenn man nicht nur in den Schwarzwald fährt. www.stern.de

Sanfter Tourismus
Am Himmel kreisen die Adler, in den Gassen riecht es nach Brot. Wollen Sie auch mal die albanische Bergwelt entdecken? www.zeit.de

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26.11.09

Weltklima-Polizei

Geht es Ihnen manchmal auch so, dass ihnen das Messer in der Hosentasche aufgeht, wenn Sie das sinnlose Vorgehen gegenüber der Natur sehen und man den Eindruck hat, das Ende der Welt muss so schnell wie möglich herbei geholt werden?

Man wünscht sich dann, dass so manches Verbrechen gegenüber unserer Welt geahndet wird, wer auch immer dabei zur Rechenschaft gezogen wird, Hauptsache es wird etwas getan und die Zerstörung unseres Planeten hört auf. Dann kommt man ins philosophieren und überlegt, wer könnte so etwas, ausgerüstet mit den notwendigen Kompetenzen, tun? Eine Welt-Klima-Polizei? Die eingreift, überall dort, wo diese, zumindest aus unserem Verständnis heraus, sinnlose Verwüstung herrscht!

Das geht schon los beim Welt-Klima-Gipfel in Kopenhagen, der demnächst stattfindet. Auch wenn unsere Kanzlerin und auch Obama dorthin fahren, sitzen dort schon mal viele mit am Tisch, die eigentlich zu den Klima-Banditen gehören und überhaupt keine Lust haben etwas zu tun. Boykottieren jeden Vorschlag, besonders wenn es um CO2 geht, weil zu Hause eventuell ihre Pfründe angegriffen werden oder die für ihr ständiges "nein" gut bezahlt werden.

Weiter geht es mit dem Abholzen der Urwälder in Brasilien. Da hat man auch den Eindruck, so richtig will keiner eingreifen, sonst müsste man sich noch um die arme Landbevölkerung kümmern. Und wie wichtig der Urwald als CO2-Schlucker ist, ist dort vielen egal.

Neulich kam ein Fernsehbericht über die Kohlebrände in China. Die Kohle liegt dort stellenweise an der Oberfläche bzw. ganz dicht unter ihr. Durch illegalen Abbau durch die arme Bevölkerung, durch Leichtsinn aber auch durch Selbstentzündung kommt es dort zu unkontrollierten Bränden, die bisher nicht gestoppt werden konnten. Chinesische und deutsche Wissenschaftler kümmern sich jetzt darum. Unglaubliche Mengen an CO2 steigen auf.

Und nun will auch Indonesien seinen Namen als Klimakiller weiter aufpolieren. Auf Borneo werden in den Torfmoor-Wäldern rücksichtslos Bäume gefällt um Palmöl-Plantagen einzurichten. Ist der Urwald erst einmal weg, steigt gerade aus dem Torf CO2 in so großen Mengen auf, dass Indonesien nach den USA und China der drittgrößte "CO2-Produzent der Welt" ist.

Und was machen wir hier? Wir sehen auf jedes Gramm CO2, das ein Auto ausstößt. Bauen Wind- und Solaranlagen. Kompostieren und sortieren Müll und was weiß ich sonst noch alles und überall auf der Welt wird CO2 in die Luft geblasen, dass einem schlecht wird. Und da soll man nicht nach einer kompetenten "Macht" rufen, die diesen Leuten Einhalt gebietet? Zwar kämpft bereits WWF dagegen, vermutlich aber so ähnlich wie der Rufer in der Wüste.

Vermutlich wird es beim Philosophieren und der Wut im Bauch bleiben - leider. Und dabei wünscht man sich doch so sehr, dass unsere Welt heil bleibt für unser Enkel und weiter.

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23.11.09

Volkstrauertag - königlich verordnet

Der November ist seit jeher prädestiniert für unsere Toten. Den gestrigen Volkstrauertag hat sogar ein König eingeführt, eine angeordnete Trauer von höchster Stelle - also menschlich höchster Stelle wenn man so will.

Eine Kultur des Trauerns ist überall zu finden und bei den alten Völkern stand sie sogar beherrschend an erster Stelle des Lebens. Denken wir nur an die Ägypter, deren Leben schon frühzeitig ins Jenseits gerichtet war. War auch gar nicht so schlecht, nicht nur wegen den Pyramiden, die sie uns deshalb hinterlassen haben.

Leben und Tod hat bei den Menschen schon damals zusammengehört, auch wenn der ein oder andere heute nichts mehr davon wissen will. Der Mensch hat sich somit schon immer von allen anderen Lebewesen abgesondert, er hat das Leben als eine Durchgangsstation gesehen und wollte auch keine Gedanken daran verschwenden, nur zu verenden, wie die Tiere.

Nicht nur unsere Kirchen erinnern daran, dass nach dem Erdenleben ein Weiterleben kommt, wie wir es von der kleinen Geschichte - der Raupe und dem Schmetterling - kennen. Und da bei der Raupe auch der vergängliche Körper zurück bleibt wurde bei vielen Völkern der Mensch letztlich beerdigt und die die hier blieben hatten einen Ort der Erinnerung an einen lieben Menschen oder zur Verehrung, zur "Abarbeitung" ihrer Trauer oder zur immerwährenden Bewunderung.
Obwohl meine Großmutter immer gesagt hat, dass dem Teufel ein Gebratener lieber ist als ein Verfaulter, ist auch inzwischen die Kirche dazu übergegangen, dass Verbrennen als ein würdige Bestattungsform anzuerkennen. Ja, und auch diesem Toten einen Platz auf dem Hof des Friedens zu geben.

Nun hört und liest man, dass die anonyme Bestattung immer populärer wird. Also weg und keiner weiß mehr wo er oder sie geblieben ist. Daran erkenne man die Flexibilität des Menschen, heißt es. Heute hier und morgen da, nirgends wirklich zu Hause. Manche alte Menschen wollen das sogar, um ihren Kindern weder Arbeit zu machen, noch dass sie sich in Unkosten stürzen. Dennoch ist das ein Werteverlust - für die Nachfahren - ein Vergessen des woher ich kam und des wohin ich auch einmal gehe.

Der erste Bezugspunkt zu einem Verstorbenen sollte das Herz sein, das ist richtig, nur zum Ort wo er begraben liegt, ist zu wenig. Aber wir Menschen brauchen eben auch diesen "handgreiflichen" Bezugspunkt wie bei viele Dingen im täglichen Leben. Warum dann eigentlich nicht auch zu denen die uns einmal das Leben gaben und uns an der Hand in mein heutiges Leben führten?

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21.11.09

Vom Hunger, den Türken und dem Verlierer Fußball - Mein Wochenrückblick

Bündnis EU und Rußland
Neue Töne bei der Klimapolitik. Beide wollen Druck machen für das Klima und dennoch die Energieversorgung sichern. Medwedew sagte, dass die bisherigen Ergebnisse bescheiden seien. www.heute.de

Kinder hungern
Jeden Tag verhungern 10.000 Kinder! Ist das nicht schrecklich? Ingeborg Schäuble, an der Spitze der Welthungerhilfe, zieht nach 12 Jahren Bilanz. www.stern.de www.heute.de

Online-Shopping
Gehören Sie auch zu den online-Einkäufern? Die Deutschen bestellen immer mehr im Internet - vor allem die Männer. www.zeit.de

Misstrauen gegenüber dem Dollar
Der Goldpreis bricht alle Rekorde. Und warum? Die Schwellenländer stocken ihre Goldreserven auf und somit fährt der Dollar immer mehr in den Keller. www.zeit.de

Türken fühlen sich bei uns unerwünscht
Kopftuch, Keuschheit und Koran: Immer mehr junge Türken wenden sich, so heißt es, den traditionellen türkischen Werten zu. Bleibt dabei die Integration nun auf der Strecke? www.spiegel.de.

Deutschland 2060
Ist Deutschland dann das größte Altersheim der Welt? Kann eine Rente vom Staat überhaupt noch bezahlt werden? www.heute.de

Verspätete Flüge - Entschädigung
Statt nur ein Handgeld bekommt man nun wirklich eine Entschädigung. Lesen Sie noch einmal alles durch, bevor Sie sich in den Flieger setzen. www.heute.de

Nochmal was vom Fliegen
Ab 2013 dürfen wieder Flüssigkeiten im Flugzeug mitgenommen werden. Die EU befasst sich nun mit diesem Thema wieder. www.zeit.de

Kaum zu glauben
So ging es auch dem Gericht als ein Schlafwandler behauptete, er hätte seine Frau bei einem Alptraum erwürgt. Schlussendlich glaubte ihm das Gericht. www.stern.de

Fußball - die schönste Nebensache der Welt
Für manche aber wohl die wichtigste - nicht nur für die Spieler. Bisher spricht man von 32 Spielen, bei denen es nicht mit rechten Dingen zuging. Das sei der größte Betrugsfall der Fußballgeschichte. Na prima: Deutschland schon wieder Weltmeister! www.sportschau.de

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18.11.09

Donausschwaben

Wenn man wissen möchte, was hinter dem Begriff "Donauschwaben" steckt, dann muss man ins Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm gehen. Das ist nicht irgend ein langweiliges Museum, hier trifft sich deutsche und europäische Geschichte zugleich. Hier spürt man dem Leben von Generationen nach, deren Kultur und Politik, verbunden mit harter Arbeit, der Tragik und Freude des Alltags bis hin zur Vertreibung und dem Leid vieler vieler Menschen.

Der Begriff "Donauschwaben" oder auch "Donaudeutsche", ist ein Sammelbegriff für die im 17. Jahrhundert ins pannonische Becken ausgewanderten Deutschen. Das pannonische Becken liegt im Herzen des Balkan und unterstand damals der kaiserlichen Krone Österreichs.

Die Türken waren aus dem Land gedrängt worden und die ganze Gegend war beinahe menschenleer. Die ersten Siedler, die Maria Theresia anwarb, kamen an die militärischen Grenzen zum Osmanischen Reich und dieses Land, aber auch das Banat, blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts kaiserliches Kronland.

Maria Theresia brauchte Bauern zum Bestellen dieses Landes. Man versprach den Einwanderern Land, Häuser und vieles mehr. Dass so viele Menschen dann auch kamen, dazu verhalfen auch die Hungersnöte in Europa. Es kamen nicht nur Schwaben bzw. Deutsche, auch aus vielen anderen Nationen strömten sie dorthin und zwar in mehreren Auswanderungswellen. Es glich bald einer Völkerwanderung.

Nach dem Zerfall des Kaiserreiches wurden die Siedlungsgebiete der Deutschen geteilt. Ungarn wurde ein eigener Staat und ein Teil kam dorthin, ein weiterer Teil kam zu Rumänien und der dritte Teil ging an das neu gegründete Jugoslawien.

Während der Hitlerzeit versuchten natürlich auch diese Machthaber unter den Donaudeutschen Einfluss zu gewinnen, was sich während des zweiten Weltkrieges insofern änderte, dass die Donauschwaben in national verschiedenen Militärverbänden kämpften. Ein unglückselige Zeit für diese Menschen. Und letztlich kam es mit dem Anrücken der russischen Roten Armee zu Evakuierungen. So kamen viele Nachfahren der Donauschwaben wieder zurück in die Heimat ihrer Väter.

Hier noch mehr über die Donauschwaben zu schreiben wäre vermessen und würde den Rahmen sprengen. Sehen Sie sich das kleine Video an und, bei nächster Gelegenheit, das Museum. Sie werden beeindruckt sein.

Sie finden auch weiter Informationen unter :
www.dzm-museum.de

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16.11.09

Fußball ist unser Leben

So klingt es doch noch in unseren Ohren, oft gehört, nicht nur bei Meisterschaften. Und jeder hat gern mitgesungen. Jetzt hört man ganz andere Töne von der deutschen Fußballführung: Fußball ist nicht alles!

Ich bin kein Fußballfan und Fußball ist höchstens eine Randerscheinung in meinem Leben. Aber ich kenne Robert Enke, vom Fernsehen, nicht persönlich. Und dennoch berührt einen so ein Freitod allemal, man wird nachdenklich, was ging in so einem Menschen vor, was führte dazu und, gibt es wirklich eine Lösung.

Von außen betrachtet sind viele Menschen schnell dabei mit: Hätte, sollte, man müsste usw. Ein Bekannter von mir wählte auch den Freitod. Wenn man einen Menschen persönlich kannte, berührt einen das natürlich noch viel mehr. Hoch angesehen, beruflich äußerst erfolgreich, Familie, beliebt, ähnlich dem Robert Enke, und dennoch ist keiner wirklich an ihn rangekommen. Warum fragt man sich, trotz vieler Bemühungen von außen.

Ich las mal eine Studie zum Freitod. Hier wurde gesagt, dass diese Menschen an einem fehlenden Mechanismus leiden, der im letzten Moment vor dem Freitod das Kommando "zurück" ausgibt. Eine Krankheit also, vor der so mancher nicht gefeit ist und sich dessen auch nicht so bewusst ist, dass es sich behandeln lassen würde.

Das soll den Tod von Robert Enke nicht relativieren, im Gegenteil, denn auch diese Krankheit hat einen Verlauf, einen persönlich tragischen, begleitet von Depressionen und ein Leben in einem Bewusstsein, aus dieser Situation nicht herauszukommen. Da hilft es nicht hinterher zu sagen, hätte er sich doch einem anderen anvertraut. Viele können das nicht, da der befürchtete "Gesichtsverlust", das Eingestehen des eigenen Versagens, das Problem verschärft und nicht verbessert.

Jeder will nach vorne, will etwas mehr Ansehen oder mehr Geld. Jeder Torwart der denkt, "Klasse", jetzt werde ich Nummer 1, bin ganz oben angekommen, es sei im wirklich gegönnt, hat sich bereits vom guten Vorsatz getrennt, das Leben und auch den Sport nicht zu ernst zu nehmen, aus der Vergangenheit zu lernen, auch mal Schwächen zugeben ...

Und sind wir mal ehrlich, in einer Gesellschaft, in der immer nur der Erste zählt, der zweite Sieger bereits der erste Verlierer ist, sind solche Bekenntnisse, dass es noch etwas anderes gibt als Fußball, Karriere, Erfolg, Macht usw. nicht gerade glaubwürdig. Im Moment des Todes eines Menschen zwar ernst gemeint, aber z. B. bei nächsten Fußballspiel bereits schon wieder vergessen.

So ist er halt, der Mensch. Machen wir uns nicht besser als wir sind und ganz schnell werden wir wieder singen: Fußball ist unser Leben ......

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14.11.09

Von Nullrunden, Kapitalismus und vom Grönlandeis - Mein Wochenrückblick

Nullrunden für Rentner
Das wundert nun auch keinen Rentner mehr. Nachdem wir nichts bekommen haben, als es allen gut ging braucht man jetzt nicht scheinheilig tun, als wäre man überrascht. www.heute.de

Braut keine Jungfrau mehr
Hat nun ein deutsches Gericht nach türkischem Recht geurteilt oder nicht? Da gehen die Meinungen auseinander. www.heute.de

Kapitalismus ist out
Eine Studie der BBC in 27 Ländern gibt dazu Auskunft. Nur noch 11 % der Befragten glauben noch daran, dass Kapitalismus gut funktioniert. www.heute.de

Alle feiern, Kuba schweigt
Der Fall einer Mauer ist nicht überall willkommen. Auch Kuba hat da so seine Probleme damit. www.tagesschau.de

Nicht alles was einen Namen hat gibt es wirklich
Sicherlich hat schon jeder einmal bei Google-Map reingeschaut. Aber aufgepasst, nicht alles ist richtig und manches gibt es überhaupt nicht. www.heute.de

Grönlandeis schmilzt im Rekordtempo
Zwar freuen sich die Grönländer, dass sie wieder Kartoffeln und Erdbeeren anbauen können, ob das aber eine langfristige Freude wird? www.heute.de

Riss im Kopf
Was dem Deutschen sein Weißwurst-Äquator ist dem Schweizer sein Röschtigraben. www.faz.net

Diabetes-Spürhund
Ein Hund, der Alarm schlägt, wenn die Unterzuckerung eintritt. Toll, was es so alles gibt. www.stern.de

Für alle die einen guten Magen haben
Das Flugzeugwrackmuseum in Tokio ist nichts für feinfühlige und unbedarfte. Manchmal ist es schon sehr heftig. www.spiegel.de

Kultur kaputt?
Kultur ist eine Identifikation jeden Landes, jeden Volkes. Wird die Kultur durch die Finanzkrise kaputt gespart? www.stern.de

Auf der Harley durch Soweto
Im südafrikanischen Soweto protzen die Reichen. Es sollte gegenüber dem Nachbarn immer noch etwas mehr sein. www.stern.de

Skifahren in Utha
Falls Sie sowieso bei der Olympiade sind sollten Sie noch einen "Sprung" nach Utah machen. Dort soll es den besten Schnee der Welt geben. Na, wenn man´s glaubt! www.zeit.de

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12.11.09

St. Martin oder wie lernen Kinder das Geben

Zum Glück sieht man am Martinstag doch immer wieder noch Kinder mit Lampions die uns an diesen Tag erinnern. Eigentlich schade, denn von St. Martin können unsere Jüngsten schon in ihrer frühesten Kindheit etwas lernen, was vielen Erwachsenen oft schon lange abhanden gekommen ist - geben statt nehmen.

Natürlich ranken sich viele Legenden um den römischen Soldaten und späteren Bischof Martin. Das ist ganz natürlich, wenn die Geschichten aus einer Zeit stammen, in denen kaum jemand lesen und schreiben konnte und alles nur mündlich weitergegeben wurde. Merkwürdigerweise hängen wir aber oft viel mehr an diesen alten Geschichten als an den modernen unserer Zeit.

In unseren Zeiten, in denen für Viele anscheinend nehmen seliger macht denn geben, kann auch für die Kleinen der Heilige Martin einer sein, der aus seiner hohen Position heraus auch das Leid der Armen und kleinen Leute sah und gab. Und was mindestens so wichtig ist: Man muss nicht gleich sein ganzes Hab und Gut verschenken, um ein guter Mensch zu sein, nein, ein Teil von dem was wir haben ist das richtige Maß - nämlich der halbe Mantel, nicht der ganze. Das ist auch der Kern der Martins-Botschaft, keine Umschichtung des Ganzen, die gerechte Verteilung, dass alle ein menschenwürdiges Dasein haben.

Alle Jahre wieder um diese Zeit erinnert uns die Flut der Bettelbriefe: Moment mal, ist denn schon wieder bald Weihnachten? Vereine und Gesellschaften, von denen man sonst nie etwas hört, stellen sich plötzlich als Bittsteller der Notleidenden dar. Die geben ein Geld für Porto und Überweisungen aus, dass man gerade staunen muss. Das Geld wäre anderweitig auch besser angelegt.

Einen Vorteil haben aber diese Aktionen, sie erinnern uns tatsächlich daran, dass die Not nicht weniger, leider sogar größer geworden ist, wie man in den letzten Tagen in den Medien sehen und hören konnte. Deshalb ist ein Spende für die notleidenden Menschen sicherlich so etwas wie der halbe Mantel des Martin. Nur müssen wir hier sehr aufpassen und die Streu vom Weizen trennen. Nicht jeder von Mitleid triefende Brief ist gerechtfertigt. Aber das wissen Sie ja sicherlich sowieso.

Man wirft den Deutschen oft vor, sie spenden zwar viel, geben aber dennoch nur von ihrem Überfluss ab. Ok, mag sein. Ich sehe das pragmatisch. Wenn ich jetzt nicht gleich alles gebe, kann ich in den nächsten Jahren auch noch etwas geben.

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10.11.09

Senioren Macht

Was haben wir Senioren nicht alles nur für Namen: Silverager, Gold- oder Bestager, Platin....... bla bla. Als ob wir uns schämen müssten, weil wir zur älteren Generation gehören. Vor allem auch noch in "Neudeutsch", als ob wir dann noch mehr aufpoliert sind.

Andererseits werden wir Senioren behandelt, als könnten wir nicht auf 3 zählen. Deshalb schreibt auch die Südwestpresse aus Ulm, dass Senioren als mündige Bürger besser ihre Marktmacht nutzen sollen. Minister Peter Hauk sagte gestern beim Start von Seniorenkonferenzen in Mosbach, dass es erhebliche Defizite in der Verbraucherinformation gebe und er die Senioren ermuntern wolle - "diese einzige noch wachsende Bevölkerungsgruppe" - ihre Machtposition zu erkennen.

Die Senioren über 60 verfügen über die stärkste Kaufkraft in der Deutschen Geschichte. Nach 60 Jahren Bundesrepublik doch auch eine schöner Erfolg für uns. Wir geben immerhin jeden dritten Euro aus - der aus privater Hand kommt. 45 % aller Autos werden von uns gekauft, mit einem 85prozentigen Anteil der Luxuswagen. 35 % aller Pauschalreisen werden von uns gebucht. Nicht auszudenken, wenn wir den Reiseunternehmen wegbrechen würden. Und so könnte man noch viele Dinge aufzählen, bei denen die Senioren Gestaltungsmacht haben. Mal ganz abgesehen davon, was unsere Kinder und Enkel mit dem ihnen zugesteckten Geld auch noch alles kaufen.

Da die Lebenserwartung auch noch zunimmt, hat der Gesundheitsmarkt ein besonderes Auge auf uns Senioren. Leider ist es ja so, dass es im Alter mit der Gesundheit nicht besser wird und so hat jeder seine spezielle Krankheit oder sein spezielles Leiden, mit dem sich die Senioren stärker als mit allem anderen beschäftigen. Das ist die Stoßrichtung vieler Mediziner, wenn sie uns Patienten "individuelle Gesundheitsleistungen" (Igel) anbieten. Sehr sehr viele haben diese Leistungen, die man selbst zahlen muss, angenommen. Ob sie dem Einzelnen wirklich geholfen haben sei dahin gestellt, die Einnahmen bei den Ärzten lagen jedenfalls über 1 Milliarde Euro.

Ich will damit nicht sagen, dass viele Angebote unseriös und keinen Nutzen hätten. Aber eins müssen wir uns doch sagen: Brauchen wir das alles wirklich? Sagen wir manchmal zu schnell "ja"? Dabei wäre es besser gewesen noch einmal darüber nachzudenken oder mit Bekannten darüber zu sprechen? Genieren wir uns, dem Hausarzt gegenüber einmal "nein" zu sagen, bzw. dass er uns zuerst einmal berät und uns Unterlagen für zuhause mitgeben soll?

Auch im Internet gibt es unzählige Angebote in dieser Richtung. Wir wissen zwar, dass gerade dort sich viele Scharlatane tummeln, dennoch aufgepasst, schöne Webseiten sind noch keine Garantie für Qualität höchstens dafür, dass der Anbieter genug Geld hat, sich verführerische Seiten anfertigen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es lobenswert, dass die Seniorenverbraucherkonferenzen in Baden Württemberg noch bis Anfang Dezember in den verschiedensten Städten angeboten werden und man dazu beim Kreisseniorenrat nachfragen kann.

Fazit aus dem Ganzen: Bei Gesundheitsfragen die Möglichkeiten abwägen, Rat holen und im Zweifelsfall auch einmal "nein" sagen.

Weitere Artikel zum "Nein"-sagen:
"Nein"- Teil 1
"Nein"- Teil 2

Infos zur Seniorenverbraucherkonferenz

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7.11.09

Guttenberg, Wiedervereinigung und eine große Flußfahrt - Mein Wochenrückblick

Guttenberg unter Beschuss
Guttenberg hat recht, wenn er sagt, dass die Aktion in Afghanistan "angemessen" war. Auch die dort lebenden Afghanen sagten, dass mal Zeit wurde, dass die Bundeswehr endlich Flagge zeige und sie voll hinter dem Einsatz der Soldaten stehe. Es grenzt langsam schon ans Lächerliche, wenn vor jedem Schuss die Soldaten beim Bundesgerichtshof nachfragen müssen, ob sie schießen dürfen. www.heute.de

Air France Absturz
Fünf Monate nach dem Absturz über dem Atlantik hat die Air France den Chef der Flugsicherung entlassen. Die Piloten der Maschine hätten aber keine Schuld an dem Unglück. www.spiegel.de

Zustimmung zur Wiedervereinigung
Aller Stimmen zum Trotz, die sich von linker Seite zur Wiedervereinigung melden und in der Ostalgie schwelgen geht eine große Zustimmung durchs Land. www.politbarometer.zdf.de

Mord an Politkowskaja-Anwalt
Man fragt sich schon, wie Rußland zu Demokratischen Verhältnissen kommen will. Zwar sind zwei Verdächtige verhaftet worden, solange die Regierung aber nicht ernsthaft aufklären will, werden wohl auch die laufen gelassen. www.stern.de

Die lieben Steuern
Wissen Sie wie die Steuerschätzungen funktionieren? Sind die Prognosen richtig angelegt oder rudern die Verantwortlichen nur im Nebel herum? www.heute.de

Künstlicher Schalter für die Netzhaut
Besonders die Senioren haben mit zunehmenden Alter Probleme mit ihren Augen und die mit Diabetes sowieso. Ein Implantat soll defekte Photorezeptoren ersetzen. www.focus.de

China macht Schnee
Was kommt dabei raus, wenn der Mensch ins Wetter eingreift? Nichts gescheites! Das hat China nun bewiesen. www.stern.de

Olympia 2010
Alles ist schon bezugsfertig. Die Athleten dürfen sich auf schöne große Quartiere freuen. Leider müssen aber Fernseher und Laptop selber mitgebracht werden. www.zdf.de

Große Flussfahrt
Für Wasser-Urlauber die immer nach etwas anderem suchen ein Tipp: Wie wäre es mit einem Holzboot von Berlin nach Krakau? www.zeit.de

Tanz der Polarlichter
Im Monstertruck durch Alaska. 565 PS unter der Haube und dann durch die Tundra von Alaska. Ein etwas ungewöhnlicher Urlaub. www.spiegel.de

5.11.09

Opel - Ausstieg vom Einstieg

Eigentlich könnten die Opel-Mitarbeiter stolz darauf sein zu hören, wie wichtig sie dem GM Konzern sind. Man will sie nicht gehen lassen. Dass man das "Tafelsilber" Opel überhaupt verkaufen wollte, verstanden sowieso viele nicht.

Die Art und Weise, nicht nur wie man mit den Mitarbeitern umgegangen ist, sondern wie überhaupt die ganzen Verhandlungen seitens GM geführt wurden ist menschenunwürdig und verstößt für uns gegen alle guten Sitten. Wir können uns aber aufregen wie wir wollen, das ist der amerikanische Stil, der hier von uns nicht verstanden wird. Auf der anderen Seite des Teiches tickt man anders.

Blauäugig waren neben unseren Politikern auch viele aus der europäischen Konzernzentrale, die die Wahrheit nicht sagen wollten, vielleicht auch nicht sehen wollten oder absichtlich unterdrückten. Zwischendurch kam ja immer wieder einmal durch, dass die Konzernspitze in Detroit eine völlig andere Denke an den Tag legt als wie wir es gewohnt sind und viele Streithähne sich erst zusammenraufen müssen. Abgesehen davon, dass die US Regierung jetzt auch noch mitredet.

Natürlich lässt sich der amerikanische Arbeitnehmer auch nicht alles gefallen, das ist von Bundesstaat zu Bundesstaat aber sehr verschieden. Die Bundesstaaten im Nordosten sind viel stärker gewerkschaftlich durchsetzt als z. B. die in den Südstaaten. Im Nordosten wird mehr für den Arbeiter erkämpft als in den anderen Staaten, dennoch bitte nicht mit Deutschland oder dem Verhältnis zwischen Gewerkschaft, Staat oder Industrie vergleichen.

Z. B. die Südstaaten: Wenig Industrie-Arbeitsplätze, Verdienst gering teilweise herrscht Armut - was man in diesem Land von außen gesehen gar nicht zu vermuten würde. Ansiedlungen der Industrie werden mit großen Zugeständnissen von Seiten der Bundesstaaten gefördert. Und das sieht so aus, und ich habe selbst mit den Leuten gesprochen, dass bei guter Auftragslage rund um die Uhr gearbeitet wird, 7 Tage die Woche. Wird die Auftragslage schlecht, bekommen die Arbeiter plötzlich zu hören: Nächste Woche brauchen sie nur noch 2 Tage die Woche kommen. Das heißt aber auch, sofort nur noch für 2 Tage Geld in der Tasche, keine soziale Abfederung usw. In Deutschland wäre bei solch einem Gebaren die Hölle los. Dort ist das ganz normal.

In den USA herrscht Kapitalismus pur und keine soziale Marktwirtschaft. Das rechtfertigt in unseren Augen natürlich in keinster Weise das Vorgehen von GM, für die Manager ist aber Geschäft Geschäft egal wer da auf der Strecke bleibt. Wer mit den US-Konzernen Geschäfte machen will, der muss das vorher bedenken. Die davor gewarnt haben, wie unser Ex-Wirtschaftsminister, haben zwar recht behalten, aber hören wollte sie keiner, weil diese Stimmen weder in unsere vermeintlich heile Welt noch den Politikern in den Wahlkampf passten.

So können wir alle nur hoffen, dass das böse Spiel für Opel ein für viele Mitarbeiter tragfähiges Ende nimmt, es weder in eine Sackgasse führt noch viele zu Schaden kommen.

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